<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; onkelhoste</title>
	<atom:link href="http://kaschemme.de/author/onkelhoste/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kaschemme.de</link>
	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
	<lastBuildDate>Wed, 16 May 2012 06:38:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Gedanken über Hoden</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/10/gedanken-uber-hoden/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/10/gedanken-uber-hoden/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 10:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[absurd]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[seltsameWelt]]></category>
		<category><![CDATA[ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenablage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1726</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe viele Jahre meines Lebens damit zugebracht, darüber nachzudenken, was aus mir geworden wäre, wenn ich zwei unterschiedlich große Hoden gehabt hätte. Zuerst würde niemand den Unterschied überhaupt bemerken, außer vielleicht ich selbst. Zufällig. In der Badewanne, unter der Bettdecke oder durch einen anderen Fahrgast in einer voll besetzten Straßenbahn. Meine Freundinnen hätten mir all die Jahre zwischen die Beine gegrapscht und meine Murmeln zwischen den manikürten Fingern geknetet, um dann kurz innezuhalten. Rechte Murmel, linke Murmel, wieder Rechts, dann Gekicher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hanging_testicles.JPG"><img class="size-thumbnail wp-image-1727 alignleft" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" /></a>Ich habe viele Jahre meines Lebens damit zugebracht, darüber nachzudenken, was aus mir geworden wäre, wenn ich zwei unterschiedlich große Hoden gehabt hätte.</p>
<p>Asymmetrie ist verbreitet im Tierreich. Wir haben auf einer Seite eine Rippe mehr, unser Herz schlägt links und unsere einzige alkoholgetränkte Leber schwappt beim Gehen von einer Seite auf die Andere.</p>
<p>Zuerst würde niemand den Unterschied überhaupt bemerken, außer vielleicht ich selbst. Zufällig. In der Badewanne, unter der Bettdecke oder durch einen anderen Fahrgast in einer voll besetzten Straßenbahn. Meine Freundinnen hätten mir all die Jahre zwischen die Beine gegrapscht und meine Murmeln zwischen den manikürten Fingern geknetet, um dann kurz innezuhalten. Rechte Murmel, linke Murmel, wieder Rechts, dann Gekicher. Die schöne Erektion, die ich so lange vor dem Spiegel geübt habe &#8211; im Arsch.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hanging_testicles.JPG"><img class="size-thumbnail wp-image-1727 alignright" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" /></a>Vielleicht wäre der Unterschied winzig. Ich selbst könnte ihn nur mit einem Maßband feststellen und dann das allwissende Internet befragen. Das Internet würde antworten: Finde Dich damit ab. Die Evolution hat Dich mit zwei verschieden großen Klötzen auf die Reise geschickt. Mach was draus &#8211; auch wenn Du beim Gehen leicht nach links ziehst und Dich damit in der Wüste verlaufen wirst.</p>
<p>Von solchen Aussichten bekomme ich Albträume. Mein rechter Hoden hat normale Größe, sagen wir: Tennisball. Mein Linker: Bowlingkugel! Ein schiefes Kreuz bekomme ich davon. Ich gehe zum Physiotherapeuten, der massiert mir wochenlang erfolglos die Hauptgräte, bis mir beim Umziehen ein Ei aus der Hose rutscht und die Sitzbank zertrümmert. Als er mit dem Lachen fertig ist, empfiehlt er mir einen Urologen. Der Urologe lacht nicht, sondern fängt mit dem Trinken an. Das Leben ist nicht mehr so leicht wie früher. Selbst Gynäkologen müssen heute Abstriche machen.</p>
<p><img class="size-thumbnail wp-image-1727 alignleft" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" />Ich gehe in eine Samenbank, wuchte mein mutiertes Testikel auf den Tresen, mache auf dicke Hose und schmeiße eine Lokalrunde. Die anderen Deckweissspender gucken ganz schön blöd aus der Wäsche.</p>
<p>Wenn ich in einem Hochbett läge und mich im Schlaf umdrehte, würde die Monstermurmel über den Rand rollen. Ich würde aus dem Bett gezogen und auf den Boden klatschen. Ohne Helm hat man da länger was von.</p>
<p>Was sollte man in einer solchen Situation tun? Privatfernsehen ist keine Dauerlösung. Wenn am Ende der Sendung jeder im Studio meinen Fellfreund mal angefasst hat, ist die Luft ja auch irgendwie raus.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hanging_testicles.JPG"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1727" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" /></a>Hoden wandern auch. Hab ich selbst gesehen. Wenn es kalt ist, ziehen sich Hoden stärker an den Körper heran. Der Turnbeutel ist dann ganz fest und fühlt sich an wie kaltes, rohes Hühnchen. Ich habe auch schon davon gehört, das Hoden in die Bauchhöhle wandern. Wenn meine Bowlingkugel in die Bauchhöhle wandern würde, sähe ich aus, als ob ich schwanger wäre. Viele Fernosteuropäer tragen weite Wickelröcke, aber das muss natürlich nichts heißen.</p>
<p>Das Leben bleibt kompliziert einfach &#8230;</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/10/gedanken-uber-hoden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>die zerstörung des meistgeliebten und das bedauern im ewigen wechselspiel</title>
		<link>http://kaschemme.de/2010/04/die-zerstorung-des-meistgeliebten-und-das-bedauern-im-ewigen-wechselspiel/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2010/04/die-zerstorung-des-meistgeliebten-und-das-bedauern-im-ewigen-wechselspiel/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 06:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Abgrund]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1380</guid>
		<description><![CDATA[willst du mein dunkler engel sein?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>willst du mein dunkler engel sein?<br />
ich schlag dich mit dem hammer klein</p>
<p>ich liebe dich, du schoene puppe<br />
ich koch dir eine heisse suppe</p>
<p>ich schuett sie dir in dein getriebe<br />
damit du siehst, dass ich dich liebe</p>
<p>zum schluss, da hau ich dich entzwei<br />
dein flehen ist mir einerlei</p>
<p>wie du so liegst, das tut mir weh<br />
die traenen formen einen see</p>
<p>ich nehm dich hoch in meinen arm<br />
du siehst mich an, du bist noch warm</p>
<p>mein engel, geh, schau nicht zurueck<br />
nimm mit von mir das groesste stueck</p>
<p>leg eine locke auf mein grab<br />
damit ich weiss, dass es dich gab</p>
<p>wenn ich erwach, faellt es mir ein<br />
willst du mein dunkler engel sein?</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2010/04/die-zerstorung-des-meistgeliebten-und-das-bedauern-im-ewigen-wechselspiel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Natürlich</title>
		<link>http://kaschemme.de/2010/01/natuerlich-wird-unser-held/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2010/01/natuerlich-wird-unser-held/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 22:01:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[global]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[seltsameWelt]]></category>
		<category><![CDATA[spass]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1317</guid>
		<description><![CDATA[Natürlich wird unser Held auch in Teil Zwei einen für Normalsterbliche unlösbaren Auftrag annehmen, dessen Inhalte eigentlich so gar nicht in Einklang stehen mit seinem rudimentären Moral- und Demokratieverständnis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich wird unser Held auch in Teil Zwei einen für Normalsterbliche unlösbaren Auftrag annehmen, dessen Inhalte eigentlich so gar nicht in Einklang stehen mit seinem rudimentären Moral- und Demokratieverständnis, er aber auch offenkundig keine Lust mehr hat, sich dem Müßiggang hinzugeben, den die für Normalsterbliche astronomisch hohe Belohnung des ersten Teils mit sich brachte oder ihm jemand mit etwas Großkalibrigem den Tag zu versauen droht.</p>
<p>Natürlich wird ein neuer Antagonist erneut die Erde bedrohen und Bekanntschaft machen mit unserem Helden, dessen Namen er nie zuvor gehört hat, obwohl er schon den letzten Antagonisten Hollywood-Like weggepustet hat. Bösewichter pflegen offensichtlich keinen guten Kontakt untereinander.</p>
<p>Natürlich werden alle regulären Polizei-/ Geheim-/ und Sondereinheiten versagen, aber aus lauter Frust über den Erfolg unseres Helden diesen ebenso jagen wie verfluchen, obwohl sie ihn eigentlich für den Teufelskerl halten, der sie selber gerne wären, aber leider kein Kindheitstrauma mit erschossenen Eltern durchleben mussten oder einen geheimnisvollen chinesischen Mentor mit Kung Fu-Kenntnissen hatten und so bei den offiziellen Streitkräften unterschrieben.</p>
<p>Natürlich wird unser Held, der nie lange Sätze bildet, aberwitzige Stunts mit seinem Auto hinlegen, die Vorausberechnungen in Bruchteilen von Sekunden und Millimetern erfordern, der jemand, der im Physikunterricht immer gefehlt hat, eigentlich nicht lösen kann.</p>
<p>Natürlich bekommt der Zuschauer eine Reihe von aberwitzige Stunts zu sehen, von denen der Drehbuchautor eigentlich annimmt, sie einem Publikum zu zeigen, das im Physikunterricht immer gefehlt hat.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/01/natuerlich_ass-kicking-babe_350x250.JPG"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1318" title="natuerlich_ass-kicking-babe_350x250" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/01/natuerlich_ass-kicking-babe_350x250-250x250.jpg" alt="natuerlich_ass-kicking-babe_350x250" width="250" height="250" /></a>Natürlich möchte die natürlich gut aussehende Gerettete sofort Sex mit dem Helden, obwohl sie eben noch von einer Hundertschaft muskulöser, dumpf grunzender und primatenartiger Hau-Draufs stundenlang vergenußwurzelt wurde und das eigentlich ein stückweit suboptimal fand und die Tortur lediglich aufgrund einer Mischung aus Survivaltraining beim Klamottenshoppings und einer offensichtlich teflonbeschichteten Mumu locker wegsteckt.</p>
<p>Und natürlich liebe ich solche Filme &#8230;</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2010/01/natuerlich-wird-unser-held/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Merry-go-round</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/12/merry-go-round/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2009/12/merry-go-round/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstmord]]></category>
		<category><![CDATA[Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1308</guid>
		<description><![CDATA[Bessel schloss die Augen und legte seinen Kopf nach hinten, als wollte er ein allerletzes Mal den Regen auf seiner Haut spüren und der Wind, der seine wenigen Haare durcheinander wirbelte, sang dazu ein Lied in seinen Ohren, dass nach Schmerz und Sehnsucht klang]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heinrich Bessel stand im Regen und sah an sich herunter. Der müde Blick leerer, stumpfer Augen tasteten den Stoff seines Mantels nach Fusseln ab, so wie sie es jeden Morgen getan hatten, so viele Jahre lang. Eine stoisch ausgeübte, wiederkehrende Prozedur, akribisch eingeübt bis zur militärischen Perfektion. Erst dann, wenn das Bild stimmte, wenn alles gerade saß, der Kragen hoch, der Knoten des karierten Schals mittig am Hals und fest anliegend, ohne Faltenwurf im Stoff, erst dann drehte er den Schlüssel seiner Eingangstür herum und schlüpfte, nachdem er einen letzten prüfenden Blick zurück in die alte Wohnung geworfen hatte, durch den entstandenen schmalen Spalt, darauf bedacht, die Wärme der Heizung nicht entweichen zu lassen, ins Treppenhaus, um seinen Weg ins Büro anzutreten. Doch heute schien er den Regen nicht zu bemerken, der ihm in den Nacken lief, während er zusah, wie das Wasser, das in dicken, schweren Tropfen auf seine Schuhe klatschte, in kleinen Rinnsalen von den Spitzen perlte und zwanzig Stockwerke hinab vom Dach des Hochhauses in die Tiefe stürzte, vor dem sich langsam eine Menschentraube bildete.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/mann_vor_sprung_350x250.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1311" title="mann_vor_sprung_350x250" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/mann_vor_sprung_350x250-250x250.jpg" alt="mann_vor_sprung_350x250" width="250" height="250" /></a>Bessel schloss die Augen und legte seinen Kopf nach hinten, als wollte er ein allerletzes Mal den Regen auf seiner Haut spüren und der Wind, der seine wenigen Haare durcheinander wirbelte, sang dazu ein Lied in seinen Ohren, das nach Schmerz und Sehnsucht klang. Der Mann ballte die Fäuste und verlagerte sein Gewicht nach vorne, unendlich langsam, einem finalen Scheitelpunkt entgegen, bis er nach einem kurzen Augenblick eines scheinbaren Gefühls völliger Schwerelosigkeit kopfüber vom Dach kippte.</p>
<p>Myriaden von Gedanken überschwemmten ihn in Sekundenbruchteilen und von der Heftigkeit einer Explosion gleich. Das Gesicht seiner Frau manifestierte sich vor seinem geistigen Auge, während ihn brennender, verkrampfender Schmerz übermannte. Ihr Verhalten war nicht abweisend gewesen in den letzten Wochen, eher geheimnisvoll, mit einem leisen Lächeln in den Augen, die in unerwarteter Frische aufgeblüht waren, wie ein später, verirrter Frühling im Herbst des Lebens. Er war Fünfzig und hatte sie lange nicht mehr berührt. Kein Alter mehr für Gänsehaut und errötende Gedanken. Ein fremdes Verlangen musste sie gefangen halten, hatte er sofort gedacht. Der flüchtige Blick eines anderen Mannes vielleicht, geheimnisvoll und verheißend, für den sie heimlich ein Kleid anprobierte, dessen Versandhaus-Karton sie akribisch zerkleinert und in den Abfall gestopft hatte. Für den sie schneller als sonst und vor ihm zum Telefon gelaufen war, an dessen anderen Ende wohl möglich der Fremde war und ihr lüsterne, verbotene Dinge ins Ohr raunte, die sie verstohlen und flüsternd quittierte, während ihr Mann am Küchentisch saß und mit feinen, schnellen Strichen die Margarine vom Rand schabte, was sie seit jeher so fürchterlich pedantisch fand. Er ertappte sich bei dem aberwitzigen Gedanken, diesen Tick abzustellen und als er es bemerkte, verzog er sein Gesicht zu einem hässlichen, bereits dem Tod geweihten Grinsen, während er unaufhaltsam dem Boden entgegen fiel.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1313" title="regenhimmel100lang" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/regenhimmel100lang.jpg" alt="regenhimmel100lang" width="100" height="800" />Ein Geräusch hinter ihm, leise, vorsichtig, kaum wahrnehmbar, ließ ihn aufhorchen. Er drehte sich herum und erblickte einen Polizisten an der Außentreppe, in sicherer Entfernung, in geduckter Haltung, abwartend. <em>&#8216;Ich bin heute fünfzig Jahre alt geworden! Viel zu alt für dich, um das hier zu verstehen!&#8217;</em>, dachte Bessel, als er in die panischen, unschlüssigen Augen des jungen Uniformierten sah, der schwer atmend an seinem Funkgerät herumfingerte und auf Instruktionen wartete, die nicht kamen und der schließlich, von Bessels stummen, bohrenden Blick verfolgt, über die Blitzableiter stolpernd den Rückzug antrat. Bessel dreht sich erneut zum Abgrund und bemerkte mit einer für ihn befremdlich anmutenden Zufriedenheit, dass es zu regnen begann.</p>
<p>Bessel hatte heute Morgen vor dem Spiegel seine Hände betrachtet. Die Falten auf den Handrücken, die fleckige Haut, die brüchigen Fingernägel, alle Attribute körperlichen Verfalls, unweigerliche Indizien des Niedergangs menschlicher Kraft, jugendlicher Energie und Lebenslust, eingebrannt auf seiner Haut, in seinen Gedanken und Erinnerungen. Heute wurde er Fünfzig. Er drehte sich und blickte minutenlang durch die halb geöffnete Schlafzimmertür auf seine schlafende Frau. <em>Wie ruhig sie da liegt, als wenn nichts wäre,</em> dachte er. <em>Wer mochte der fremde Mann sein, wie hieß er, welcher Arbeit ging er nach? Was ist in der Tüte, die sie so sorgsam unten im Schrank versteckt hielt?</em> Er schloss die Augen, als wolle er der Antwort nicht erlauben, zu ihm vorzudringen. Er verließ die Wohnung, ohne sie zu wecken, wie ein Dieb.</p>
<p>Er öffnete für einen winzigen Augenblick die Augen. Schemenhaft erschienen gleichförmige Linien in seinem Gesichtsfeld, die nahezu sofort wieder verschwanden, wie bei dem Anblick aus dem Fenster eines schnell fahrenden Zuges. Sein Gehirn brauchte einen weiteren Augenblick, um zu erkennen, dass jede Linie ein Stockwerk markierte, an dem er vorbei flog.</p>
<p>Und dann, nach unendlich lang erscheinender Zeit im freien Fall, voller Ungewissheit und Angst, der Ewigkeit zu begegnen und doch gleichermaßen eine Erlösung von allen weltlichen Dingen zu erfahren, in einem Höllenfeuer voller letzter, wahnsinniger Gedanken, die wie Tiere in ihm kämpften, brüllten und zerrten, gefangen in einem sterbenden Körper, die verlangten, herausgelassen und ausgesprochen zu werden, bevor alles Lebendige zu Ende geht, bevor sich der Geist verflüchtigt, um seinen Platz im Nichts einzunehmen, da verstand Heinrich Bessel mit einem Male.</p>
<p>Und während sein Kopf auf dem Boden aufschlug und sich sein Gehirn über den Asphalt verteilte, während seine Knochen zu Dutzenden unter dem Gewicht seines verzerrten Körpers splitterten, sich in sein Fleisch bohrten und seine Organe perforierten, zog seine Frau sorgsam den Ausschnitt ihres neues Kleides zurecht, sah auf die Uhr und kontrollierte ein letztes Mal den feierlich gedeckten Tisch mit den Geschenken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1312" title="mann_vor_sprung_500x" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/mann_vor_sprung_500x.jpg" alt="mann_vor_sprung_500x" width="500" height="352" /></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2009/12/merry-go-round/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kommissar Bredenbeck steigt aus</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/02/kommissar-bredenbeck-steigt-aus/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2009/02/kommissar-bredenbeck-steigt-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=850</guid>
		<description><![CDATA[Günzel scheuchte das Einsatzfahrzeug mit 90 Sachen die Strasse hinauf. Kommissar Bredenbeck durchsaß derweil den Beifahrersitz und stellte bei der Beobachtung seines Fahrgeräusche imitierenden Assistenten felsenfest, dass Intelligent Design keinesfalls für die Entstehnung der Arten verantwortlich sein konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/bredenbeckfaehrt_350.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-878" title="bredenbeckfaehrt_350" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/bredenbeckfaehrt_350.jpg" alt="bredenbeckfaehrt_350" width="350" height="250" /></a></p>
<p>Günzel scheuchte das Einsatzfahrzeug mit 90 Sachen die Strasse hinauf. Kommissar Bredenbeck durchsaß derweil den Beifahrersitz und stellte bei der Beobachtung seines Fahrgeräusche imitierenden Assistenten felsenfest, dass <em>Intelligent Design</em> keinesfalls für die Entstehnung der Arten verantwortlich sein konnte.</p>
<p>&#8220;Er entkommt uns!&#8221;, schrie Günzel die Frontscheibe an, die an manchen Stellen durchblinken ließ, dass sie Fahrer mit feuchter Aussprache hasste.</p>
<p>&#8220;Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass in Ihrem Leben etwas falsch läuft?&#8221;, fragte der Kommissar nebenbeiläufig und kurbelte seinen Sitz in Liegeposition, um noch lässiger zu wirken.</p>
<p>&#8220;Was?&#8221;, günzelte sein Sozius mit hochrotem Kopf zurück und schielte entlang einer gestrichelten Linie auf den Karton mit den Spitzfindigkeiten, den Bredenbeck im Schoß hielt.</p>
<p>&#8220;Oder anders gefragt:&#8221;, fragte er anders, &#8220;sind Sie Veränderungen gegenüber aufgeschlossen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Welche Veränderungen?&#8221;, echote sein Assistent überzeugend ahnungslos.</p>
<p>&#8220;Zum Beispiel: Das dass von uns verfolgte Fluchtauto immer kleiner wird!&#8221;</p>
<p>Günzel durchwühlte vergeblich das Handschuhfach, um eine plausible Erklärung zu finden. Er formulierte in Gedanken ein vorsichtiges <em>Weil es sich immer weiter entfernt?</em>, wußte aber, dass er damit nicht durchkommen würde. Nicht bei Bredenbeck, dem mit allen Fahrwassern gewaschenen Kriminaler. &#8220;Weil es schneller ist als <em>wir</em>?&#8221;, überraschte er sich selbst mit kursiver Schrift.</p>
<p>&#8220;Und was können <em>wir</em> dagegen tun?&#8221;, fragte der Kommissar so gedehnt, dass seine Sehnen knackten.</p>
<p>Günzel fühlte, dass er sich vollens in die Enge getrieben fühlte und das lag massgeblich daran, dass sein Chef unbemerkt an seiner Sitzverstellung gespielt hatte, die ihn bedrohlich zwischen Rückenlehne und Lenkrad einquetschte.</p>
<p>&#8220;Ich weiß nicht!&#8221;, erwiderte Günzel gepresst. &#8220;Haben sie vielleicht leihweise eine gute Antwort für mich?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie wär&#8217;s mit: In den dritten Gang schalten?&#8221;, grinste Bredenbeck eigenhändig. Dann nahm er sich einen Korb und begann die Früchte seiner raffinierten Verhörmethoden zu ernten.</p>
<p>Seinem Assistenten entfiel alle Farbe aus dem Gesicht, die sich platschend in den Fußraum ergoß. &#8220;In den dritten Gang schalten!&#8221;, wiedergab der kleinlaute Günzel mehr klein als laut. Seine jahrzehntelange Fahrschulzeit lief in Zeitraffer vor seinem einzigen geistigen Auge ab: Die Eröffnung der Fahrschule, die Pensionierung ihres Gründers, die vom Verkehrsminister persönlich mit sorgenvollem Gesicht verlesene Strassenverkehrsordnung.</p>
<p>Günzel stoppte den Film, trat beherzt nach dem Kupplungspedal und betätigte den Schaltknüppel. Verschiedene, bis an die Zähne bewaffnete Zahnräder gerieten aneinander. Einige, von umsichtigen Autoherstellern ursprünglich für den Rückwärtsgang vorgesehene Teile bekamen überraschend den Einsatzbefehl und stürzten sich verwundert, aber pflichtbewußt ins Getümmel. Ein Rucken ging durch den schweren Wagen, als eine Reihe von Getriebeteilen durch die Motorhaube entkam und nach kurzer Suche das Weite fanden. Ein Schuß durchfiel die folgende Stille. Das Einsatzfahrzeug rollte langsam aus und kam am Bordstein zum Erliegen.</p>
<p>Minutenlang ergriff niemand das Wort, obwohl eine ganze Reihe davon zur freien Verwendung bereitgelegen hatten. Schließlich war es der Kommissar, der sich zum Sprechen anhob.</p>
<p>&#8220;Sie wußten, dass sie eines Tages während eines Einsatzes sterben würden, nicht wahr?&#8221;, fragte Bredenbeck nicht wirklich interessiert aber trotzdem, nachdem er gelangweilt in seinem Fragenkatalog geblättert hatte.</p>
<p>Günzel fühlte sich überhaupt nicht wohl in seiner Haut &#8211; zum Einen, weil er selbst darin steckte und zum Anderen, weil sich neben ihm noch eine Kugel darin befand.</p>
<p>&#8220;Ja!&#8221;, ächzte Günzel final. &#8220;Aber dass mir das ausgerechnet in einem Fahrsimulator passsieren muß!&#8221;</p>
<p>Der kinderlose Kommissar nickte väterlich und verließ das Gefährt. Seine Waffe dachte noch lange nicht daran, mit dem Rauchen aufzuhören.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2009/02/kommissar-bredenbeck-steigt-aus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kommissar Bredenbeck erhebt sich</title>
		<link>http://kaschemme.de/2007/01/kommissar-bredenbeck-erhebt-sich/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2007/01/kommissar-bredenbeck-erhebt-sich/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 22:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=263</guid>
		<description><![CDATA[Kommissar Bredenbeck und sein Assistent Günzel starrten gebannt auf den Obduktionstisch. Stiglmair, der Pathologe, beugte sich über den Leichnam, griff ein Skalpell, durchtrennte akribisch Muskeln und Sehnen, öffnete den Brustkorb mit einer Knochensäge und schälte schließlich mehrere Gewebeschichten ab. Dann nahm er eine Pinzette und zog vorsichtig ein großes Stück Haut ab, das er stirnrunzelnd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommissar Bredenbeck und sein Assistent Günzel starrten gebannt auf den Obduktionstisch. Stiglmair, der Pathologe, beugte sich über den Leichnam, griff ein Skalpell, durchtrennte akribisch Muskeln und Sehnen, öffnete den Brustkorb mit einer Knochensäge und schälte schließlich mehrere Gewebeschichten ab. Dann nahm er eine Pinzette und zog vorsichtig ein großes Stück Haut ab, das er stirnrunzelnd gegen das grelle Licht einer Leuchtstoffröhre hielt.</p>
<p>&#8220;Am gesamten Körper auffällige Verbrennungen zweiten und dritten Grades!&#8221;, nörgelte er ins Diktiergerät. &#8220;Alle lebenswichtigen Organe wurden entnommen. Außerdem sind die Extremitäten am ersten Gelenk und der Kopf inklusive Halswirbelsäule entfernt worden, wahrscheinlich, um eine Identifikation zu erschweren. Sieht mir trotzdem nicht nach einem Ritualmord aus. Soviel jedenfalls kann ich jetzt schon sagen: Die Leiche ist männlich, jung, zeigt Anzeichen von Mangelernährung und ist nicht an den Folgen der Verbrennungen gestorben.&#8221;</p>
<p>Dann steckte er sich den Hautfetzen in den Mund und begann, genüßlich darauf herumzukauen. Günzel presste sich entsetzt ein Taschentuch vor Mund und Nase und betrachtete das Schauspiel mit weit aufgerissenen Augen.</p>
<p>&#8220;Zart besaitet, was?&#8221;, feixte Bredenbeck.</p>
<p>&#8220;Nein, ich bin auf Diät!&#8221;, kreischte Günzel.</p>
<p>Stiglmair sah gequält zu den Beiden herüber. &#8220;Warum schwirren sie nicht einfach ab und lassen mich in Ruhe mein Brathähnchen essen? Ich melde mich, sobald ich was habe.&#8221;</p>
<p>Die beiden Polizisten entfernten sich abschwirrend, nicht ohne dem Pathologen zum Abschied einen geringschätzigen Blick zuzuwerfen, dem dieser durch eine geschickte Verlagerung seines Oberkörpers auswich.</p>
<p>Wieder auf dem Präsidium angekommen, fand Günzel im Saum seiner speckigen Jacke endlich die Stimme wieder. &#8220;Meine Nerven halten das nicht mehr durch!&#8221;, keuchte er nach kurzer Rücksprache mit seinen Nerven und wischte sich die Stirn ab.</p>
<p>Bredenbeck holte wortlos eine Neue aus der Innentasche und reichte sie seinem zitternden Assistenten. Dann lehnte er sich lässig in seinen Drehstuhl zurück, bis sein Hinterkopf den Boden berührte.</p>
<p>&#8220;Braucht mein zitternder Assistent vielleicht Urlaub?&#8221;, fragte der Kommissar mit einem süffisanten Blick unverdünnter Mischungen seines reichhaltigen Repertoires gespielter Anteilnahmen und zur Decke.</p>
<p>Günzel fummelte seine neue Stirn aus der Folie und klebte sie geistesabwesend auf seine linke Wange. &#8220;Urlaub? Gerade jetzt, wo der Polatschek-Fall in die heiße Phase kommt?&#8221;. Seine linke Wange zog sich in Falten, während sein Blick polternd auf einen dampfenden Aktenordner fiel.</p>
<p>Bredenbeck ließ sich von der Lehne seines Stuhles wieder nach vorne beugen. &#8220;Der Polatschek-Fall? Tja, ich denke ohnehin, daß ich den wohl oder unwohl während Ihrer geistigen Abwesenheit lösen muss&#8221;, seufzte er überzeugend falsch.</p>
<p>&#8220;Aber dafür muß ich doch nicht in Urlaub fahren!&#8221;, wehrte sich Günzel.</p>
<p>&#8220;Stimmt&#8221;, parierte der Kommissar und versteckte hastig ein breites Grinsen hinter seinem Rücken. &#8220;Dafür müßten sie nicht einmal den Raum verlassen. Aber ein mehrjähriger Urlaub in der Wüste kann manchmal Wunder bewirken. Danach &#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230; bin ich wieder ganz der Alte?&#8221;, fing Günzel den Halbsatz seines Chefs mit einer schnellen Handbewegung auf. Mit der anderen Hand kramte er ein Stück Kreide aus der Schublade hervor.</p>
<p>&#8220;Günzel, Günzel! Wir wollen doch nicht gleich den Teufel an die Wand malen, oder?&#8221;, tadelte er seinen Assistenten. &#8220;Nein, die Sache ist beschlossen: Sie spannen mal richtig aus und ich kümmere mich derweil um alles!&#8221;</p>
<p>Günzels Wange hatte sich mit ihrer neuen Rolle angefreundet und kräuselte sich: &#8220;Und Sie kommen hier wirklich ohne mich zurecht?&#8221;</p>
<p>Kommissar Bredenbeck wog seinen Kopf hin und her ab: &#8220;Ich fürchte, bis zum Vorruhestand. Vielleicht sogar länger.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich sollte ihnen vor der Abreise aber noch meine Unterlagen zum Polatschek-Fall übergeben.&#8221;</p>
<p>Günzels Blick hellte sich auf, während sich das Gesicht des Kommissars verdunkelte, was die Beleuchtungsstärke im Büro nahezu konstant hielt. &#8220;Sicher.&#8221;, log er ungelogen, &#8220;Packen Sie alles in den Eimer unter meinem Schreibtisch. Gleich Morgen Früh wird sich jemand darum kümmern.&#8221;</p>
<p>Eine kaum wahrnehmbare Veränderung ging in Günzel vor, unter denen Teile seines Aktenschrankes überwiegend wahrnehmbar zu Bruch gingen. Bredenbeck hielt die Luft an und tauchte, um nicht von fliegenden Einrichtungsgegenständen getroffen zu werden, unter seinen Schreibtisch und fragte sich, wie lange er Günzels ärgerlichen Gesichtausdruck wohl noch ignorieren konnte. Er erinnerte sich an sein Deeskalations-Training und beschloß, seinen Assistenten von beiden Beinen zu schießen.</p>
<p>&#8220;Warum, Bredenbeck?&#8221;, wimmerte der sterbende Günzel und drückte dem Kommissar mit letzter Kraft ein paar Fragezeichen in die Hand.</p>
<p>Bredenbeck beugte sich über seinen wohin-auch-immer scheidenden Assistenten. &#8220;Sagen wir einfach&#8221;, sagte er einfach, &#8220;ihre Diät stand uns im Wege.&#8221;</p>
<p>Günzels Augen brachen so geräuschvoll, daß Bredenbeck fast sein Telefon überhört hätte. Der Kommissar erhob sich selbst und nahm die Gabel vom Hörer.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-265" title="currywurst_pommes_schranke" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2007/01/currywurst_pommes_schranke.jpg" alt="currywurst_pommes_schranke" width="200" height="301" />&#8220;..&#8221;<br />
&#8220;Aha. In welchem Zustand ist die Ware?&#8221;<br />
&#8220;&#8230;.&#8221;<br />
&#8220;Gut. Currypulver?&#8221;<br />
&#8220;&#8230;&#8230;..&#8221;<br />
&#8220;Verstehe. Erfrischungstücher?&#8221;<br />
&#8220;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.&#8221;<br />
&#8220;Perfekt. Ich bin fast auf dem Weg zu Ihnen! Ich hole nur noch kurz die Pommes aus der Aservatenkammer. Und Stiglmair: Fangen Sie nicht ohne mich an!&#8221;</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2007/01/kommissar-bredenbeck-erhebt-sich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Prime Time 2045</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/06/prime-time-2045/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2005/06/prime-time-2045/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2005 22:22:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Scifi]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=236</guid>
		<description><![CDATA["Die ewige, immerwährende Wahrheit ist tot. Kein Mensch glaubt mehr an einen Gott, den man nicht sehen kann und der einem nicht hilft, wenn's mal kneift. Klar?"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren aller Geschlechter, geschätzte Isomasten, dreiporige Kropfliebkoser und phototrope Quantenschmäher Daheim in den Petrischalen. Hier ist wieder ihr Larry Laffer und es ist 22:30 Uhr!&#8221;</p>
<p>(Donnernder Applaus vom Band)</p>
<p>&#8221; Heute bei mir im Studio begrüße ich Reverend Baltasynth Schrötsiedel der Überzeugte. Applaus für den Reverend!&#8221;</p>
<p>(Der Reverend betritt das Podium.)</p>
<p>&#8220;Hi Reverend!&#8221;</p>
<p>&#8220;Hi, Larry! Schön, hier zu sein!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ehrlich?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ganz ehrlich!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wirklich ganz, ganz ehrlich?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, Larry, echt!&#8221;</p>
<p>&#8220;Du weiß, ich mag&#8217;s nicht, wenn man mich belügt, nicht wahr?&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar, Larry, weiß doch jeder!&#8221;</p>
<p>&#8220;OK, Reverend, setz Dich! Wie war die Reise? Äääh, Du weißt noch, was mit dem Letzten passiert ist, der mich belogen hat?&#8221;</p>
<p>&#8220;Natürlich Larry, ich hab&#8217;s in den Nachrichten gesehen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Zur besten Sendezeit! Also, wir sind uns da einig?&#8221;</p>
<p>&#8220;Hey, Larry, wer bin ich, der Larry Laffer anlügt?&#8221;</p>
<p>&#8220;Reverend, ich mag Dich, verstehst Du, es wäre schade, wenn ich &#8230;!&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar. Völlig klar. Keine Sorge. Ich hab&#8217;s verstanden. Eine ganze Wagenladung Deiner Anwälte hatt&#8217;s mir eben genau erklärt. Haarklein. Wenn das hier vorbei ist und alles taco läuft, kann meine Frau in einem Stück nach Hause. Hab&#8217;s kapiert. Kein Problem!&#8221;</p>
<p>&#8220;Also?&#8221;</p>
<p>&#8220;Oh, die Reise war großartig. Auf Raleka-B ist die Hölle los. Diese dreckigen Rebellen grillen alles, was den Gürtel passieren will. Hatte verdammtes Glück. Die Regierung von N45-JSOL will immer noch nicht verhandeln, obwohl die Aufständischen ihre Sonne in ihrer Gewalt haben. Das sieht gar nicht gut aus!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, dumme Sache das. Was meinst Du? Supernova?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ziemlich sicher. Die Dritte im Sektor diesen Monat!&#8221;</p>
<p>&#8220;OK, Reverend, &#8230; OK. Kommen wir nun zu Deinem neuen Buch, wie heißt das noch?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein, nein, Larry. Es ist nicht <em>mein</em> Buch!&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich bin eher der <em>Verleger</em>.&#8221;</p>
<p>&#8220;Aber wer hat es geschrieben?&#8221;</p>
<p>&#8220;Es ist das individuelle Kondensat eines jeden Menschen, der unsere Dienstleistung in Anspruch nimmt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Reverend, du sprichst in Rätseln. Erzähl uns die Geschichte, aber erzähl sie gut!&#8221;</p>
<p>&#8220;Die Leute kommen zu uns, sie suchen Hilfe, Beistand, einen Weg aus dem Dunkel, Glauben. Wir geben ihnen ihr Buch.&#8221;</p>
<p>&#8220;<em>Ihr</em> Buch?&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar. <em>ihr</em> persönliches Buch. Mit ihrem persönlichen Glauben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und was steht da drin?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das, was die Leute ohnehin die ganze Zeit in ihrem Kopf herum geschleppt haben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ihr schenkt den Leuten ihre eigene Geschichte?&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar.&#8221;</p>
<p>&#8220;Du lügst mich an!&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein, Larry, keineswegs. Sieh mal: Die ewige, immerwährende Wahrheit ist tot. Kein Mensch glaubt mehr an einen Gott, den man nicht sehen kann und der einem nicht hilft, wenn&#8217;s mal kneift. Klar?&#8221;</p>
<p>&#8220;Klar.&#8221;</p>
<p>&#8220;Die persönliche Meinung hingegen stirbt nie. Das Vorurteil &#8211; nicht auszurotten, das kleine teuflische Ding. Was also was liegt näher, als die Menschen in dem zu bestätigen, was sie ihnehin schon immer geahnt haben? Und das auch noch in goldenen Buchstaben mit ledernem Einband?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie macht ihr das? Bescheißt ihr die Leute da nicht ein bißchen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Keineswegs! Wir sagen den Leute genau, was wir machen. Dann schließen wir sie an unseren MARK-IV an &#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;Ihr habt einen MARK-IV? Den berühmten Neuronenquetscher? Der den Kelvin-Macrophargen die Invasionspläne entlockt hat?&#8221;</p>
<p>&#8220;JEPP!&#8221;</p>
<p>&#8220;WOW, Larry! Das ja&#8217;n Ding! Und was dann?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nun, wir jagen die Sachen durch die Filter, setzen alles richtig zusammen, sakral angereichert und Voila: Drei Tropfen Klerikal nach dem Essen und DEIN Schöpfer spricht zu Dir mit Deiner eigenen Stimme!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ne coole Sache, Reverend, wirklich! Aber macht ihr die Leute nicht zu Individualisten? Ich meine, jeder eiert in seinem eigenen Universum rum. Wie will man solche Leute führen und kontrollieren?&#8221;</p>
<p>&#8220;Larry, schau Dir doch mal den Dogmatismus der vergangenen Jahrhunderte an! Die Leute sind wie die Lemminge auf die Schlachtfelder gezogen, weil sie geglaubt haben, ihr Fatalismus führt sie direkt ins Paradies. Die eigene D-Denke &#8230;.&#8221;</p>
<p>&#8220;Reverend? Alles klar mit Dir? &#8230;? Hey, der Reverend ist irgendwie hinüber!&#8221;</p>
<p>(Zwei Techniker huschen auf die Bühne und tauschen den Reverend gegen einen absolut identischen Clon aus.)</p>
<p>&#8220;&#8230;war ausgeschaltet, weil alles fremdgesteuert ist von einem alten Mann mit Bart, der auf einer Wolke sitzt und Langeweile hat. Rückenmark in Reihenschaltung. Mit unserer Methode muß niemand mehr die Welt eroben, für einen Ideologie sterben oder den Sinn des Lebens suchen. Wenn ein Mensch glaubt, er sei Napoleon &#8211; na und? Wir geben ihm genau das Schwarz auf Weiß. Er muß aber nicht mehr durch Europa marschieren, er hält seine Geschichte ja bereits in Händen. Die Leute bleiben Zuhause, sind friedlich und konsumieren. Und darauf kommt es ja an.&#8221;</p>
<p>&#8220;Da Core!&#8221;</p>
<p>&#8220;<em>Wenn</em> wir eine Armee brauchen, suchen wir uns die Leute, die losziehen würden, aus der Datenbank.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ihr habt eine Datenbank?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wer nicht?&#8221;</p>
<p>&#8220;Stimmt. Also, laß mich das mal zusammenfassen: Ihr verkauft jedem Menschen seinen eigenen Glauben. Der Neuronenquetscher kondensiert die persönlichen Gedanken, Wünsche, Hoffnungen und Vorurteile und zieht sie auf Flaschen und &#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230; <em>gießt sie in Buchstaben</em> träfe es besser!&#8221;</p>
<p>&#8221; &#8230; gießt sie in Buchstaben &#8230;.!&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230; die sie derart zusammenhängend und geordnet selbst nicht formulieren könnten, ja. &#8221;</p>
<p>&#8220;Reverend, ich muß sagen, das ist völlig durchgeknallt!&#8221;</p>
<p>&#8220;Und denk mal an die Kohle, Larry!&#8221;</p>
<p>&#8220;Schöne Geschichte das! Reverend, Du hast&#8217;s drauf! Eine Applaus für den Reverend&#8221;</p>
<p>(Donnernder Applaus vom Band. Der Reverend geht ab.)</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2005/06/prime-time-2045/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ländliche Idylle, Sonntag</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/05/landliche-idylle-sonntag/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2005/05/landliche-idylle-sonntag/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 May 2005 22:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[idylle]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=241</guid>
		<description><![CDATA["Die ersten Sonnenstrahlen krallen sich mühsam und kraftlos am Gebirge fest und ziehen sich schnaufend über den Grat, um auf der anderen Seite geräuschvoll in ein karges Tal zu kotzen..."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein todmüder Stern, der die ganze Nacht wie blöde rumgefunkelt hat, kollabiert dem Horizont entgegen, der es immerhin zu einem Teilzeitjob gebracht hat, aber so richtig glücklich damit auch nicht ist.</p>
<p>Die ersten Sonnenstrahlen krallen sich mühsam und kraftlos am Gebirge fest und ziehen sich schnaufend über den Grat, um auf der anderen Seite geräuschvoll in ein karges Tal zu kotzen und die ortsansässige Flora und Fauna aus dem Schlaf zu holen.</p>
<p>Ein eingebildeter, weil unter Naturschutz stehender Singvogel hebt den Kopf und hupt demonstrativ falsch ein paar Lieder aus dem Gedächtnis, um allen anderen Vögeln, die ihn zu hören gezwungen sind, komplett die Laune zu versauen.</p>
<p>Eine Biene, die über den Rand einer Butterblume auf die Wiese schifft, verliert das Gleichgewicht und legt sich filmreif auf die Fresse. Am Abend wird sie im Bienenstock einen besonderen Tanz aufführen, um davon zu berichten, aber alle anderen Bienen drehen ihr den Arsch zu.</p>
<p>Eine Kuh, die nie Mitglied der europäischen Gemeinschaft werden wollte, furzt infernalisch. Die entstandene Methanwolke verflüchtigt sich schnell, aber ein paar mit Schallgeschwindigkeit ausgestoßene Plocken erlegen emotionslos eine allein erziehende Schmeißfliege.</p>
<p>Die Frühschicht der Ameisenpatrouille singt wenig schmeichelhafte Lieder über ihre nymphomanische Königin, wovon diese Wind bekommt und später die Todesurteile für den gesamten Truppenteil unterschreibt, während die königlichen Befruchter auf ihr schwitzen.</p>
<p>Schließlich erhebt sich die Sonne stöhnend über die Berge, was die genervte Fauna nötigt, sich angewidert abzuwenden. Die Flora bereut, dass sie phototrop wurde und sich das Elend mit ansehen muss. Das einst so stolze Zentralgestirn selbst ist ziemlich angepisst, weil die Creme, die sie gegen ihre Flecken nimmt, keinerlei Wirkung zeigt.</p>
<p>Der Tau auf dem Gras verdampft mit einem hässlichen Knistern, das nur die Horde Zecken wahrnimmt, die aus niederen Beweggründen durch das Gras stolpert und sich gegenseitig auf polnisch beschimpft.</p>
<p>Kleine Anmerkung Eins: Im Verlaufe des Tages werden hier im Tal Tausende Viecher von Blumen fallen, unter Kuhfladen begraben, in Ermangelung eines lebenswichtigen Elementes aufgeben oder schlicht und ergreifend auf der Speisekarte eines anderen Viechs auftauchen, bis die Sonne hinter die Berge kippt und die Überlebenden artgerecht ins Koma fallen. Bis auf ein paar nachtaktive Fresser, die den Kanal nicht voll bekommen können, ist nun endlich Ruhe im Karton.</p>
<p>Kleine Anmerkung Zwei: Die meisten in diesem Stück Schrift vorkommenden Protagonisten verhalten sich allein aus Unkenntnis der Existenz eines Beobachters ganz und gar atypisch. Andere wiederum verhalten sich vorsätzlich atypisch, weil unbedachte Lyrik oftmals leichtfertig über die existenziellen Probleme der Betreffenden hinwegsieht und diese keinerlei Anstalten unternehmen, irgendwelchen Klischees zu entsprechen.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2005/05/landliche-idylle-sonntag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mein erster linker Fuß</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/01/mein-erster-linker-fus/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2005/01/mein-erster-linker-fus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2005 23:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[vater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=292</guid>
		<description><![CDATA[Die Bühne ist mittig durch eine Wand geteilt. Links ein Schlafgemach, rechts eine Küche, in der eine alte Frau Putzarbeiten ausführt. Die Einrichtung ist schlicht, aber nicht schäbig. Keine Musik. Der Mann wird langsam wach. Er dreht sich eine Weile mit halb geschlossenen Augen im Bett hin und her, als könne er das Unvermeidliche noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-298" title="fuss_ani" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/fuss_ani.gif" alt="fuss_ani" width="150" height="112" />Die Bühne ist mittig durch eine Wand geteilt. Links ein Schlafgemach, rechts eine Küche, in der eine alte Frau Putzarbeiten ausführt. Die Einrichtung ist schlicht, aber nicht schäbig. Keine Musik.</p>
<p>Der Mann wird langsam wach. Er dreht sich eine Weile mit halb geschlossenen Augen im Bett hin und her, als könne er das Unvermeidliche noch ein wenig hinauszögern. Er vermeidet es, zum Wecker zu sehen, diesem unerbittlichen Sklaventreiber, der auf seinem Nachttisch thront und selbst heute am Sonntag sein Denken dominiert. Die Minuten verstreichen, dann richtet sich der Mann schwerfällig auf und schwingt seine Beine über den Rand des Bettes. Er sitzt wiederum eine Weile mit gesenktem Kopf und blickt stumm auf ein paar Socken, die vor ihm auf dem Boden liegen.</p>
<p>Er beugt seinen Oberkörper nach vorne, streckt seinen linken Arm, ergreift die Socken, hebt sie vor die Augen, dreht sie nachdenklich hin und her und legt sie schließlich in seinen Schoß. Dann fixiert er eine Weile lang in völliger Bewegungslosigkeit einen imaginären Punkt in der Ferne. Er ergreift die Socken erneut, krempelt sie auseinander und beginnt, sie über seine Füße zu streifen. Mitten in der Bewegung hält er inne. Ein Seufzer entfährt ihm. Er steht auf, legt die Socken auf das Bett, wirft seinen Morgenmantel über und geht zur Tür, an die er klopft.</p>
<p>Die Frau hört das Klopfen und geht zur Tür. Sie öffnet sie einen Spalt, kneift die Augen zusammen und erkennt ihn dann. Er tritt ein, geht wortlos hinter der alten Frau her in die Küche und setzte sich an den kleinen Tisch. Sie holt eine zweite Tasse aus dem Schrank und gießt ihm einen Kaffee ein. Es entspannt sich ein kleiner Dialog. Der Mann erzählt, während er gedankenverloren in die Tasse starrt und von Zeit zu Zeit an ihr nippt, die Frau wiederum fährt mit ihrer Arbeit fort.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-293" title="fuss_ani-1" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/fuss_ani-1.gif" alt="fuss_ani-1" width="150" height="112" />Mann: &#8220;Mein linker Fuß ist größer als der Rechte!&#8221;</p>
<p>Frau: &#8220;Früher hätte es das nicht gegeben!&#8221;</p>
<p>Mann: &#8220;Das ist schon länger so, vielleicht sogar mein ganzes Leben. Der rechte Socken läßt sich mühelos überstreifen, die Linke nicht. Das Gummi wird straff und klemmt mir die Finger ein. Ich muß mein Bein anziehen und es wegdrücken und dann rutscht mir der Stoff aus den Händen. Die Haut ist dort dann minutenlang gerötet und es juckt.&#8221;</p>
<p>Frau: &#8220;Der Schulz läßt seinen Hund das Geschäft in das Beet vor dem Haus machen!&#8221;</p>
<p>Mann: &#8220;Im Stehen brauche ich es erst gar nicht versuchen, dann verliere ich das Gleichgewicht!&#8221;</p>
<p>Frau: &#8220;Und die Schlampe aus dem dritten Stock hat schon wieder einen neuen Kerl. Flaschengeklimper und Negermusik hört man zu nachtschlafener Zeit! Zustände sind das!&#8221;</p>
<p>Mann: &#8220;Ich hab schon versucht, die Socken zu tauschen. Ich hatte die Idee, daß die eine Socke, die außen herumgekrempelt ist, mehr gedehnt wird und sich so leichter über den Fuß streifen läßt. Die andere Socke im Inneren ist dann zusammengezogen und geht eben schwerer drüber.&#8221;</p>
<p>Die Frau läßt Wasser ins Spülbecken einlaufen, spritzt eine große Portion Spülmittel hinterher und stellt schmutzige Gläser unter den heißen Strahl.</p>
<p>Mann: &#8220;Aber auch die andere Socke paßt nicht. Also muß es doch mein linker Fuß sein!?&#8221;</p>
<p>Frau: &#8220;Pack, verdammtes!&#8221;</p>
<p>Angewidert wirft sie das Besteck ins Wasser.</p>
<p>Mann: &#8220;Das Komische ist jetzt, das meine Füße mir ohne Socken beide gleich gut in meine Schuhe passen. Ich kann das aber nicht genau überprüfen, weil es bei Schuhen anders als bei Socken ja Rechte und Linke gibt. Ich kann also nicht mit dem rechten Fuß in den linken Schuh steigen und anders herum. Ich hab das aber mal versucht und meine, daß das gleich schwer geht. Ich habe das bei mehreren Paaren versucht, aber ein Beweis ist das noch nicht! Also habe ich was Anderes versucht. Ich habe die Socken morgens angezogen und mir gemerkt, welche Socke außen war und welche innen. Dann habe ich die Socken angezogen und die über dem Linken war natürlich wieder zu klein und dann habe ich die Socken wieder zusammengekrempelt, aber diesmal die Socke, die vorher außen war, nach innen und die Innere drumherum.&#8221;</p>
<p>Der Mann schaut zu ihr auf, als erhoffe er sich eine Reaktion. Sie putzt ungerührt und akribisch die Kacheln über dem Herd.</p>
<p>Mann: &#8220;Ich habe natürlich die Zeit gemessen, damit die Socken jeweils gleich lang zusammengekrempelt waren. Mit dem selben Ergebnis.&#8221;</p>
<p>Der Mann senkt den Kopf, zieht die nackten Füße aus seinen Filzlatschen und betrachtet sie voller Abscheu.</p>
<p>Mann: &#8220;Es wäre mir peinlich, mit zwei verschieden großen Füßen durch die Welt zu gehen. Es kann kein großer Unterschied sein. Man kann ihn ja nicht mal sehen. Trotzdem merke ich es an den Socken. Die Socken verraten es. Ich meine, daß sowas nicht richtig ist. Das sollte nicht sein. Mich beschäftigt das schon eine ganze Weile, aber mir fehlt immer noch der Beweis. Das ist unerträglich für mich!&#8221;</p>
<p>Der Mann ist sichtlich verärgert. Eine längere Pause entsteht, bevor er erneut zu sprechen beginnt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-294" title="fuss_ani-2" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/fuss_ani-2.gif" alt="fuss_ani-2" width="150" height="112" />Mann: &#8220;Mutter?&#8221;</p>
<p>Die Angesprochene erstarrt in der Bewegung und putzt dann weiter.</p>
<p>Frau: &#8220;Ja?&#8221;</p>
<p>Mann: &#8220;Gibt es etwas über meine Füße, daß ich wissen muß? Ich meine, etwas, das du mir nie sagen konntest?&#8221;</p>
<p>Sie dreht sich langsam um und betrachtet ihren Sohn mit dem sorgenvollen Gesicht einer Mutter. Dann besinnt sie sich und dreht sich wieder zur Spüle, um ihre Arbeit fortzuführen.</p>
<p>Mann: &#8220;Mutter! Bitte ! Ich muß es wissen!&#8221;</p>
<p>Sie antwortet sehr leise.</p>
<p>Frau: &#8220;Dein linker Fuß gehörte nicht immer dir!&#8221;</p>
<p>Der Mann erstarrt, unfähig, die wilden Gedanken, die durch seinen Kopf jagen, in Worte zu fassen. Seine Mutter kommt ihm zuvor.</p>
<p>Frau: &#8220;Ich wollte es dir schon lange sagen. Wir wollten dir ein normales Leben ermöglichen und &#8230;!&#8221;</p>
<p>Mann: &#8220;Daß heißt, ich bin mit nur einem Fuß auf die Welt gekommen!?&#8221;</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-295" title="fuss_ani-3" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/fuss_ani-3.gif" alt="fuss_ani-3" width="150" height="112" />&#8220;Nein!&#8221;</p>
<p>Die Frau stößt die Antwort hervor. Tränen laufen ihr über die Wangen.</p>
<p>Mann: &#8220;Also doch zwei Füße? Das verstehe ich nicht. Hatte ich einen Unfall? Was wurde aus, also, meinem ersten linken Fuß?</p>
<p>Frau: &#8220;Wir wissen es nicht. Eines Morgens war er nicht mehr da. Dein Vater hat das nie verstanden und begann zu trinken. Ich verstand es auch nicht, aber wir hatten nicht genügend Geld, um beide zu Alkoholikern zu werden. Er verlor schließlich seine Arbeit. Es war eine schwere Zeit, doch eines Tages lasen wir in der Zeitung von einem Arzt aus Amerika, der Spezialist für Fußtransplantationen war. Wir fanden dann schließlich auch einen Spender. Ich verkaufte meinen Schmuck und die ganzen leeren Flaschen und so konnten wir uns die Operation leisten. Er ist größer als dein Rechter, aber es ist ein guter Fuß!&#8221;</p>
<p>Der Mann verfällt in andächtiges Schweigen und nickt schließlich. Sein Gesicht hellt sich auf.</p>
<p>Mann: &#8220;Danke, daß du mir die Wahrheit gesagt hat, Mutter. Ich hatte ja keine Ahnung. Es ist in Ordnung. Unter diesen Umständen macht es mir nichts mehr aus, daß er größer ist als der andere. Ich werde ihn lieben wie meinen eigenen Fuß!&#8221;</p>
<p>Ein erneuter Schatten fällt über ihr Gesicht.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-296" title="fuss_ani-4" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/fuss_ani-4.gif" alt="fuss_ani-4" width="150" height="112" />Frau: &#8220;Das ist noch nicht die ganze Wahrheit, mein Sohn!&#8221;</p>
<p>Mann: &#8220;Was noch?&#8221;</p>
<p>Frau: &#8220;Der verkaufte Schmuck reichte bei Weitem nicht aus, alles zu bezahlen: Die Formalitäten, die Operation, die Pediküre. Was soll ich dir sagen: Der Fuß ist nicht gekauft, sondern nur gemietet!&#8221;</p>
<p>Der Mann springt auf, die Tasse geht dabei auf dem Boden zu Bruch.</p>
<p>Mann: &#8220;WAS?&#8221;</p>
<p>Frau: &#8220;Es ist wahr. Dein Vater ist nicht mehr da und meine kleine Rente reicht nicht für Beides. Ich kann die Raten nicht mehr bezahlen. Wir müssen den Fuß noch in diesem Jahr zurückgeben!&#8221;</p>
<p>Der Mann geht zur Spüle und legt die Hände auf seiner Mutter Schultern.</p>
<p>Mann: &#8220;Gräme dich nicht! Dann muß ich meinen eigenen Fuß wiederfinden!&#8221;</p>
<p>Die Frau zittert vor Überraschung und Freude.</p>
<p>Frau: &#8220;Du willst &#8230;?&#8221;</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-297" title="fuss_ani-5" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/fuss_ani-5.gif" alt="fuss_ani-5" width="150" height="112" />Der Mann dreht sich ruckartig um und geht zur Tür.</p>
<p>Mann: &#8220;Ja, Mutter. Ich weiß nicht, warum mein Fuß mich verließ. Aber ich gehe hinaus in die Welt und werde ihn finden!&#8221;</p>
<p>Er verlässt die Küche erhobenen Hauptes und zieht die Tür hinter sich zu. Die alte Frau dreht sich wieder zur Spüle, zieht den Stöpsel heraus und versteigt sich in einen letzten kurzen Monolog.</p>
<p>Frau: &#8220;Ja, guter Junge, geh nur und such deinen Fuß! So wendet sich alles zum Guten. Ich hätte es nicht über mein Herz gebracht, ihm zu sagen, das er derjenige war, der eines Tages verschwand und nur sein linker Fuß zurückblieb.&#8221;</p>
<p>Vorhang und Ende.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2005/01/mein-erster-linker-fus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mein eigenes Tagebuch</title>
		<link>http://kaschemme.de/2004/10/mein-eigenes-tagebuch/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2004/10/mein-eigenes-tagebuch/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2004 12:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[dekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=208</guid>
		<description><![CDATA[Eins Joseph Pillermann ist zeitlebens ein komischer Vogel gewesen, der seine genialen Gedanken aus Überzeugung nur auf nackter Haut hinterließ. So drang er oftmals in öffentliche Bäder ein, kramte umständlich die Brust einer beliebigen Schwimmerin hervor und notierte ein paar kurze Sätze darauf, bis er sich regelmäßig mit dem Thema der Einwandbehandlung herumschlagen mußte. Zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eins</p>
<p>Joseph Pillermann ist zeitlebens ein komischer Vogel gewesen, der seine genialen Gedanken aus Überzeugung nur auf nackter Haut hinterließ. So drang er oftmals in öffentliche Bäder ein, kramte umständlich die Brust einer beliebigen Schwimmerin hervor und notierte ein paar kurze Sätze darauf, bis er sich regelmäßig mit dem Thema der Einwandbehandlung herumschlagen mußte.</p>
<p>Zwei</p>
<p>Ich gebe hiermit zur Kenntnis, daß ich es nach all meinem Engagement zutiefst bedauere, daß sich bisher kein einziger Mensch über den tieferen Sinn des Begriffs der &#8220;doppelläufigen Hündin&#8221; Gedanken gemacht hat. Ich erwäge ernsthaft, einer ganzen Reihe von zufällig ausgewählten Leuten pure Ignoranz zu unterstellen.</p>
<p>Drei</p>
<p>Die Menschheit wird eines Tages, das ist zumindest meine Hofffnung, eine Rakete zum Sternbild &#8220;Angina Pectoris&#8221; schicken, die lediglich ein Blatt enthält auf dem &#8220;Ich bin ein unbeschriebenes Blatt!&#8221; steht. Ich denke, das wird einigen Berufsbetroffenen da oben ganz schön zu denken geben.</p>
<p>Vier</p>
<p>Dem Umstand, daß ich es für wichtiger hielt, inmitten des gestrigen Meetings mein linkes Knie zu streicheln, ist zuzurechnen, daß ich dem Verlauf eines offenkundig wichtigen Vortrages nicht folgen konnte, der sich inhaltlich um Probleme bei der Erringung von Aufmerksamkeit drehte.</p>
<p>Fünf</p>
<p>Ich möchte ein Theaterstück schreiben: Ein Mann öffnet ein technisches Gerät und findet verwirrte Drähte vor. Danach tritt er in die Hinterlassenschaft eines Hundes. Mit fehlt nur noch der Zusammenhang.</p>
<p>Sechs</p>
<p>Nach einer Reihe von Selbstversuchen komme ich zu dem Schuß, daß es physikalisch scheinbar tatsächlich unmöglich ist, daß zwei Dinge den gleichen Raum zur selben Zeit einnehmen können. Ich versuche seit Monaten eine bestimmte Frau zu einem Rendevouz mit mir zu bewegen, aber sie weicht mir aus. Möglicherweise kommt hier ein Abstoßungsgesetz zum Tragen, für das, anders als beim Magnetismus, falsches Rasierwasser die Ursache sein könnte.</p>
<p>Sieben</p>
<p>Seit einem beschämenden Vorfall, den ich heute Morgen in einer Warteschlange erlebte, weiß ich nun sicher, daß wir alle Akteure im Traum eines schlafenden Gottes sind, dessen Lieblingssendung &#8220;Gute Zeiten &#8211; Schlechte Zeiten&#8221; ist.</p>
<p>Acht</p>
<p>Ein Philosoph ist neulich gestorben, dessen Spezialität die Dekonstruktion der Sprache war. Ich dagegen werde sterben, ohne jemals ein Semikolon verwendet zu haben.</p>
<p>Neun</p>
<p>Meinen Plan, ein Liebesgedicht zu schreiben, ist endgültig gescheitert. Nach &#8220;Du warst sehr geschickt von Amor und hast mein Herz abgebrochen &#8230;&#8221; bog sich das Auditorium vor Lachen. Ich gebe heute nach langem Schweigen endlich öffentlich zu, daß diese Reaktion seinerzeit beabsichtigt war, entband es mich doch dauerhaft von der Pflicht, mich mit Lyrik auseinander setzen zu müssen.</p>
<p>Zehn</p>
<p>Eines meiner Lieblingspostulate ist die Heisenbergsche Unschärferelation, die sich mit der Bewegung und der Position von Objekten beschäftigt. Dabei besagt sie nichts weiter, als daß eine physikalische Manifestation, sagen wir mal ein Paar schöne Schuhe, nach dem Ausscheidungsprinzip entweder zu teuer oder vergriffen ist.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2004/10/mein-eigenes-tagebuch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

