Hallooo

Freitagabends saß Heimo mit seinen Freunden im Wirtshaus zusammen, um ein paar Bierchen zu kippen und sich auszutauschen. Heute war Freitag, und jetzt war Abend. Fünf Männer, drei auf der Bank, zwei auf Stühlen, fünf Krüge, zwei Zigarettenpackungen mit zwei Feuerzeugen auf dem Tisch, und auch fünf Handys, darunter Heimos Samsung Galaxy S II I9100.

WirtshausAus dem Abend wurde Nacht. Die anderen drei waren schon weg, Manolo harrte noch bei Heimo aus. Doch auch der hatte schon zu Kaffee gewechselt, und bald war auch er dahin. Naja, ab nach Hause, oder was sonst tun?, überlegte Heimo in Schleifen, da läutete das Handy, da läutete ein Handy, mit einem Klingelton, der Heimo bekannt war, aber der nicht der seines Handys war, auf dem Display stand „Linda“. Er hob ab: „Hallooo.“ „Hallo Schatz, kommst du bald nach Hause?“ Es war die Prickelstimme von Ludwigs Frau mit dem blonden Wallehaar und dem großen Busen. Im Hintergrund hörte er die zwei kleinen Kinder. „Ja, ich mach mich sofort auf den Weg“, antwortete Heimo. „Ist etwas nicht in Ordnung, Schatz? Du klingst so anders“, erkundigte sie sich. „Stört dich das, Linda-Maus?“ „Nein, im Gegenteil, komm schnell, ich erwarte dich.“

Während Heimo zu Linda fuhr, dachte er, was Ludwig wohl gerade mit seiner Evi machen würde, aber egal, seine Ehe war ohnehin kinderlos, es war ein guter Tausch.

Johannes Tosin

wurde 1965 in Klagenfurt am Wörthersee geboren. Er ist Maschinenbauingenieur und Exportkaufmann. Er schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele. Er veröffentlichte Lyrik und Kurzprosa in Zeitschriften und Anthologien, Bücher siehe z.B. Amazon. Er lebt in Pörtschach am Wörthersee.

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