Kaufst du noch oder denkst du schon?    



Am 1. November startet auf artcollectorsclub.org/anti-konsum ein Anti-Konsum-Künstlerwettbewerb. Eine Fachjury aus gekauften Anti-Consumerism-Künstlern kürt einen Sieger, einen zweiten lässt man sich modisch bei Facebook zusammenklicken. Die Sieger werden mit einer Online-Ausstellung aus der Protesthaltung heraus in den Erfolg hineingerissen. Da muss man mitmachen, finde ich – daher dieser Aufruf.

In keiner anderen Saison wird so viel Geld ausgegeben wie vor Weihnachten. Ein perfekter Zeitpunkt, dem Konsumterror die rote Karte zu zeigen, meint der artcollectorsclub. Die internationale Online-Community “von und für Kunstbegeisterte” ruft daher einen Anti-Konsum-Wettbewerb aus. Mitmachen kann jeder ab 18 Jahren, der sich inspiriert fühlt, das Thema Anti-Konsum kreativ zu bearbeiten. “Höhere Weihen” wie ein Kunststudium seien dabei keine Voraussetzung, beruhigt uns der PR-Waschettel.

Erlaubt sind: Fotos, T-Shirts, Ölgemälde, Kollagen, Stencils oder Drucke – kurz alles, was online auf www.artcollectorsclub.org gezeigt werden kann, also hier bitte einfach mal die Kaschemmen-Texte mit Öl auf Leinwand malen. Oder den Bildschirm abknipsen. Oder so.

Die Veranstalter verzichten – total konsumkritisch – auf Bescheidenheit und fahren gleich zwei Jurys auf: Den ersten Künstler wird eine Fachjury auswählen – in ihr Anti-Consumerism-Artisten wie Alias und Prost, die damit fraglos im Establishment angekommen sind. Den zweiten Sieger kürt Facebook: wer die meisten „Likes“ einsammelt, gewinnt den Publikumspreis. So also wird “konsumkritische Kunst” heute gemacht: per “Like” bei Facebook. Nicht ganz ungeil, dieser eDemokratische Ansatz…

Wie man Anti-Konsum-Küntzla wird

  • Digitales Bild eines Kunstwerks, das inhaltlich zum Thema Anti-Konsum/Anti-Consumerism passt (Formate: JPG, PNG oder GIF, mind. 200 dpi, maximal 400 KB)
  • Kurztext, der das Werk in das Thema einordnet (auf Englisch und/oder Deutsch)
  • Kurze Vita des Künstlers, die mit der Bewerbung veröffentlicht werden darf
  • Digitale Abbildungen von 3-5 weiteren Werken, die im Falle des Gewinnens in der Online-Ausstellung präsentiert werden könnten

Wer jetzt den Konsumkritiker in sich rumoren spürt, kann seine Werke ab 1. November 2011 bis spätestens 31. Januar 2012 per E-Mail an apply@artcollectorsclub.org einreichen. Die Gewinner werden voraussichtlich am 06. Februar 2012 bekanntgegeben. Neben der Bekanntgabe der Gewinner auf Facebook, im Blog und im Newsletter des ACC wartet ein Online-Event, den der artcollectorsclub eigens für die Künstler veranstaltet. In diesem Rahmen – gelifteter Geld-Adel in kapitalismuskritischer Abendgarderobe mit konsumierbaren Häppchen in manikürten Fingern – können die Sieger weitere Werke zeigen. Die Veranstalter versprechen: „Wir bereiten unseren Gewinnern zwei Monate lang eine große Bühne.“ Vermutlich, damit genug Zeit bleibt, die ganze Anti-Konsum-Kunst schafsbrav wegzushoppen.

Informationen und die Teilnahmebedingungen: www.artcollectorsclub.org/anti-konsum
Twitter
: twitter.com/art_at_acc
Facebook: www.facebook.com/artcollectorsclub.


"Kaufst du noch oder denkst du schon?" © , publiziert: ~17. Oct 2011
Gründer und Herausgeber des Literaturmagazin Zarathustras miese Kaschemme, welches seit 1989 in rein elektronischer Form erscheint und damit eines der ersten deutschen, wenn nicht europäischen Magazine seiner Art gewesen sein dürfte. Mag Literatur.

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