Krimi
"Nach dem Kirchgang. Frau F. sprach mich an. Vermögende Frau. Sie habe über mich etwas läuten hören."
Hauptkommissarin Knäckes liebt den Ausblick vom Fernsehturm auf Berlin. Weit weg die Stadt, unerreichbar, zur Ameisenstadt geschrumpft. Sie hasst den Ort ihrer Verbannung, diese Stadt, in der alle Kleinkarierten der Nation plötzlich meinen, leben zu müssen. Hauptkommissarin Knäckes sehnt sich in ihr Einzimmer-Appartement in Köln-Porz zurück.
Tatorte sehen in der Regel wenig einladend aus. Hier eine Vernissage, zu derer der verkannte Künstler vor seiner Eröffnungsrede viele Proseccos spendieren muss, um seine wenigen Besucher mit verkrampfter Gestik, schmerzverzerrtem Gesicht und leisen Klängen avantgardistischer Musik davon zu überzeugen, dass Photoshopfilter und Siebdruck ihn zu einem ganz neuen Menschen haben werden lassen. Er weiß längst, dass er erst sterben muss, um wenigstens über die Stadtgrenze hinaus bekannt zu werden, wie ...
Hauptkommissarin Trollinger zog ihre Schublade bis zum Anschlag heraus. Ihre Dienstwaffe fand sie unter einer leeren Packung kleiner bunter Gummis aus dem Drogeriemarkt. "Nichts wie hin" scheuchte sie ihren jungen Kollegen und zwängte die geschwollenen Füße zurück in die Pumps
Gestern haben sie seine Leiche rausgeschafft. Hatte mit dem Kopf in einem vorher unversehrten Teller Pasta mit Tintenfisch an Weißwein-Knoblauchsauce gelegen. Warum müssen Leichen bloß immer in den Thymian, die Badewanne oder das saubere Ehebett fallen?
"Ich sah heut morgen seltsames: mich selbst auf der Strasse liegen..."
Kriminalhauptkommissarin Samantha Lauschke fährt mit ihrem nagelneuen Flitzer am Tatort vor. Zärtlich tätschelt sie ihren knallroten Radarfallenschrecken mit dreifach gedoppeltem Turboüberlader und Klimaanlage mit integriertem Internetanschluss. Die steht heute auf Wahlmodus "sibirischer Sommer mit 5% Irischer Frühling". Das braucht die toughe Dame im pythonengen Lederkostüm heute, denn das Opfer ist ein Mann.
Bei einem Abendessen, wir waren auf Urlaub und hatten ein wenig getrunken, gestand mir meine Frau, dass ihr die Stimme von diesem Rammstein-Sänger so gut gefiele. Till heißt der, sagte sie
Ich sitze in meinem Zimmer und nehme einen tiefen Zug. Daraufhin fließt die Kaffeetasse mit dem Aschenbecher zusammen. Das ist sehr lästig, weil ich nicht weiß, wohin ich die Asche schnippen soll. Ich beschließe, die Sache anders anzugehen. Ich greife mit der rechten Hand (eigentlich bin ich Linkshänder) nach der Tasse, die mir unerwartet ausweicht. Ich weiß nicht warum. Diesen Wesenszug von ihr kannte ich bisher nicht. Vielleicht habe ich sie vernachlässigt in letzter Zeit....
Kommissarin Emma Peeling betritt unauffällig eine Parfümerie. Sie ist unterwegs in geheimer Mission und stolpert im Eifer mit ihren roten Highheels...