Oskar A.

er trägt auf der Nase das Kainsmal ist unrein sein Name ist Oskar
»arbeitslos Trauerkloß« reimt ihm das Fräulein bei Karstadt

»was wollen Sie hier denn bloß die Caritas ist doch im dreizehnten
Untergeschoss und nehmen Sie bitte die Mopsaugen mit«

er dreht sich ne Kippe im Hausflur die Nachbarin stänkert:
»wer mit Haschgift hantiert der verliert Sie werden schon sehn

im Kopf die Balance und bald jede Chance auf Arbeitsmarkt-
Tegration aber wissen Sie endlich den Tag wann sie ausziehn?«

der Vater verkündet nur knapp:
»ein Sohn wie ein Mindestlohn«

und einmal da wagt er ein Café zu betreten am hellichten Dienstag
die Frauen dort spucken Latte Macchiato so groß ist ihr Schrecken

da geht er schnell wieder um sich zu verstecken mitsamt seiner
Nase »das ist nur ne Phase« erklärt er ihr oft und sie hofft

 

No No No (Foto: Der Kaschemmenwirt)

No No No (Foto: Der Kaschemmenwirt)

Karsten Paul

*1970, lebt in Nürnberg. Habilitierter Wirtschaftspsychologe, als Hochschullehrer tätig. Zahlreiche Fachpublikationen, Veröffentlichung von Gedichten in Literaturzeitschriften und Anthologien.

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