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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; abrechnend</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Leblosung</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 06:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Gahr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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		<description><![CDATA[Nur das Hineindingen ins Unterholz  / bleibt  / als Schnitzwort in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur das Hineindingen ins Unterholz<br />
bleibt<br />
als Schnitzwort in der Daseinsrinde.<br />
Schon die Scheide verklingt<br />
im Raunen der rieselnden Erde.<br />
Der Schmutz trägt den Lorbeer<br />
und trinkt und feiert<br />
seine Reglosigkeit.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Brief aus Buxxawaan</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 06:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Mrosk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
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		<description><![CDATA["Wir sind uns fremd und dennoch haben wir beide das Leben des anderen eines Irrtums wegen grundlegend verändert."
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Freund,</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daugavpils_prison.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1845" title="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/02/zuchthaus.jpg" alt="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" width="90" /></a>Sie kennen mich nicht<br />
und ich kenne Sie nur vom Namen her.<br />
Ich weiß wo Sie sich gerade befinden<br />
und ich weiß, dass Sie nichts dafür können.<br />
Wir sind uns fremd und<br />
dennoch haben wir beide das Leben<br />
des anderen eines Irrtums wegen<br />
grundlegend verändert.<br />
Sie leben in einem Gefängnis,<br />
aus dem Sie frühestens in zehn oder elf Jahren<br />
wieder freikommen werden.<br />
Danach werden Sie nie wieder zu jenem Teil<br />
der Gesellschaft gehören, zu dem Sie vor<br />
Ihrer Inhaftierung gehört haben.<br />
Ich lebe noch in dieser Gesellschaft.<br />
Sie hingegen sind ein verurteilter Mörder.<br />
Doch umgebracht haben Sie niemanden.<br />
Ich weiß das so genau, da ich derjenige<br />
bin, der diese Tat verübt hat.<br />
Sie sind nun schon seit über vier Jahren<br />
für ein Verbrechen eingesperrt, das ich<br />
begangen habe.<br />
Ich möchte Sie nicht mit meinem Gewissen<br />
langweilen.<br />
Ich wüsste auch gar nicht, was ich<br />
sagen sollte.<br />
Ich bin nicht sehr geistreich.<br />
Ich hätte wahrscheinlich einen Dichter<br />
beauftragen sollen, Ihnen diesen Brief<br />
zu schreiben.<br />
So bleibt es nur ein Brief von einem<br />
bedeutungslosen Mörder, der nie<br />
verurteilt wurde und dem Sie, ohne<br />
es zu wollen, das Leben gerettet haben.<br />
Ich wünschte ich hätte wenigstens ein<br />
Zitat parat oder könnte Ihnen mitteilen,<br />
dass ich vor einem Jahr mehrere Kinder aus<br />
einem brennenden Haus gerettet habe.<br />
Doch so was passt nicht zu mir.<br />
Ich bin ein Feigling und das Glück<br />
war einfach auf meiner Seite.<br />
Ich habe eine Frau und ein Haus.<br />
<a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daugavpils_prison.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1845" title="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/02/zuchthaus.jpg" alt="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" width="90" /></a>Ich lebe ein gutes Leben und habe vor zwei Monaten<br />
einen Sohn bekommen.<br />
Ich habe überlegt ihm Ihren Namen zu geben,<br />
als nette Geste sozusagen, aber ich denke nicht,<br />
dass es ein gutes Omen wäre.<br />
Sie sind ein Held des Pechs.<br />
Sie sind mein Held.<br />
Ich hoffe Sie verbringen Ihre Tage einigermaßen<br />
sinnvoll und haben die Hoffnung auf ein<br />
besseres Leben noch nicht aufgegeben.<br />
Sollten Sie das Leben und Gott verfluchen,<br />
dann mache ich Ihnen auch keinen Vorwurf.<br />
Ich wünschte ich könnte sagen, Sie sitzen<br />
für eine gute Sache ein, dass durch Ihre<br />
Inhaftierung eine Art Revolution oder ein<br />
Umdenken bei den Menschen ausgelöst wurde.<br />
Aber nichts dergleichen ist passiert.<br />
Niemand interessiert sich für den Helden des Pechs<br />
und niemand für das Opfer des Glücks.<br />
So ist es nun mal.<br />
Es tut mir leid.<br />
Nun muss ich hier schließen, denn ich<br />
brauche noch Milch<br />
und der Supermarkt an der Ecke<br />
macht in zehn Minuten zu.<br />
Bleiben Sie tapfer.</p>
<p>Grüße aus Buuxxawaan!</p>]]></content:encoded>
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		<title>Refraktärphasen</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 06:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>[ ]</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[ich]]></category>
		<category><![CDATA[menschlich]]></category>
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		<category><![CDATA[schuld]]></category>
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		<description><![CDATA[Du lebst in einer mittelgroßen Stadt. Was machst du hier? Du gehst einkaufen, du spülst, du putzt deine Wohnung. Du isst. Du wichst wie du pisst: 20 Sekunden oder ein bisschen mehr. Du erhältst dich am Leben; leihst dir Filme aus oder liest ein paar Bücher. Du versuchst von den Menschen nichts mehr zu wollen, nichts mehr zu erwarten. Manchmal, wenn du ein Stück Wirklichkeit brauchst, gehst zu den Nutten, weil es einfach und unkompliziert ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Es gibt nichts zu tun. Du kannst weder den Tod noch das Leben annehmen. Du sitzt da in deiner Wohnung und hörst das Rauschen der Autos, die unter den geschlossenen Fenstern vorbeifahren. Du bekommst das Studiengeld von deinen Eltern, mit dem du deine Wohnung finanzierst; du hast einen kleinen Nebenjob. Du lebst nicht schlecht, du faule Sau: Du stehst spät auf, du hast keine dringlichen Pflichten, du studierst schon lange nicht mehr. Du hast dein schlechtes Gewissen, du hast deine kleinen Pseudo-Tätigkeiten, mit denen du dein Nichtstun kaschierst. Du hast soviel Zeit und keine Idee, wie es weitergehen soll. Du schiebst dein Leben auf. In dir ist schon lange eine latente Krise, die dein ganzes Leben überschattet. Du wartest auf ein Wunder, auf eine Verzauberung; du wartest auf eine Naturkatastrophe, auf einen Krieg. Du bist dir bewusst, dass alles in und bei dir selbst liegt. Du kennst deine Fehler in- und auswendig; du kannst deine Schwächen und Ängste vor- und rückwärts buchstabieren; du meinst ihre Gründe und Gegengifte zu kennen. Trotzdem änderst du dein Leben nicht.</p>
<p align="justify">Du weißt, dass menschliches Glück unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist: Gute soziale Kontakte, reichhaltige Aktivitäten, eine Arbeit, die Freude bereitet, eine gut funktionierende Partnerschaft, eine optimistische Einstellung dem Leben gegenüber – du musst dich also nicht wundern, dass du ständig am Rande der Verzweiflung lebst. Aber im Grunde interessiert dich das sehr wenig, du bist nicht unbedingt ein erfolgreicher Manager des glücklichen Lebens. Du wirst dich hier nie richtig wohl fühlen und hast dich daran gewöhnt. Du fühlst dich oft krank, aber sagst dir immer wieder: Gesundheit ist zum Ausgeben da. Für deine Rekonvaleszenz brauchst du, neben dem Schutzwall aus Gewohnheiten, die Einsamkeit, die Stille, das Ordnen der Dinge, die Gespräche mit dir selbst. Wie jeder suchst du nach angenehmen Momenten und Empfindungen; du lebst in der Postmoderne, dein Körper verbietet sich jegliche Ahnung von Deprivation. Das Bett ist deine Freundin. Viel schlafen, wenig leben: das ist deine Formel. Du magst den Winter, die Zeit der großen Nacht. Du willst die Ruhe fühlen, die Stille und die Dunkelheit; du willst das Aufhören spüren, die ewige Dämmerung. Du willst das Nicht-Sein aktiv miterleben.</p>
<p align="justify">Deine Augen sind in eine blinde Einstellung gerastet. Du siehst dich aufstehen, dann gehst du aus der Wohnung &#8230; Du kannst deinen ganzen Tagesablauf gedanklich vorwegnehmen: du tust alles nur, um es getan zu haben. Gedämpft hörst du hörst die Autos vorbeirauschen und fühlst dich krank. Du weißt, dass du nur aufzustehen brauchst, die Rollladen hochziehen und die Fenster öffnen musst, um den Kontakt zur Außenwelt wieder herzustellen. Es gibt einen Moment, wenn man so daliegt, einen Moment, wo man schon gewillt, wo man schon ganz kurz davor ist aufzustehen &#8230; und da ist dann dieses Grauen, ein Gefühl, ein absolutes Gefühl der Erschöpfung, der Unmöglichkeit, der Unfähigkeit – dies überwunden, steht man. Du weißt, dass der Ruck, den man sich dazu geben muss, eine Art Geburt ist. Es gibt jeden Tag drei Geburten: Aufwachen, Aufstehen, aus der Wohnung gehen. Alle sind immer wieder aufs Neue ein sanfter Schock.</p>
<p align="justify">Du hast deine Gewohnheiten: die Abfolge deines Waschrituals ist immer dieselbe. Die Griffe, die Bewegungen, die Handhabung der Dinge sind immer die gleichen. Wie du dich abtrocknest, wie du dich anziehst und alles weitere. Deine Gewohnheiten funktionieren wie eine Weiche: sie leiten dich in den Tag um – in das bisschen, was davon eben übrig bleibt.</p>
<p align="justify">Du lebst in einer mittelgroßen Stadt. Was machst du hier? Du gehst einkaufen, du spülst, du putzt deine Wohnung. Du isst. Du wichst wie du pisst: 20 Sekunden oder ein bisschen mehr. Du erhältst dich am Leben; leihst dir Filme aus oder liest ein paar Bücher. Du versuchst von den Menschen nichts mehr zu wollen, nichts mehr zu erwarten. Manchmal, wenn du ein Stück Wirklichkeit brauchst, gehst zu den Nutten, weil es einfach und unkompliziert ist. Moralischen Einwänden weichst du aus wie den Leuten in der Innenstadt, du trennst den Müll nicht. Du bist unpolitisch, ein Idiot. Du hast dein kleines Leben und deine kleinen Genüsse; du hast deine Angst, da ist diese Leere, die undeutliche Wahrnehmung eines Fehlens, etwas, das du nicht benennen kannst. Da ist diese Entfremdung, die du empfindest, das Gefühl, das Leben wäre unerreichbar, diese unaufhebbare Distanz. Du hast deine Vergangenheit, deine Unwirklichkeit, vereinzelte Bilder. Du betreibst deine Studien: für dich ist alles tief, für dich ist alles ein Verweis. Oft glaubst du gar nichts zu wissen. Vom Leben und überhaupt.</p>
<p align="justify">Du hältst dich nicht für intelligent: du bist langsam. Deine Aufgabe ist es eher, Intelligenzen zu erkennen und dich im Unterschied zu ihnen zu begreifen. Du bist inkompetent. Deine Allgemeinbildung ist mangelhaft. Wozu, sagst du dir, gibt es Bücher, CDs, Festplatten, also verlässlichere Speicherplätze? Das Nichtwissen lastet: es ist schwerer als dein Wissen. Dunkel erahnst du mehr von dem, was du nicht weiß, als das, was du tatsächlich an Wissen vorzuweisen hast. Deine Weitsichtigkeit reicht aus, um deine totale Beschränktheit ins Unendliche ermessen zu können.</p>
<p align="justify">Manchmal fehlen dir Wörter und Begriffe; manchmal wird dir aus der eigenen Sprache eine fremde. Es fällt dir schwer, dich in anderen Nervenbahnen zu orientieren. Du bist nicht diszipliniert, deine Konzentration ist schlecht, dein Hirn voller Löcher, das meiste fällt durch. Du musst öfters Nachfragen und die Leute wiederholen ihre Sätze. Deine Stimme im Kopf ist laut und beharrlich. Du hast deine Themen und Begriffe, die Gedanken, die einen eben haben. Du bist ein Klischee wie jeder andere. Du bist übervoll von dir. Du kotzt dich selbst an. Du kommst dir vor wie ein Behinderter, der gerade eben noch um seine Behinderung wissen kann, ohne sie überschreiten zu können. Dennoch sind, wie du pathetisch meinst, deine Verblödungsversuche allesamt gescheitert.</p>
<p align="justify">Du hast keinen Bereich des Könnens, du hast nie geübt, nie gelernt: weder eine Fremdsprache, noch ein Instrument oder Handwerk. Nicht mal tanzen kannst du. Du hast nie eine lange Zeit im Ausland verbracht, du hast, wie man sagt, nie wirklich etwas gewagt. Du hast dich einmal für eine Frau aufs Spiel gesetzt, aber das war kein Risiko, sondern die blinde Umklammerung eines Neugeborenen. Du warst oft peinlich. Du hast keine besonderen Talente, was die ganze Sache schwierig macht. Indem man sein Genre, seinen Beruf wählt, denkst du oft, wählt man sich selbst. Aber bei dir ist da nirgendwo ein fester Untergrund, auf dem sich wirklich bauen ließe.</p>
<p align="justify">Deine Interessen sind unsichtbar: es ist das Rätsel, sagst du romantisch, das dich verzehrt. Du hältst nicht viel von der Idee der Individualität: du empfindest dich als leeres Gefäß, das sich mit fremden Dingen anfüllt. Es gibt nur die wechselnden Einflüsse, die mit dir spielen wie der Wind mit allem Losen. Schwammig bist du und diffus. Du kannst dich schlecht abgrenzen, du verlierst dich im Abstrakten. Du bist unfähig, den Widerspruch zwischen Gedanke und Tat zu überwinden, du bleibst im Getriebe des Selbstzweifels stecken. Es werden keine Punkte für besser denken und besser wollen vergeben: Du weißt, dass nur die Tat, dass nur das Machen zählt. Du bist was du machst: du bist nichts. Du sprichst gerne von der Nichtigkeit des Lebens und weißt über sie Bescheid. Überhaupt gelingen dir die Überleitungen vom Persönlichen ins Allgemeine sehr gut.</p>
<p align="justify">Ein Tag wie jeder andere, der Tag geht um, es wird wieder dunkel draußen. Allein ist nichts wichtig; die Ereignisse versanden stumm in einem selbst. Du hast deine Erledigungen gemacht. Du hast tausendmal die gleichen Bewegungen ausgeführt, du hast tausendmal die gleichen Gedanken gedacht. Es ist still in deinem Zimmer, die Menschen sind wieder zur Ruhe gekommen, in deinem Zimmer ist es still. Dieses Leben, was du jetzt führst, ist eine Alternative, es wiegt nichts. Was du jetzt lebst, das ist schlechte Zwischenmusik, vieles, was man weglassen kann. Du hättest auch nicht sein können. Von dir gibt es Unzählige und keinen. Du weißt, dass dein Leid kein Anrecht auf Allgemeingültigkeit hat.</p>
<p align="justify">Die Uhr in deinem Zimmer. Die Stille. Das Ticken. Der Aufstand, der nie kommt. Manchmal zuckt noch eine Welle Wut durch dich. Doch Überdruss und Langeweile warten wie Schlangen in jedem Winkel deines Zimmers. Man muss alle Systeme verlassen, um wahrhaftiger zu sein, denkst du und starrst auf den Wasserhahn, aus dem in unregelmäßigen Abständen ein Tropfen Wasser tropft. Man wird nie klüger. Du spürst den Abgrund in jeder Abteilung deiner Sinneswahrnehmung, in Geräuschen, in Gerüchen, in deinen Gedanken, in jeder Tätigkeit. In der Stille. Du steigst hinter den Alltag, hinter die Zeit; du bist jenseits des Trubels, jenseits der Massen.</p>
<p align="justify">Die Tür öffnet sich, der Raum ist dunkel. Da ist ein Winkel, aus dem Licht zu kommen scheint; da ist ein Buchrücken, den man befühlt. Aus dem Unmerklichen tritt etwas ins Merkliche über. Transduktion. Man lebt. Es gibt ein Auge, das sieht, und ein Auge, das blind ist und in dem man sich spiegelt. Du bläst den Zigarettenrauch gegen deine Fresse und dein Blick ist glasig. Alles ist sinnlos. Hinter dem Spiegel ist nichts. Wir befummeln die Wahrheit mit tausend Dietrichen: sie ist nicht kitzelig; sie bleibt unbeweglich, starr, unbekannt. Nein, du Trottel, das sind keine Zeichen: das sind Selbstverweise. Wir sind eingesperrt in unsere Ordnung. Da liegt ein kaputter Regenschirm im Rinnstein. Der Mensch ist allein. Du bist allein. Draußen zwitschern schon die ersten Vögel. Was sie singen? Morgen wird wie heute sein.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Trockenübung</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 06:37:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>doncish</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Den Anfang kenne ich nur vom Hörensagen. Diesen ganzen Klimastreit, die Debatten, den säuerlichen Geruch. Das war alles vor meiner Zeit. Unbestritten ist, dass wir uns irgendwann alle immer häufiger waschen mussten. Die anderen Mutmaßungen und Munkeleien, mit denen versucht wurde, das Systemproblem auf Einzelne abzuwälzen, erspare ich Ihnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full" title="blut" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/blut_2.jpg" alt="" width="65" />Der merkte nichts, bis zuletzt. Ich dachte immer, er hätte irgendeine Ahnung haben müssen. Heute glaube ich, als ich das zum ersten Mal dachte, war es schon zu spät. Da hätte auch ich nichts mehr für ihn tun können. Deshalb erzähle ich sie lieber selbst, meine Geschichte – unsere Geschichte. Nicht, dass mir einer mit unterlassener Hilfeleistung ankommt.</p>
<p><img class="alignleft size-full" title="blut" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/blut_3.jpg" alt="" width="65" />Den Anfang kenne ich nur vom Hörensagen. Diesen ganzen Klimastreit, die Debatten, den säuerlichen Geruch. Das war alles vor meiner Zeit. Unbestritten ist, dass wir uns irgendwann alle immer häufiger waschen mussten. Die anderen Mutmaßungen und Munkeleien, mit denen versucht wurde, das Systemproblem auf Einzelne abzuwälzen, erspare ich Ihnen. Wenn Sie mich fragen, da müssen ganze Generationen die ersten Anzeichen verpennt und untätig herumgesessen haben. Den Fetten, Faulen und Alten, den ganzen Spießern, die sich in ihrem Drecksnetz aus Sachzwängen und Feigheit gemütlich eingerichtet hatten, denen haben wir das zu verdanken. Auf uns Junge hört ja keiner. Dabei geht es um unsere Zukunft.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1802" title="blut" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/blut_3.jpg" alt="" width="130" height="146" />Als ich alt genug war mir eigene Gedanken zu machen, war das mit dem Waschzwang schon unerträglich, aber wir hatten uns irgendwie daran gewöhnt. Es stank überall. Arbeit blieb liegen, obwohl alle am rotieren waren. Seit ich denken kann, ging es darum, den endgültigen Systemkollaps hinauszuzögern, irgendwie im Spiel zu bleiben, nicht unterzugehen. Vielen war das zu stressig. Ein paar von ihnen gelang die Flucht aus dem Hamsterrad, aber vor diesem Schritt bin ich zurück geschreckt. Ich bin zu so einem Verrat nicht fähig, wissen Sie. Auf Kosten anderer leben, das wollte ich nie.</p>
<p>Nun ja, das jedenfalls war die Dreckswelt, in die ich hineingeboren wurde. Ob ich etwas hätte ändern können? Die Frage stellt sich nicht, wenn es ums Überleben geht. Ich wollte nur leben.</p>
<p>Leben, verstehen Sie?<br />
Und jetzt, endlich, der große Marsch!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1804" title="blut" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/blut_2.jpg" alt="" width="130" height="153" />Ich wünschte, ich könnte sagen, dass die Ereignisse der heutigen Nacht Ergebnis unseres Widerstandes sind, dass wir auf die Barrikaden gegangen wären und uns gewehrt hätten. Das würde mich stolz machen. Aber wir verdanken diese neue Hoffnung ihm. Er, der uns so lange unterjocht und vergiftet hat, hat am Ende selbst den Schlussstrich gezogen. Fein säuberlich, vor knapp einer Stunde. Nun marschieren wir der Freiheit entgegen und er wird bald verrottet sein. Wenn Sie mich fragen: Ein guter Tausch. Die Welt ist eben doch gerecht, denn jetzt ist meine Zeit, unsere Zeit! Immerhin können wir noch etwas bewegen, alles in Ordnung bringen, was die Generationen vor uns zerstört haben. Mit jeder Minute fühle ich mich sauberer, befreiter, stärker. Ja, ich bin meiner neuen Aufgabe absolut gewachsen. Der Mensch hätte die Krankheit sowieso nicht überlebt, aber meine Genossen und ich, wir haben diese Chance auf ein besseres Leben verdient.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1803" title="blut" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/blut_1.jpg" alt="" width="260" height="326" />Jetzt bin ich einer der letzten Blutstropfen, der diesen stinkenden Körper verlässt. Da, ich kann sie schon sehen, meine Brüder. Was für ein herrlicher Anblick, dieser Zinnobersee dort unten auf den weißen Bodenfliesen.</p>
<p>Oh, Brüder – gleich bin ich bei Euch!<br />
Oh, Freiheit – ich komme!</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Senator und Ich</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/11/der-senator-und-ich/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 11:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>S.Fronzeca</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er, nennen wir ihn Versager, stellte als erstes den Fernseher an, dann duschte er und begann Hand an mich zu legen. In den ersten zehn Sekunden wusste ich, die ganze Sache war ein Fehler, würde in einer Nullnummer enden. Dreimal wies ich ihn höflich darauf hin, wie ich es nicht will, doch nach 30 Sekunden schaltete sich wieder sein Autopilot ein, der auf die harte Nummer programmiert war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Walking_Street,_Pattaya,_Thailand.jpg?uselang=de"><img class="size-full wp-image-1675 alignright" title="thai_street_2 (Bild: Rak-Tai)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/thai_street_2.jpg" alt="(Bild: Rak-Tai)" width="190" height="374" /></a>Nach sieben Jahren waren der Senator und ich wieder zusammen in Bangkok gestrandet und schlenderten die Straße zum reudigen Frettchen entlang. Nach dem obligatorischen Abendessen in der Telephone Bar, deren tuntige Kellner-Crew, bis auf einen unattraktiven Sitzengelassenen, zwar gewechselt hatte, in der sonst aber alles seinen gewohnten Gang ging, landeten wir ziemlich schnell wieder in einer der einschlägigen Boy-Bars. Eigentlich verlangte es mich mittlerweile nicht mehr nach dieser Art Etablissement. Irgendwie waren die Zeiten, in denen ich knapp der Minderjährigkeit entschlüpfte, engbehoste Thaiboys aus ihrem Nuttendasein rauskaufte, vorbei. Dass ich dann doch knapp drei Stunden bei eiskalt blasender Klimaanlage in diesem Club ausharrte, zeugt davon, dass bei meiner Erziehung irgendetwas falsch gelaufen sein muss.</p>
<p>Der Senator ließ sich unterdessen reihenweise knapp bekleidete Frettchen vorführen, ließ an- und wieder abtanzen, ohne sich wirklich entscheiden zu können. Früher hatte er schneller zugeschlagen, doch mit zunehmendem Alter wurde er immer wählerischer. Vielleicht lag es aber auch am Nachlassen seiner Sehkraft, dass sich die Fehlgriffe an der Frettchenfront häuften. Während die Getränkerechnung ins Unermessliche wuchs, ging das Fretten-Angebot langsam gegen Null. Die besten Happen schnappten uns fette, hässliche Chinesen, die neue, betuchte Klientel von nebenan, weg. Keine Frage, die Chinesen waren drauf und dran, dem Abendländer auch noch seine letzte Freude zu vermiesen. Irgendwann quetschte sich ein schmalbrüstiger junger Kambodschaner mit dem sinnigen Namen Boy zwischen uns und blieb dort für geraume Zeit stecken wie das Gürkchen in einem fetten Schinken-Käse-Sandwich. Als der Senator seinen erneuten Missgriff bemerkte &#8211; Boy war weder aktiv noch passiv, sondern einfach nichts &#8211; versuchte er ihn an mich weiterzuschieben. Allerdings biss er damit auf Granit, ich hatte ein Auge auf die Nummer 19 geworfen, die mich dummdreist anbaggerte, indem sie sich ständig in den prall gefüllten Schritt griff. Letztlich konnte ich mich aber nicht dazu durchringen, sie mir an den Tisch liefern zu lassen. Ich hatte andere Pläne für diese Nacht, doch dazu später.</p>
<p>Im Grunde wartete ich auf nichts anderes als auf die bereits vor zwei Stunden von der Bedienungstucke mehrfach angekündigte Fucking Show, die einfach nicht anfangen wollte. Zur Überbrückung bot man uns allerlei Skurrilitäten wie Spiele mit Feuer, heißem Wachs oder Seifenschaum sowie das Gequake einer theatralisch dreinschauenden Transe, deren goldenes Krönchen auf dem rotperrückten Haupt beängstigend hin- und herwackelte. Die Show, die kurz vor Mitternacht endlich begann, konnte sich allerdings sehen lassen. Erstaunlich, was diesen vergleichsweise kleinen Thai-Männern plötzlich aus den engen, weißen Höschen wuchs und flutsch im Gesäß des Showpartners verschwand. Akrobatisch konnte die Nummer gut und gern mit dem Cirque du Soleil mithalten. Ich hatte selten kopulierende Männer kopfüber an der Decke hängen sehen. Fledermäuse hätten es nicht besser machen können! Der Senator hatte sich unterdessen für ein blondgefärbtes Reptil im Leopardenhöschen entschieden, dass sich in Straßenkleidung allerdings als leicht tuntig entpuppte. Doch der Senator wäre nicht der Senator&#8230; Ich machte den Abgang.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Walking_Street,_Pattaya,_Thailand.jpg?uselang=de"><img class="alignright size-medium wp-image-1674" title="thai_street (Bild: Rak-Tai)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/thai_street-280x280.jpg" alt="thai_street (Bild: Rak-Tai)" width="280" height="280" /></a>Auf der Straße bot mir ein mittdreißiger, gut gebauter Thai seine Dienste an, die garantiert zu einem Happy End für alle Beteiligten führen würden. Doch was geht mich das Happy End anderer Leute an? Mir stand der Sinn nach einer Seifenschaum-Nacktschnecken-Komplettmassage durch eine Frau. Grundsätzlich traute ich Kerlen, die ein Happy End versprachen, keinen Meter weit über den Weg. Zurecht, wie sich später herausstellen sollte. Unter der Vorgabe, sich an der Seifenorgie beteiligen zu dürfen, wies er mir den Weg in die Gasse zum glitschigen Vergnügen. In der ersten Etage in einem dieser Freudenhäuser warteten rund zehn Frauen auf Kundschaft, kurz: auf mich. Die Nummer 10 &#8211; sie ähnelte einer süssen, kurzhaarigen Minigeisha mit einem Gesicht wie eine Porzellanpuppe &#8211; war ganz nach meinem Geschmack. Daraus, dass sie sofort aufsprang und mir entgegenlief, als ich den Raum betrat, glaubte ich zu deuten, dass auch sie meiner Nichtigkeit nicht abgeneigt war. Wir fuhren mit dem Lift in den dritten Stock. Sie trippelte einen langen Gang entlang und bog ins hinterste linke Badezimmer, ich trottete freudig erregt hinterher.  Dem Kerl wurde der Zutritt rigoros verwehrt, was mir sehr entgegen kam. Insgeheim hoffte ich, er würde die Fliege machen. Allerdings hatte die Fliege Sitzfleisch und mehr Biss, als man ihr zutraute.</p>
<p>&#8220;I wanna see your back first&#8221;, lispelte Geisha und als ich mich auf die rote Gummimatte schmiss, hatte sie mich auch schon mit ein paar kurzen Handgriffen eingeschäumt und flutschte mir fröhlich über den Rücken. Ich spürte den Druck ihrer kleinen Möse, wie sie sich über meinen ganzen Körper rieb. Es war wohlig warm, glatt und angenehm, ihren Körper und ihr Gewicht auf mir zu spüren. Als ich mich umgedreht hatte rieb sie ihre Muschi an meiner, stellte gewissermaßen Schneckenkontakt her, und tänzelte auf mir herum, als reite sie auf einem dieser aufblasbaren, medizinischen Gymnastikbälle. Ihre kleinen Brüste wippten dabei lustig auf und ab. Mit ihren flinken kleinen und doch zupackenden Händen glitt sie die Innenseiten meiner Schenkel entlang, flutschte immer wieder durch meine Ritze, bis plötzlich zwei Finger in mir steckten, während die restlichen acht neckische Kunststückchen vollführten, dass mir fast die Sinne schwanden. Während sie bei mir andockte, hatte sie die Augen geschlossen und stöhnte leise vor sich hin. Entweder war sie ebenfalls scharf oder höchst professionell. Ich nahm ihr ihre Lust ab, während meine zunahm, sodass ich fast ein wenig Trauer verspürte, bei dem Gedanken, es könnte zu schnell vorbei sein. Selten hatte jemand so geschickt bei mir Hand angelegt, um mir einen Orgasmus deluxe herbeizufingern. Wahrscheinlich hatte sich little Geisha diese Fertigkeit in jahrelangen Studien an der FOSSBH (Fakulty of sexuel satisfaction by hand) angeeignet. Die Kleine war jeden einzelnen der 2500 Bath wert! &#8220;Don&#8217;t tell men, what I did to you!&#8221;, sagte sie verschwörerisch und schüttete eine Schüssel Wasser über mich, bevor sie mit mir zusammen in die Badewanne stieg und mich wusch wie ihr Kind. Als sie mich abgetrocknet hatte, kniete sie nieder und machte mir die Riemchen meiner Sandalen zu, wobei sie mich ehrerbietend anlächelte. Ich erwog für einen kurzen Moment sie zu adoptieren und als meine persönliche Dienerin und Sexsklavin einzustellen. Kost und Logis gratis, versteht sich. Ich gab ihr ein Extra-Tipp und dackelte glückselig grinsend zurück in den ersten Stock, wo der Kerl schon einsatzbereit auf einem Schemel hockte.</p>
<p>Ich war ausgeschossen und hatte keine Lust, aber Geschäft, ist Geschäft. Also klapperten wir mehrere Stundenhotels ab, bis wir eines fanden, in dem ich die 600 Bath für das Zimmer mit Kreditkarte zahlen konnte, denn mein Bargeld hatte Geisha. Er, nennen wir ihn Versager, stellte als erstes den Fernseher an, dann duschte er und begann Hand an mich zu legen. In den ersten zehn Sekunden wusste ich, die ganze Sache war ein Fehler, würde in einer Nullnummer enden. Dreimal wies ich ihn höflich darauf hin, wie ich es nicht will, doch nach 30 Sekunden schaltete sich wieder sein Autopilot ein, der auf die harte Nummer programmiert war. Währenddessen &#8211; es war 2 Uhr morgens &#8211; lief im TV eine dämliche japanische Kindersendung, vielleicht lag&#8217;s also auch am Fernsehprogramm. Jedenfalls blieb mir nur noch der Coitus Totally Interruptus, um unbeschadet aus dieser Nummer wieder rauszukommen. Ich brach die Expedition auf Höhe des Basiscamps kurzerhand ab, zog mich an und ging. Leicht trötzelig, mit einem Blick wie ein geschlagener Hund, trottete Versager hinter mir her. Als Wiedergutmachung durfte er mich ins Hotel fahren. &#8220;Tomorrow, I&#8217;ll be better!&#8221;, sagte er noch. Ich ließ ihn weiterträumen und verschwand in der Lobby, wo der dummdreist grinsende Concierge bereits wartete, während der Senator im 8. Stock gerade das dritte Mal kopulierte.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Einmal hat einer gesagt</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 10:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Quentinadieu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[religiös]]></category>

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		<description><![CDATA[einmal hat einer gesagt / falsche worte wären gesprochen // ihm folgten tausende / und verbreiteten seine heilige lehre /...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/mahnender_zeigefinger_in_eis.jpg" alt="" title="mahnender_zeigefinger_in_eis" width="190" class="alignright size-full wp-image-1672" />einmal hat einer gesagt<br />
falsche worte wären gesprochen</p>
<p>ihm folgten tausende<br />
und verbreiteten seine heilige lehre<br />
und er<br />
der uns alle retten sollte<br />
und er<br />
der starb<br />
weil er uns hoffnung geben wollte<br />
oder zumindest die angst nehmen<br />
und doch sinken wir weiter<br />
(in die knie, vielleicht)<br />
und sprechen<br />
vor ihm<br />
unsere falschen worte.</p>
<p>aber einmal hat einer gesagt.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kraftmeier</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 09:59:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Früher hat er alles gestemmt, sein Wesen nahm ein, gab wenig ab / Er nahm die Weltwunder mit und ließ sie wieder fallen, Kraftmeier der Absauger, der Allesfresser, nahm sich die Frauen aus den Pralinenschachteln, Nougat, Krokant, Pfirsich-Melba ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kraftmeier ist eine Wunde, sein Leben Narbenbildung<br />
Er schwärt, er heilt nicht ab, jeden Morgen bricht die Wunde wieder auf, der Aufbruch in den Tag eitert, Kraftmeier weiß wer sein wildes Fleisch will. Da züngelt sie, die Warteschlange mit dem tödlichen Biss, Kraftmeier steht nie an, meidet Rücken vor sich, meidet Vorrücken, diesen einen Schritt vor den anderen, <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Santa_Monica_Theater.jpg?uselang=de"><img class="alignright size-full wp-image-1677" title="Kinokasse" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/cinema_box_office.jpg" alt="Kinokasse" width="190" height="280" /></a>den letzten bis zur Abendkasse, die nur noch schlechte Karten hat<br />
Früher hat er alles gestemmt, sein Wesen nahm ein, gab wenig ab<br />
Er nahm die Weltwunder mit und ließ sie wieder fallen, Kraftmeier der Absauger, der Allesfresser, nahm sich die Frauen aus den Pralinenschachteln, Nougat, Krokant, Pfirsich-Melba<br />
Kurz waren die Wege von den Blowjobcentern in die Muschibuden wo seine Steckenpferde durch die Nacht galoppierten<br />
Trari, trara, der Benz ist da, Kraftmeier hat immer ganz durchgetreten, hat den linken Ellenbogen locker aufgelegt und mit zwei Fingern gesteuert, abgefahrene Zeiten, Kraftmeier hat die Zeiten abgefahren, hat immer aufs Tempo gedrückt<br />
Er blickt in den Spiegel mit dem Riss, sieht die Pflaster, die Gaze die Mullbinden, Kraftmeier wird sich das letzte Drama ansehen<br />
Die Vorstellung ist ausverkauft, aber vielleicht bekommt er seine Karte an der Abendkasse.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Moneyshot, Kapitel 4</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 10:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Compart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[noir]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor Schmudtke reagieren konnte, krachte die Faust in sein Gesicht und brach ihm das Nasenbein. Bei Schmudtke gingen die Lichter aus, als Detto ein zweites Mal zuschlug. Außer sich vor Wut brüllte Samba: „Eh, du Arsch! Nicht in meiner Karre. Der blutet mir die Polster voll. Was bist du eigentlich für ein verblödetes Arschloch? Das ist echtes Leder, du Penner. Mann, das hat man davon wenn man sich mit der Gosse einlässt.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><small>&#8220;Ursprünglich war MONEYSHOT ein Hörspiel, das der WDR produziert hat. 2006 oder 2007  begann ich damit, es zu erweitern und zu einem Roman umzubauen. <img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/billigbestatter_sw.jpg" alt="" title="billigbestatter_sw" width="240" height="427" class="alignright size-full wp-image-1752" />Hörspiele folgen bekanntlich einer anderen Dramaturgie. Diese Szene war nicht im Hörspiel. Für den Roman habe ich bewusst diesen behavioristischen Stil gewählt, den die Angelsachsen so perfekt beherrschen. Das ist anders, als der übel gelaunte allwissende Erzähler, den ich in den Gill-Romanen verwende. Deswegen habe ich MONEYSHOT auch liegen lassen, als ich LUCIFER CONNECTION schrieb. Im Grunde gilt auch für mich die Prämisse: Wenn man einen Roman schreibt, muss man dran bleiben und kann/sollte nichts anderes nebenher machen bis die erste Fassung steht. Bei MONEYSHOT arbeite ich sporadisch (zwei Drittel sind fertig), da ich durch das Hörspiel auf die Plotstruktur und das meiste Personal zurückgreifen kann. Es ist für mich so etwas wie eine zweite Fassung. Inhaltlich versuche ich die schwarzen Welten eines Philip Loraine, Bruno Fischer, Francis Ryck oder Elliott Chaze auf deutsche Milieus und Mentalitäten zu übertragen.<br />
Das hier ausgewählte Kapitel kann m.E. für sich stehen und braucht nicht den Kontext des Romans.&#8221;</small></em></p>
<p>4.</p>
<p>Samba fuhr zügig durch die Stadt &#8211; soweit es der Verkehr erlaubte. Aus der Stereoanlage tönte  teutonische Rocksentimentalität der Scorpions. Samba mochte bombastische Musik. Und er mochte, was er gleich tun würde. Seine Gedanken glitten krachend durch seine Erinnerung. Wie war er geworden, was er  war? Als Kind hatte Samba sein kleines Zwergkaninchen, das er sehr liebte, umgebracht. Anschließend musste er tagelang weinen. Er wollte wissen, ob Gott ihn an so einer schrecklichen Tat hindern würde, er hatte sogar darum gebetet. Aber Gott rührte sich nicht. Ihn interessierte das Schicksal von Zwergkaninchen einen Dreck. Gott hatte es zugelassen. Wenn man das tun konnte ohne dass Gott es verhindert, folgerte der kleine Samba messerscharf, dann war es okay schlimmes zu tun. Oder es gab keinen Gott. Dann war alles erlaubt. Oder es gab doch einen Gott, dann war der nicht allmächtig und konnte nichts gegen die ungeheuren Grausamkeiten unternehmen, die täglich geschahen. Ein solcher schwacher Gott taugte nichts. Auf so ein Weichei konnte Samba verzichten.</p>
<p>Er fuhr auf eine Kreuzung zu. Auf dem Bürgersteig sah er Schmudtke, der nervös herumtänzelte. Er trug einen zu großen Anzug, der bessere Zeiten gesehen hatte, und seine Augen waren stark gerötet. Das blonde Haar war mit Gel an den länglichen Schädel angeklatscht. Bis zu Sambas Anruf hatten sich seine Sorgen darauf beschränkt, dass er seine bettlägerige Mutter mal wieder im Pflegeheim besuchen sollte. Jetzt hatte er ein paar neue Sorgen dazu bekommen. Samba bedeutete nie was Gutes. Die Limousine glitt neben ihn, hielt und Samba stieß die Beifahrertür auf.</p>
<p>„Du siehst wie ein Penner aus, der die Nacht durchgemacht hat.“</p>
<p>Der ehemalige Seemann Schmudtke war ein Penner, der die Nacht durchgemacht hatte. Er war feige und brutal und diese Kombination hatte ihn mehrfach vor dem Tod bewahrt. Und zu erbärmlichen Wohlstand geführt. In Hongkong hatte er wegen einer Uhr jemanden die Hand abgehackt, um schneller verschwinden zu können. Seine Überlebensstrategie war der Betrug: Im richtigen Moment die Seiten wechseln oder andere im Stich lassen.  Schmudtke führte für Schark eine miese Spielhölle und hörte alles. Er war so unauffällig, dass man ihn erst bemerkte, wenn man sich verquatscht hatte.</p>
<p>„Ich hab kein gutes Gefühl dabei“, sagte er, als er ins Auto stieg.</p>
<p>„Dein Gefühlsleben interessiert nicht mal deine Mutter, du Penner. Kannst du dir nicht mal ein paar gut sitzende Fahnen kaufen?“</p>
<p>„Ich hab in letzter Zeit so abgenommen. Der Stress. Ich opfere mich für Schark auf. Hab einen Zwanzig-Stunden-Tag.“</p>
<p>„Da muss ich ja unbedingt mit Schark drüber reden. Damit du ne längere Mittagspause kriegst. Soviel Freizeit möchte ich auch mal haben.“</p>
<p>„Du machst Detto doch nicht hin?“</p>
<p>„Nur eine Abmahnung. Hab ich dir doch gesagt.“</p>
<p>„Weiß er, dass wir kommen?“</p>
<p>„Klar. Eine kleine Spritztour.“</p>
<p>„Schark muss mir was anderes geben. Diese Spielothek macht mich krank. Nur Asoziale und Rentner. Ganz schlechtes Publikum. Bleibt nicht viel hängen.“</p>
<p>„Ist Scharky auch schon aufgefallen.“</p>
<p>„Was? Wie mies die Geschäfte gehen? Das ist die Lage. Er muss mir was in der Stadtmitte geben. Nicht so einen abgefuckten Puff am Stadtrand.“</p>
<p>„Seit Monaten bringst du immer weniger.“</p>
<p>„Da ist nichts zu melken. Alles ist teurer seit dem Scheiß-Euro und die Leute verpulvern nicht mehr soviel. Wir stecken mitten in einer Wirtschaftskrise. Hörst du jeden Tag im Fernsehen.“</p>
<p>Samba bog in eine Sackgasse. Am Ende der Strasse war eine fünf Meter hohe Mauer, die elende Häuser noch zusätzlich beschattete. Samba drückte auf die Hupe. Sekunden später trat ein Mann aus einer Haustür. Er grinste breit von einem abstehenden Ohr zum anderen und ging schleppend und schwerfällig zum Auto. Ächzend ließ er sich auf den Hintersitz fallen.</p>
<p>„Dann mal los. Wie geht’s, Schmudtke? Noch immer an Land? Ich dachte, du wolltest wieder auf See.“</p>
<p>Schmudtke knurrte etwas Unverständliches. Samba fuhr an.</p>
<p>„Ich fahre jetzt zu diesem scheiß Steinbruch.“</p>
<p>„Aber gerne. Schön ruhig da. Stillgelegt. Bis auf weiteres“, lachte Detto unmotiviert. Schmudtke konnte soviel Blödheit kaum glauben.</p>
<p>„Wie war das Geschäft heute Nacht?“, erkundigte sich Samba.</p>
<p>„Es ging. Dieser russische Bastard war wieder da. Er will unbedingt mit dir verhandeln. Noch will er für den Laden bezahlen. Aber er wird langsam ungeduldig. Droht damit, seine Leute aus Berlin kommen zu lassen.“</p>
<p>„Ich blas ihm den Arsch über die Oder.“</p>
<p>„Hast du nie Besuch von den Russen?“, wandte sich Detto an Schmudtke.</p>
<p>„War mal einer da. Habe ihn sofort rausgeschmissen.“</p>
<p>„Ach ja? Da habe ich aber was anderes gehört.“</p>
<p>Wütend wandte sich Schmudtke zum Rücksitz. „Und was hast du gehört, Detto? Du hörst doch nur Scheiße. Du kannst nix gehört haben. Erzähle lieber nicht weiter so eine Kacke rum. Du hast selbst genug Probleme.“</p>
<p>Detto lachte. Dann zog er seine Rolex über die Knöchel der linken Hand. Bevor Schmudtke reagieren konnte, krachte die Faust in sein Gesicht und brach ihm das Nasenbein. Bei Schmudtke gingen die Lichter aus, als Detto ein zweites Mal zuschlug.</p>
<p>Außer sich vor Wut brüllte Samba: „Eh, du Arsch! Nicht in meiner Karre. Der blutet mir die Polster voll. Was bist du eigentlich für ein verblödetes Arschloch? Das ist echtes Leder, du Penner. Mann, das hat man davon wenn man sich mit der Gosse einlässt.“</p>
<p>Zufrieden ließ sich Detto zurückfallen. „Mach dir nix draus. Kannste alles reinigen. Da gibt es extra Mittel. Letzten Monat hatten die das beim Aldi im Angebot. Ich hab´ mir sofort ein paar Flaschen besorgt. Echt gut das Zeug. Ich mach das für dich. Sein Geschwätz ging mir echt auf die Nerven. Aber den Gestank von dieser Missgeburt kriegste bestimmt nicht raus. Hättest ne olle Karre nehmen sollen. Wieso ist der Idiot eigentlich so brav mitgefahren?“</p>
<p>„Weil ich ihm gesagt habe, wir würden dich abservieren. Hol mal die Wumme aus seiner Jacke.“</p>
<p>„Was? Wollte er mich etwa abballern? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Der Kerl macht hinter deinem Rücken Absprachen mit den Russen und will mich dann ausknipsen, damit ich es dir nicht erzähle&#8230; Muss ihm mächtig gefallen haben, mich abzuservieren.“</p>
<p>Detto wühlte in Schmudtkes Klamotten rum bis er die Pistole gefunden hatte. „Was ist das denn? Eine Stetschkin? Hat er die von seinen russischen Freunden?“</p>
<p>„Eine was?“</p>
<p>„Alte russische Armeewaffe aus den 50ern. Wird heute nur noch von Spetnaz verwendet. Stangenmagazin mit 20 Schuss Makarow-Patronen. Kannste mit Feuerstöße abgeben. Musste ein guter Schütze sein. Ziemliche Streuung. Das Gewicht kann die Feuerstösse nicht kompensieren. Damit hätte der Arsch alles getroffen, nur nicht mich. Die Knarre dürfte sogar älter sein als sein vollgepisster Anzug.“</p>
<p>„Gib her.“ Samba hielt die offene Hand nach hinten. Detto schlug mit der Waffe auf Schmudtkes Schädel bevor er sie widerwillig Samba in die Hand drückte.</p>
<p>„Was ist mit dir? Hast du auch Feuerwaffen dabei?“</p>
<p>„Was soll das? Leitest du jetzt ein Abrüstungskomitee?“</p>
<p>„Wenn du eine Waffe dabei hast, will ich die sofort haben. Sonst baust du noch Mist.“</p>
<p>Das gefiel Detto nicht. „Meine P7 gebe ich niemanden. Wir sind praktisch unzertrennlich.“</p>
<p>Ruckartig hielt Samba den Wagen an. Detto wurde nach vorne geschleudert, Schmudtke rutschte vom Sitz. Samba packte Detto am Nacken und drückte den Hals in die Lehne. „Ich sage sowas nur einmal. Wer mich als Chauffeur hat, fährt unbewaffnet. Her mit der Waffe sonst zerquetsche ich dir das Genick.“</p>
<p>„Iss ja gut. Keinen Stress, Samba.“ Dettos Atem ging schwer. Er griff in seine Jacke, zog die Heckler &amp; Koch heraus und reichte sie Samba.</p>
<p>„Na also. Verdammt nochmal. Ich komm mir vor wie im Kindergarten. Was ist eigentlich mit mir los? Habe ich an Autorität verloren? Wieso tut keiner mehr was ich sage? Bin ich geschrumpft? Denken alle, ich bin Pazifist oder sowas? Wieso versucht jeder mit mir Schlitten zu fahren?“</p>
<p>Samba fuhr wieder an und Detto lehnte sich vorsichtig zurück.</p>
<p>„Keinen Stress, Samba. Kein Mensch, der noch alle beisammen hat, zweifelt deine Autorität an.“</p>
<p>„Na, ich weiß nicht. Vielleicht muss ich mal so einen Kurs machen: Wie strahle ich Selbstvertrauen aus.“</p>
<p>Schmudtke kam langsam zu sich. Blut floss über Gesicht und Anzug auf den Sitz. Bevor er wieder voll da war, verpasste ihm Samba einen mit den Ellenbogen. Das genügte.</p>
<p>„Willst du ihn im Steinbruch verbuddeln?“</p>
<p>„Der Kerl zieht Schark seit Monaten ab, macht hinter unseren Rücken Absprachen mit den Iwans. Denkt, er ist Schröder. Was meinst du, sollte man mit ihm anstellen? Den Bambi verleihen?“</p>
<p>„Ist ja gut. Ich meine nur&#8230; Von mir aus ist er längst über die Zeit.“</p>
<p>Sie rasten eine steile, gut ausgebaute Landstrasse hinunter. Rechts Wald, links vereinzelte Häuser und Viehweiden. Am unteren Ende erhob sich ein mächtiger halb abgetragener Berg. Samba fuhr über einen Sandweg bis zu einem verschlossenen Gittertor.</p>
<p>„Mach auf. Im Kofferraum ist ein Bolzenschneider.“</p>
<p>Detto stieg aus, nahm die Zange aus dem Kofferraum und durchtrennte die Kette des Vorhängeschlosses. Samba fuhr in den weitläufigen Steinbruch. Detto schloss das Tor und trabte zu dem  geparkten Wagen. Samba stieg aus und sah sich um. Er entdeckte eine abgelegene Stelle. Er prüfte den Boden.</p>
<p>„Nimm die Schaufel und grab ihm eine schöne Ruhestätte.“</p>
<p>Schweigend machte sich Detto an die Arbeit. Samba rauchte eine HB. Interessiert beobachtete er Schmudtke. Aus seiner gebrochenen Nase perlten blutige Blasen.</p>
<p>„Weiter“, sagte Samba als Detto die Schaufel hinwarf.</p>
<p>„Ist doch Scheiße. Dauert Stunden.“</p>
<p>„Hast recht“, sagte Samba und schoss Detto mit der Schtetschkin zweimal in die Brust und einmal in den Kopf.  „Die ist doch prima. Von wegen Streuung.“ Dann zog er Schmudtke aus dem Auto und warf ihn in die Grube. Er sprang hinterher und drückte ihm die Pistole in die Hand. Er ging zurück zum Auto und holte Dettos P7, mit der er dem röchelnden Schmudtke so oft in den Kopf schoss, bis nichts mehr da war. Er säuberte den Griff und drückte die Waffe in Dettos erkaltende Hand</p>
<p>„Als ob man einen Thunfisch in der Dose abknallt. Für ‘ne oberflächliche Untersuchung dürfte das reichen.“ Schweigend betrachtete Samba sein Werk und wartete darauf, dass die Kraft der Getöteten in ihn fuhr, von seiner toten Seele aufgesogen wurde. Er fühlte nichts. Wahrscheinlich bekam man diesen spirituellen Übergang nicht richtig mit. Aber Samba glaubte fest daran. Bei irgendwelchen Eingeborenen lief das schließlich auch so. Oder musste man irgendwelche Teile der Opfer auffressen? Das müsste er gelegentlich mal nachschlagen.</p>
<p>Samba blieb noch eine Weile im Steinbruch.  Dann sah er auf die Uhr: Höchste Zeit, Schark zu treffen.</p>
<p>&nbsp;<br />
-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<strong>Was von Martin Compart lesen:</strong></p>
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<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3895811742/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3895811742"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3895811742&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822" /><br /><small>Der Sodom-Kontrakt</small></a>
 </div>
</td>
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<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785724004/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3785724004"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3785724004&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822" /><br /><small>G-man Jerry Cotton: Eine Hommage an den erfolgreichsten Krimihelden der Welt</small></a>
 </div>
</td>
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<p>Martin Compart liest:<br />
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		<title>Gedanken über Hoden</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 10:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[absurd]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[seltsameWelt]]></category>
		<category><![CDATA[ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenablage]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe viele Jahre meines Lebens damit zugebracht, darüber nachzudenken, was aus mir geworden wäre, wenn ich zwei unterschiedlich große Hoden gehabt hätte. Zuerst würde niemand den Unterschied überhaupt bemerken, außer vielleicht ich selbst. Zufällig. In der Badewanne, unter der Bettdecke oder durch einen anderen Fahrgast in einer voll besetzten Straßenbahn. Meine Freundinnen hätten mir all die Jahre zwischen die Beine gegrapscht und meine Murmeln zwischen den manikürten Fingern geknetet, um dann kurz innezuhalten. Rechte Murmel, linke Murmel, wieder Rechts, dann Gekicher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hanging_testicles.JPG"><img class="size-thumbnail wp-image-1727 alignleft" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" /></a>Ich habe viele Jahre meines Lebens damit zugebracht, darüber nachzudenken, was aus mir geworden wäre, wenn ich zwei unterschiedlich große Hoden gehabt hätte.</p>
<p>Asymmetrie ist verbreitet im Tierreich. Wir haben auf einer Seite eine Rippe mehr, unser Herz schlägt links und unsere einzige alkoholgetränkte Leber schwappt beim Gehen von einer Seite auf die Andere.</p>
<p>Zuerst würde niemand den Unterschied überhaupt bemerken, außer vielleicht ich selbst. Zufällig. In der Badewanne, unter der Bettdecke oder durch einen anderen Fahrgast in einer voll besetzten Straßenbahn. Meine Freundinnen hätten mir all die Jahre zwischen die Beine gegrapscht und meine Murmeln zwischen den manikürten Fingern geknetet, um dann kurz innezuhalten. Rechte Murmel, linke Murmel, wieder Rechts, dann Gekicher. Die schöne Erektion, die ich so lange vor dem Spiegel geübt habe &#8211; im Arsch.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hanging_testicles.JPG"><img class="size-thumbnail wp-image-1727 alignright" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" /></a>Vielleicht wäre der Unterschied winzig. Ich selbst könnte ihn nur mit einem Maßband feststellen und dann das allwissende Internet befragen. Das Internet würde antworten: Finde Dich damit ab. Die Evolution hat Dich mit zwei verschieden großen Klötzen auf die Reise geschickt. Mach was draus &#8211; auch wenn Du beim Gehen leicht nach links ziehst und Dich damit in der Wüste verlaufen wirst.</p>
<p>Von solchen Aussichten bekomme ich Albträume. Mein rechter Hoden hat normale Größe, sagen wir: Tennisball. Mein Linker: Bowlingkugel! Ein schiefes Kreuz bekomme ich davon. Ich gehe zum Physiotherapeuten, der massiert mir wochenlang erfolglos die Hauptgräte, bis mir beim Umziehen ein Ei aus der Hose rutscht und die Sitzbank zertrümmert. Als er mit dem Lachen fertig ist, empfiehlt er mir einen Urologen. Der Urologe lacht nicht, sondern fängt mit dem Trinken an. Das Leben ist nicht mehr so leicht wie früher. Selbst Gynäkologen müssen heute Abstriche machen.</p>
<p><img class="size-thumbnail wp-image-1727 alignleft" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" />Ich gehe in eine Samenbank, wuchte mein mutiertes Testikel auf den Tresen, mache auf dicke Hose und schmeiße eine Lokalrunde. Die anderen Deckweissspender gucken ganz schön blöd aus der Wäsche.</p>
<p>Wenn ich in einem Hochbett läge und mich im Schlaf umdrehte, würde die Monstermurmel über den Rand rollen. Ich würde aus dem Bett gezogen und auf den Boden klatschen. Ohne Helm hat man da länger was von.</p>
<p>Was sollte man in einer solchen Situation tun? Privatfernsehen ist keine Dauerlösung. Wenn am Ende der Sendung jeder im Studio meinen Fellfreund mal angefasst hat, ist die Luft ja auch irgendwie raus.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hanging_testicles.JPG"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1727" title="Hoden (Foto: Creator)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/hoden-140x140.jpg" alt="Hoden (Foto: Creator)" width="140" height="140" /></a>Hoden wandern auch. Hab ich selbst gesehen. Wenn es kalt ist, ziehen sich Hoden stärker an den Körper heran. Der Turnbeutel ist dann ganz fest und fühlt sich an wie kaltes, rohes Hühnchen. Ich habe auch schon davon gehört, das Hoden in die Bauchhöhle wandern. Wenn meine Bowlingkugel in die Bauchhöhle wandern würde, sähe ich aus, als ob ich schwanger wäre. Viele Fernosteuropäer tragen weite Wickelröcke, aber das muss natürlich nichts heißen.</p>
<p>Das Leben bleibt kompliziert einfach &#8230;</p>]]></content:encoded>
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		<title>initiation der alten krähe im spiegel</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/09/initiation-der-alten-krahe-im-spiegel/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 04:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna M. Scotti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[Initiation]]></category>
		<category><![CDATA[Krähe]]></category>
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		<category><![CDATA[ZMK_Exponate]]></category>

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		<description><![CDATA[initiation der alten krähe im spiegel: lüstern beäugt  - warm / aus rabenschwarzen - helle augen / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/initiation-der-alten-kraehe-im-spiegel.png" alt="Initiation der alten Krähe im Spiegel" title="Initiation der alten Krähe im Spiegel" width="560" height="619" class="aligncenter size-full wp-image-1611" /></p>]]></content:encoded>
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