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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; Bredenbeck</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Kommissar Bredenbeck steigt aus</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
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		<description><![CDATA[Günzel scheuchte das Einsatzfahrzeug mit 90 Sachen die Strasse hinauf. Kommissar Bredenbeck durchsaß derweil den Beifahrersitz und stellte bei der Beobachtung seines Fahrgeräusche imitierenden Assistenten felsenfest, dass Intelligent Design keinesfalls für die Entstehnung der Arten verantwortlich sein konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/bredenbeckfaehrt_350.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-878" title="bredenbeckfaehrt_350" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/bredenbeckfaehrt_350.jpg" alt="bredenbeckfaehrt_350" width="350" height="250" /></a></p>
<p>Günzel scheuchte das Einsatzfahrzeug mit 90 Sachen die Strasse hinauf. Kommissar Bredenbeck durchsaß derweil den Beifahrersitz und stellte bei der Beobachtung seines Fahrgeräusche imitierenden Assistenten felsenfest, dass <em>Intelligent Design</em> keinesfalls für die Entstehnung der Arten verantwortlich sein konnte.</p>
<p>&#8220;Er entkommt uns!&#8221;, schrie Günzel die Frontscheibe an, die an manchen Stellen durchblinken ließ, dass sie Fahrer mit feuchter Aussprache hasste.</p>
<p>&#8220;Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass in Ihrem Leben etwas falsch läuft?&#8221;, fragte der Kommissar nebenbeiläufig und kurbelte seinen Sitz in Liegeposition, um noch lässiger zu wirken.</p>
<p>&#8220;Was?&#8221;, günzelte sein Sozius mit hochrotem Kopf zurück und schielte entlang einer gestrichelten Linie auf den Karton mit den Spitzfindigkeiten, den Bredenbeck im Schoß hielt.</p>
<p>&#8220;Oder anders gefragt:&#8221;, fragte er anders, &#8220;sind Sie Veränderungen gegenüber aufgeschlossen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Welche Veränderungen?&#8221;, echote sein Assistent überzeugend ahnungslos.</p>
<p>&#8220;Zum Beispiel: Das dass von uns verfolgte Fluchtauto immer kleiner wird!&#8221;</p>
<p>Günzel durchwühlte vergeblich das Handschuhfach, um eine plausible Erklärung zu finden. Er formulierte in Gedanken ein vorsichtiges <em>Weil es sich immer weiter entfernt?</em>, wußte aber, dass er damit nicht durchkommen würde. Nicht bei Bredenbeck, dem mit allen Fahrwassern gewaschenen Kriminaler. &#8220;Weil es schneller ist als <em>wir</em>?&#8221;, überraschte er sich selbst mit kursiver Schrift.</p>
<p>&#8220;Und was können <em>wir</em> dagegen tun?&#8221;, fragte der Kommissar so gedehnt, dass seine Sehnen knackten.</p>
<p>Günzel fühlte, dass er sich vollens in die Enge getrieben fühlte und das lag massgeblich daran, dass sein Chef unbemerkt an seiner Sitzverstellung gespielt hatte, die ihn bedrohlich zwischen Rückenlehne und Lenkrad einquetschte.</p>
<p>&#8220;Ich weiß nicht!&#8221;, erwiderte Günzel gepresst. &#8220;Haben sie vielleicht leihweise eine gute Antwort für mich?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wie wär&#8217;s mit: In den dritten Gang schalten?&#8221;, grinste Bredenbeck eigenhändig. Dann nahm er sich einen Korb und begann die Früchte seiner raffinierten Verhörmethoden zu ernten.</p>
<p>Seinem Assistenten entfiel alle Farbe aus dem Gesicht, die sich platschend in den Fußraum ergoß. &#8220;In den dritten Gang schalten!&#8221;, wiedergab der kleinlaute Günzel mehr klein als laut. Seine jahrzehntelange Fahrschulzeit lief in Zeitraffer vor seinem einzigen geistigen Auge ab: Die Eröffnung der Fahrschule, die Pensionierung ihres Gründers, die vom Verkehrsminister persönlich mit sorgenvollem Gesicht verlesene Strassenverkehrsordnung.</p>
<p>Günzel stoppte den Film, trat beherzt nach dem Kupplungspedal und betätigte den Schaltknüppel. Verschiedene, bis an die Zähne bewaffnete Zahnräder gerieten aneinander. Einige, von umsichtigen Autoherstellern ursprünglich für den Rückwärtsgang vorgesehene Teile bekamen überraschend den Einsatzbefehl und stürzten sich verwundert, aber pflichtbewußt ins Getümmel. Ein Rucken ging durch den schweren Wagen, als eine Reihe von Getriebeteilen durch die Motorhaube entkam und nach kurzer Suche das Weite fanden. Ein Schuß durchfiel die folgende Stille. Das Einsatzfahrzeug rollte langsam aus und kam am Bordstein zum Erliegen.</p>
<p>Minutenlang ergriff niemand das Wort, obwohl eine ganze Reihe davon zur freien Verwendung bereitgelegen hatten. Schließlich war es der Kommissar, der sich zum Sprechen anhob.</p>
<p>&#8220;Sie wußten, dass sie eines Tages während eines Einsatzes sterben würden, nicht wahr?&#8221;, fragte Bredenbeck nicht wirklich interessiert aber trotzdem, nachdem er gelangweilt in seinem Fragenkatalog geblättert hatte.</p>
<p>Günzel fühlte sich überhaupt nicht wohl in seiner Haut &#8211; zum Einen, weil er selbst darin steckte und zum Anderen, weil sich neben ihm noch eine Kugel darin befand.</p>
<p>&#8220;Ja!&#8221;, ächzte Günzel final. &#8220;Aber dass mir das ausgerechnet in einem Fahrsimulator passsieren muß!&#8221;</p>
<p>Der kinderlose Kommissar nickte väterlich und verließ das Gefährt. Seine Waffe dachte noch lange nicht daran, mit dem Rauchen aufzuhören.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommissar Bredenbeck erhebt sich</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 22:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
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		<description><![CDATA[Kommissar Bredenbeck und sein Assistent Günzel starrten gebannt auf den Obduktionstisch. Stiglmair, der Pathologe, beugte sich über den Leichnam, griff ein Skalpell, durchtrennte akribisch Muskeln und Sehnen, öffnete den Brustkorb mit einer Knochensäge und schälte schließlich mehrere Gewebeschichten ab. Dann nahm er eine Pinzette und zog vorsichtig ein großes Stück Haut ab, das er stirnrunzelnd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommissar Bredenbeck und sein Assistent Günzel starrten gebannt auf den Obduktionstisch. Stiglmair, der Pathologe, beugte sich über den Leichnam, griff ein Skalpell, durchtrennte akribisch Muskeln und Sehnen, öffnete den Brustkorb mit einer Knochensäge und schälte schließlich mehrere Gewebeschichten ab. Dann nahm er eine Pinzette und zog vorsichtig ein großes Stück Haut ab, das er stirnrunzelnd gegen das grelle Licht einer Leuchtstoffröhre hielt.</p>
<p>&#8220;Am gesamten Körper auffällige Verbrennungen zweiten und dritten Grades!&#8221;, nörgelte er ins Diktiergerät. &#8220;Alle lebenswichtigen Organe wurden entnommen. Außerdem sind die Extremitäten am ersten Gelenk und der Kopf inklusive Halswirbelsäule entfernt worden, wahrscheinlich, um eine Identifikation zu erschweren. Sieht mir trotzdem nicht nach einem Ritualmord aus. Soviel jedenfalls kann ich jetzt schon sagen: Die Leiche ist männlich, jung, zeigt Anzeichen von Mangelernährung und ist nicht an den Folgen der Verbrennungen gestorben.&#8221;</p>
<p>Dann steckte er sich den Hautfetzen in den Mund und begann, genüßlich darauf herumzukauen. Günzel presste sich entsetzt ein Taschentuch vor Mund und Nase und betrachtete das Schauspiel mit weit aufgerissenen Augen.</p>
<p>&#8220;Zart besaitet, was?&#8221;, feixte Bredenbeck.</p>
<p>&#8220;Nein, ich bin auf Diät!&#8221;, kreischte Günzel.</p>
<p>Stiglmair sah gequält zu den Beiden herüber. &#8220;Warum schwirren sie nicht einfach ab und lassen mich in Ruhe mein Brathähnchen essen? Ich melde mich, sobald ich was habe.&#8221;</p>
<p>Die beiden Polizisten entfernten sich abschwirrend, nicht ohne dem Pathologen zum Abschied einen geringschätzigen Blick zuzuwerfen, dem dieser durch eine geschickte Verlagerung seines Oberkörpers auswich.</p>
<p>Wieder auf dem Präsidium angekommen, fand Günzel im Saum seiner speckigen Jacke endlich die Stimme wieder. &#8220;Meine Nerven halten das nicht mehr durch!&#8221;, keuchte er nach kurzer Rücksprache mit seinen Nerven und wischte sich die Stirn ab.</p>
<p>Bredenbeck holte wortlos eine Neue aus der Innentasche und reichte sie seinem zitternden Assistenten. Dann lehnte er sich lässig in seinen Drehstuhl zurück, bis sein Hinterkopf den Boden berührte.</p>
<p>&#8220;Braucht mein zitternder Assistent vielleicht Urlaub?&#8221;, fragte der Kommissar mit einem süffisanten Blick unverdünnter Mischungen seines reichhaltigen Repertoires gespielter Anteilnahmen und zur Decke.</p>
<p>Günzel fummelte seine neue Stirn aus der Folie und klebte sie geistesabwesend auf seine linke Wange. &#8220;Urlaub? Gerade jetzt, wo der Polatschek-Fall in die heiße Phase kommt?&#8221;. Seine linke Wange zog sich in Falten, während sein Blick polternd auf einen dampfenden Aktenordner fiel.</p>
<p>Bredenbeck ließ sich von der Lehne seines Stuhles wieder nach vorne beugen. &#8220;Der Polatschek-Fall? Tja, ich denke ohnehin, daß ich den wohl oder unwohl während Ihrer geistigen Abwesenheit lösen muss&#8221;, seufzte er überzeugend falsch.</p>
<p>&#8220;Aber dafür muß ich doch nicht in Urlaub fahren!&#8221;, wehrte sich Günzel.</p>
<p>&#8220;Stimmt&#8221;, parierte der Kommissar und versteckte hastig ein breites Grinsen hinter seinem Rücken. &#8220;Dafür müßten sie nicht einmal den Raum verlassen. Aber ein mehrjähriger Urlaub in der Wüste kann manchmal Wunder bewirken. Danach &#8230;&#8221;</p>
<p>&#8220;&#8230; bin ich wieder ganz der Alte?&#8221;, fing Günzel den Halbsatz seines Chefs mit einer schnellen Handbewegung auf. Mit der anderen Hand kramte er ein Stück Kreide aus der Schublade hervor.</p>
<p>&#8220;Günzel, Günzel! Wir wollen doch nicht gleich den Teufel an die Wand malen, oder?&#8221;, tadelte er seinen Assistenten. &#8220;Nein, die Sache ist beschlossen: Sie spannen mal richtig aus und ich kümmere mich derweil um alles!&#8221;</p>
<p>Günzels Wange hatte sich mit ihrer neuen Rolle angefreundet und kräuselte sich: &#8220;Und Sie kommen hier wirklich ohne mich zurecht?&#8221;</p>
<p>Kommissar Bredenbeck wog seinen Kopf hin und her ab: &#8220;Ich fürchte, bis zum Vorruhestand. Vielleicht sogar länger.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich sollte ihnen vor der Abreise aber noch meine Unterlagen zum Polatschek-Fall übergeben.&#8221;</p>
<p>Günzels Blick hellte sich auf, während sich das Gesicht des Kommissars verdunkelte, was die Beleuchtungsstärke im Büro nahezu konstant hielt. &#8220;Sicher.&#8221;, log er ungelogen, &#8220;Packen Sie alles in den Eimer unter meinem Schreibtisch. Gleich Morgen Früh wird sich jemand darum kümmern.&#8221;</p>
<p>Eine kaum wahrnehmbare Veränderung ging in Günzel vor, unter denen Teile seines Aktenschrankes überwiegend wahrnehmbar zu Bruch gingen. Bredenbeck hielt die Luft an und tauchte, um nicht von fliegenden Einrichtungsgegenständen getroffen zu werden, unter seinen Schreibtisch und fragte sich, wie lange er Günzels ärgerlichen Gesichtausdruck wohl noch ignorieren konnte. Er erinnerte sich an sein Deeskalations-Training und beschloß, seinen Assistenten von beiden Beinen zu schießen.</p>
<p>&#8220;Warum, Bredenbeck?&#8221;, wimmerte der sterbende Günzel und drückte dem Kommissar mit letzter Kraft ein paar Fragezeichen in die Hand.</p>
<p>Bredenbeck beugte sich über seinen wohin-auch-immer scheidenden Assistenten. &#8220;Sagen wir einfach&#8221;, sagte er einfach, &#8220;ihre Diät stand uns im Wege.&#8221;</p>
<p>Günzels Augen brachen so geräuschvoll, daß Bredenbeck fast sein Telefon überhört hätte. Der Kommissar erhob sich selbst und nahm die Gabel vom Hörer.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-265" title="currywurst_pommes_schranke" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2007/01/currywurst_pommes_schranke.jpg" alt="currywurst_pommes_schranke" width="200" height="301" />&#8220;..&#8221;<br />
&#8220;Aha. In welchem Zustand ist die Ware?&#8221;<br />
&#8220;&#8230;.&#8221;<br />
&#8220;Gut. Currypulver?&#8221;<br />
&#8220;&#8230;&#8230;..&#8221;<br />
&#8220;Verstehe. Erfrischungstücher?&#8221;<br />
&#8220;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.&#8221;<br />
&#8220;Perfekt. Ich bin fast auf dem Weg zu Ihnen! Ich hole nur noch kurz die Pommes aus der Aservatenkammer. Und Stiglmair: Fangen Sie nicht ohne mich an!&#8221;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommissar Bredenbeck pfeift</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2004 22:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
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		<description><![CDATA[Kommissar Bredenbeck saß an seinem nußbaumfarbenen Schreibtisch und wippte nervös wippend mit dem Oberkörper vor und zurück, unfähig, auch nur einen einzigen Gedanken beim Schopfe zu packen. Ein fahles Licht kegelte aus einer von vielen Jahren gebeugten Schirmlampe auf eine kleine transparente Plastiktüte, in der sich ein Etwas befand. Sein unwohler Assistent Günzel trat verlegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommissar Bredenbeck saß an seinem nußbaumfarbenen Schreibtisch und wippte nervös wippend mit dem Oberkörper vor und zurück, unfähig, auch nur einen einzigen Gedanken beim Schopfe zu packen. Ein fahles Licht kegelte aus einer von vielen Jahren gebeugten Schirmlampe auf eine kleine transparente Plastiktüte, in der sich ein <em>Etwas</em> befand. Sein unwohler Assistent Günzel trat verlegen mit einem Bein auf dem Anderen herum. Der Kommissar sah zu ihm auf, seine Augen genretypisch zu schmalen Schlitzen verengt.</p>
<p>&#8220;Was sagen sie dazu, Günzel?&#8221;, fragte er.</p>
<p>Günzel zuckte zusammen. Er hasste es, Günzel genannt zu werden. Andererseits war genau das sein Name. Bredenbeck wusste das, hatte ihn aber nie nach seinem Vornamen gefragt. Er hasste auch die Frage <em>&#8220;Was sagen sie dazu, Günzel?&#8221;</em>. Auch das war Bredenbeck durchaus bewusst. Beide Tatsachen spielte der Kommissar geschickt aus. Alle Abneigungen, in einem kurzem Satz zum Ausdruck gebracht, spiegelte das Verhältnis beider Männer zueinander wieder.</p>
<p>&#8220;Weiß nicht, Chef!&#8221;, parierte Günzel.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-275" title="kommissar_bredenbeck_faustgeballt" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/kommissar_bredenbeck_faustgeballt.jpg" alt="kommissar_bredenbeck_faustgeballt" width="150" height="189" />Jetzt war es an dem alten Kommissar, die Fäuste unter dem Tisch zu Ballen zu formen. War Günzels Unwissenheit gespielt? Wusste er doch etwas? Hatte er ihm all die Jahre etwas verheimlicht? Bredenbeck hasste die Antwort <em>&#8220;Weiß nicht, Chef!&#8221;</em> und Günzel wusste das. Bredenbeck wusste, dass Günzel es wusste und hasste ihn dafür umso mehr. Dafür wiederum hasste ihn Günzel, der wiederum &#8230; Drei Punkte und ein verdammter Teufelskreis.</p>
<p>&#8220;Wir haben hier ein Motiv!&#8221;, keuchte Bredenbeck und wies mit der Spitze eines Bleistifts angewidert auf den Inhalt der Plastiktüte. Günzel hielt es für besser, den Unwissenden zu spielen.</p>
<p>&#8220;Das ist gut!&#8221;, konstatierte er wie <em>vielleicht ein dummer Schuljunge</em>.</p>
<p>Bredenbeck biss sich auf die Lippe. War sein Assistent <em>vielleicht ein dummer Schuljunge</em>? Mein Gott, wie viele Jahre hält meine Lippe das noch durch? Und: Muss ich erst eine Untersuchung einleiten, um zu erfahren, wie Günzel mit Vornamen heißt? Er beschloss, ihm eine Falle zu stellen.</p>
<p>&#8220;Und?&#8221;, fragte er süffisant, &#8220;fehlt uns vielleicht was?&#8221;</p>
<p>Günzel gab seinem Impuls, einen billigen Witz zu reißen, nicht nach, obwohl er einen Guten parat hatte. Er wusste, dass Bredenbeck das erwarten würde und allein deswegen durfte er jetzt keinen Fehler machen.</p>
<p>Der Kommissar starrte ihn an, wie ein wildes, gieriges Tier. <em>Sag es!</em>, zischte seine innere Stimme. <em>Antworte mit: &#8220;Ja, Herr Doktor, ich habe hier auf der linken Seite so ein Stechen!&#8221;. SAG ES ENDLICH!</em></p>
<p>&#8220;Die <em>Tat</em> fehlt!&#8221;, sagte Günzel unvermittelt. Die Leser jedenfalls hatten nicht damit gerechnet.</p>
<p>Bredenbeck wich entsetzt zurück. <em>Günzel weiß mehr, als ich ahnte!</em>, durchfuhr es ihn in mit atemlosen Schrecken. Er musste einen Informanten haben. Ein entsetzlicher Gedanke. Bredenbeck ertappte sich dabei, nicht zu wissen, was genau der Gedanke bedeutete. Er hatte nicht vor, das jemanden zu erzählen. Die Welt war noch nicht reif dafür.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-276" title="kommissar_bredenbeck_motiv" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/kommissar_bredenbeck_motiv.jpg" alt="kommissar_bredenbeck_motiv" width="150" height="127" />Beide Männer starrten einander eine Weile an. Jeder musterte den Anderen. Zwischen ihnen auf dem Schreibtisch lag, in einer transparenten Plastiktüte, das Motiv. Mahnend, fordernd, beide Männer spürten das. Bredenbeck beugte sich nach vorne, bereit, seinen letzten Trumpf auszuspielen, ohne Günzel spüren zu lassen, dass es sein Letzter war. Er wollte eben unter den Tisch krabbeln, um ihn unbemerkt aus dem Ärmel ziehen zu können, als das Telefon klingelte.</p>
<p><em>Kommissar Bredenbeck?</em>, krächzte eine Stimme am anderen Ende der Leitung. Der Angesprochene überlegte, ob er die Situation ausnutzen und seinen Gesprächspartner noch ein wenig zappeln lassen sollte. Ein zappelndes Geräusch im Lautsprecher riss ihn schließlich aus seinen sadistischen Gedanken.</p>
<p>&#8220;Hier Kommissar Bredenbeck!&#8221;, antwortete Kommissar Bredenbeck, um seine Überlegenheit zu demonstrieren. Eine einzige rhetorische Finte und er hatte das Gespräch wieder in der Hand! Der Kommissar verdrängte errötend narzisstische Gedanken und hasste sie dafür, dass sie sich so leicht abschütteln ließen. Er versuchte ihnen noch kurz hinterher zu schwelgen, aber es gelang ihm einfach nicht.</p>
<p>Er sah zu Günzel herüber, der zu Bredenbeck herüber sah. Beide Männer bemerkten die peinliche Situation, die sich voll in ihrem Element befand. Ein erneutes Zappeln lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich und seinen Verursacher.</p>
<p><em>Wir haben hier einen sonderbaren Fall!</em>, krächzte die Stimme aus dem Hörer wieder, <em>wir haben eine Tat, aber kein Motiv! Haben sie nicht zufällig eins für mich?</em></p>
<p>Kommissar Bredenbeck grinste in den Telefonhörer. Günzel bemerkte es und hasste ihn auch dafür. Er versuchte mit einem eigenen Grinsen zu kontern, was ihm nachhaltig misslang, weil ihm mittendrin einfiel, dass er keinen Grund dazu hatte. Günzel fasste zerknirscht den Beschluss, sich einen eigenen Telefonhörer zuzulegen, um seine Chancen zu verbessern.</p>
<p>&#8220;Ein Motiv? Vielleicht habe ich das!&#8221;, gluckste Bredenbeck selbstverliebt in den Hörer. &#8220;Günzel kann es ihnen gleich vorbeibringen! Guten Abend und grüßen sie meine Frau von mir! &#8230; Nein, nein, von meiner Seite kein Problem, es kann ruhig später werden. Sagen sie ihr einfach, sie soll leise sein, wenn sie kommt! &#8230; &#8230; Ja, das kann durchaus mehrfach vorkommen!&#8221;. Bredenbeck und der Hörer waren gut aufgelegt.</p>
<p>Günzel stand wie erstarrt vor Bredenbecks Schreibtisch, mehrere Hände zur exakt gleichen Anzahl Fäusten geballt. Er fühlte sich ausgelaugt, alt, frustriert, verraten, benutzt, gedemütigt, einsam, hintergangen, zum <em>einfachen</em> Laufburschen degradiert und &#8230; Er fragte sich verzweifelt, warum er es niemals zur <em>gehobenen</em> Laufburschen-Laufbahn gebracht hatte. Außerdem waren ihm vor lauter Aufregung die Aufzählungen ausgegangen. Er riss seine völlig überraschte Dienstwaffe aus dem Halfter.</p>
<p>&#8220;Das ist <em>mein</em> &#8230; &#8220;, keuchte er und fuchtelte mit seiner Pistole vor Bredenbecks Gesicht herum, &#8221; &#8230; Motiv und ich werde es jetzt einfach an mich nehmen!&#8221;. Er hasste unvollendete Sätze.</p>
<p>&#8220;Damit kommen sie nicht weit, Günzel! Und hören sie auf zu fuchteln!&#8221;, bellte Bredenbecks unbeeindruckt und sprang auf.</p>
<p>&#8220;Nein, Bredenbeck! Diesmal nicht!&#8221;. Günzels Stimme überschlug sich polternd. &#8220;Sie wissen gar nicht, was es mir bedeutet, ein gutes Motiv zu haben. Schon als Kind habe ich mir eins zu Weihnachten gewünscht, aber immer nur eine <em>billige Ausrede</em> bekommen. Rufen sie den wachhabenden Beamten wach! Ich will einen Fluchtwagen!&#8221;</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-277" title="kommissar_bredenbeck_motiv2" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/kommissar_bredenbeck_motiv2.jpg" alt="kommissar_bredenbeck_motiv2" width="150" height="143" />Ein Schuss fiel. Günzel sah leicht <em>konsterniert</em> aus, auch weil er nicht wusste, was das Wort bedeutete. Er fuchtelte noch etwas Unverständliches, dann fiel er zu Boden. Das Motiv nutzte die Schlüsselszene, entglitt seinen Händen, rollte über den Boden und kam vor Bredenbecks Schuhen zum Erliegen. Den Mantel des Kommissars zierte ein weiteres Loch in Höhe der rechten Seitentasche. Eine Untersuchung würde klären müssen, wie er so schnell in den Mantel gekommen war, der drei Meter entfernt an der Garderobe gehangen hatte, woher die 37 Löcher in Höhe seiner rechten Seitentasche kamen und woran seine letzten 37 Assistenten gestorben waren.</p>
<p>Kommissar Bredenbeck betrachtete lange Günzels Gesicht, der seinen Blick nicht erwiderte. <em>Wie mochte er wohl mit Vornamen geheißen haben?</em>, dachte Bredenbeck kursiv. Dann steckte er sich das Motiv ein und ging pfeifend aus seinem Büro, um nach seiner Frau zu sehen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommissar Bredenbeck geht auf und ab</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2004 22:43:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Bewerber rutschte nervös auf dem Stuhl hin und her. Unzählige, nervös hin- und her rutschende Bewerberhintern hatten die Öberfläche des Bewerberstuhles mit den Jahren spiegelblank gebohnert. Kommissar Bredenbeck sah nervös auf seine Schuhe, deren Leder stumpf und abgewetzt war und dringend einer Politur bedurften. Er überlegte, ob er die Gelegenheit nicht nutzen und sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bewerber rutschte nervös auf dem Stuhl hin und her. Unzählige, nervös hin- und her rutschende Bewerberhintern hatten die Öberfläche des Bewerberstuhles mit den Jahren spiegelblank gebohnert. Kommissar Bredenbeck sah nervös auf seine Schuhe, deren Leder stumpf und abgewetzt war und dringend einer Politur bedurften. Er überlegte, ob er die Gelegenheit nicht nutzen und sie unbemerkt zwischen Bewerberhintern und Sitzfläche des Bewerberstuhles schieben sollte.</p>
<p>&#8220;Kaffee?&#8221;, fragte der Bewerber und sah sich mit Kaffeemaschinen suchendem Blick in Bredenbecks Büro um.</p>
<p>&#8220;Nicht im Dienst!&#8221;, parierte der Kommissar, &#8220;aber wo wir gerade so nervös zusammensitzen: Als was möchten sie sich bei uns bewerben?&#8221;</p>
<p>Der Angesprochene richtete sich zu voller Breite auf. &#8220;Als Zeuge!&#8221;</p>
<p>Bredenbeck zog an seinen Augenbrauen. Diese Wendung gab seinem Stuhl einen ganz neuen Namen.</p>
<p>&#8220;Irgendwelche Erfahrungen damit? Ich meine, was haben sie denn gesehen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich war voriges Jahr auf Ibiza und als Kind an der Ostsee. Ich spreche hier von der perfekten Qualifizierung! Alles, was ich sehe, werde ich ihnen melden.&#8221;</p>
<p>Bredenbeck nickte, sparsam beeindruckt. &#8220;Dann sind sie kein Zeuge, sondern ein Informant!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wo ist der Unterschied? Verdient ein Informant mehr als ein Zeuge?&#8221;</p>
<p>&#8220;Weder noch. Ein Zeuge wird eher <em>durch Zufall Beobachter eines Verbrechens</em>, während ein Informant gezielt vorgeht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und wenn ein Informant <em>durch Zufall Beobachter eines Verbrechens</em> wird?&#8221;</p>
<p>Der Kommissar bemerkte aus dem Ohrenwinkel, dass sich der Zeuge Teile seines letzten Satzes ausgeliehen hatte.</p>
<p>&#8220;Auch das lassen wir gelten&#8221;, sagte er und nahm sein Blick in Gönnerhaft.</p>
<p>&#8220;Dann möchte ich Informant werden! Was muß ich tun?&#8221;, bohnerte der Bewerber erneut auf dem Zeugenstuhl.</p>
<p>&#8220;Nun, einfach mit den richtigen Leuten reden, Beobachtungen machen, ein paar Steine umdrehen, infiltrieren, die Augen offen halten eben.&#8221;</p>
<p>&#8220;So etwa?&#8221;. Der Mann riss die Augen weit auf und starrte Kommissar Bredenbeck an, dessen Augenbrauen auf den Hinterkopf flüchteten.</p>
<p>&#8220;Vielleicht ein wenig weniger auffällig. Es soll schließlich niemand wissen, das sie ein Informant sind.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warum nicht?&#8221;</p>
<p>&#8220;Weil ihre Deckung sonst auffliegt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Tut sie das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Deckungen tun das bisweilen. Da sieht man einmal kurz nicht hin und <em>Schwupps!</em>. Das könnte allerdings anstrengend werden, wenn sie sich gerade unter richtigen Verbrechern befinden.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich werde mich <em>gerade unter richtigen Verbrechern befinden?</em>&#8220;, quiekte der Mann erstaunt über seine eigene Stimme.</p>
<p>&#8220;Jetzt gerade nicht, im Dienst schon. Über <em>rechtschaffende</em> Personen brauche ich außerdem keine Informationen.&#8221; Der Kommissar stand auf, stellte eine Leiter mitten in den Raum und ging ungeduldig auf und ab.</p>
<p>&#8220;Wie erkenne ich den Unterschied? <em>Verbrecher</em> sind außerdem nicht gerade der Umgang, den ich pflege! Was genau <em>verbrechen</em> die denn so?&#8221;</p>
<p>&#8220;Och, das ist ganz unterschiedlich. <em>Mord</em> ist dieses Jahr ziemlich in Mode.&#8221;</p>
<p>&#8220;Also, <em>Mord</em> liegt mir gar nicht!&#8221;</p>
<p>&#8220;Erpressung?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich habe kein Vermögen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Schade. Wie wäre es mit Steuerhinterziehung?&#8221;</p>
<p>&#8220;Hab ich auch versucht. Fehlanzeige.&#8221;</p>
<p>&#8220;Hmmm, und andere Steuerhinterzieher hinter Gitter zu bringen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, warum eigentlich nicht? Ich mochte meinen Bruder nie besonders.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warum werden sie dann nicht Finanzbeamter?&#8221;</p>
<p>Das hatte gesessen! Selbst Bredenbecks Fangfrage fühlte sich völlig überrumpelt. Der Kommissar streifte sich blitzschnell noch ein paar Augenschlitze über, bevor die Wirkung nachliess.</p>
<p>Der Informantenhintern begann wieder zu bohnern. &#8220;Niemals! Meine Schwester arbeitet beim Finanzamt. Sie schnarcht entsetzlich.&#8221;</p>
<p>Bredenbeck zog einen frischen Zeigefinger aus der Hemdtasche und wies damit auf den Informanten.</p>
<p>&#8220;<em>Ihre Schwester schnarcht?</em> Glückwunsch: Sie haben mir eben ihre erste Information gegeben.&#8221;</p>
<p>&#8220;So einfach ist das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Für <em>mich</em> schon, aber <em>ich</em> schlafe ja auch allein.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich könnte ihnen Pläne für einen bevorstehenden Bankraub geben!&#8221;</p>
<p>Der Kommissar kniff die Augen zusammen, was ihm nicht ganz gelang, weil seine Nase dazwischen war.</p>
<p>&#8220;Wann soll der denn stattfinden?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wann haben sie denn Zeit?&#8221;, fragte sein Gegenüber in einem Direktanflug von Überschwang.</p>
<p>&#8220;Nein, nein! <em>Sooo</em> funktioniert das nicht. Sie sollen sich die Informationen ja nicht ausdenken. Ich rede von einem <em>wirklich</em> bevorstehenden Bankraub, den sich <em>richtige</em> Verbrecher <em>ganz real</em> ausdenken und auch <em>tatsächlich</em> zu begehen willens und in der Lage sind. Von dieser Art Bankraub rede ich!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich weiß nichts von solchen Dingen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Da bin ich mittlerweile ganz sicher.&#8221;</p>
<p>Bredenbeck stand auf und stellte sich, die Hände sauber hinter dem Rücken gefaltet, ans Fenster und sah einfach hindurch. &#8220;Ich kenne da jemanden bei der Verkehrspolizei. Ich werde ihm ihren Namen geben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ist <em>sein</em> Name denn so furchtbar?&#8221;</p>
<p>Der Gag prallte eiskalt an Bredenbecks implantierten Kunstkinn ab. Wenn der Informant jetzt <em>Den hätte ich aber gerne noch eine Weile behalten!</em> geantwortet hätte, wäre es was Anderes gewesen. Aber so&#8230;&#8221;&#8230;bekommen sie einen Job.&#8221;, unterbrach er sich selbst in seinen Gedanken.</p>
<p>&#8220;Als Informant?&#8221;</p>
<p>&#8220;So eine <em>Art</em> Informant. Sie sollten nicht gleich die harte Nummer versuchen. Fangen sie mit was Leichtem an. Mit <em>Falschparkern</em> zum Beispiel. Ganz üble Sorte. Die geben ihnen mehr Informationen, als ihnen lieb ist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Verdient man damit viel Geld?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nicht ganz so viel wie der Polizeipräsident, aber für ein paar warme Gedanken wird es dann und wann reichen, denke ich laut.&#8221;, dachte er laut.</p>
<p>&#8220;Ist das ein geachteter Beruf?&#8221;</p>
<p>&#8220;Polizeipräsident? Aber ja doch!&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein. Ich meinte, das was <em>ich</em> tun werde!&#8221;</p>
<p>&#8220;Menschen werden zu ihnen aufschauen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Was für Menschen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Im ersten Lehrjahr nur kleinwüchsige Falschparker, die ihnen Tiernamen geben. Aber denken sie nur mal an die Aufstiegschancen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich danke ihnen von ganzem Herzen!&#8221;. Seine Brust schwoll bedrohlich. Der Kommissar bemerkte es.</p>
<p>&#8220;Sie haben da eine Schwellung.&#8221;, sagte er.</p>
<p>&#8220;Oh! Tut mir leid. Ich mußte wieder an meine Schwester denken. Trotzdem, noch mal vielen Dank! Ich gehe dann jetzt!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, ist wohl nicht zu ändern!&#8221;. Bredenbeck hasste lange Abschiede und drehte das Fenster wieder<br />
vor sein Gesicht. &#8220;Wollen sie mein Assistent werden?&#8221;, fügte er leise dahinter.</p>
<p>&#8220;Kein Scheiss?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein&#8221;, sagte der alte Kommissar so kurz, wie es ein Wort mit vier Buchstaben eben zuließ.</p>
<p>&#8220;Keine kleinwüchsigen Falschparker?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich biete ihnen nur einen Job. Nach Feierabend können sie Sex haben, mit wem sie wollen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Was wäre denn meine Aufgabe?&#8221;</p>
<p>&#8220;Für den Anfang: Endlich Kaffee kochen, meine Schuhe mit ihrem Assistentenhintern immer schön glänzend bohnern und ab und zu den Wagen rausfahren.&#8221;</p>
<p>&#8220;Gemacht!&#8221;</p>
<p>&#8220;Eine Frage noch!&#8221;, hakte der Kommissar hinter, &#8220;darf ich sie <em>Günzel</em> nennen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Sie dürfen mich sogar <em>Herr</em> Günzel nennen!&#8221;</p>
<p>Beide Männer fielen sich weinend in die Arme.</p>]]></content:encoded>
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