Endstation

Alter Mann mit Regenschirm haßt Kinder mit Erdbeereismund. Schwarzbestrumpfte Frau raucht leicht. Orangefarbener Overall fegt die Freiheit weg. Er sah sie nur erstaunt an als sie ihm die Wahrheit wie ein Messer in sein Herz stach. „Zurück bleiben!“ blökte die Stimme. Die Türen schlugen zu, als seine Welt zusammen brach. Die Gleichgültigleit trifft die Arroganz: “Lang nicht gesehen müssen mal telefonieren!” Geile Augen hängen an schwarzen Strümpfen. Schlanke Finger gleiten in fremde Taschen. Der Zug diente ihr zur Flucht, sie entzog sich seinen Tränen. Ich rauche gern, versicherte das Plakat. Ein paar Kinderaugen starrten ihn an. Der Bahnsteig war peinlich berührt. Frischer Atem aus dem Automat. Touristen verlieren sich in Stadtplänen. “Wasbinichcool” Kaugummiblasen zerplatzen. Wolldecke, Bierdosen, Plastiktütenzuhause. Nadelstreifenhandyman: Führerscheinentzug. Er dachte an den Bausparvertrag und an den kreischenden Tod,für den er eine Fahrkarte gelöst hatte. Der Boden unter seinen Füßen schwankte und seine Gedanken waren bei ihr. Er stolperte über eine Bodenplatte.


Text anhören: [audio:http://www.gruwe.com/music/endstation.mp3]
„Endstation“ – 2´54
Musik: M. Dreesen / R. Gruwe – Text: R.Gruwe -S. Beck: Gesang, Git. . M. Dreesen: Gesang – Chr.Strauß: Git, Fender Rhodes – Christian Niehus: Kontrabass – R. Gruwe: Perc, Sounds – Aufgenommen & abgemischt von R. Gruwe

R.Gruwe

Renegald Gruwe, Jahrgang 56, lebt in Berlin als Musiker, Zeichner und
Schriftsteller. Über das Verfassen von Liedtexten kam er zum Schreiben von Belletristik.

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