Rekonstruktion eines Mädchens

Beeilen. Zeichen auf dem Asphalt;
perfekte Markierungen, der
rechte Weg, an allen schönen
Stellen vorbei, ohne zu schauen bis

zum Stopschild. Ein einziger Lichtstrahl
wie Hohn über der Landschaft, Autos
ohne Fahrer rauschen durcheinander,
suizidale Grashüpfer zwischen meinen

Speichen, auf dem Rücken ein
unvermeidlicher Ranzen voller Träume.
Hinein in die Zivilisation, deren
Kinder auf Gummiwippen rebellieren gegen

Handküsse auf dem Weg zu Schule.
Vorbei an der Ampel, grün für
Steingärten und Hypnose, für
Kurzhaarschnitt am Familiengrill, die

Sonderangebote vom Havaristen. Die
Winterreifen paradieren draußen mit
Kosenamen versehen taktvoll in der
verkehrsberuhigten Zone.

Beeilen. Fremde werden gehängt. Zudem
Versuche, sie manövrierunfähig zu
deklarieren, sie sich zu Nutze zu
machen als Wirt für Sitten, deren

Parasitismus voller Schlaglöcher und
Albernheiten. Ein mächtiger Spieler hält
seine Glocken über den Dörfern, die
zu durchfahren gefährlich. Nur

selten lachen die Hecken, unmöglich
eine Koalition mit den Umständen. Sie
geben Befehl zu desertieren. Wir
trafen uns nur im Dunkeln.

 

 

_
Lesen Sie auch:
Bücher von Jonis Hartmann

Jonis Hartmann

*1982 in Köln, danach Weimar, Kassel, Rom, Hamburg. Letzte Veröffentlichungen: „romanino. Historischer Kurzroman aus Rom.“ und „Mondo kranko. Stories.“ beim Chaotic Revelry Verlag Köln. http://www.cr-verlag.de/jonis-hartmann.html

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.