simulaten

langweilige alte garage in einer wohngegend mit einer darin übenden teenagerband namens „central scrutinizer“. JOE singt lieder.

We didn’t have no dope or LSD But a coupla quartsa text Would fix it so the intonation Would not provoke yer axe Be careful with that AKS, Eugene, and forget womans liberation…“

————–

ich piff diese etwas komplizierte mellow die mir nicht aus dem kopfe wollte ein implantiertes mem von ee.memetics inc und steuerte den chevy durch die slums von heraldic county
allein das bild von bellows hirnschale ging mir nicht aus dem kopfe; eine schale röntgenaufnahme von knochen, dann der pathologe, grinsend, mit der vergleichstabelle

— und?
„Keine Ahnung, wen Sie da gefunden haben, Chevy, aber Bellows war das nicht“
schaut in meine augen. schaut in mein gesicht.

— sind sie sicher?, seine fahne roch nach Wodka.
„Absolut.“

— und wer es dann?
„Laut Personalausweis ein gewisser Jimi Doe. Und es war Selbstmord.“

— es sah aber wie mord aus.
„Inszenierter Mord. Vom Opfer vorgetäuscht. Oder was glauben Sie, wie der rote Hering in die Geschichte kam?“

– wer sollte bitteschön einen selbstmord vortäuschen?
„Weiss ichs? Vielleicht wollte er verhindern, dass seine Lebensversicherung ausgezahlt wird?“

– hatte er denn eine?
„Ganz frisch. Letzte Woche abgeschlossen.“

– finden Sie das nicht merkwürdig, doc?
„Ich hab schon Nilpferde kotzen sehen. Mein eigener Cousin war jahrelang ein Arbeitssimulant.“

– ein was?
„Er täuschte vor, Angstellter zu sein. Es dauerte Jahre, bis wir endlich wussten, dass er längst keinen Job mehr hatte. Bis dahin trug er Kravatten, war tagsüber schwer zu erreichen und brachte gelegentlich sein Chef mit nach Hause, auf ein Gefrierbrand-Steak von seiner Frau. Eine Heiratsschwindlerin, gegenüber der er ernsthaftes Interesse vortäuschte.“

– und der chef machte mit?
„Ein Management-Simulant. Geben vor, wichtige Wirtschaftskapitäne zu sein. In Wirklichkeit ein kleiner türkischer Schneider namens Tercan.“

Antonjan Fellhagen

(exküntzlername ‚jon do‘) ist autor, maler und fotograf und lebt in bremen | am liebsten schreibt er gebrauchstexte für die industrie, weil küntzla und adelige sonst arm sind und prostituierter dreck die meiste asche abwirft | findet den literaturapparat unappetitlich + aufgeblasen + fazinierend – jedenfalls den teil mit den texten

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.