Nacht über Berlin…

fernsehturm_berlin
Berliner Hinterhof. Blick: Fernsehturm.
Und Nachtigallen mitten im Gewühl.
Balkonien nahmen wir galant im Sturm –
Nichts fehlt. Das alte Flohmarktholzgestühl

knarrt, wenn wir uns zu unsren Gläsern beugen…
Die Träne Gottes. Perlen auf der Stadt.
Wir fühlen Füchse aus den Büschen äugen,
tief unter uns – und hören Big Beats satt.

Die Nacht ist voller Sonnenuntergänge
aus Neonlicht. Das Rauschen breiter Straßen,
ein Wispern nur noch, quillt in grüne Enge:
Urbaner Poesie aspiknes Glasen.

Am Himmel stehen flauschige Giganten.
Das Leben schmeckt, wie man es zubereitet.
Macht es das Haschisch, das wir schon verbrannten,
dass uns der Augenblick so sanft entgleitet?

Kopfnicken. Grinsen. Und dein nackter Zeh.
Das Bisschen Anstand, das wir haben, glimmt
im Hintergrund. Trink, Schönste, denn ich seh
das Glitzern, wenn dein Blick vorüber rinnt.

Paul Laub

Baujahr ’77. Sachse. Zuweilen manisch produktiver Poet von mild-heroischem Gemüt. Gelernter Straßenbauer mit nachgeholtem Abitur. Vorerst akademische Ausbildung verweigert, da Autodidakt mit Hang zur funktionellen Ästhetik. Genießt die Lektüre Nietzsches, ohne dessen Allüren anheim zu fallen. Versucht die „alten“ Regeln der deutschen Dichtung in all ihrer bewährten Schönheit beizubehalten und segelt in ihrem Wind zeitgemäß hart am Schaum. Zum Zwecke der Ideenfindung sind ihm Entmenschungen sowohl, als auch Beobachtungen des Alltäglichen und vor allem entspannte Sessions auf bockharten Slacklines notwendiges Elixier. Verdient sein Geld mit Kino. Besuchen Sie ihn auf seinem Projekt „Lyrische Blogfront“ (www.blogfront.de).

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