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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; enden</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Nachruf auf einen Freund #1</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 06:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Flamingo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Crocodile Dundee ist gestorben und danach schmerzten dir die Glieder immer öfter. Man hörte die Leute sagen, du könntest nicht mehr schlafen. Manchmal sogar nicht mehr gehen. Er starb auf seiner Harley Davidson mit den Krokodillederstiefeln eingekrallt in die Gangschaltung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Crocodile Dundee ist gestorben und danach schmerzten dir die Glieder immer öfter. Man hörte die Leute sagen, du könntest nicht mehr schlafen. Manchmal sogar nicht mehr gehen. Er starb auf seiner Harley Davidson mit den Krokodillederstiefeln eingekrallt in die Gangschaltung.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CubanCrocodile_001.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1807" title="Crocodile (Foto: Ltshears, PD)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/crocodile-140x140.jpg" alt="Crocodile (Foto: Ltshears, PD)" width="140" height="140" /></a>Viel früher, kurz nachdem ich die Parkettböden nicht mehr mit Schornsteinen aus Lego und Kerzenwachs verkratzte, warst du es, der ich sein wollte. Was hätte ich gegeben um dein immerglühendes, grobporiges Mondgesicht, um deinen Tennisverein, deine Jogginghosen, Fußballstiefeln und dein Waldhorn.</p>
<p>Zwischen Stachelbeeren, auf Staub und Sand, ging die Sonne unter. Deine Schwester war ein „steiler Zahn“! Du warst wunderschön. Hinter zwei Türen habe ich gewartet, während du mit der telefoniertest, die ich am zweitliebsten sein wollte. Doch ich kaufte mir keine verranzten, klobigen Skaterschuhe. Ich lackierte mir die Fingernägel nicht bröckelig und ungeschickt und auch biss ich erst viel später an ihnen. Ich weiß nicht mehr was davon es war, weswegen du mich nicht so mochtest wie sie, aber irgendetwas muss es gewesen sein.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CubanCrocodile_001.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1807" title="Crocodile (Foto: Ltshears, PD)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/12/crocodile-140x140.jpg" alt="Crocodile (Foto: Ltshears, PD)" width="140" height="140" /></a>Gestern starrte mich ein digitales, immerglühendes, grobporiges Mondgesicht an. Verschrocken wie ein aufgescheuchtes Reh. Zerbrechlich wie der ausgedörrte Stachelbeerstrauch in eurem Garten.</p>
<p>Crocodile Dundee ist seit zehn Jahren tot.<br />
Ich glaube sein Sohn ist es auch.</p>]]></content:encoded>
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		<title>An der Nordseeküste</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 06:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das wilde Meer, die Nordsee, sie hatte sich meinen Blicken entzogen. Nicht einmal den Horizont vermochte ich auszumachen im Zwielicht dieses Tages. Auch keine Sonne, nur Schlieren von Glanz auf dem Watt, ein irisierender Glanz, der in die Augen biss, darüber Dunst, gleißend hell, grenzenlos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-1680" title="Nordsee Wattenmeer" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/nordsee2.jpg" alt="Nordsee Wattenmeer" width="190" height="724" />Im vorigen Frühjahr schleppte ich mich spätabends mit einem Schnappmesser im Bizeps durch die Bronx, glatter Durchstich, aber der Abbruch meines Urlaubs. Nachdem die Wunde ausgeheilt war, wuchs die Verlockung umso mehr. Über Weihnachten sog ich statt Spekulatiusduft den Verwesungsgeruch in Kalkutta ein, es war am Morgen der Heiligen Nacht, als ich dem Leichenkarren durch den Morgennebel folgte, der sich vom Ganges her ausgebreitet hatte. Die Männer arbeiteten sich routiniert Straße für Straße vor, bis der Wagen vollgeladen war und vereinzelt bläuliche Arme und Beine von der Ladekante herabhingen.</p>
<p>Wieder zu Hause, während der Nachbehandlung des Brechdurchfalls, feilte ich fieberselig an meinem nächsten Urlaubsziel: Sommerfrische in Cuxhaven. Mein Nachbar, ein Zinnkrüge-Sammler von Rang, hatte sich über die Vorzüge des Nordseebades an der Elbmündung so eindrucksvoll ausgelassen, dass ich diesen Ort unbedingt besuchen musste.</p>
<p>Der Sommer kam. Meine Erwartungen schienen sich zu erfüllen, denn schon am Ankunftstag durfte ich bei einem Spaziergang wohlig unter dem Hammerschlag der tidenabhängigen Tristesse erschaudern. Mit wachsender Begeisterung gab ich mich der Betrachtung des Gästehauses Pape hin, wo ich mich für die kommenden Tage eingemietet hatte. Das Gebäude gab seine Funktion unübersehbar preis, durch den Schriftzug ‘Gästehaus Pape’. Als Vorhut der Rezeption wachte ein grüner Müllcontainer auf Rollen neben dem Eingang, mit dem die Geschäftsleitung das Fassungsvermögen ihrer sauberen Absichten demonstrierte. Ich hatte einen Volltreffer gelandet, herrlich, das Gästehaus Pape war fraglos ein Kleinod baulicher Enthaltsamkeit, flächendeckend umgeben von grauem Betonstein-Pflaster, das die Betreiber von der Notwendigkeit enthob, einen Garten anzulegen, mit Widrigkeiten wie Unkräutern und ausufernden Rasenkanten, mit all dem Wildwuchs, den die Natur hervorbringt.</p>
<p>Das Gästehaus Pape erregte meine Phantasie, es übte eine faszinierende Ausstrahlung auf mich aus. Ich überlegte – ja, hier wurde dem Gast schon von außen verdeutlicht, dass der Zweck die Mittel heiligt, dass er hier sein Haupt zur Nachtruhe betten sollte, dass Ausschweifungen, etwa sich bis in die Morgenstunden hinein zu verlustieren, strafende Blicke der Bedienung beim Frühstück nach sich ziehen würden. In meiner Vorfreude näherte ich mich immer mehr dem Eingang, doch dann riss ich mich zusammen und ging auf das Meer zu.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1679" title="Nordsee Wattenmeer" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/nordsee1.jpg" alt="Nordsee Wattenmeer" width="190" height="724" />Das wilde Meer, die Nordsee, sie hatte sich meinen Blicken entzogen. Nicht einmal den Horizont vermochte ich auszumachen im Zwielicht dieses Tages. Auch keine Sonne, nur Schlieren von Glanz auf dem Watt, ein irisierender Glanz, der in die Augen biss, darüber Dunst, gleißend hell, grenzenlos. Da lag es das Watt, dieser Grenzhort maritimen Lebens aus Sand und Schlick, mit Prielen und Abflüssen, mit tückischen Schwemmsänden, die gelegentlich Menschen, sogar ganze Kaltblüter in ihren Schlund hinabzogen, mit Unmengen von Lachen, in denen es wimmelte vor Würmern und Krebstierchen. Für einen Moment erstarrte ich – welch ein Gedanke, dass die See endgültig zurückweichen könnte, die Flut ausbleiben, der Mond hinter der Erdkugel verharren könnte, entgegen allen Gesetzen der Physik.</p>
<p>Ich suchte, bis ich auf etwas Konkretes stieß, zuerst auf die Buhnen, hunderte von Metern ins Watt hineingebaut, um das Meer zu bezähmen, an den Spitzen bevölkert von Erholungssuchenden, die sich dem Zauber der lautlos auflaufenden Wassermassen überließen, dem Kribbeln von Gefahr, dem Gefühl, eine Urgewalt zu erleben, sich ihr sogar bis über die Sohlen der Badelatschen auszusetzen.</p>
<p>Fast unaufhaltsam zog es mich zur Trinkkurhalle am Ende des asphaltierten Gehweges auf dem Deich. Die Trinkkurhalle sollte zum Höhepunkt meines Trips werden, ich wurde nicht enttäuscht. Hier saßen alte Menschen, die sich am Meerestiefenwasser labten, an diesem sagenhaften Lebenselixier, sie tranken es schweigend, geradezu andächtig. Zuerst hatte ich den Eindruck, eine etwas verstaubte Gaststätte zu betreten, aber dann, als ich vor meinem Glas Meerestiefenwasser saß, veränderte sich dieser Eindruck langsam – ich kam mir vor wie in einer Kapelle, ich spürte Werden und Vergehen. Hier war es wieder, das Ende, mein bevorzugtes Reiseziel. Der Blick hinaus auf das Meer, nun konnte ich es sehen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kraftmeier</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 09:59:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Früher hat er alles gestemmt, sein Wesen nahm ein, gab wenig ab / Er nahm die Weltwunder mit und ließ sie wieder fallen, Kraftmeier der Absauger, der Allesfresser, nahm sich die Frauen aus den Pralinenschachteln, Nougat, Krokant, Pfirsich-Melba ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kraftmeier ist eine Wunde, sein Leben Narbenbildung<br />
Er schwärt, er heilt nicht ab, jeden Morgen bricht die Wunde wieder auf, der Aufbruch in den Tag eitert, Kraftmeier weiß wer sein wildes Fleisch will. Da züngelt sie, die Warteschlange mit dem tödlichen Biss, Kraftmeier steht nie an, meidet Rücken vor sich, meidet Vorrücken, diesen einen Schritt vor den anderen, <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Santa_Monica_Theater.jpg?uselang=de"><img class="alignright size-full wp-image-1677" title="Kinokasse" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/cinema_box_office.jpg" alt="Kinokasse" width="190" height="280" /></a>den letzten bis zur Abendkasse, die nur noch schlechte Karten hat<br />
Früher hat er alles gestemmt, sein Wesen nahm ein, gab wenig ab<br />
Er nahm die Weltwunder mit und ließ sie wieder fallen, Kraftmeier der Absauger, der Allesfresser, nahm sich die Frauen aus den Pralinenschachteln, Nougat, Krokant, Pfirsich-Melba<br />
Kurz waren die Wege von den Blowjobcentern in die Muschibuden wo seine Steckenpferde durch die Nacht galoppierten<br />
Trari, trara, der Benz ist da, Kraftmeier hat immer ganz durchgetreten, hat den linken Ellenbogen locker aufgelegt und mit zwei Fingern gesteuert, abgefahrene Zeiten, Kraftmeier hat die Zeiten abgefahren, hat immer aufs Tempo gedrückt<br />
Er blickt in den Spiegel mit dem Riss, sieht die Pflaster, die Gaze die Mullbinden, Kraftmeier wird sich das letzte Drama ansehen<br />
Die Vorstellung ist ausverkauft, aber vielleicht bekommt er seine Karte an der Abendkasse.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Schwer verdaulich</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 06:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.Gruwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war natürlich nicht meine Schuld, dass dem Herrn, der gerade aus dem Lokal auf die Straße getreten war, der Ziegelstein auf den Kopf fiel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war natürlich nicht meine Schuld, dass dem Herrn, der gerade aus dem Lokal auf die Straße getreten war, der Ziegelstein auf den Kopf fiel. Auch wenn ich „Vorsicht!“ gerufen hätte: Der Mann war so mit dem verdauen des Eisbeins beschäftigt, das mit Erbsen- und Kartoffelpüree serviert wird und das er gerade zuvor mit einem halben Liter Bier verzehrt hatte, dass er auf mein Rufen gar nicht reagiert hätte.</p>
<p>Das Eisbein für den Unfall verantwortlich zu machen konnte der Herr auch nicht. Schon eher den Maurer. Aber dieser war bereits tot. Er hatte einen Arbeitsunfall. Ein Ziegelstein ist ihm auf den Kopf gefallen. Von einem Kollegen über ihm fallengelassen. Ein typischer Arbeitsunfall.</p>
<p>Aber das Eisbein hat sehr gut geschmeckt. Ich habe mich persönlich überzeugt. Ein Ziegelstein ist mir anschließend nicht auf den Kopf gefallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kopflos</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 10:23:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.Gruwe</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Dass sie auch immer so neugierig sein musste", schüttelte eine Dame der Kartenspielrunde bei der Überbringung der schlechten Nachricht den Kopf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte die Dame ihren Kopf nicht so weit aus dem Oberlichtfenster herausgestreckt und hätte ein Signal eines Signalmastes in diesem Moment nicht auf Grün gestanden, so dass es die rasante Fahrt des zwölfuhrdreinundzwanziger Regionalzugs nicht unterbrechen konnte, müssten sich die drei Damen im Café „Lilienthal“ keine neue vierte Frau für ihr donnerstägliches Doppelkopfspiel suchen.</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:StateLibQld_1_126091_Women_golfers_add_up_their_score_cards,_1938.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1595" title="Frau (Vintage)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/05/woman_head.jpg" alt="Frau" width="200" height="200" /></a>„Dass sie auch immer so neugierig sein musste“, schüttelte eine Dame der Kartenspielrunde bei der Überbringung der schlechten Nachricht durch einen Bekannten, der im Ort wohnte und denselben Zwölfuhreinundzwanziger genommen hatte, den Kopf. Die zweite Dame wusste zu berichten, dass die aus der  Doppelkopfrunde ausgeschiedene Kartenspielerin schon einmal beinahe durch ihre Neugierde zu Tode gekommen war: „Auf dem Rummelplatz wurde ein Kinderkarussell aufgestellt und sie hat, weil sie unbedingt sehen musste, wie es unter den Fahrrädern, der Lokomotive, dem Polizeiwagen und den anderen Fahrzeugen, die sich im Kreise auf der Platte drehen, aussieht, sich in große Gefahr gebracht. Eine Luke, von den Monteuren nicht verschlossen, bot sich ihr als Gelegenheit, den Kopf hineinzustecken. Da setzte sich das Karussell in Gang und einer von den Monteuren zog ihren Kopf in allerletzter Minute aus der Luke.“</p>
<p>„Zu schade“, seufzte die dritte Dame, die bisher noch nichts gesagt hatte, und mischte das Kartenspiel, „dass heute Mittag keiner von den Monteuren im Zug anwesend war.“</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine Träne für die Unbekannte</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 06:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick Steiner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie gern hätte er etwas mehr vom Leben gesehen. Wie gern. Auf seinem Weg hinab...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Geburt hatte der Niedergang für ihn bereits begonnen. Rastloses Fallen war sein Schicksal. Sein Leben war mit der Entstehung bereits verwirkt. Wie gern hätte er gelebt. Wie gern hätte er etwas mehr vom Leben gesehen. Wie gern. Auf seinem Weg hinab in die Wirren des Todes entdeckte er durch die feucht glänzende Schicht seiner Augen eine junge Frau. <img class="size-full wp-image-323 alignright" title="Eine Träne für die Unbekannte" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2007/01/femme_fatal.jpg" alt="Eine Träne für die Unbekannte" width="180" height="423" /> Und für einen Moment war aller Fatalismus vergessen. Die Neugier zwang ihn zum Anhalten. Selbst seine Brüder um ihn herum, die ebenso dem Niedergang geweiht waren, hielten für diesen Augenblick inne. Staunend war alle Aufmerksamkeit auf dieses Mädchen gerichtet, das vom Wind an den Haaren weggezerrt wurde. Trotz allem Widerstand bekamen ihre zitternden Finger nichts als Luft zu greifen. Und der Kuss den ihre Lippen zu verschenken hatten, fand keinen Empfänger. Er ging ins Leere und verhallte &#8211; ungespürt. Und der Wind zog ohne Unterlass. Was für ein Kuss. Was für eine unbeschreibliche Traurigkeit. Der kleine Regentropfen seufzte auf und setzte gemeinsam mit seinen Brüdern den todbringenden Fall fort, für den sie einst geboren wurden. Und kurz bevor er aufschlug und sein Leben verwirkt war, vergoss der Sterbende eine Träne für die Unbekannte.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Wenn ich Kafka wäre, dann hieße es:</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 04:45:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jari N.</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Durch Zufall kommt eines Tages ein Mann vom Lande zu diesem Türhüter und fragt, ob dieser ihn nicht in das Gesetz einlassen könne. Der Türhüter aber antwortet, dass er ihm jetzt nicht gewähren könne, einzutreten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Durch Zufall kommt eines Tages ein Mann vom Lande zu diesem Türhüter und fragt, ob dieser ihn nicht in das Gesetz einlassen könne. Der Türhüter aber antwortet, dass er ihm jetzt nicht gewähren könne, einzutreten. Also fragt der Mann nach kurzem Überlegen, ob er später vielleicht eintreten dürfe. „Das ist möglich“, entgegnet der Türhüter, „nicht aber jetzt.“ Weil das Tor zum Gesetz aber geöffnet steht, wie es wohl immer geöffnet zu sein scheint, und der Türhüter zur Seite tritt, neigt sich der Mann, damit er durch das Tor ins Innere sehen kann. Der Türhüter merkt das, lacht und sagt schließlich: „Wenn du hinein willst, versuche doch, trotz meines Verbotes, einzutreten. Siehe aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der niederste Türhüter. Ich sage dir: von Saal zu Saal stehen Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon beim Anblick des dritten wird mir so übel, dass ich seine Gegenwart nicht einmal mehr ertragen kann.“ Derartige Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht vorausgesehen, das Gesetz soll doch jedem immer zugänglich sein, denkt er sich, und geht rastlos vor dem Tor hin und her.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1565" title="tor" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/03/tor-280x421.jpg" alt="" width="280" height="421" />Nach ein paar Stunden, in denen der Mann überlegt hat, fragt er: „Warum kommt kein anderer und bittet im Einlass?“ „Das Tor ist nur für dich bestimmt.“, antwortet ihm darauf der Türhüter und lacht. Plötzlich mit schäumender Energie geladen macht der Mann einen Satz zum Tor hinein und, obwohl ihn das gleißende Licht blendet, rennt ohne einen Gedanken an Luft und Licht zu verschwenden weiter, immer weiter. Auf seinem Weg kommt er durch viele Türen und Tore – alle bewacht und doch stehen sie ihm alle offen und lodern gewaltig im Licht. Er rennt gedankenlos. Er rennt getrieben. Eine unsichtbare Macht bewegt seine kräftigen Glieder. Alles rauscht vorbei. Aber wie er so rennt, scheint ihm der Sinn allmählich verloren und er fragt sich, was all dies Rennen solle.</p>
<p>Da hielt er an und überlegte, ob er nicht umkehren und den Wächter, den er vor einigen Jahren gesprochen hatte, nach dem Weg befragen sollte. Das Licht, das ihn die ganze Zeit über gestört hatte, hatte nun aufgehört zu scheinen. Um ihn herum war es nun eher dunkel und leer. Die riesigen Hallen waren schwarz und in ihrer Höhe unschätzbar. Düstere Stille breitete sich aus. Als er auf seine Füße blickte, bemerkte er, dass sie bluteten. Den Schmerz hatte er den langen Weg über nicht gespürt, jetzt stach und folterte es ihn an seinem ganzen Körper und die Rillen zwischen den Pflastersteinen schienen sich mit seinem Blut zu füllen. Er drehte sich um und lief ein paar Tore zurück, um den Wächter um Hilfe zu ersuchen. Rennen konnte er nicht mehr, vielmehr stürzte er, fiel, weil er nicht mehr stehen konnte. Er war verloren. In der Leere tastete er sich auf allen Vieren vorwärts und rückwärts. Es war schon tiefe, tiefe Nacht. Weder Hand noch Fuß konnte er sehen. Blindlinks und schwer atmend kroch er noch einige Längen, ohne zu wissen, wie viel Zeit verging. Dann verließ ihn die Kraft und er streckte sich aus und blieb liegen. Seine Lungen füllten sich mit Blut. Er lag ruhig und schien in der Ferne plötzlich ein Licht aufflackern zu sehen. Es erlosch, als er in seinem Blut erstickte und das letzte Gurgeln in unerträglicher Weise sein Ohr füllte.</p>]]></content:encoded>
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		<title>aus</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/02/aus/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 06:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Hollinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[eh er sich versah / war alles schon vorbei ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/friedhofsteine_350x-250x250.jpg" alt="" title="Grab mal" width="140" height="140" class="alignright size-thumbnail wp-image-1217" />eh er sich versah<br />
war alles schon vorbei<br />
und er lag in dieser kiste<br />
und sand auf ihrem deckel </p>]]></content:encoded>
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		<title>abgehakt, abgewrackt und weggeschmissen</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 15:47:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[er hatte ausgedient, wurde nicht mehr gebraucht, ergo abgehakt, abgewrackt und weggeschmissen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>er hatte ausgedient, wurde nicht mehr gebraucht, ergo abgehakt, abgewrackt und weggeschmissen .</p>
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		<title>Der Sinne beraubt</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 06:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Farzin-Daniel Khoshnevis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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		<category><![CDATA[erinnern]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Duft betörend liegt in der Nase, / doch ich rieche nichts. / Die Stimme klar erreicht das Ohr, / doch ich höre nichts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Blick scharf durchdringt die Augen,<br />
doch ich sehe nichts.<br />
Der Duft betörend liegt in der Nase,<br />
doch ich rieche nichts.<br />
Die Stimme klar erreicht das Ohr,<br />
doch ich höre nichts.<br />
Der Geschmack süß liegt auf der Zunge,<br />
doch ich schmecke nichts.<br />
Der Kuss warm berührt die Lippen,<br />
doch ich fühle nichts.<br />
Die Sinne gefangen, die Hoffnung entschwunden.<br />
Die Sorgen quälend auf der Seele.<br />
Der Verlust schmerzend in Erinnerung.<br />
Der Tag erfüllt von Dunkelheit.<br />
Wo ist sie hin,<br />
die Liebe ?</p>]]></content:encoded>
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