Zwischenbetrachtung…    

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Du lässt die Männer kommen, lässt sie gehen.
Ob einer treu war, weißt du nicht genau.
Du bist vom Kopf bis zu den Zeigezehen
der Inbegriff der ganz modernen Frau.

Du kürzt das Haar, wo es nicht hingehört.
Ansonsten aber bist du ganz natürlich.
Du sprichst es deutlich aus, wenn dich was stört
und liebst es ab und an recht ungebührlich.

Du magst Geschenke, aber nicht die großen.
Denn Herzen, sagst du, kauft man sich nicht ein:
So bist du öfter auf Granit gestoßen,
doch bliebst dir treu und herzlich gern allein.

Natürlich träumst du auch von einem Prinz.
Er braucht nichts weiter, als dich froh zu machen.
Er kann durchaus ein Rumbuff sein und – Stimmt‘s? -
vor allem müssen seine Augen lachen.

Wenn du mal gähnst, dann muss er mit dir gähnen.
Und wenn er küsst, soll er dir an die Wangen
die großen Hände legen und dir Strähnen
beiseite streifen – und sich an dich lehnen,
wenn du was Leises sagst: von Liebe… und Verlangen.

(9. August 2009)





"Zwischenbetrachtung…" © , publiziert: ~21. Dec 2009
Baujahr '77. Sachse. Zuweilen manisch produktiver Poet von mild-heroischem Gemüt. Gelernter Straßenbauer mit nachgeholtem Abitur. Vorerst akademische Ausbildung verweigert, da Autodidakt mit Hang zur funktionellen Ästhetik. Genießt die Lektüre Nietzsches, ohne dessen Allüren anheim zu fallen. Versucht die "alten" Regeln der deutschen Dichtung in all ihrer bewährten Schönheit beizubehalten und segelt in ihrem Wind zeitgemäß hart am Schaum. Zum Zwecke der Ideenfindung sind ihm Entmenschungen sowohl, als auch Beobachtungen des Alltäglichen und vor allem entspannte Sessions auf bockharten Slacklines notwendiges Elixier. Verdient sein Geld mit Kino. Besuchen Sie ihn auf seinem Projekt "Lyrische Blogfront" (www.blogfront.de).

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