Stoiber Swinger Sehnsucht

(instruction manual, sid meier’s civilization III, it’s history in the making): In the beginning… the Earth was without form and void. It will stay that way until you install the game and start playing.

(jungle world, 16.1., stopft stoiber)
Lieber einen Kriegskanzler mit Havanna im Maul als einen Kriegskanzler mit Kamillentee im Maßkrug. Viele werden mal wieder das kleinere Übel wählen. Und zwar zu Recht: Stoiber als Bundeskanzler wäre der politische Gau. Wer ernsthaft glaubt, es sei letztlich egal, wer regiere, oder eine Kanzlerschaft Stoibers stärke die Linke und den Widerstand, wird ein böses Erwachen erleben. Denn Stoiber ist Schill und Koch in einer Person. „Europa muss Heimat sein“, meint Edmund Stoiber. Und Stoibers Heimat muss Bayern bleiben.

(benjamin r. barber, jenseits von djihad und mcworld)
Wenn wir die Religion jeden anderen Lebensbereich kolonisieren sehen, nennen wir es „Theokratie“ und rümpfen die Nase über den Geruch der Diktatur, und wenn wir die Politik jeden anderen Lebensbereich kolonisieren sehen, nennen wir es „Absolutismus“ und zittern vor der Aussicht auf Totalitarismus. Wenn wir aber sehen, wie Marktbeziehungen und kommerzielle Konsumhaltung jeden anderen Lebensbereich zu kolonisieren trachten, nennen wir es „Freiheit“ und feiern ihren Sieg.

(sz 18.1.)
Als das Jugendradio 1975 jeden Tag einen Westschallplatte zum Mitschneiden spielte, lief der Chefredakteur jeden Tag mit ein paar Mark West von der Staatsbank in einen Plattenladen auf dem Ku’damm. Sehnsuchtsorte sind eben die, zu denen man nicht gelangt. Damals nicht in die USA und heute nicht in die DDR. (rolf lamprecht, die freiheit stirbt an ihrer verteidigung) Was augenblicklich in den USA abläuft, erinnert an ein Zerrbild der Demokratie: Entlassung ohne Grund, Gefängnis ohne Haftbefehl, Überwachung ohne Grenzen, Sondergerichte ohne Regularien, vor allem aber monströse Diskussionen, etwa über die Anwendung von Filter. Die Infektionsgefahr ist groß. Tony Blair hechelt bereits den Hardlinern in den USA hinterher.

(happy weekend 744)
Beide verstehen nicht, daß die Zahl der bekennenden Swinger noch so klein ist. Sie glauben, daß viele Paare davon sprechen und auch träumen, aber nie den Mut aufbringen, es auch einmal zu versuchen.

(spiegel 1/02)
Zwar fiel die Kritik an Schills richterlicher Tätigkeit bei Rabe nicht weniger harsch aus als seinerzeit bei Göhlich: schlampig, unprofessionell, und: „Herr Schill hat gelogen.“ Aber ganz ohne Absicht, versteht sich. Das Gericht, so der Staatsanwalt nach der Urteilsverkündung, habe vom BGH eben eine andere Beweiswürdigung vorgegeben bekommen. So viel zur richterlichen Unabhängigkeit.

(süddeutsche feat. happy weekend)
Der Kandidat ist da. Und natürlich trinkt er, aber nur einen kurzen Schluck. Viel häufiger dreht er das Weißbier in die Kameras. Dann hat Dieter mich gevögelt, und Conny kam sich ein bißchen wie ein Zuschauer vor. Der als steif geltende Bayer soll etwas sinnenfroher inszeniert werden. Aber wir haben ihren Schwanz bald groß gespielt, und dann hat sie mich damit richtig schön durchgevögelt. Ich habe laut gequietscht. Der Kandidat aus Bayern hält sich lieber verdächtig oft am Milchglas fest. Selbst in der Tierhalle wärmt er nicht. Dann haben Conny und Schatzi sich gegenseitig die steifen Schwänze geblasen. Ansonsten gibt sich Stoiber zahm. Conny sieht auch gern zu, wenn ich Schatzi den Schwanz kaue. So ganz gelingt dem Kandidaten die Inszenierung der Leutseligkeit aber nicht. Später hat sie mich dann noch einmal toll gebumst und in meiner Fotze abgespritzt. Schatzi hat mir dabei seinen Samen aufs Gesicht gewichst. Es war saugeil, wie wir drei zusammen gekommen sind und geschrien haben. Der Kontakt zu den Besuchern bleibt kurz. Und für dieses Gefühl wurde ich auch noch bezahlt! Meine Kolleginnen waren alle sehr professionell. Keine von ihnen empfand etwas bei der Arbeit, wie sie mir auch versicherten. Ich war vermutlich eine der ganz wenigen Frauen, die auf der Bühne regelmäßig einen Orgasmus erlebten. Stoiber schüttelt Hände. Wenn mir ein Mann gefiel, machte ich seinen Schwanz sauber und blies ihn pur. Wenn er mir richtig gut gefiel, schluckte ich sein Sperma sogar runter, aber immer hab ich die Entscheidung getroffen. Wenn er grob oder unhöflich war, durfte er nur in meine Hand oder ins Kondom spritzen. Stoiber sagt danke. Heute noch blase ich für mein Leben gern Schwänze. Ich weiß absolut nicht, was daran erniedrigend sein soll. Schließlich will ich doch auch von Männern geleckt werden. Gleiches Recht für alle. Stoiber nickt den Kopf. Es scheint sich trotz der sexuellen Revolution nicht allzu viel geändert zu haben. Kürzlich hörte ich, daß die Peepshows in Hamburg in alten Form längst verboten seien… Angeblich soll es was mit dem Schutz der Würde der Frau zu tun haben. Da waren die Feministinnen der 70er Jahre doch weiter entwickelt. Wir waren wirklich frei, denn wir hatten die Wahl… Stoiber ist weg. Ein paar Monate später hab ich ein Pornomagazin zugeschickt bekommen, in dem meine Fotos abgedruckt waren. Es war mir überhaupt nicht peinlich. Im Gegenteil, insgeheim war ich stolz darauf. Ich habe es als Akt der sexuellen Befreiung angesehen. Ich entscheide, was ich mit meinem Körper mache. Wenn ich es will, lasse ich mich in jeder Pose fotografieren. Ein bißchen hat es sogar mit der Ausübung von Macht zu tun. Ich allein entscheide, was ich zeige und was nicht. Das ist das genaue Gegenteil von sexueller Unterdrückung.

Platten der Stunde:
Lolita Storm „Girls fucking shit up“ (die Digital Hardcore_Frauenfraktion mit fröhlich-verkommenen Punktunes) Tomte „Eine sonnige Nacht“ (Tocotronic-Exegese von und mit Theeß Ullmann, the almighty one and only) Bad Astronaut (der Lagwagon-Sänger solo) Hans Söllner und Bayaman’Sissdem „Babylon“ (bayerischer Anarchistenreggae, sehr bekifft, hat seine textlichen Aua-Stellen) und imma noch System of a down.

Bücherns:
Uwe Rada „Berliner Barbaren. Wie der Osten in den Westen kommt“ Konrad Löw „Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ (der fundamentalste Anti-Marx überhaupt)

Daniel Kulla

entstand um 1977 in einer Lehrerin am Harzrand - überlebte die POS und die Nazi-Antifa-Riots - profitierte vom 90er Systemausfall, der seinem Verlag den Namen gab, sowie von der Tramper-Trucker-Symbiose - Nach vier Jahren in Dresden, in denen er im az conni auflegte und in zahlreichen Clubs und Kneipen mit Frank Unger, Peter Guhr, Johannes Marx und Suse Paul seine Bücher vorstellte, ist er nun nach Berlin umgesiedelt - hat weitere, leider unbekannte Pläne

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