Prima Klima

Eine Talkshow zur Frage: Verändert sich unser Klima nach Osten
oder haben die USA Einfluß auf den europäischen Wintermonsun?

Wir bieten Ihnen einen Dialogausschnitt, bitte fordern Sie bei Interesse das gesamte Drehbuch an. Wie jede Talkshow kann auch diese einfach auswendig gelernt oder vom Teleprompter abgelesen werden. Auf Wunsch bieten wir Fachpersonal zur Schulung der Merkfähigkeit ihrer Teilnehmer oder Kunstpersonen.

Moderator:

    Allfried Lebolek

Gäste:

    Goucho Bush, von einer texanischen Mutter geboren und Sponsor der Telefonseelsorge von Houston
    Dr. Zipf von Wetterstein-Sturmhausen, Klimaforscher bei der Regenhofer Gesellschaft und Hauptaktionär einer Speiseeiskette
    Barbara Schwafel-Lüdecke, Gründerin der feministischen Befreiungsbewegung für Tornados, Hurricanes und Tiefs.
    Prof. Dr. med. psych. Petros Melas, Fachbereich Klimadepressionsforschung und Soziopathien von Regengebieten
    Evi Lovely, Wetterfee bei SONN 7 und Autorin des Bestsellers „Regentropfen lügen nicht“

Lebolek: Meine Damen und Herren, ich wende mich zuerst an Goucho Bush mit der nicht einfachen Frage: Verändert sich das Klima nach Osten?

Bush: Ey, wir ham gutes Wetter hier in Texas. Ey, das lohnt sich. Naja im Osten da is immer kalter Krieg, aber hier in Texas isses echt schnuckelig. Und dann erst der eisige Vorhang im Osten!

Zipf: Entschuldigen Sie, Herr Bush, wenn ich Sie darauf hinweisen muß, dass der kalte Krieg eigentlich vorbei ist und dass wir alle an der Klimakatastrophe mittragen!

Bush: Wass’n für’ne Klimakatastrophe? Also, da letzten Sonntag, wo so wenige in die Kirche kamen, das war’ne Katastrophe! Aber Klima? Prima in Texas, prima!

Schwafel: Mr. Bush, machen Sie einen Punkt. Aus ihnen spricht ein alles vernachlässigender Machismo, dem ich entschieden entgegen trete. Wem haben wir die unterprivilegierte Behandlung von Wettertiefs denn zu verdanken, wenn nicht den Amerikanern?! Wann sind Sie endlich bereit dazu, einem Tief einen männlichen und einem Hoch einen weiblichen Namen zu geben? Warum sind es angeblich immer Frauen, die die Küsten Amerikas verwüsten?

Lovely: Frau Schwafel-Lüdecke, Sie vergessen Lothar…

Schwafel: Lothar, dass ich nicht lache! Ein Alibimann, ein Weichei, das sich erotikgeil wie alle Männer wieder mal nur in Frankreich rumtrieb! Und dann hat’s nur noch für ein bißchen Hurerei im deutschen Grenzgebiet gereicht! Nix gegen unsere starken Emmas!

Lebolek: Widersprechen Sie sich da nicht….?

Schwafel: Klar, dass immer wieder die Männer kontern müssen, wenn es um die Gleichstellung von Tiefs und Hochs geht!

Zipf: Aber gute Frau, die Emanzipation haben wir doch bereits! Merken Sie denn nicht, wie die Klimakatastrophe für immer mehr Tiefs und damit Frauen – und immer weniger Hochs, also Männer, sorgt?!

Melas: Das könnte den Depressionsfaktor der vermehrten Regenfälle erklären. So viele Frauen auf einmal… Die Menschen fühlen sich plötzlich umringt von ihrer Schattenmutter. Schlechte Erinnerungen an Kindergärtnerinnen dreschen vom Himmel herab, Qualen, die unter Lehrerinnen erlitten wurden, wehen über die scharfen Hänge…

Schwafel: Bockmist! So ein Bockmist!

Lovely: Also mich macht Regen auch depressiv und dann kuschel ich mich am liebsten an einen warmen Mann!

Schwafel: Wie soll die Welt die Klimakatastrophe verhindern, wenn selbst Frauen in eisern patriarchalischen Zwangssystemen festhängen!

Bush: Wir beten zu Gott. Wegen der Frauen und wegen dem Wetter. Deshalb isses in Texas so prima!

Zipf: Betrachten wir das Ganze doch einmal vom wissenschaftlichen…

Schwafel: Bockmist, alles männlicher Wahn und Bockmist!!!

Lovely: Ach Wissenschaft und Glaube….was die Leute wollen, ist ein gutes Buch, eine warme Bettdecke und Sex. Also zum Beispiel mein Buch (hebt das Cover in die Kamera).

Melas: Hilft das auch gegen Schlechtwetterdepression?

Lovely: Irre gut, sie schauen nicht mehr aus dem Fenster!

Melas: Dann kauf ich mir das Buch.

Lovely: Ich mein den Sex und die Decke, Mann…

Schwafel: Ich möchte noch einmal betonen, dass im Zuge der Gleichstellung von Tornados, Hurricanes und lauen Lüftchen die Einkommensfrage und die Versorgung in Tiefkrippen nicht vernachlässigt werden darf! Wir müssen auf breiter Front mobil machen, um endlich weltweit weibliche Hochs zu schaffen.

Lovely: Das hör ich gerne…ich hab da auch ein Kapitel über den multiplen Orgasmus (…hält das Buch in die Kamera)

Bush: Das is böse. Unsere Aufgaben der Zukunft sind Mutterkühe und Zuchtstuten. Deshalb isses so prima in Texas. Uns gehorcht auch das Wetter. Und wenn ich erst Präsident bin, mach ich Wetter auf der ganzen Welt.

Schwafel: Mein Herr, Sie vergessen, dass andere Länder andere Sitten haben. Wir Frauen hierzulande lassen uns nicht zu Zuchtkühen degradieren.

Bush: Nee, Zuchtstuten und Mutterkühe. Feiner Unterschied im prima Texas. Alles andere klonen wir. Und wenn das Wetter nix mehr taugt, klonen wir das auch. Texaswetter, prima!

Melas: Mich würde interessieren, wie sie zu solch einem sonnigen Gemüt kommen ohne jede Zwangsneurose oder ein Gefühl des Gespaltenseins?

Bush: Beten. Und Frauen und Wetter sagen, wo sie hingehören. Dann spaltet sich nix. In Texas spalten wir Holz. Hähähä…prima….

Schwafel: Bockmist, pferdemistcowboyverdammter Bockmist!

Lebolek: Meine Damen und Herren, um die Diskussion ein wenig zu vertiefen und zu versachlichen, wenden wir uns doch einer neuen Frage zu…

Klima - Foto: Der Wirt

Dirt Diggin Dog

DDD wollte eigentlich als Frau auf die Welt kommen, hasst aber Frauenkrimis zu sehr. Brüllte bei Abnabelung Heavy Metal und trägt immer noch keine Krawatten. Mit fünf Jahren leere Sprechblasen aus Comics als Hörbuch eingelesen. Erstes Poem mit zwölf Jahren: „Mein Ascher stinkt wie blaue Weizenkleie’“. Jobs als Fernfahrerbeifahrer, Leichenwäscherhelfer, Literaturpreismanuskriptesortierer, Siebdruckfarbanrührer und Tanzboy. Studium bei Raymond Chandler und Dagobert Duck. Erster Roman: über die Sprechpausen Phil Marlowes. Gewann fünf Pfund Butter beim renommierten Regiokrimi-Preis „Butter bei die toten Fische“. Lieblingsschriftsteller: Jack Torrance. DDD lebt und arbeitet nach dem Prinzip von Tschechows Rasierklinge in Cleveland, Neustadt an der Weinstraße und Clichy. Aktuelles Buch: „Rouge & Revolver – 10 Schnellkrimis“ (under dem Pseudonym Dan Rocco).

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