Stiller Abend…

herbst_laubDer Tag verweht in herbstlich-buntem Schweigen.
Durch flacher Balustraden Gleichmaß loht
der Abend wie ein Flammenzungenreigen
in schmale Augen. Nur mit Müh und Not

erwehrt sich die Betrachtung eines bangen
Gefühls aus dumpfer Sehnsucht nach daheim.
Ein kalter Wind erfrischt die heißen Wangen
und über Mauern, die mit wildem Wein

herbst_laubbedeckt sind, lispeln dürre Birkenzweige…
Ich sauge einen letzten tiefen Zug
von meiner Zigarette und verneige
mich vor des schönen Augenblicks Betrug.

(27. September 2009)

Paul Laub

Baujahr ’77. Sachse. Zuweilen manisch produktiver Poet von mild-heroischem Gemüt. Gelernter Straßenbauer mit nachgeholtem Abitur. Vorerst akademische Ausbildung verweigert, da Autodidakt mit Hang zur funktionellen Ästhetik. Genießt die Lektüre Nietzsches, ohne dessen Allüren anheim zu fallen. Versucht die „alten“ Regeln der deutschen Dichtung in all ihrer bewährten Schönheit beizubehalten und segelt in ihrem Wind zeitgemäß hart am Schaum. Zum Zwecke der Ideenfindung sind ihm Entmenschungen sowohl, als auch Beobachtungen des Alltäglichen und vor allem entspannte Sessions auf bockharten Slacklines notwendiges Elixier. Verdient sein Geld mit Kino. Besuchen Sie ihn auf seinem Projekt „Lyrische Blogfront“ (www.blogfront.de).

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