nicht mehr ganz so arg im Herzen

Wenn man sich zwischen tausend Eicheln auf einen sandigen Weg legt, wird man nicht weniger einsam, nur schmutzig. Und nimmt man eine Eichel in die Hand, reibt sie ab und hält sie an das ebenso sandige Ohr, wird ihr keine Geschichte einfallen, die sie einem flüstern könnte. Kein Weißtdunochmensch und sie wird nicht sagen, kannst du dir vorstellen, was das für ein Weg bis hier her war? Ja, ich kann und er war nicht weit, höchstens einen Meter lang und gerade holt man aus, um die Eichel wieder zurück auf den roten Sand zu werfen, da steckt man sie in die Hosentasche, ohne das selbst zu bemerken. Auf dem Heimweg piekst die Spitze der Eichel vielleicht etwas am Bein, dafür sticht es nicht mehr ganz so arg im Herzen.

Patrick Steiner

(geb. '89) lebt in Dresden. Mit seinen prosaischen Kurztexten versucht er, das Ungewöhnliche fühlbar zu machen und dem Leser das Leise zu zeigen. Veröffentlichungen in TRIEB, Dresdner Literaturmagazin; Im Web: zivilisationslaerm.tumblr.com + twitter.com/_menschlein

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