[gras]grün

Das Steak auf meinem Teller macht irgendwie einen traurigen Eindruck, als wäre jemand verstorben – ach ja, das Steak selbst. Rauschen um mich herum. Ich denke, während mein Blick über den Salat schweift, an die Kühle einer großen, grünen Kröte mit vorstehenden, feuchten Augen. Da sehe ich sie im Salat sitzen. Wir fixieren uns. Lähmende Panik steigt in mir auf. Mein Herz rast. Meine Hände schwitzen. Sie könnte mich anspringen – ein unberechenbarer, glibberiger, zappelnder Fleischklumpen. Ich müßte sie wahrscheinlich mit meinen Händen auffangen, weil ihre Krötenfüße keinen Halt finden. Sie könnte mir entgleiten, auf den Boden klatschen und bei ihrem Aufprall zerplatzen, um dann vorwurfsvoll neben meinem Stuhl liegen zu bleiben. Und mit Steinen nach blutenden Kerzen werfen hinterläßt resistente Spuren! Voll Entsetzen schaue ich mich hilfesuchend um. Als ich wieder nach der Kröte sehe, ist sie weg und der Salat auch. Hatte ich überhaupt einen Salat? Das Rauschen wird lauter und zum guten Sound. Ich sitze in meinem schwarzen Siestasessel mit einer kühlen, grünen Bierflasche in der Hand – du mir gegenüber – und muß Tränen lachen.

Xenia.Diaz.Orejarena

relativ_flüchtige_Ansammlung_von_Sternenstaub („Ethnologin“, „malen“, „schreiben“, „programmieren“, „fotografieren“, …);
// in enger Verbundenheit zum Chaos älter werden…

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