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	<title>Zarathustras miese Kaschemme</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>@ Nietzsche</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 09:24:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna M. Scotti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Bauersfrau bin ich / halte Decartes für eine / exquisite Speisenfolge / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/05/friedrich_nietzsche_warholized-280x280.jpg" alt="Friedrich Nietzsche (warholized)" title="Friedrich Nietzsche (warholized)" width="280" height="280" class="alignright size-medium wp-image-1894" />Eine Bauersfrau bin ich<br />
halte Decartes für eine<br />
exquisite Speisenfolge<br />
denke in meiner Tonne</p>
<p>auf dem Marktplatz<br />
an deinen Namen<br />
buchstabieren<br />
kann ich ihn nicht</p>
<p>in mir ist genügend<br />
Chaos um einen<br />
tanzenden Stern wie<br />
dich zu gebären und</p>
<p>ich bleibe auch heiter über die<br />
Gewissheit meines Todes<br />
bis dahin brate ich<br />
<img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/05/friedrich_nietzsche-280x420.jpg" alt="Friedrich Nietzsche" title="Friedrich Nietzsche" width="70" height="105" class="alignright size-medium wp-image-1893" />Eier</p>
<p>unsichtbar natürlich</p>]]></content:encoded>
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		<title>Klobalisierung</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 06:36:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wirt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[street]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[urbanart]]></category>

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		<description><![CDATA[Klobalisierung ... Klobalisierung ... Klobalisierung ... Klobalisierung ... Klobalisierung ... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/05/klobalisierung-560x373.jpg" alt="Klobalisierung ... " title="Klobalisierung ... " width="560" height="373" class="alignright size-large wp-image-1898" /></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>U-Bahn</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 22:01:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh, Bahn
Du mach(SSSSST!) mich an/aus/
R-Blick-N Aus-Mach-N Wort-N-"D"
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, Bahn<br />
Du mach(SSSSST!) mich an/aus/<br />
R-Blick-N Aus-Mach-N Wort-N-&#8221;D&#8221;<br />
(Spruch-Schluß: Kein R !<br />
(OD-R Doch(t)-R?))<br />
SIR(r)ende Kli Pa Ab LAGE-Plan,<br />
auch die Scheib-N:<br />
Glitz R N D Licht R<br />
Geh! Lang! Weil! Tee! Geh! Sicht! Er!<br />
P: Leck Sie! (Glas SPIE (Gel) T.<br />
Q NSTL Ede Riecht Blaß Tisch <img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/04/subway_ubahn_animation.gif" alt="" title="Subway UBahn Animation" width="240" height="180" class="alignright size-full wp-image-1575" /><br />
SIR SURR KWIETSCH<br />
An-Halt : Aus-Steig<br />
und G!<br />
)<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Oscar Wilde’s Day At The Beach</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 05:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flamingo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>

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		<description><![CDATA[Oscar Wilde’s Day At The Beach: 2 cl Gin / 2 cl Pastis / ....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2 cl Gin<br />
2 cl Pastis<br />
2 cl Litschilikör<br />
1 cl Ananassirup<br />
4 cl Ananassaft<br />
Saft einer halben Limette<br />
Gurke<br />
Eiswürfel</p>]]></content:encoded>
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		<title>Augenblick</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 12:48:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Rohm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[idylle]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Träumen]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>

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		<description><![CDATA[In den Nächten, da träumen sie von den Gebüschen, aber nie würden sie darüber reden, denn ihr Reden ist zum Schweigen da. So verschweigen sie sich die Lüste, ihre Brüste, die Schenkel, die heimlich nur gespreizt, sich sehnen. Wonach? Das wissen sie wohl, ich weiß es auch, aber ich spreche nicht darüber.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die wohl leben? Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen.</p>
<p>Könnten ein Haus haben, dort oben gelegen. Vom Hügel aus kann man ins Tal sehen, das in sich versunken ruht. Der Blick schweift, entrückt. Sitzt man dort oben an einem geöffneten Fenster, dann können die Gedanken schweifen, können fliehen. Könnten per Anhalter fliehen, mit dem Zug.</p>
<p>Die eine von ihnen, die ältere, trägt ihr Haar so wie die jüngere, die ihre Tochter ist. Sie laufen seit Jahren dieselben Wege, die sie längst auswendig kennen. Blind könnten sie werden und würden doch nach Hause finden.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1883" title="Augenblick" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/04/beobachter_190hoch.jpg" alt="Augenblick" width="190" height="348" />Im Gleichschritt marschieren sie, erinnern mich, der sie von hier oben auf dem Balkon, verschämt beobachtet, die Augen in Lauerstellung, um sich im Himmel zu verlieren, sollten sie plötzlich zu mir aufsehen, an eine Armee. Ein kleiner Trupp Soldaten sind sie, der sich durchs Leben, nie aber ins Gebüsch schlägt. Denn im Gebüsch, da sind sie sich gewiss, da wohnt der Teufel, der Mann, der sich an ihnen und ihren Leinenbeuteln, an den Blusen und den Röcken vergehen will.</p>
<p>In den Nächten, da träumen sie von den Gebüschen, aber nie würden sie darüber reden, denn ihr Reden ist zum Schweigen da. So verschweigen sie sich die Lüste, ihre Brüste, die Schenkel, die heimlich nur gespreizt, sich sehnen. Wonach? Das wissen sie wohl, ich weiß es auch, aber ich spreche nicht darüber, weil jedes unachtsam gehauchte Wort sie aufschrecken könnte. Wie Hühner würden sie von dannen stürzen, den Hügel hinauf, hin zu ihrem Haus, das hinter Hecken liegt, nicht aber hinter Gebüschen.</p>
<p>Sind sie erst am Zufluchtsort angekommen, dann werden sie verschnaufen, heimlich nur, denn das Leben soll in diesem Verbund leicht wirken, auf sie wie auf andere. Sie werden sich anlächeln, die Mutter wird den Kaffee aufsetzen, die Tochter einen Hut, den sie unlängst bei einem Abenteuerausflug in der Stadt erwarb.</p>
<p>Mit dem Hut wird sie sich zur Mutter hinab begeben, sie umschweben und sie bitten, sie möge mit ihr tanzen. Das Radio wird eingeschaltet werden, damit ein Schlager die Zeit totschlägt.</p>
<p>So könnte es sein, es könnte aber auch ganz anders sein. Nur noch wenige Meter, dann sind sie meinem Blickfeld entschwunden, das ich dann mit neuen Bildern bestellen muss.</p>
<p>-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<p><strong>Mehr Kurzgeschichten von Guido Rohm:</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940274399/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&amp;tag=kaschemme-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3940274399" target="_blank"><img src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;Format=_SL160_&amp;ASIN=3940274399&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;tag=kaschemme-21&amp;ServiceVersion=20070822" alt="" border="0" /> Die Sorgen der Killer</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kaschemme-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3940274399" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3938973102/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&amp;tag=kaschemme-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3938973102" target="_blank"><img src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&amp;Format=_SL160_&amp;ASIN=3938973102&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;tag=kaschemme-21&amp;ServiceVersion=20070822" alt="" border="0" />Keine Spuren</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kaschemme-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3938973102" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bahnhofsbekanntschaften</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 12:30:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich zur Seite schaue, wird mein Blick erwidert. Ich bin gern zu zweit. Manchmal wird meine Einladung abgelehnt, dann bleibe ich allein. Heute Abend diese leere Bank auf dem Bahnsteig, eine einladend leere Bank. Im Sitzen warten, ihn erwarten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich zur Seite schaue, wird mein Blick erwidert. Ich bin gern zu zweit. Manchmal wird meine Einladung abgelehnt, dann bleibe ich allein. Heute Abend diese leere Bank auf dem Bahnsteig, eine einladend leere Bank. Im Sitzen warten, ihn erwarten. Ich wusste, dass er nicht widerstehen kann. Aber sein Tag war anders. Seine Begegnung mit der Frau war von rotem Blut. Sie heißt Liebmich, ein schöner Name, darüber sind wir uns einig. Rotes Blut. Mich stören die Geheimnisse, die er vor mir hat, sie machen mich traurig. Er könnte offener zu mir sein, niemand hört uns zu, er weiß es doch. Er hätte mir vorher sagen sollen, dass Liebmich da ist. Das verzeihe ich ihm nicht, nicht so leicht.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1880" title="Bahnhofsbekanntschaften " src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/04/bahnhof_2010-280x280.jpg" alt="Bahnhofsbekanntschaften " width="280" height="280" />Liebmich steht am Ende des Bahnsteigs vor dem schwarzen Loch, vor der Unterwelt. Die Unterwelt wird den Zug entlassen, er wird sich für Sekunden den Menschen öffnen und wieder entfliehen. Ein Zug muss vieles über sich ergehen lassen. Liebmich sei über die Rolltreppe gekommen, behauptet er. Ich glaube ihm nicht. Die Rolltreppe ist ganz in der Nähe, sie führt auf die Bank zu, auf der wir sitzen. Liebmich musste mich sehen, sie hätte bestimmt gelächelt, mir zugewinkt. Wahrscheinlich wäre sie gekommen und hätte sich neben mich auf seinen Platz gesetzt.</p>
<p>Das sind so seine Behauptungen. Er neigt dazu, sie verletzen mich, da wo die Gedanken in den Kopf eintauchen. Angeblich wäre Liebmich schon vorher dagewesen, sie hätte schon vorher hinten am Bahnsteig gestanden vor dem schwarzen Loch, aus dem der Zug hervorschnellt. Ich wäre ihr hinterhergelaufen, das behauptet er. Ich muss mich sammeln, ich werde ihm so lange mit meinem Schweigen zusetzen, bis er verschwindet. Man kann nicht ständig Leute um sich haben, jeder braucht seine Ruhe. Doch er bleibt. Genug ist genug, ich schreie ihn an.</p>
<p>&#8220;Ist mit Ihnen alles in Ordnung?&#8221;<br />
Vor mir steht ein Mann in Uniform.<br />
&#8220;Es ist nichts. Ich habe mich nur geärgert.&#8221;<br />
&#8220;Mensch ärgere dich nicht.&#8221; Der Mann in Uniform lacht, er beweist seinen Humor, er braucht keine Zeugen, er will mich aufheitern, das steht ihm nicht zu, dazu habe ich ihn nicht aufgefordert. Ich mag keine Anzüglichkeiten, man ist ihnen ausgesetzt, diesen Zubilligungen von Mitgefühl, Wärmekrümel, achtlos hingestreut wie Taubenfutter.<br />
&#8220;Wann kommt der Zug?&#8221;, frage ich.<br />
&#8220;Gleich.&#8221;</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1881" title="Bahnhofsbekanntschaften 2" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/04/bahnhof_2010_hochkant.jpg" alt="Bahnhofsbekanntschaften 2" width="160" height="784" />Verlassen hat er mich. Nun vermisse ich ihn. Ich hätte ihn nicht anschreien dürfen, er ist empfindlich. Er lässt sich nicht mehr blicken, es kommt vor, dass er tagelang schmollt. Der Zug wird gleich einfahren. Wenn ich zu Liebmich will, dann wird es Zeit. Mein Weg führt dicht an dem Mann in Uniform vorbei, der Mann hat sein Gesicht verloren, er sucht es. Wenigstens kann er mir nicht mehr nachblicken und mir Glück wünschen. Ständig wünschen die Menschen anderen Menschen Glück. Als ob Glück wünschbar wäre. Dem Mann in Uniform ist alles zuzutrauen, ich beschleunige meine Schritte, ich lasse ihn unendlich weit hinter mir. Der Bahnsteig ist lang. Kurz vor dem Ziel werde ich überrascht, er springt hinter einer der mächtigen Säulen hervor, die das Bahnhofsgewölbe tragen. Er ist wieder da. Wir begrüßen uns nur kurz, man kennt sich. Ich flüstere ihm zu, dass ich das rote Blut sehen will. Er wendet er sich ab, er wirkt bekümmert.</p>
<p>Liebmich sieht blass aus neben dem schwarzen Loch, aus dem der Zug im nächsten Moment hervorschnellen wird. Kein rotes Blut. Sie streckt mir ihr Gesicht entgegen, ihr Sehnen, sie breitet ihre Arme weit aus. Seine Warnung ist unnötig, ich fühle, dass ich sie nicht umarmen darf, sie würde zu weinen anfangen, sie würde in mich hinein zerbrechen. Und dann steht er einfach daneben. Auch ich breite meine Arme aus. Wir beugen uns vor. Unsere Augen sind es, unsere Münder, sie treffen sich, zwei offene Münder, die sich aneinanderschmiegen, eine Zunge ertastet die andere, sie umschlingen sich im Speichelschaum. Liebmich schaut mir in die Augen, unsere Augen werden ein Sehen, unsere Blicke verschmelzen, ein einziger Lichtraum, in dem wir uns vereinigen.</p>
<p>Der Zug ist ein wütendes Ungeheuer, plötzlich steht es neben uns, es faucht, zischt, will uns überschlucken, uns fressen.<br />
&#8220;Einsteigen!&#8221; Vor mir steht der Mann in Uniform, er hat sein Gesicht wiedergefunden, es hat sich verbogen, es passt nicht mehr genau, es ist verkantet, gratige Risse am Kopfrand. Der Mann in Uniform verdeckt ihn, er lugt hinter ihm hervor und winkt mir aufmunternd zu. Ich soll mit Liebmich alleine wegfahren. Er bleibt auf dem Bahnsteig zurück, zusammen mit dem Mann in Uniform, hier, nachts in diesem Bahnhof tief unter der Erde.<br />
&#8220;Einsteigen!&#8221;<br />
Liebmich ist unentschlossen, sie zögert einen Augenblick zu lange. Ich packe sie, da entgleitet sie mir, ich fühle, wie sie noch im Sturz zerfällt, wie sie aufschlägt auf dem Schotter zwischen der Bahnsteigkante und den Gleisen. Der Mann in Uniform hat mich in den Zug gestoßen, ich stolpere hinein, erschrockene Blicke von Fahrgästen, die nichts verstehen. Die Fahrgäste verstehen nichts. Ein freier Platz neben einer dicken Frau, Körperkontakt, flüchtig, voneinander abrücken. Schlecht wie nie fühle ich mich, niemand ist mehr bei mir, ich kann nur ein Wort denken: Liebmich.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Peace</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 11:56:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Tosin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Bürger]]></category>
		<category><![CDATA[Peace]]></category>
		<category><![CDATA[Spießer]]></category>
		<category><![CDATA[Sprayer]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Hatte er die Ideale seiner Jugend verraten?, dachte er, als er da so ging in seiner Uniform ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Hatte er die Ideale seiner Jugend verraten?, dachte er, als er da so ging in seiner Uniform als Objektschützer, weißes Hemd, blaue Hose, beides mit Aufnähern dran, Käppi und Einsatzschuhe, ein bisschen wie ein Polizist, allerdings waren Waffen oder Handschellen nicht erlaubt. Wo er seine Runden drehte, waren hohe Mauern, und da kamen gerne die Sprayer, die Graffiti-Maler, die waren sein hauptsächliches Ziel. Er konnte den Geruch der Lackdosen schon von weitem riechen, und dann das charakteristische „Pschsch“, aber dann war es schon zu spät, war zumindest schon etwas Farbe an der Wand. Da, schon wieder: das Peace-Symbol und eine weiße Taube. „Störenfriede, Krawallbrüder, Anarchisten. Wenn ich euch kriege, mach ich euch fertig!“</p>
<p align="justify"> &nbsp; </p>
<p align="justify"> &nbsp; </p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peace_symbol.svg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1875" title="Peace Symbol (Gerald Holtom)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/04/Peace_Symbol.png" alt="Peace Symbol (Gerald Holtom)" width="560" height="560" /></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Das Ende</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 04:55:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Beyer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende (endlich umfassend dargestellt)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>30</title>
		<link>http://kaschemme.de/2012/03/dreissig/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 06:48:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanna Jorek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Betrug]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwarze Ringe unter den Augen, fleckige Haut, die Haare zerwühlt. Zu viele Gedanken und keine. Eine Reise die ins nirgendwo geht, und das Gefühl, man wäre irgendwo auf dem Weg falsch abgebogen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schwarze Ringe unter den Augen, fleckige Haut, die Haare zerwühlt.</p>
<p>Zu viele Gedanken und keine</p>
<p>Eine Reise die ins nirgendwo geht, und das Gefühl, man wäre irgendwo auf dem Weg falsch abgebogen.</p>
<p>Stumme Gedanken und keine</p>
<p>Lange Gespräche in denen alles gesagt wurde und nichts</p>
<p>Ein Blick in deine Richtung genügt um zu wissen, dass wir die Dinge anders sehen.</p>
<p>Ein Schluck von deinem Bier, ein Zug an deiner Zigarette und die Gewissheit, dass es dich nicht schert.</p>
<p>Dein Geruch, der irgendwo stehen bleibt und nicht bis zu mir kommt</p>
<p>Deine Worte, die sich mir in die Haut brennen und Narben hinterlassen</p>
<p>Eine Reise, die zu zweit beginnt, und allein endet</p>
<p>Ein Weg, der zu viele Abzweigungen hat, als dass man sich nicht verlaufen könnte.</p>
<p>Ein Gesicht, dass in meine Richtung schaut, aber nicht mich ansieht, eine Hand, die dir vorsichtig über den Arm streift und dich nicht berührt</p>
<p>2 Menschen so um die dreißig</p>
<p>Die Angst davor sich zu verändern</p>
<p>Die Angst davor zu bleiben, wie man ist.</p>
<p>Eine Zigarette in der Hand, die man schon längst nicht mehr rauchen wollte, ein Bier, das getrunken werden will.</p>
<p>Viele Worte, ein Blick in deine Augen reicht, um sich zu verlieben, aber kein Mittel dagegen sich wieder von dir zu entfernen.</p>
<p>Die Angst abhängig zu wirken, die Angst zurückgewiesen zu werden, die Angst immer wieder denselben Weg zu gehen, und doch nie anzukommen.</p>
<p>Ein Bein schlägt sich unruhig über das andere, eine Hand rutscht das Kleid zurecht, eine Welt ist aus den Fugen, und ein Fuß wippt aufgeregt hin und her</p>
<p>Eine Hand greift ins Portmonee und kratzt das Kleingeld für das nächste Bier zusammen</p>
<p>Ein Telefon klingelt und eine Hand, die es eilig in der Hosentasche sucht</p>
<p>Die Angst, dass sie es sein könnte und die Vernunft nicht zu fragen ob es so ist.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinterm Mond</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 06:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[phantastisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausschwärmen in den Deep Space / Die Stanislawlemminge ergießen sich / in den kelvinkalten Kosmos ....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausschwärmen in den Deep Space<br />
Die Stanislawlemminge ergießen sich<br />
in den kelvinkalten Kosmos<br />
Verlassen der Wüstenplanet<br />
Sagans Sendboten und Lensmen<br />
hyperventilieren durch das Vakuum<br />
Die Quasare quellen aus dem Nichts<br />
Arisier aus Castrop-Rauxel jagen<br />
Eddorier vor dem Pferdekopfnebel<br />
beamen sich zu den weißen Zwergen<br />
Unter algorithmischen Zuckungen<br />
befackeln sie die dunkle Materie<br />
mit Laserstrahlen und Votivkerzen<br />
Die fiebernden Synapsen setzen<br />
Himmel und Hölle in Bewegung<br />
Apfelbäumchen pflanzen<br />
in den schwarzen Löchern</p>]]></content:encoded>
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