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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; Miniatur</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Amvettamyn</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 05:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angst vor der Existenz ist mehr als der kalte Schweiß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1352" title="amvettamyn" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/04/amvettamyn.jpg" alt="amvettamyn" width="500" height="374" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wind und Wolken</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 05:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und unter den Wolken blockieren Nobelpreisträger Straßen, um damit gegen den Krieg zu protestieren, gegen einen Krieg, der wie dichter, dicker Rauch in der Luft liegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/regenhimmel100lang.jpg"><img class="size-medium wp-image-1313 alignleft" title="regenhimmel100lang" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/regenhimmel100lang-62x500.jpg" alt="regenhimmel100lang" width="50" height="420" /></a></p>
<p>Die Wolken spielen Hasch mich, sie galoppieren, und der Wind ihnen nach. Und unter den Wolken blockieren Nobelpreisträger Straßen, um damit gegen den Krieg zu protestieren, gegen einen Krieg, der wie dichter, dicker Rauch in der Luft liegt. Polizisten spielen mit den Protestierenden Hasch mich, sie galoppieren, und der Wind ihnen nach. Aber darum geht es hier nicht: weder um Wind und Wolken noch um Nobelpreisträger oder Polizisten, sie alle sind Statisten, die ebenso gestrichen und vergessen werden könnten wie er. Das Buch seines Lebens ist bereits zu mehr als die Hälfte gefüllt, zumeist mit Nebensächlichem, mit Bagatellen; es hat viele Leerstellen, ungeschriebene Seiten gar, in denen all das stehen würde, was er nie getan hat, ob aus Angst, aus Mangel an Phantasie, Ehrgeiz oder günstigen Gelegenheiten. Das Buch seiner Tage würde niemand lesen wollen – am wenigsten er selbst. Dabei verlief es nicht immer wie die Sonntagsfahrt eines Rentners. Dafür spricht allein jene Silvesternacht, als seine Mutter seine Geschwister aus dem Fenster warf. Nur er kam davon, er war schon zu alt, zu groß und stark, um sich aus dem Fenster werfen zu lassen. Heute weiß er, dass es besser gewesen wäre, wenn auch er damals den Tod gefunden hätte, denn heute würde er sich nicht mehr wehren.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Vatermörder</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 05:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warten vor der Residenzverwaltung, Blick auf die Speisekarte: Montag Putengeschnetzeltes auf Curryreis, Obst nach Saison, Dienstag Obst nach Saison, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warten vor der Residenzverwaltung, Blick auf die Speisekarte: Montag Putengeschnetzeltes auf Curryreis, Obst nach Saison, Dienstag Obst nach Saison, Mittwoch... ich habe die  Plastikhaube abgehoben und eine Mandarine entdeckt, ich glaube, sie hat sich vor mir erschreckt – eine verlorene schreckhafte Mandarine auf einer runden Plastikplatte, groß genug für eine Torte.</p>
<p>Die Residenz nimmt zwei Stockwerke in einem Neubau ein, der Residenzverwalter ist ein glatter Aal, er schwamm vom Sargasso-Meer bis in einen Schlickgraben vor der Stadt, aus dem er sich herausschlängelte, um ein Mensch zu werden. Sein Büro riecht nicht nach Tod, es riecht nach den Plastikpflanzen, die vor dem Fenster stehen und vom Blühen träumen. Nein, ich möchte nichts trinken, schon wieder, überall die giftgrünen Selterflaschen, für Babynahrung geeignet, auf den Fluren, in den Zimmern, unten im Foyer der Residenz stapeln sie sich kistenweise, alle Gäste der Residenz setzen ihr Gedärm unter kohlensaures Wasser, damit sie nicht austrocknen.</p>
<p>Die Formalitäten, der Aal lacht wie ein Aal eben lacht - Finanzstatus, Gesundheitsstatus, Familienstatus, Statusdenken einmal anders, Endstatusdenken. Vor mir Formulare, daneben ein Montblanc-Kugelschreiber. Ich kann alles unterschreiben für meinen Vater, ich frage ihn, warum die Alten hier so still sind, ich will vom Aal wissen, ob die Alten mit sehenden Augen tot sind. Er windet sich, er kriecht über seinen Kugelschreiber auf mich zu. Die Mandarine steckt noch in meiner Manteltasche, sie sollte es gemütlich haben. Ich nehme sie heraus, ich zerquetsche sie, der Saft tropft auf die Anträge, der Aal zuckt zurück, blitzschnell kriecht er an der Knopfleiste des weißen Oberhemds auf den Hals zu, auf den offenen Mund, auf das schwarze Loch zu. Bevor ich gehe, nehme ich die Selterflasche und gieße die Blumen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Blütenweiß</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 22:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kaya Presser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Alte, deren zahnloser, zerfallener Mund an einem winzigen Zigarettenstummel saugt, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Alte, deren zahnloser, zerfallener Mund an einem winzigen Zigarettenstummel saugt, hat ihr Haupt in ein grobes Tuch gehüllt, den Leib in einen riesigen beigen Männer-Regenmantel eingeschlagen. An den Füßen trägt sie Chucks, blütenweiß.</p>
<p style="text-align: right;"><em>28. September 2009</em></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schwarze Stiere</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 22:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier starren dich Flecken von Rasen wie grüne Grimassen aus den Schneehaufen an, lachen dich aus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier starren dich Flecken von Rasen wie grüne Grimassen aus den Schneehaufen an, lachen dich aus. Ein rundes, dumpfes Glas Wasser steht am Fensterbrett. Es bewegt sich nicht einmal einen Millimeter. Zwei fiebrige Hände tauchen daraus auf, mit letzter Kraft halten sie dir ein Gewehr ins Gesicht.</p>
<p>Die Füße der ersten Welt trampeln Vorhöfe kaputt, Lichtschocks sprenkeln Hausanlagen, Paparazzis zucken zum Regen. Ekelhafte Schläge schallen von den Kleinwagenverdecken. Überall in der Stadt liegen flache braune Umschläge mit den abgezählten Beträgen für die Heizkosten des Jahres.<br />
Die meisten werden zu früh geboren. Viele zu spät.</p>
<p>Seine zwei Stiefel stehen im Staub wie wütende, schwarze Stiere. Um seine Finger bläst ein trockener Wind. Er drückt sie tief in den Schlund des Holsters, und du stirbst.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1332" title="schwarzer_stier" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/01/schwarzer_stier.jpg" alt="schwarzer_stier" width="350" height="250" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aber</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 22:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kaya Presser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich werde müde, / bekomme Falten, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde<br />
müde, bekomme<br />
Falten, arbeiten<br />
liegt mir nicht,<br />
nachdenken eher,<br />
dafür bezahlt<br />
aber keiner.</p>
<p style="text-align: right;"><em>29. November 2008</em></p>]]></content:encoded>
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		<title>Meeting bei W?odawa</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 22:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Durchnässt vom Blutbad in der Blumenwiese, alles klebrig feucht, sehe ich rot, die Farbverschiebung dauert an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durchnässt vom Blutbad in der Blumenwiese, alles klebrig feucht, sehe ich<br />
rot, die Farbverschiebung dauert an. Der Wind wiegt die Halme, verwirbelt<br />
den Gestank. Ein Polenbauer winkt und läuft, am Rettungswagen wird das<br />
Blaulicht schwächer, das Martinshorn verjault sich in der Ferne, das Damwild<br />
äugt, äst weiter. Demjanjuk auf der Bahre, hightech mit Rollen, allein auf<br />
einer Wiese bei W?odawa, im Sonnenlicht die Stange mit dem Tropf. Seine<br />
Stimme klingt schwach, ich drehe die Zuleitung wieder auf, Tropfenfluss, so<br />
viele Tropfen für eine vertrocknete Seele, unzählbar, ungezählt, überall<br />
Wiese, weit und breit kein heißer Stein, auf dem die Tränen verdampfen<br />
könnten.</p>
<p>„They left me alone.“ Er haucht.</p>
<p>„We go to the place.“ Die Wiese holprig, die Bahre fängt an zu schaukeln,<br />
eine Rolle sackt in ein Loch, fast fällt Demjanjuk. Er krallt sich fest. Aus<br />
dem dem Loch ragen Knochen, braun verklumpt, schmierig.</p>
<p>„Look!“</p>
<p>„God left me alone!“</p>
<p>Er sieht mich an. Wir tauschen Blicke aus, die fremde Augen sandten. Die<br />
Fressen bleiben feist und ferngesteuert. Nur das Lächeln kommt mir vertraut<br />
vor.</p>
<p>„I know, John.“</p>]]></content:encoded>
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		<title>DDR/DEFA/1970</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 22:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er drückt sich durch die 
knallharte Lackholztüre 
und entknöpft seine 
Hemdmitte mit 
spitzen Fingern ...
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er drückt sich durch die<br />
knallharte Lackholztüre<br />
und entknöpft seine<br />
Hemdmitte mit<br />
spitzen Fingern<br />
Er schiebt seine Brille auf den Tisch<br />
und geht zum Eisschrank<br />
drückt einen Würfel<br />
von dem Aluminiumblech<br />
Er zieht seinen Stuhl beiseite<br />
und sucht das Besteck<br />
dass er braucht<br />
um sich den ersten<br />
Schuss des Tages zu drücken<br />
Er faltet die Tasche auf,<br />
schaltet den Fernseher an,<br />
und Angelica Domröse<br />
steht vor den Schaukelseilen<br />
»Ich wollte, es wäre so.<br />
Aber es liegt ganz zurück<br />
und ich hab' es nur einmal<br />
versuchen wollen.<br />
Ach, wie schön es war<br />
und wie mir die Luft wohl tat;<br />
mir war, als flög'<br />
ich in den Himmel.<br />
Ob ich wohl hineinkomme?«<br />
Und Niemeyer packt ihren<br />
Kopf und sagt:<br />
»Ja, Effi,<br />
du wirst.«</p>]]></content:encoded>
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		<title>Maria</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 22:02:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
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		<description><![CDATA["... in auswegloser Mission / rammte er seine Daumen / in den Abguss ..."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>in auswegloser Mission<br />
rammte er seine Daumen<br />
in den Abguss<br />
ohne mit auch nur<br />
einem einzelnen marsroten Haar<br />
belohnt zu werden</p>]]></content:encoded>
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		<title>In Stadt und Land</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 22:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich gehe in das Land hinein und sehe. Ich gehe in die Stadt hinein und sehe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe in das Land hinein und sehe Kühe und Ochsen, hinter Zäunen, die Neuigkeiten von gestern und vorgestern wiederkäuend. Ich sehe Hirten, gewissenhaft ihrem Beruf nachgehend, auf dass sich nichts und niemand über Zäune und Gesetze hinwegsetze. Und ich sehe Seher, die nur sich selbst sehen, Seher mit beschlagenen Brillen auf den Nasen. Sie alle, Kühe und Ochsen, Hirten und Seher, bewundern ihre Spiegelbilder, sie lieben sich abgöttisch, in einer endlosen Kette von Orgasmen vergehend, jauchzend und frohlockend.</p>
<p>Ich gehe in die Stadt hinein und sehe Kühe und Ochsen, hinter Zäunen, die Neuigkeiten von gestern und vorgestern wiederkäuend. Ich sehe Hirten, gewissenhaft ihrem Beruf nachgehend, auf dass sich nichts und niemand über Zäune und Gesetze hinwegsetze. Und ich sehe Seher, die nur sich selbst sehen, Seher mit beschlagenen Brillen auf den Nasen. Sie alle, Kühe und Ochsen, Hirten und Seher, bewundern ihre Spiegelbilder, sie lieben sich abgöttisch, in einer endlosen Kette von Orgasmen vergehend, jauchzend und frohlockend.</p>]]></content:encoded>
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