Roter Lippenstift

Kommissarin Emma Peeling betritt unauffällig eine Parfümerie. Sie ist unterwegs in geheimer Mission und stolpert im Eifer mit ihren roten Highheels. Dabei reißt sie ein Promotionsangebot mit roten Lippenstiften um.

Der Täter kann in letzter Sekunde unerkannt ein Eau de Toilette kaufen, das seine Spur unüberriechbar machen wird. Moschus, Opium und eine Prise Haschisch. Kommissarin Emma Peeling ruft die Kollegen vom Drogendezernat. Als sie ihr Handy aus der vollbepackten Handtasche kramt, stürzt ihr roter Lieblingslippenstift zu Boden.

Der Täter hat das Parfum einer ortsbekannten Nutte geschenkt, die sich über die Billigmarke beklagt und dabei trotzdem noch Zeit findet, ihre Lippen mit rotem Lippenstift zu schminken. Während der Auseinandersetzung kommt ein zwielichtiger Typ ins Zimmer und fängt an, sein Mickeymaus-T-Shirt auszuziehen. Die Nutte ereifert sich immer mehr, der Täter droht ihr mit einem Schweizer Messer mit Korkenzieher. Die Nutte wirft ihren roten Lippenstift, der die Pistole des Freiers so trifft, dass er von einem Querschläger tödlich getroffen wird. Alle verlassen den Tatort, zurück bleiben der rote Lippenstift und eine Leiche ohne T-Shirt.

Kommissarin Emma Peeling steht angeekelt vor dem Spiegel und zählt die Runzeln in ihrer grünen Gesichtsmaske. Der Täter und das Parfum wollen ihr nicht aus dem Kopf. Sie tippt auf eine Frau als Verbindung und ruft ihren Partner, um die Gesuchten aufzudecken. Schnell wirft sie sich in Klamotten und ihren Kaffee hinter die Binde, um schnell die Lippen mit einem roten Lippenstift zu schminken. Dabei vergisst sie, die Gesichtmaske abzunehmen.

Der Täter und die Nutte setzen sich über die Grenze ab, indem sie einen polnischen Bagger klauen und diesen schließlich in Weißrussland verscherbeln. Mit dem Erlös gönnen sie sich einen Südsee-Urlaub auf dem Muroroa-Atoll und wechseln erfolgreich ihre Identität. Der Täter kauft vor dem Abflug im Duty-Free einen roten Lippenstift Marke Schrapnell Paris.

Im Kommissariat ist die Hölle los. Breite Verzweiflungsstreifen werden von den Tränen der Wut in Emma Peelings Gesichtsmaske gefressen. Bevor Sie noch hauchen kann: Wir kommen zu spät! – erreicht sie ein Anruf. Die Parfümerie meldet den Diebstahl eines roten Lippenstifts durch eine unbekannte Frau in roten High-Heels. Der Fall ist geklärt. Emma Peeling sagt glücklich in die Kamera, wie froh sie sei, dass endlich die seltsamen Fälle von Ladendiebstahl in ihrer Lieblingsparfumerie aufgeklärt seien. Sie klappert glücklich mit den Absätzen ihrer roten High-Heels und den Handschellen.

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Dan Rocco (Dirt Diggin Dog): Rouge & Revolver
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Dirt Diggin Dog

DDD wollte eigentlich als Frau auf die Welt kommen, hasst aber Frauenkrimis zu sehr. Brüllte bei Abnabelung Heavy Metal und trägt immer noch keine Krawatten. Mit fünf Jahren leere Sprechblasen aus Comics als Hörbuch eingelesen. Erstes Poem mit zwölf Jahren: „Mein Ascher stinkt wie blaue Weizenkleie’“. Jobs als Fernfahrerbeifahrer, Leichenwäscherhelfer, Literaturpreismanuskriptesortierer, Siebdruckfarbanrührer und Tanzboy. Studium bei Raymond Chandler und Dagobert Duck. Erster Roman: über die Sprechpausen Phil Marlowes. Gewann fünf Pfund Butter beim renommierten Regiokrimi-Preis „Butter bei die toten Fische“. Lieblingsschriftsteller: Jack Torrance. DDD lebt und arbeitet nach dem Prinzip von Tschechows Rasierklinge in Cleveland, Neustadt an der Weinstraße und Clichy. Aktuelles Buch: "Rouge & Revolver - 10 Schnellkrimis" (under dem Pseudonym Dan Rocco).

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