Markiert: Frau

Der Anruf

„Also heute früh war ich bei Netto um kurz nach sieben zusammen mit den ganzen Alkis die sich ihren Tagesvorrat holen damit sie später wenn sich schon alles dreht nicht mehr auf die Straße müssen und da kommt so’n Säufer vorm Supermarkt auf mich zu und fragt mich ob ich seine Frau umbringen will und ich denk natürlich der macht Witze und …“

Beobachter

Augenblick

In den Nächten, da träumen sie von den Gebüschen, aber nie würden sie darüber reden, denn ihr Reden ist zum Schweigen da. So verschweigen sie sich die Lüste, ihre Brüste, die Schenkel, die heimlich nur gespreizt, sich sehnen. Wonach? Das wissen sie wohl, ich weiß es auch, aber ich spreche nicht darüber.

Herbst im eigenen Körper

Es verlangt nicht diesen Herbst, um die Frau an ihre Müdigkeit zu erinnern, es verlangt keine Fünfuhrdunkelheit im Oktober, es verlangt nicht weder diese Erwartung von Kindergeschrei im Wohnungsflur noch dieses Kopfzerbrechen, ob ihr Pflichtbewußtsein, das verdammte, alle Erledigungen gespeichert und absolviert hat, und ebenso verlangt es nicht diese Anhäufung tiefgefrorener Schwarzweißphotographien, in der ihre Ehe eingefrostet ist.

und alles in der Farbe ihrer Unterwäsche

und seine Frau wimmerte – ich dachte, du willst es auch?, indes sie ein Kissen sich hinter ihren Rücken stopfte, der seit Wochen?, Monaten?, mit Nadelstichen (Dolchen, rostigen Nägeln) in ihr Gedächtnis sich brannte, sie also in das Kissen sich sinken ließ und, die Zimmerdecke anstarrend, eine Haarsträhne mit ihrem rechten Zeigefinger aufrollte. Und zwar eine Haarsträhne mit einer zimtfarbenen Glasur, makellos abgestimmt mit der Farbe ihrer Spitzenunterwäsche