Kategorie: Stories & Texte

In dieser Rubrik des Literaturmagazins finden Sie Texte aller Art, die Storys sein können, aber nicht müssen.

Carlos Delgado; CC-BY-SA

Pogo

Der Pogo hat als Tanz seine Wurzeln in der Punkszene der 1970er Jahre. Ursprünglich wurde dabei nur unkontrolliert in die Luft gesprungen.

Menschen in der Menge (Foto: Der Wirt)

Dynamik einer Meinung

Allein in einer Menge unbekannter Gesichter. Fragende Blicke tauschen sich aus, doch reden will niemand; aus Vorsicht und Angst, etwas Falsches zu tun.

Silberlöffel

Milena kann keinen Kopfstand

Oh, Milena. Sie kehrt von Zeit zu Zeit zurück in meine Erinnerung, wie sie sich wieder einmal in ihrem Silberlöffel betrachtet, einem Erbstück von ihrer Oma, um ihr Spiegelbild auf den Kopf gestellt zu wissen. Sie zelebrierte es immer, nachdem die anderen Mädchen und Jungen sie gehänselt hatten, weil Milena keinen Kopfstand konnte. Für einen Kopfstand braucht man keine Beine, lästerten sie.

katze (Foto: der.wirt)

Damals

Scheiße, Mann / ich hab doch nicht gedealt // Ich hab hundertzwanzig Piepen zusammen / gekratzt und 25 Gramm gekauft …

Muay Thai

Der Boxring war der Mittelpunkt einer überdachten Halle, ringsherum hatte man Tresen und Tische drapiert, an denen Nutten bedienten und Bier, Schnaps und sich selbst verkauften, während die Touristen zum Kurzweil auf die Boxer wetteten. Obwohl in Thailand beides verboten ist, nämlich die Prostitution und das Glücksspiel, florierte es prächtig. Darum baute der Veranstalter jeden Abend eine kleine Sensation ein, nach dem Motto, Thais gegen den Rest der Welt, und mal war es ein grimmiger Russe, ein überheblicher Amerikaner, ein knorriger Australier oder ein weltfremder Europäer.

Hartmuth Malorny: Rooms

Hotel America

„Es sind Kinder, quadratisch und rund zugleich. Besser gesagt: voluminös. Sie haben Plastikeimer dabei, sie füllen sie schichtweise mit Toast, Würstchen, Marmelade und Rührei. Die Mutter bittet einen Kellner um Traghilfe. Bevor sie alle meinen Tisch erreichen, bin ich weg. 10 Uhr, die Bar öffnet. Ich brauche meinen Arm nur auf den Tresen zu legen, damit der Kellner das dämliche Armband erkennt, dann mixt er mir einen Gin-Tonic. All-inclusive. Wer das bucht, braucht Potenzial, ob in Leber, Leib oder Seele.“

Und dann …

… dann träumte sie von einem Leben in der Stadt, denn sie wusste, Stadtluft mache frei.

Foto: doncish

An den unbekannten Mann

Gestern um diese Zeit hast du neben mir gesessen. Es wäre leicht gewesen, dich anzusprechen. Fast eine Stunde lang saßen wir nebeneinander, auf Armeslänge. Ich vor meinem Notebook, du vor deinem. Du hattest im IC Fahrradabteil den Platz direkt neben mir und ich hätte dich berühren können und hätte dazu nicht einmal meinen Arm ganz ausstrecken müssen.

Interview

Und, was machen sie so? / Mit der Frage aller Fragen – / Womit versuchen sie ihr Glück? / Schreiben.