Gastropoden: Abstimmung der Bäuche

Wir kommen öfters her. Zum Essen. Aber manchmal KOMMEN wir nicht zum Essen, weil die Schlangen so lang sind, die Pommes Nuggets Zwiebelringe pappig, die Burger hart … Das lassen wir nicht mit uns machen! Da sind WIR hart.

Manch einer beschwert sich und bekommt neues Essen. Uns anderen ist der Appetit gründlich vergangen. Wir lassen das Essen ungegessen liegen, und so bleibt es. Mitunter lassen wir sogar die Tabletts auf den Tischen stehen, statt sie in den Wagen zu stellen. Mit dem Essen drauf. Lassen wir sie stehen. Aus Protest. Wir haben schließlich dafür bezahlt.

McVenice

McVenice

Nicht selten drücken wir unser Ungenügen, lass das Essen ruhig normal sein – drücken wir unser Ungenügen auch dadurch aus, dass wir die Tische beschmieren. Gründlich beschmieren. Leider wissen wir nicht, ob wir verstanden werden, denn wir beschmieren die Tische auch aus andern Gründen: Ungeschick, Zufall, hemmungsloser Genuss, Selbstvergessenheit, Gewohnheit …

Öfters kommen wir mit dem Auto und essen im Auto. Dann sind wir natürlich vorsichtiger. Ist das Essen nicht in Ordnung, werfen wir es aus dem Fenster.

Meist ist es ja genießbar. Wenn einmal nicht, vergessen wir es bald wieder. Und kommen wieder, trotz allem. Zum Essen. Wir haben schließlich Hunger. Wir sind unersättlich. Und wir kommen, um uns zu überzeugen, dass das Essen wirklich fast immer genießbar ist. Indem wir immer wiederkommen, überzeugen wir uns. Mag das Essen überteuert sein und der Geschmack illusorisch: etwas wonach man giert und das schon beim ersten Bissen enttäuscht, weil es nicht so herrlich ist wie es irgendwann vor Jahren mal war. Ja, eigentlich ist das Essen auch wenn es gut ist schlecht. Die Pommes sind fade und die Burger eine klebrige, süßliche Masse mit einer Salatschicht drin. Das einzig Leckere sind die Soßen. Die Freundlichkeit der Belegschaft lässt auch zu wünschen übrig, und auf den Toiletten findet man seit Jahren weder die Flüssigseife, noch die Papiertücher nachgefüllt …

Wir kommen wieder und überzeugen uns von allem.

Mathias Burkert

schweigt sich über sich aus _|_ daher steht hier nur das eine: _|_ blindtext

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