Kam gen Droyßig

Das Geländer brach und der Mann fiel. Bis auf den Grund der Straßenschlucht. Er fiel mir nicht langsam genug, als er mich beim Sturz durch das Fenster hindurch anblickte. Denn ich habe ihn gehasst, den Schuft. Gerne hätte ich ihn eingemauert in der Fassade, mit einem freien Spalt vor den Augen, damit er hätte sehen können, wie nutzlos er ist. Dass sich alles auch ohne ihn dreht. Jetzt liegt er auf dem Müll.

Leider dreht sich seit seinem Sturz gar nichts mehr. Wir sind alle zu Beton geworden, irgendetwas kratzt an meinem Körper.

Jonis Hartmann

*1982 in Köln, danach Weimar, Kassel, Rom, Hamburg. Letzte Veröffentlichungen: "romanino. Historischer Kurzroman aus Rom." und "Mondo kranko. Stories." beim Chaotic Revelry Verlag Köln. http://www.cr-verlag.de/jonis-hartmann.html

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