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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; Daudieck</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Vatermörder</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 05:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warten vor der Residenzverwaltung, Blick auf die Speisekarte: Montag Putengeschnetzeltes auf Curryreis, Obst nach Saison, Dienstag Obst nach Saison, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warten vor der Residenzverwaltung, Blick auf die Speisekarte: Montag Putengeschnetzeltes auf Curryreis, Obst nach Saison, Dienstag Obst nach Saison, Mittwoch... ich habe die  Plastikhaube abgehoben und eine Mandarine entdeckt, ich glaube, sie hat sich vor mir erschreckt – eine verlorene schreckhafte Mandarine auf einer runden Plastikplatte, groß genug für eine Torte.</p>
<p>Die Residenz nimmt zwei Stockwerke in einem Neubau ein, der Residenzverwalter ist ein glatter Aal, er schwamm vom Sargasso-Meer bis in einen Schlickgraben vor der Stadt, aus dem er sich herausschlängelte, um ein Mensch zu werden. Sein Büro riecht nicht nach Tod, es riecht nach den Plastikpflanzen, die vor dem Fenster stehen und vom Blühen träumen. Nein, ich möchte nichts trinken, schon wieder, überall die giftgrünen Selterflaschen, für Babynahrung geeignet, auf den Fluren, in den Zimmern, unten im Foyer der Residenz stapeln sie sich kistenweise, alle Gäste der Residenz setzen ihr Gedärm unter kohlensaures Wasser, damit sie nicht austrocknen.</p>
<p>Die Formalitäten, der Aal lacht wie ein Aal eben lacht - Finanzstatus, Gesundheitsstatus, Familienstatus, Statusdenken einmal anders, Endstatusdenken. Vor mir Formulare, daneben ein Montblanc-Kugelschreiber. Ich kann alles unterschreiben für meinen Vater, ich frage ihn, warum die Alten hier so still sind, ich will vom Aal wissen, ob die Alten mit sehenden Augen tot sind. Er windet sich, er kriecht über seinen Kugelschreiber auf mich zu. Die Mandarine steckt noch in meiner Manteltasche, sie sollte es gemütlich haben. Ich nehme sie heraus, ich zerquetsche sie, der Saft tropft auf die Anträge, der Aal zuckt zurück, blitzschnell kriecht er an der Knopfleiste des weißen Oberhemds auf den Hals zu, auf den offenen Mund, auf das schwarze Loch zu. Bevor ich gehe, nehme ich die Selterflasche und gieße die Blumen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Meeting bei W?odawa</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 22:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Durchnässt vom Blutbad in der Blumenwiese, alles klebrig feucht, sehe ich rot, die Farbverschiebung dauert an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durchnässt vom Blutbad in der Blumenwiese, alles klebrig feucht, sehe ich<br />
rot, die Farbverschiebung dauert an. Der Wind wiegt die Halme, verwirbelt<br />
den Gestank. Ein Polenbauer winkt und läuft, am Rettungswagen wird das<br />
Blaulicht schwächer, das Martinshorn verjault sich in der Ferne, das Damwild<br />
äugt, äst weiter. Demjanjuk auf der Bahre, hightech mit Rollen, allein auf<br />
einer Wiese bei W?odawa, im Sonnenlicht die Stange mit dem Tropf. Seine<br />
Stimme klingt schwach, ich drehe die Zuleitung wieder auf, Tropfenfluss, so<br />
viele Tropfen für eine vertrocknete Seele, unzählbar, ungezählt, überall<br />
Wiese, weit und breit kein heißer Stein, auf dem die Tränen verdampfen<br />
könnten.</p>
<p>„They left me alone.“ Er haucht.</p>
<p>„We go to the place.“ Die Wiese holprig, die Bahre fängt an zu schaukeln,<br />
eine Rolle sackt in ein Loch, fast fällt Demjanjuk. Er krallt sich fest. Aus<br />
dem dem Loch ragen Knochen, braun verklumpt, schmierig.</p>
<p>„Look!“</p>
<p>„God left me alone!“</p>
<p>Er sieht mich an. Wir tauschen Blicke aus, die fremde Augen sandten. Die<br />
Fressen bleiben feist und ferngesteuert. Nur das Lächeln kommt mir vertraut<br />
vor.</p>
<p>„I know, John.“</p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Kambodschaner schläft</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 05:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[apollinisch]]></category>
		<category><![CDATA[idylle]]></category>
		<category><![CDATA[schuld]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Kambodschaner kann er sich unterhalten. Spark gefällt es, auf die unbewegte Miene vor ihm einzureden, er könnte sich keinen besseren Gesprächspartner vorstellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dem Herbsttag hält Spark vor seinem Tor. Es hat keinen Antrieb, er muss es von Hand aufmachen. Als er aus dem Auto steigt, zuckt er zusammen, ein Dröhnen, unangenehm laut – neuerdings wird das Laub der Bäume mit großen Maschinen von der Straße gesaugt. Einige Arbeiter folgen dem Ungetüm, sie kehren die Reste zu Haufen zusammen, ein trister Job.</p>
<p>Einer der Männer hat den Anschluss verloren. Er fegt den Rinnstein an der Einfahrt, so akkurat, dass Spark aufmerksam wird.<br />
„Saubere Arbeit!“, ruft er ihm zu.<br />
Der Mann dreht sich um, zeigt ein fremdländisches Gesicht, nickt unsicher.<br />
„Saubere Arbeit!“ Die Wiederholung ärgert Spark. Wie um sich zu entschuldigen spricht er den Mann noch einmal an: „Da, mein Garten.“ Er lacht verlegen. „Viel Laub, viel totes Holz. Sie... Sie könnten mir helfen, wenn Sie wollen. Natürlich gegen Bezahlung.“<br />
Es ist kein Türke, kein Russe, eher ein Chinese. </p>
<p>Ein Kambodschaner – er hat Samstag angefangen und bis Sonntagabend den ganzen Garten in Ordnung gebracht. Der hagere Mann strahlt eine faszinierende Ruhe aus, Spark ist beeindruckt. Obwohl er am Wochenende nur das Nötigste im Haushalt gemacht hat, fühlt er sich wie gerädert. Es muss an der Scheidung liegen, er kommt einfach nicht darüber hinweg. Manchmal besucht ihn eine neue Freundin, sie bleibt meistens nur für eine Nacht, bis zum Frühstück. </p>
<p>Mit dem Kambodschaner kann er sich unterhalten. Spark gefällt es, auf die unbewegte Miene vor ihm einzureden, er könnte sich keinen besseren Gesprächspartner vorstellen. Immer wieder huscht ein Ausdruck von Zustimmung, sogar von Humor über die fremden Gesichtszüge. Der Mann wird ihm von Minute zu Minute vertrauter, vielleicht kann er wirklich alles verstehen.</p>
<p>Das Gartenhaus stammt noch aus den schlechten Zeiten. Spark kann den Schlüssel nicht im Schloss herumdrehen – da sieht er neben sich die Hand des Kambodschaners. Innen riecht es muffig. Sie müssen sich durch Netze von Spinnweben hindurcharbeiten, um die Fenster zu öffnen. Der Kambodschaner schaut sich andächtig um, er berührt die Spinnennetze, als ob sie sehr kostbar wären. Spark ist nicht mehr allein. </p>
<p>Seine Freundin steht vor der Tür, eine schöne Frau, so wie er sie sich in seinen Träumen vorgestellt hat. Sie schlafen zusammen, später sehen sie fern.<br />
„Dahinten im Gartenhaus brennt Licht. Hast Du vergessen, es auszuschalten?“<br />
„Nein“, sagt Spark. „Da wohnt ein Mann, vorübergehend. Er hilft mir im Garten.“<br />
Er ahnt, dass sie sich damit nicht zufriedengeben wird.<br />
„Das passt gar nicht zu dir. Was für ein Mensch ist das?“<br />
„Ein Kambodschaner.“ In diesem Moment denkt er wieder an die Scheidung.<br />
„Wen Du alles so kennst...“ Sie schüttelt den Kopf und schaut wieder auf den Fernseher.<br />
„Er ist eben bei mir.“</p>
<p>Der Tag kommt, als Spark schreit. Es hat Ärger gegeben, er verlässt schon vormittags das Büro. In der Fußgängerzone entdeckt er seine geschiedene Frau mit seiner Tochter. Ein hübsches Mädchen, er sie hat sie so lange nicht gesehen. Seine Hand fährt hoch, sie bemerkt es nicht. Dann sieht er die Wodka-Flaschen im Schaufenster. Auf der Fahrt nach Hause nimmt er immer wieder einen kleinen Schluck. Über Nacht hat es geschneit. Spark schreit, er stiert durch das Fenster auf das schneebedeckte Dach des Gartenhauses. Der Wodka steigt ihm zu Kopf. Was macht der Kambodschaner noch hier? Seine Freundin ist auch misstrauisch. Er schiebt entschlossen die Terrassentür auf und steuert das Gartenhaus an.</p>
<p>„Warum sagst du nichts?“<br />
Aber der Kambodschaner reagiert kaum. Je lauter Spark wird desto gelassener wirkt der Fremde. Er bleibt stumm, er scheint nur überrascht zu sein.<br />
„Ich will dich nicht mehr sehen!“ Sparks Stimme schnappt über. Plötzlich ist diese Angst da, eine fürchterliche Angst, die ihn würgt. Er stürzt abrupt in die Nacht hinaus, fast wäre er lang hingeschlagen. Wie wild rennt er vor dem Kambodschaner weg, quer durch den Garten, den rettenden Eingang im Blick. Die Schnapsflasche fliegt in die Büsche. Drinnen schließt er sofort die Terrassentür ab. </p>
<p>Erst am Abend wacht Spark wieder auf. Er hält seinen Kopf unter den Wasserhahn, bis alle Gedanken ausgewaschen sind und er nur noch dumpfes Pochen spürt. Im Wohnzimmer sieht er die Vorhänge vor dem Terrassenfenster. Ungewöhnlich, er muss sie selbst zugezogen haben, dieser elende Wodka. Durch einen Spalt späht er hinaus – Dunkelheit... nein, nicht nur Dunkelheit, im Gartenhaus brennt Licht.</p>
<p>Spark reißt mit einem Ruck die Tür auf. Er wird diesen Zustand beenden, auch wenn er Gewalt anwenden muss. Als er seine Freundin entdeckt, erstarrt er vor Schreck. Sie sitzt allein im Gartenhaus, auf dem einzigen Stuhl, unter der nackten Glühbirne, die ihn blendet.<br />
„Was machst du denn hier? Wo ist der Kambodschaner? Ist er weg?“<br />
„Ich weiß nicht.“ Seine Freundin schaut ihn an. „Er ist irgendwo. Der Kambodschaner schläft. Lass’ ihn in Ruhe, dann lässt er auch dich in Ruhe.“ Sie kommt zu ihm, streichelt seine unrasierten Wangen, sie flüstert: „Denk’ einmal an nichts.“</p>
<p>Die Kälte hat ihn nüchtern gemacht. Er wartet vor der offenen Tür, wagt es nicht, sich umzudrehen. Dann tut er es doch. Das Gartenhaus ist leer, überall die Spinnweben. Seine Freundin verabschiedet sich nicht, sie geht einfach weg, eine Gestalt im Mondlicht. Spark wendet den Blick von ihr ab. Er friert.<code></p>]]></content:encoded>
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		<title>Oscar Knolle resümiert</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 05:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Aha, ihr habt also die Feuchtgebiete wiederentdeckt, das feminine Lust- und Frust-Biotop – unterm Schlüpfer wird’s schlüpfrig, hurra. Feuchtgebiete?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Macht es doch und redet nicht nur – ihr Quasseltypen, ob Weiber oder Kerle, ihr phantasiert fickerisch vor euch hin, fasst euch vage zwischen die Beine, wo ihr auf bloße Anatomie trefft. Dabei suchtet ihr zwischen Klitoren und Schwänzen nicht nur nach mehr Geilheit, sondern nach der Erfüllung eurer erotischen Selbstverwirklichungsillusionen, an denen ihr, wie zu hören ist, gescheitert seid.</p>
<p>Aha, ihr habt also die Feuchtgebiete wiederentdeckt, das feminine Lust- und Frust-Biotop – unterm Schlüpfer wird’s schlüpfrig, hurra. Feuchtgebiete? Ihr steckt selbst im Sumpf, in der Emanzipationspampe, mitten im Mainstream-Klärwerk zur Bereinigung archaischer Brunfttrübungen. Alles Dumpfe muss weg, ihr revolutioniert die Reglements für das Liebesleben und sozialisiert den Begattungsreflex. Zu den Frauenbeauftragten gesellen sich Beischlafsbeauftragte, die Parkbänke werden nach dem Einfallswinkel des Mondscheins im Frühsommer ausgerichtet, alle Bushaltestellen sind mit Vollgummiliegen auszustatten.</p>
<p>Trotzdem, tendenziell ist Geschlecht schlecht, eure Rollen laufen langsam aus, gehen ein in das Imago eines Übermenschen, der seine eigenen Wurzeln rudimentiert. Aber immer wieder und so drängend wollt ihr zurück ins Dunkle – der Dämon kommt mit Macht über euch, er lässt sich nicht abschütteln. Ihr trauert unerhörten Begierden nach, die verkümmert sind unter den Correctness-Codes für cooles Kopulieren.</p>
<p>Zu spät, Rien ne va plus, keine Camouflage mehr im Kampf zwischen Mann und Frau, aus das Affentheater: Auftritt und Text vergessen. Schade um die Platte, die Großmutter Natur ins zerebrale Vynil gepresst hat – sie dudelt sinnlos vor sich hin.</p>]]></content:encoded>
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		<title>besuch bei pinocchio</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 05:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[dekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[doppelgänger]]></category>

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		<description><![CDATA[pinocchio zappelt / er kriegt kein bein auf die erde // der hampelmann ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/pinocchio_hoch.jpg" alt="Pinocchio by Enrico Mazzanti (1852-1910)" title="Pinocchio by Enrico Mazzanti (1852-1910)" width="220" height="496" class="alignright size-full wp-image-1231" /></p>
<p>k. wartete vor dem schloss<br />
danach ging er wieder</p>
<p>nun ist er da</p>
<p>von musil kam ulrich<br />
er floh aus kakanien</p>
<p>er ist schon länger da</p>
<p>pinocchio zappelt<br />
er kriegt kein bein auf die erde</p>
<p>der hampelmann<br />
zwischen dem feuerfresser und<br />
der fee mit den blauen haaren </p>
<p>sein leben kommt sein leben geht</p>
<p>rückenlagen kafkaesk<br />
zeichen von chitinbildung </p>
<p>mit pinocchio hätte sich geppetto<br />
mehr mühe geben können</p>
<p>k. und ulrich starren auf die fäden<br />
als der nächste holzscheit schreit</p>]]></content:encoded>
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		<title>Pochoirs</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 05:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>
		<category><![CDATA[simulacrum]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bulgaren markieren den Asphalt, Strich für Strich geradeaus, Orangenmänner im Morgengrauen, Zeit ohne Schatten, ein Türke macht den Pfeil zum Abbiegen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bulgaren markieren den Asphalt, Strich für Strich geradeaus, Orangenmänner im Morgengrauen, Zeit ohne Schatten, ein Türke macht den Pfeil zum Abbiegen, <a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/orangemaenner_350x.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/orangemaenner_350x-250x250.jpg" alt="Orange Männer" title="Orange Männer" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1223" /></a>Orangenmann vor Tagesanbruch, die Lichtsekunden ticken, Litauer machen den Zebrastreifen, Blaumänner, kein Signalton, vorschriftswidrig, vorschriftswidriges Erstellen eines Fußgängerüberweges im Morgengrauen, in der Zeit ohne Schatten, Zigarettenglut, Rufe, Eimer klappern, die Motoren der Maschinen haben es warm, die Sonne zittert sich in die Kälte, das Morgengrauen stirbt seinen Tod, Schattengeburt, ausgetragen in der Weltraumnacht, die Orangenmänner rufen nicht mehr, die Blaumänner haben ihre Kippen zertreten, die Autos fahren, der Tag. </p>]]></content:encoded>
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		<title>Dessous für die Damen</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 05:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Köpfe hatte er abgeschnitten und weggeschmissen – er sorgt ja für Nachschub. Mit der Fülligen würde die Geschäftsfrau perfekt harmonieren. Es kommt darauf an, dass ihm der Ausdruck gelingt. Die Hauttöne machen die meisten Schwierigkeiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand sonst will auf der Bank direkt an der Hauptstraße sitzen. Er lehnt sich zurück, er hört den Lärm nicht. Eine Taube tapst um seine Füße herum, schaut schräg zu ihm hoch – kalte Augen. In der Innentasche seiner Jacke stecken zweitausend Euro.</p>
<p>Ein Tag ohne Himmel und ohne Sonne. Die Innenstadt quillt über vor Menschen. Er weiß nicht, ob er zufrieden sein soll. Heute hat er schon eine neue Frau gefunden, ziemlich früh sogar. Eine Geschäftsfrau mit dem idealen Gesicht. Mit seinem Super-Zoom konnte er sie ein paar Mal abschießen: gute Bilder dabei, Glück gehabt, vergessen die Tage, an denen bis abends gar nichts gelaufen war.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg-250x250.jpg" alt="dessous_damen_350x.jpg" title="dessous_damen_350x.jpg" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1220" /></a>In seinem Fotostudio auf dem Land liegen einige nackte Körper, die ihm reichen. Er braucht sich nicht genau an sie zu erinnern, denn sie sind sich ähnlich, bis auf den fülligen mit den ärgerlichen Rissen im Papier. Von ihm gibt es mehrere Fotos, doch dieses eine mag er am liebsten. Die Köpfe hatte er abgeschnitten und weggeschmissen – er sorgt ja für Nachschub. Mit der Fülligen würde die Geschäftsfrau perfekt harmonieren. Es kommt darauf an, dass ihm der Ausdruck gelingt. Die Hauttöne machen die meisten Schwierigkeiten.</p>
<p>Er geht seine Stimmen durch. Auf der CD hat er eine Sammlung davon, darunter Radiosprecherinnen, eine Fernsehmoderatorin mit einmaligem Timbre, eine weibliche Hauptrolle aus einer Filmkomödie, sehr angenehm – doch vor allem die elegante Dame vom Wurst-Tresen. Von ihrer Stimme ist er besessen. Eines Tages stand sie vor ihm in der Reihe und sprach die Bedienung an. Der Klang ihrer Stimme elektrisierte ihn, er kramte hektisch nach dem kleinen Aufnahmegerät in seiner Jacke. Diese Stimme musste er haben. Die Dame sagte: „Noch zweihundertfünfzig Gramm von der Gutsleberwurst, bitte!“ Danach blieb sie eisern stumm.</p>
<p>„Noch zweihundertfünfzig Gramm von der Gutsleberwurst, bitte!“ Was für ein Satz – Leberwurst passt einfach nicht zu dieser Dame, und dann auch noch ein halbes Pfund. Wahrscheinlich wählte sie instinktiv die geadelte Sorte, wahrscheinlich ist ihr selbst Leberwurst zuwider und nur ihr Mann frisst sie fingerdick aufs Brot geschmiert in sich hinein. Die Dame hätte auch beim Bäcker für ein Croissant anstehen können: „Kann ich bitte ein Croissant haben?“ Damit wäre er glücklich geworden, das hätte sich nach etwas angehört. Vielleicht wird er die Stimme aus der Filmkomödie für seine Geschäftsfrau nehmen – oder die Leberwurst wieder ignorieren. Bisher hat das funktioniert. </p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg-250x250.jpg" alt="dessous_damen_350x.jpg" title="dessous_damen_350x.jpg" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1220" /></a>Sein Problem ist das Vergessen. Was er vergessen will, brennt sich in ihm ein, doch an Schönes kann er sich nur schwer erinnern. Er machte schon Frauen, die er in seinem Kopf nicht wiederfinden kann. Sie verflüchtigen sich, mal nach Tagen, mal nach Wochen – einfach weg, sie verstecken sich in den dunklen Nischen seiner Gehirnwindungen und lachen ihn aus. Dann steht er vor dem Nichts. Er muss in seiner Phantasie Frauen neu gestalten, die er eigentlich schon kennt. Diese Schöpfungsprozesse setzen ihm zu, sie geben ihm den Rest.</p>
<p>Heute wird sich alles ändern. Elf nackte Körper im Großformat besitzt er. Als er ihnen gestern mit den Gesichtern seine Art von Leben einhauchen wollte, als die Hochglanz-Torsos aufgereiht vor ihm auf dem Fußboden lagen – da bemerkte er seinen Fehler: Die Kleidung fehlt. Gesichter, Körper, aber keine Kleider. Frauen ziehen sich ebenso gern an wie aus, eine Art Naturgesetz. Oder sie wurden irgendwann so zivilisiert, dass sie nicht mehr ständig nackt sein wollen, deshalb. Seitdem gibt es die Mode. </p>
<p>Im Eingang des Kaufhauses wird er von einem Luftstrom erfasst, der seine spärlichen Haare durcheinander wirbelt. Für einen Moment kommt er in Panik, greift sich verzweifelt an den Kopf. Kaufhäuser sind eine fremde Welt für ihn. Er steht vor einem Leuchtdisplay – Damen-Oberbekleidung zweiter Stock. </p>
<p>Eine Mutter will mit ihrem Kinderwagen die Rolltreppe hochfahren, sie schaut sich hilfesuchend um. Er flüchtet sofort in die Gänge, wo der Brechreiz langsam wieder nachlässt. Da sind andere Leute, die der Mutter helfen können. Wahrscheinlich darf man die Rolltreppe mit einem Kinderwagen gar nicht benutzen. Schwierigkeiten kann er nicht gebrauchen. </p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg-250x250.jpg" alt="dessous_damen_350x.jpg" title="dessous_damen_350x.jpg" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1220" /></a>„Kann ich helfen?“, fragt eine weibliche Stimme hinter ihm. Er zuckt zusammen. „Nein, äh... ich glaube nicht. Nein, danke.“<br />
„Gestern sind unsere neuen Kollektionen eingetroffen. Wollen Sie mal schauen?“<br />
Das klingt locker. Er schaut sich tatsächlich um, er ist in der Dessous-Abteilung gelandet. Die Verkäuferin gefällt ihm, obwohl sie Jeans trägt und eine enge Bluse. Sie scheint noch jung zu sein, sie gibt sich sehr selbstbewusst. Weiter vorne taucht sie mit ihren Händen in eine Reihe Unterwäsche ein. Er weiß nicht, warum er ihr folgt.<br />
„Hier, ein reizendes Set in Savanna-Pink, topaktuell. Mit raffinierten Strumpfhaltern, echte Spitze, cool.“ Sie hält etwas Undefinierbares in der Hand.<br />
„Packen Sie’s ein.“ Er überlegt: Die Damen-Oberbekleidung kann er weglassen. In der Dessous-Abteilung wird er alles finden. Mehr Kleidung brauchen seine Frauen nicht.</p>
<p>„Gibt es das in mehreren Farben?“<br />
„In drei Farbtönen.“<br />
„Ok, ich nehme alle.“<br />
„Wirklich? Und welche Größe?“<br />
Das ist es, was ihn bei Frauen wütend macht, diese sinnlosen Nachfragen. „Normal, so einssiebzig“, antwortet er schnell<br />
„Schlank?“<br />
„Ja, ja. Und dahinten, was hängt da?“<br />
Der Blick der Verkäuferin wird kritisch, sie sagt: „Torselets, Mieder und Bustiers. Soll ich nicht erstmal diese Sets...?“<br />
„Gut, machen Sie das. Ich bin da drüben. Bringen Sie die Sachen bitte mit.“</p>
<p>Als die junge Verkäuferin mit einer älteren Kollegin ankommt, hat er schon fünf Mieder ausgesucht und wühlt sich in dem Hängeregal weiter vor.<br />
„Guten Tag, mein Herr!“ Die Begrüßung ist ein Verweis. Er reagiert gelassen: „Guten Tag. Moment, bitte – ich bin gleich durch.“<br />
„Normalerweise probiert man eine Corsage vor Ort an“, erklärt die Neue streng. „Sie sollten ihre Frau mitbringen. Und die meisten Stücke sind vom Umtausch ausgeschlossen. Haben Sie die Preisschilder gelesen?“<br />
„Das geht in Ordnung. Ich bezahle bar.“<br />
Die Neue bleibt hartnäckig: „Sie haben überhaupt nicht auf die Größen geachtet – da, fast alle verschieden, sehen Sie? Damit werden Sie ihrer Frau bestimmt keine Freude machen.“<br />
Mit dieser Tante darf er sich nicht anlegen: „Die Sachen sind für eine Tombola in meinem Betrieb. Mehrere Mitarbeiterinnen, verstehen Sie? Die können dann ja später durchtauschen.“<br />
Mit einem Schwung will er der Neuen den Packen Mieder überreichen, doch die bewegt sich plötzlich rückwärts: „Nein, nein! Dafür ist meine Kollegin zuständig.“ Sie verschwindet in einem Meer von Dessous.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/09/dessous_damen_350x.jpg-250x250.jpg" alt="dessous_damen_350x.jpg" title="dessous_damen_350x.jpg" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1220" /></a>„Was hat die denn?“, fragt er die junge Verkäuferin.<br />
„Na, ja... schon komisch, wie Sie Dessous einkaufen.“ Sie lacht. „Dessous für eine Tombola? Hab’ ich noch nie gehört, ehrlich. Find’ ich aber lustig.“<br />
„Hätten Sie Lust, zu kommen... zur Tombola?“ Die Einladung ist ihm herausgerutscht.<br />
Sie lacht, sie lacht schon wieder so laut. Er beginnt zu zittern, er wartet auf ihre Antwort.<br />
„Danke – nein, lieber nicht.“<br />
Die Erleichterung bringt ihn ins Wanken. Er bewundert das Mädchen. Nicht alle haben diesen Überlebensinstinkt.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Weg mit dem Hund</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2009 21:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[trauernd]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben dem Komposthaufen kommt er zu liegen, nicht direkt daneben. Einen
Meter tief, das muss reichen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben dem Komposthaufen kommt er zu liegen, nicht direkt daneben. Einen Meter tief, das muss reichen für einen Hund. Schwerer Boden und kein guter Spaten. Mit der Schaufel kann er schlecht graben, die Erde bleibt haften, schmierige Placken, immer wieder muss er sie mit dem Fuß wegtreten. Ein Regenwurm kringelt sich unter ihm, durchstochen, munter.</p>
<p>Der übergroße Plastikbeutel ist von einem Möbelmarkt. Als er den Hund hineinschiebt, fällt ihm der Unterschrank für das Bad wieder ein, für Handtücher oder so, idiotischer Schrank. Die Werbung auf dem Beutel stört – Reklame passt nicht zu einem toten Hund. Er steht im Regen und beugt sich herunter. Unter der Folie fühlt er das Tier, das Fell. Egal, auch Plastik vergeht, dauert nur länger.</p>
<p>Im Schuppen waren mehr Spaten – rätselhaft, wo die Sachen hinkommen. Schon fast dunkel, er wischt den Schweiß von der Stirn weg, der sich dem Nieselregen vermischt hat. Ein unhandlicher Plastikbeutel, viel schwerer als er dachte. Vor dem Loch rutscht er aus, fällt auf die Knie. Der Hund landet mit einem dumpfen Aufprall unten. Wenigstens vernünftig liegen muss er, Handgriffe, mit denen er seinen Freund ausrichtet. Noch Blumen, irgendwelche, irgendwo ausgerissen. Er steht noch nicht wieder auf, hält die Blumen fest. Die Schrift auf dem Plastikbeutel ist deutlich zu lesen – aber die Blumen werden sie verdecken. Dafür wird er sorgen, dafür wird er sorgen. Er fährt sich mit der Hand über sein Gesicht, Erde verklebt seine Augen.</p>
<p>23.08.2009</p>]]></content:encoded>
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		<title>warten auf frauchen</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 05:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[ich bin ein bunter hund der farben bellt / in meinen lefzen schwären gefühle zu verbiss / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/hund.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/hund.jpg" alt="hund" title="hund" width="200" height="200" class="alignright size-full wp-image-1196" /></a>ich bin ein bunter hund der farben bellt<br />
in meinen lefzen schwären gefühle zu verbiss<br />
ich sehne nach dem traum der straßenlampe<br />
ich habe wolfsaugen<br />
ich bin das infrarote tier<br />
ich gebe blut für tausend zeckenküsse<br />
die sonne stirbt im traum der straßenlampe<br />
ich winde mich in ihrem schimmer<br />
ich knurre liebe</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Allerletzten</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 05:02:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kindermörder, Pädophile, Raucher, Aussteiger, Warner, Besserwisser, Jammerlappen, Normalos, bloß nicht!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Jetzt aufs Korn nehmen und mithassen!</h2>
<p>Kindermörder, pfui Teufel! Total kaputte Gruseltypen, die Ungeheuer der<br />
statistischen Unausweichlichkeit – der Kopf bleibt dran.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/polizistenriesen.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/polizistenriesen.jpg" alt="polizistenriesen" title="polizistenriesen" width="200" height="558" class="alignright size-full wp-image-1200" /></a>Pädophile, äh! Wichser mit Doppelkinn vorm Computer, während Elfriede den<br />
Schmalzfilm guckt – die Schlappschwänze mit Sparvertrag und Sportabzeichen.</p>
<p>Raucher, puh! Schindludertreiber mit der Volksgesundheit, Suchtkrüppel,<br />
verqualmen alles, verweigern das Nordic-Walking – bei Gotthilf Fischer<br />
wollen sie auch nicht mitsingen.</p>
<p>Aussteiger, widerlich! Dreiste Pensionäre, egomane Individualisten,<br />
Kinderlose, profitieren von der Armut in der Welt – wenn’s Aua macht, stehen<br />
sie wieder zuhause auf der Matte.</p>
<p>Warner, oh Gott! Querulanten, zetern von morgens bis abends über<br />
Bevölkerungsexplosion, Klimatod und Swine Flu – als ob es nichts Wichtigeres<br />
gäbe.</p>
<p>Besserwisser, fürchterlich! Intellektuelle, die sich mit ihrem abgehobenen<br />
Gelaber vor der Arbeit drücken – wenn sie den Mülleimer wegbringen sollen,<br />
werden sie ohnmächtig.</p>
<p>Jammerlappen, eklig! Die Weicheier mit ihren Depressionen in der sozialen<br />
Hängematte: Leben zu hart, zu ungerecht, zu traurig – Schuld haben immer die<br />
anderen.</p>
<p>Normalos, bloß nicht! Der Mallorca-Mob, Massenmenschen, die jeden Morgen zur<br />
Arbeit gehen und das auch noch toll finden – fernsehen bis um elf, danach ab<br />
in die Kiste.</p>]]></content:encoded>
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