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Erzählung mit Bube und Dame

Befreiung mit schwerem Gerät

Erzählung mit Bube und Dame : … Ich krieche den Gang entlang, wobei der Morgenstern hinter mit eine tiefe Rinne in den Lehmboden gräbt. Ich bewege mich ungestört. Kein Wasser tropft in meine Augen, wenn ich zur Decke blicke. In der Nähe der Gitterstäbe atme ich den Geruch von Fleischresten und Ammoniak ein, aber selbst wenn nichts auf Leben hinweisen würde, hätte ich keine Sorge, meine Schwester aufzuspüren, die sich hier befindet, seit sie anfing, nach Luft zu schnappen und die Augen zu verdrehen…

Zucht und Ordnung

Weder Uniform noch ähnliche Insignien machten ihn kenntlich. Und doch – dieses raumgreifende Wippen in den Beinen. Dieses stete Rearrangieren der Achselpartie, als müsse er imaginäre Schulterklappen zurechtrücken. Gestrengen Blickes musterte er alle Passanten, einem tatendurstigen Zerberus gleich.

Aussage

Als er mit seinem blutenden Schädel in der Tür stand, dachte ich zuerst er kommt direkt aus dem Himmel und ein Engel wartete draußen im Taxi und die Zeit läuft gegen ihn und mich und wir haben bloß noch ein paar Minuten, um uns zu verabschieden. Doch es war nicht sein Blut, das meinen gerade, frisch abgezogenen und lackierten Fußboden versaute.

Fotografie: Rafael Pielorz

Portwein

Wir reißen die Straßen auf mit unseren Hacken im Großstadtsuff, wütend, mit geblähten Hemden fackeln wir die müllgefütterten Bäuche der Glashäuser ab, und lassen uns nicht aufhalten von unsichtbaren Linien und Kreidestrichen, von Generaldirektoren und Agenturräten gezogen …

Ausflug mit Heinzi

Heinzi hat mir seinen verfaulten Zahn geschenkt. Es war der drittletzte oben in der Mitte, die anderen beiden sind nur zu sehen, wenn er lacht. Heinzi lacht oft. Ich weiß, was ihm dieser Zahn bedeutete.

Statt Karten

Manche Kneipen bleiben immer Trinkhallen, nur mit niedrigeren Decken und höheren Preisen. Dann gibt es Kneipen, in die man eintauchen muss, mit Sauerstoffmangel...

Als Trinker unterwegs

„Als Trinker hat man immer Angst. Entweder man blamiert sich oder bekommt was auf die Schnauze. Oder man bekommt was auf die Schnauze, weil man sich blamiert hat.“

Eine Weihnachtsgeschichte

Die Erinnerung an die letzte Nacht trieben langsam in ihr Bewusstsein hoch. Wie das ins Klo geschüttete Öl einer Sardinenbüchse.

das Sein

„Dem Klo wird bewusst keinerlei Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Der Geruch nach Urin, der zarte Hauch, der an Erbrochenes erinnert und trotz mehrmaligen Putzens nicht zu beseitigen ist, erfüllt die unmittelbare Nähe des intimen Örtchens.“

Briefe aus der Irrenanstalt

(erster Freigang) Samstag nachmittag in der geschlossenen Anstalt. Wispern. Raus, also willst Du, lispelt eine körperlose Stimme, aber weißt Du denn, was Dich...