Rüdiger Saß
Rüdiger Saß
geboren 1966 | Wohnhaft in Hamburg | Soziologe | zuletzt erschienen: Neues von der Heimatfront (Roman). Bench Press Publishing, 2008.
Siehe auch www.myspace.com/leereimer - Noch zu haben: Nachtstühle - Erzählungen und Prosa
Von Rüdiger Saß in der Kaschemme:
Seemannsgarn
Es war irgendwo über der Mordsee, irgendwo zwischen Engelland und dem Rest der Welt. Die Tragflächen begannen zu zerbröckeln, zu zerbröseln, sich in Luft und Wohlgefallen aufzulösen. Dr. Tod, der Pilot, versuchte die Lage runterzuspielen, eine Lage, die sich der tosenden See zuneigte. [mehr]
167. Eine Gerichtsszene
Richter Schmatzmann schwitzt. Viel lieber würde er, wie es sonst seine Art ist, einen Mörder aus reichem Hause zu einer Bewährungsstrafe verurteilen, nicht nur, weil ein Mörder aus gutem Hause in der Regel gute Anwälte hat und Geld das Maß aller Dinge ist und seine Besitzer seit jeher den besonderen Schutz der Gesetze genießen, sondern weil [mehr]
Hunde sind auch nur Menschen
Leiser Schritte nähert sich der Abend, / Den Tag unterdrückend wie die Regierung das Volk. / Aber es darf noch gestorben werden. [mehr]
Die Tür
Der Flur ist lang, kalt und kahl, und er wäre finster wie die Nacht, wie der Tod, wenn die Leuchtstoffröhren an der Decke schlafen würden. Kein Geräusch stört die Stille, Leben scheint an diesem Ort undenkbar, ein lebensfeindlicher Flur also, eine Wüste, eine Einöde. Doch dann ... [mehr]
Rocktaschen telefonserenaden in As-Dur
Die Waldvenus und ihr Zauberglaube gehören zusammen wie ein altes Ehepaar. [mehr]
Die Welt, das Leben und ich
Was sehe ich: mich – immer ein und denselben. / ... [mehr]
Silberstreifen am Horizont
Die Flure des Arbeitsamtes bevölkern Verwahrloste. Entweder stinken sie still vor sich hin, oder sie dehnen ihre Stimmtaue. [mehr]
Der Auftrag
„Wedelmaier! Wahnweiler Markt 3, Kolonialkunst Rostbaum.“ „Alles klar, Chef“, und ab. [mehr]
Der Nurkörpermann
Es war ein nieselnasser Novembermorgen, als der dicke Herrmann mit seinem Führer und andern Hysterikern von München nach Berlin aufbrachen. Dort wollten sie das Regierungsruder an sich reißen, um das Reich in einen Krieg zu steuern. [mehr]
Wind und Wolken
Und unter den Wolken blockieren Nobelpreisträger Straßen, um damit gegen den Krieg zu protestieren, gegen einen Krieg, der wie dichter, dicker Rauch in der Luft liegt. [mehr]







