Wir joggen    



Wir fühlen uns saugut, denn wir Joggen.
Wir kommen endlich vorwärts, wenn wir Joggen
Joggen ist ein Heidenspaß,
endlich nutzen wir das Gras,
für’s Joggen.

Wir schwitzen uns gesund, wenn wir Joggen.
Wir sind nicht allzu rund, denn wir Joggen.
Mit jedem kleinen Schritt
schreiten wir aktiv ins Glück,
denn wir Joggen.

Wir laufen auf Beton, wenn wir Joggen.
Wir grüßen Hundehalter, wenn wir Joggen.
Wir meiden zwar das Grün,
haben trotzdem viel zu sehn
wenn wir Joggen.

Wir sehn sehr gern nach vorne, wenn wir Joggen.
Denn da vorne sind noch andre, die auch Joggen.
Mobil sein ist schon viel,
wir brauchen doch kein Ziel
beim Joggen.

Unsere Herzen sind robust, dank Joggen.
Unsere Beine sind trainiert, durchs Joggen.
Aggressionen gibt es keine,
denn wir sind meistens alleine
beim Joggen.

Wir haben grossen Durst, nach dem Joggen.
Wir essen wieder mehr, dank dem Joggen.
Joggen ist so wunderbar,
im Büro sind wir ein Star
nur durch Joggen.

Wir lachen über Pendler, denn wir Joggen.
Denn die stehen im Stau, wenn wir Joggen.
Wir sind die Fitness pur,
atmen die freie Natur,
beim Joggen.

Wir sehen schöne Menschen, wenn wir Joggen.
Auch Fettärsche und Dickbäuche gibt’s beim Joggen.
Joggen ist wirklich nicht schwer,
keiner ist mehr elitär,
beim Joggen.

Wir laufen gern gemeinsam, wenn wir Joggen.
Dann haben wir was zu sagen, auch beim Joggen.
Hast Du heut schon Mail gelesen,
bin noch nicht im Büro gewesen,
war beim Joggen.

Hast immer schöne Schuhe an, wenn wir Joggen.
Ergonomie ist von belang, auch beim Joggen.
Aus Mikrofaser mein Trikot,
für mich mitatmend, sowieso,
wenn wir Joggen.

Da fällt mir auf, das wir heut effektiver Joggen.
Wo ist der Schmidt, wollt der heut nicht mitjoggen?
Er war zuletzt immer so smart,
gestern holt ihn der Infarkt,
beim Jog





"Wir joggen" © , publiziert: ~16. May 2001
(küntzlername 'stirnulator') ist autor, maler und fotograf und lebt in berlin | am liebsten schreibt er gebrauchstexte für die industrie, weil küntzla und adelige arm sind und dreck die meiste asche abwirft | findet den literaturapparat unappetitlich aufgeblasen - und fazinierend, jedenfalls den teil mit den texten

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