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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; hass</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Amvettamyn</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 05:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angst vor der Existenz ist mehr als der kalte Schweiß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1352" title="amvettamyn" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/04/amvettamyn.jpg" alt="amvettamyn" width="500" height="374" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über das Gute</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Dec 2009 22:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich sitze zuhause, ich sitze zuhause im Sessel und lese. Ich lese ein Buch, ein gutes Buch über das Gute. Ich lese und lese, und zuletzt glaube auch ich, ich, der Gläubige, der Bekehrte, ich glaube an das Gute: zu Lande, zu Wasser und in der Luft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze zuhause, ich sitze zuhause im Sessel und lese. Ich lese ein Buch, ein gutes Buch über das Gute. Ich lese und lese, und zuletzt glaube auch ich, ich, der Gläubige, der Bekehrte, ich glaube an das Gute: zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Und schon lese ich nicht mehr. Auch den Sessel und das Zuhause lasse ich hinter mir, denn mein Weg führt mich zur Arbeit, zu meinem Büro, zu meinem Schreibtisch. Das Gute habe ich mitgenommen, wie einen Hund; es weicht mir nicht von der Seite, bis mich jemand um etwas Kleingeld bittet, ein stinkender Jemand, ein alter, häßlicher, lumpiger Jemand, ein gewisser Jemand, mit dem ich nichts zu tun haben will. Das Gute bekommt einen Tritt, wie ein Hund, der mir im Weg steht, es bekommt einige Kratzer, als ich die Bitte des Bettlers überhöre und ihn links liegen lasse. Doch schon ist es wieder da, das Gute, treu wie ein Hund; es blickt mich von unten herauf an und wedelt mit dem Schwanz, als ich im Bus meinen Sitzplatz einem Rentner anbiete. Ich fühle mich wie ein beflügelter Samariter, wie ein Ritter ohne Furcht und Tadel, dem Guten sei Dank. Doch kaum bin ich bei der Arbeit, kaum bin ich im Büro, am Schreibtisch, da verflüchtigt sich das Gute wie ein Traum, es verblaßt wie eine schöne, aber ferne Erinnerung, wie eine Urlaubserinnerung. Mit den ersten Demütigungen des Chefs streicht es die Segel, mit den ersten Witzen der Kollegen macht es sich aus dem Staub, Demütigungen und Witze, die ich wie immer ohne Widerstand, ohne Widerspruch hinunterschlucke.</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1251" title="hund_fris" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/11/hund_fris-250x250.jpg" alt="hund_fris" width="250" height="250" />Das Gute geht zugrunde, denke ich auf dem Heimweg, es ist wie ein Hund, der vor die Hunde geht, denke ich und trete einen Köter, einen, der es wagt, vor meinen Augen an einen Baum zu pinkeln, allein, ohne Schutz, ohne Schirm seines Herrn. Ich trete einen kleinen Köter, vor großen fürchte ich mich, ebenso vor Hundeherren. Das Vermögen, meine Schwächen, in diesem Fall meine Feigheit und meine Furcht, ebenso wie meinen Frust und meine Wut zu sehen und mir einzugestehen, geben mir ein gutes Gefühl. Und schon ist das Gute wieder da, schöner und strahlender als zuvor. Es klopft mir auf die Schulter, es küßt mir Füße und Hände, obwohl ich im Traum nicht daran denke, mich jemals auch nur ein Stück weit ändern zu wollen. Furcht und Feigheit, Frust und Wut gehören zu mir, seit meiner Geburt, seit viel zu langer Zeit. Warum sollte ich mich ändern? Warum bin ich Anarchist? Doch nur darum, damit ich tun und lassen kann, was ich will! Ich habe ein gutes Gewissen, eines mit einem guten, gesunden Schlaf, ich habe ein Gewissen, das selbst dann nicht aufwacht, wenn im Fernseher Kriege wüten, wenn ganze Völker an Seuchen krepieren, vor Kälte, vor Hitze, vor Hunger und Durst. Mein Gewissen wacht erst dann auf, wenn es um mich geht, wenn mir etwas nicht paßt, wenn es gar zu arg wird mit der Ungerechtigkeit, mit dem Neid und dem Haß, mit der Gier und der Bosheit der anderen, dann ist mein Gewissen hellwach, dann ist es Zeit, hohe Zeit zuhause zu sitzen, zuhause im Sessel mit einem guten Buch, mit einem Buch über das Gute...</p>]]></content:encoded>
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		<title>Oscar Knolle resümiert</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 05:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aha, ihr habt also die Feuchtgebiete wiederentdeckt, das feminine Lust- und Frust-Biotop – unterm Schlüpfer wird’s schlüpfrig, hurra. Feuchtgebiete?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Macht es doch und redet nicht nur – ihr Quasseltypen, ob Weiber oder Kerle, ihr phantasiert fickerisch vor euch hin, fasst euch vage zwischen die Beine, wo ihr auf bloße Anatomie trefft. Dabei suchtet ihr zwischen Klitoren und Schwänzen nicht nur nach mehr Geilheit, sondern nach der Erfüllung eurer erotischen Selbstverwirklichungsillusionen, an denen ihr, wie zu hören ist, gescheitert seid.</p>
<p>Aha, ihr habt also die Feuchtgebiete wiederentdeckt, das feminine Lust- und Frust-Biotop – unterm Schlüpfer wird’s schlüpfrig, hurra. Feuchtgebiete? Ihr steckt selbst im Sumpf, in der Emanzipationspampe, mitten im Mainstream-Klärwerk zur Bereinigung archaischer Brunfttrübungen. Alles Dumpfe muss weg, ihr revolutioniert die Reglements für das Liebesleben und sozialisiert den Begattungsreflex. Zu den Frauenbeauftragten gesellen sich Beischlafsbeauftragte, die Parkbänke werden nach dem Einfallswinkel des Mondscheins im Frühsommer ausgerichtet, alle Bushaltestellen sind mit Vollgummiliegen auszustatten.</p>
<p>Trotzdem, tendenziell ist Geschlecht schlecht, eure Rollen laufen langsam aus, gehen ein in das Imago eines Übermenschen, der seine eigenen Wurzeln rudimentiert. Aber immer wieder und so drängend wollt ihr zurück ins Dunkle – der Dämon kommt mit Macht über euch, er lässt sich nicht abschütteln. Ihr trauert unerhörten Begierden nach, die verkümmert sind unter den Correctness-Codes für cooles Kopulieren.</p>
<p>Zu spät, Rien ne va plus, keine Camouflage mehr im Kampf zwischen Mann und Frau, aus das Affentheater: Auftritt und Text vergessen. Schade um die Platte, die Großmutter Natur ins zerebrale Vynil gepresst hat – sie dudelt sinnlos vor sich hin.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Selbst das Kacken fällt bei dieser Hitze schwer</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 22:01:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hochnäsiges junges Fleisch vor mir, am Mittelmeer. Wenn sie nur ihre Fressen hielten und ihre Finger vom Radio ließen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/strandidyll_258px3.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/strandidyll_258px3.jpg" alt="strandidyll_258px3" title="strandidyll_258px3" width="258" height="80" class="alignright size-full wp-image-1083" /></a>Später mehr dazu. – Jetzt ist es noch heißer! Hochnäsiges junges Fleisch vor mir, am Mittelmeer. Wenn sie nur ihre Fressen hielten und ihre Finger vom Radio ließen! Ja, es ist hell, grellhell, und es ist heiß, hirnaufweichend heiß. Der Strand lebt von Leuten wie mir: Habenichtse und Minutenmillionäre. Ein Bier, ein kühles, blondes, schwitzendes Bier, bitte!</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/strandidyll_258px.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/strandidyll_258px.jpg" alt="strandidyll_258px" title="strandidyll_258px" width="258" height="80" class="alignright size-full wp-image-1079" /></a>Soviel junges, nacktes, schwitzendes Fleisch! Unerträglich viel davon in unerreichbarer Nähe. Und neben mir liegt eine Frau, die alles für mich tut. Sogar zum Strand fahren und In-der-Sonne-braten. Nur besteigen darf ich sie nicht. Dafür kommt sie zu weit aus dem Süden, zu weit aus Afrika, um genau zu sein. Und jetzt nervt auch noch der Sand! Als ob ich es vergessen hätte, wie anstrengend ein Strand sein kann. Halbstarke lassen ihre Energien an einem Ball aus. Armer Ball! Ich hasse den Strand, die Sonne, die Leute, kurz: das langweilige Strandleben.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/strandidyll_258px2.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/strandidyll_258px2.jpg" alt="strandidyll_258px2" title="strandidyll_258px2" width="258" height="80" class="alignright size-full wp-image-1082" /></a>Verdammt, Nixen und Amazonen kommen aus dem Wasser! Ich traue meinen Augen kaum. Und noch ein Wunsch geht in Erfüllung: Kaltes Bier aus der Kühlbox. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Selbst Bälle, die wie Bomben, wie Granaten auf mich fallen, kreischende Kinder und Radios können mir nichts mehr anhaben. Das Bier besänftigt, das Bier hat mich im Griff. Nun, es könnte auch ein Pils sein, aber: ruhig Brauner! Der Tag wird kommen, der Tag ist nah, die Heimat ruft. Sie verlangt nach mir, nach meinen schweren Schritten, nach dem Gestank in meinem Schritt.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Allerletzten</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/08/allerletzten-jetzt-mithassen/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 05:02:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kindermörder, Pädophile, Raucher, Aussteiger, Warner, Besserwisser, Jammerlappen, Normalos, bloß nicht!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Jetzt aufs Korn nehmen und mithassen!</h2>
<p>Kindermörder, pfui Teufel! Total kaputte Gruseltypen, die Ungeheuer der<br />
statistischen Unausweichlichkeit – der Kopf bleibt dran.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/polizistenriesen.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/polizistenriesen.jpg" alt="polizistenriesen" title="polizistenriesen" width="200" height="558" class="alignright size-full wp-image-1200" /></a>Pädophile, äh! Wichser mit Doppelkinn vorm Computer, während Elfriede den<br />
Schmalzfilm guckt – die Schlappschwänze mit Sparvertrag und Sportabzeichen.</p>
<p>Raucher, puh! Schindludertreiber mit der Volksgesundheit, Suchtkrüppel,<br />
verqualmen alles, verweigern das Nordic-Walking – bei Gotthilf Fischer<br />
wollen sie auch nicht mitsingen.</p>
<p>Aussteiger, widerlich! Dreiste Pensionäre, egomane Individualisten,<br />
Kinderlose, profitieren von der Armut in der Welt – wenn’s Aua macht, stehen<br />
sie wieder zuhause auf der Matte.</p>
<p>Warner, oh Gott! Querulanten, zetern von morgens bis abends über<br />
Bevölkerungsexplosion, Klimatod und Swine Flu – als ob es nichts Wichtigeres<br />
gäbe.</p>
<p>Besserwisser, fürchterlich! Intellektuelle, die sich mit ihrem abgehobenen<br />
Gelaber vor der Arbeit drücken – wenn sie den Mülleimer wegbringen sollen,<br />
werden sie ohnmächtig.</p>
<p>Jammerlappen, eklig! Die Weicheier mit ihren Depressionen in der sozialen<br />
Hängematte: Leben zu hart, zu ungerecht, zu traurig – Schuld haben immer die<br />
anderen.</p>
<p>Normalos, bloß nicht! Der Mallorca-Mob, Massenmenschen, die jeden Morgen zur<br />
Arbeit gehen und das auch noch toll finden – fernsehen bis um elf, danach ab<br />
in die Kiste.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Geplatzter Termin</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/07/geplatzter-termin/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 05:17:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susann Klossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
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		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Leben hatte einen Termin mit Dir / Doch Du bist einfach nicht erschienen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben hatte einen Termin mit Dir<br />
Doch Du bist einfach nicht erschienen<br />
So hat es stattdessen<br />
Mich zerschreddert</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommissar Bredenbeck steigt aus</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/02/kommissar-bredenbeck-steigt-aus/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
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		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
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		<description><![CDATA[Günzel scheuchte das Einsatzfahrzeug mit 90 Sachen die Strasse hinauf. Kommissar Bredenbeck durchsaß derweil den Beifahrersitz und stellte bei der Beobachtung seines Fahrgeräusche imitierenden Assistenten felsenfest, dass Intelligent Design keinesfalls für die Entstehnung der Arten verantwortlich sein konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/bredenbeckfaehrt_350.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-878" title="bredenbeckfaehrt_350" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/bredenbeckfaehrt_350.jpg" alt="bredenbeckfaehrt_350" width="350" height="250" /></a></p>
<p>Günzel scheuchte das Einsatzfahrzeug mit 90 Sachen die Strasse hinauf. Kommissar Bredenbeck durchsaß derweil den Beifahrersitz und stellte bei der Beobachtung seines Fahrgeräusche imitierenden Assistenten felsenfest, dass <em>Intelligent Design</em> keinesfalls für die Entstehnung der Arten verantwortlich sein konnte.</p>
<p>"Er entkommt uns!", schrie Günzel die Frontscheibe an, die an manchen Stellen durchblinken ließ, dass sie Fahrer mit feuchter Aussprache hasste.</p>
<p>"Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass in Ihrem Leben etwas falsch läuft?", fragte der Kommissar nebenbeiläufig und kurbelte seinen Sitz in Liegeposition, um noch lässiger zu wirken.</p>
<p>"Was?", günzelte sein Sozius mit hochrotem Kopf zurück und schielte entlang einer gestrichelten Linie auf den Karton mit den Spitzfindigkeiten, den Bredenbeck im Schoß hielt.</p>
<p>"Oder anders gefragt:", fragte er anders, "sind Sie Veränderungen gegenüber aufgeschlossen?"</p>
<p>"Welche Veränderungen?", echote sein Assistent überzeugend ahnungslos.</p>
<p>"Zum Beispiel: Das dass von uns verfolgte Fluchtauto immer kleiner wird!"</p>
<p>Günzel durchwühlte vergeblich das Handschuhfach, um eine plausible Erklärung zu finden. Er formulierte in Gedanken ein vorsichtiges <em>Weil es sich immer weiter entfernt?</em>, wußte aber, dass er damit nicht durchkommen würde. Nicht bei Bredenbeck, dem mit allen Fahrwassern gewaschenen Kriminaler. "Weil es schneller ist als <em>wir</em>?", überraschte er sich selbst mit kursiver Schrift.</p>
<p>"Und was können <em>wir</em> dagegen tun?", fragte der Kommissar so gedehnt, dass seine Sehnen knackten.</p>
<p>Günzel fühlte, dass er sich vollens in die Enge getrieben fühlte und das lag massgeblich daran, dass sein Chef unbemerkt an seiner Sitzverstellung gespielt hatte, die ihn bedrohlich zwischen Rückenlehne und Lenkrad einquetschte.</p>
<p>"Ich weiß nicht!", erwiderte Günzel gepresst. "Haben sie vielleicht leihweise eine gute Antwort für mich?"</p>
<p>"Wie wär's mit: In den dritten Gang schalten?", grinste Bredenbeck eigenhändig. Dann nahm er sich einen Korb und begann die Früchte seiner raffinierten Verhörmethoden zu ernten.</p>
<p>Seinem Assistenten entfiel alle Farbe aus dem Gesicht, die sich platschend in den Fußraum ergoß. "In den dritten Gang schalten!", wiedergab der kleinlaute Günzel mehr klein als laut. Seine jahrzehntelange Fahrschulzeit lief in Zeitraffer vor seinem einzigen geistigen Auge ab: Die Eröffnung der Fahrschule, die Pensionierung ihres Gründers, die vom Verkehrsminister persönlich mit sorgenvollem Gesicht verlesene Strassenverkehrsordnung.</p>
<p>Günzel stoppte den Film, trat beherzt nach dem Kupplungspedal und betätigte den Schaltknüppel. Verschiedene, bis an die Zähne bewaffnete Zahnräder gerieten aneinander. Einige, von umsichtigen Autoherstellern ursprünglich für den Rückwärtsgang vorgesehene Teile bekamen überraschend den Einsatzbefehl und stürzten sich verwundert, aber pflichtbewußt ins Getümmel. Ein Rucken ging durch den schweren Wagen, als eine Reihe von Getriebeteilen durch die Motorhaube entkam und nach kurzer Suche das Weite fanden. Ein Schuß durchfiel die folgende Stille. Das Einsatzfahrzeug rollte langsam aus und kam am Bordstein zum Erliegen.</p>
<p>Minutenlang ergriff niemand das Wort, obwohl eine ganze Reihe davon zur freien Verwendung bereitgelegen hatten. Schließlich war es der Kommissar, der sich zum Sprechen anhob.</p>
<p>"Sie wußten, dass sie eines Tages während eines Einsatzes sterben würden, nicht wahr?", fragte Bredenbeck nicht wirklich interessiert aber trotzdem, nachdem er gelangweilt in seinem Fragenkatalog geblättert hatte.</p>
<p>Günzel fühlte sich überhaupt nicht wohl in seiner Haut - zum Einen, weil er selbst darin steckte und zum Anderen, weil sich neben ihm noch eine Kugel darin befand.</p>
<p>"Ja!", ächzte Günzel final. "Aber dass mir das ausgerechnet in einem Fahrsimulator passsieren muß!"</p>
<p>Der kinderlose Kommissar nickte väterlich und verließ das Gefährt. Seine Waffe dachte noch lange nicht daran, mit dem Rauchen aufzuhören.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Leben:</title>
		<link>http://kaschemme.de/2008/11/leben/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Nov 2008 11:30:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Managerin_05</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Er hat alles versucht. Hat bleiben versucht und weglaufen, lieben und hassen, war gleichgültig und engagiert, albern und ernst, hat es sich leicht gemacht und schwer, hat sich geärgert und gefreut. War zufrieden und hat sich nicht zufrieden gegeben. Er hat gekämpft, immer wieder -und gelebt. Und das Leben für wertlos befunden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er hat alles versucht. Hat bleiben versucht und weglaufen, lieben und hassen, war gleichgültig und engagiert, albern und ernst, hat es sich leicht gemacht und schwer, hat sich geärgert und gefreut. War zufrieden und hat sich nicht zufrieden gegeben. Er hat gekämpft, immer wieder -und gelebt. Und das Leben für wertlos befunden.</p>
<p>Er ist müde und enttäuscht. Es kostet zu viel und bringt zu wenig. Es hat keinen Grund und macht keinen Sinn. Die pure Existenz ist ihm zu wenig, aber mehr scheint er nicht vorzufinden, egal, wohin er geht, egal, was er auch macht, egal, wen er trifft. Es ist mal besser und mal schlechter, aber grundsätzlich scheint es sinnlos.</p>
<p>Anhäufen von Aktionen, aneinander reihen von Beziehungen, reden über Dinge - immer und immer wieder. Wozu, wenn es doch zu nichts führt?</p>
<p>Er ist kein Märtyrer, das Schicksal der Menschen im Allgemeinen ist ihm egal. Nur das seiner Brüder nicht, seiner Freunde, Menschen, die ihn lieben und nie fallen ließen. Grimmig lebt er für sie weiter. Sie sind der Grund, sie, und der Himmel und das Meer. Auf alles andere würde er gern verzichten.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Menschlich.</title>
		<link>http://kaschemme.de/2008/04/menschlich/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 11:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Managerin_05</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<category><![CDATA[moderne]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieses Mal wollte er beides und er nahm es sich. Er fuhr, gab nach, konsumierte, sog auf, verschlang gierig und hinterließ einen Haufen Dinge, die durcheinander und chaotisch vor ihm lagen. Völlig verkatert vom Adrenalin und doch stocknüchtern sah er sich das Chaos an und bereute.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Er verzettelte sich. Wieder und wieder. Und wusste nicht, wie er es ändern oder gar verhindern könnte. Immer wieder geriet er in die gleichen Situationen. <span> </span>Es war wie immer, fiel ihm quasi in den Schoß. Er wollte es eigentlich nicht. Als er mit ihr telefonierte ahnte er, dass es nicht bei einer harmlosen Begegnung bleiben würde und er haderte mit sich. Sollte er fahren und sich der Gefahr einer Affäre hingeben und gleichzeitig der süßen Versuchung, der Aufregung, der neuen Zärtlichkeit? Der neue Horizont, der die Sonne anders auf- und untergehen lässt, der die Farben schriller macht, Geräusche lauter, Gefühle intensiver, Gedanken wirr und frisch, so wie früher, in seiner Jugend. Das war so verlockend, so unglaublich unwiderstehlich, dass er im Grunde schon wusste, dass er es tun würde.</p>
<p class="MsoNormal">Seine vernünftige Seite schalt ihn schlecht. Er zog den Kopf ein, versteckte sich vor ihm – dem schlechten Gewissen. Er wollte nichts davon hören, aber diese Stimme war laut. Sie schrie ihre Bedenken in sein Gehirn und er wagte es fast nicht, sie laut auszusprechen, aus Angst, sie könnte sich als etwas erheben und Gestalt annehmen. Er ließ sich gut zureden, von ihr. Der schönen Unbekannten, am anderen Ende der Welt – so kam es ihm vor. Fast exotisch und doch nicht fremd, lang ersehnt, heiß erträumt, ungeduldig erwartet. Jetzt, in greifbare Nähe gerückt, nur noch mystischer, geheimnisvoll, fremd und doch vertraut.</p>
<p class="MsoNormal">Seine Gedanken rasten, schoben alle Bedenken beiseite. So lange musste er entbehren, musste sich zurücknehmen in der Blüte seines Lebens, mittendrin im Mann sein. Hier und jetzt wollte er es, wollte nicht aufgrund der Vernunft seinen Lebensdrang, seine Gier unterdrücken müssen. Ihm waren schon so lange die Hände gebunden und er lief in seinem Leben auf und ab, rastlos, unzufrieden, hungrig und doch voll bis obenhin mit Ablenkung und Einerlei und Einöde. Er hasste dieses Gefühl, wollte es nie. Er hatte gekämpft – um beides: Freiheit und Sicherheit. Aber beides auf einmal<span>  </span>schien ihm nie zu gelingen, eines musste immer seinen Platz räumen. Er hasste es. Er strampelte sich dafür ab – und scheiterte doch immer wieder und wieder.</p>
<p class="MsoNormal">Dieses Mal wollte er beides und er nahm es sich. Er fuhr, gab nach, konsumierte, sog auf, verschlang gierig und hinterließ einen Haufen Dinge, die durcheinander und chaotisch vor ihm lagen. Völlig verkatert vom Adrenalin und doch stocknüchtern sah er sich das Chaos an und bereute. Und er fuhr zurück in sein ödes Leben, das ihm nichts mehr versprach außer Alltag und Stagnation. Und er dachte und dachte und dachte. Und fand doch keine Lösung. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ihm das Gleiche wieder passieren würde. Es gab kein Entkommen und keine Lösung war in Sicht. Es würde auch nichts von allein passieren, das ihm die Entscheidung abnehmen würde. Er wusste aber auch nicht, was er tun konnte, um diesem Irrsinn ein Ende zu machen. Es passierte einfach immer wieder und jeder noch so gute Vorsatz scheiterte bereits im Ansatz. Er ließ es geschehen und er würde es wieder tun. Vielleicht war das sein Leben, vielleicht auch nur ein Irrtum. Was auch immer es war: er würde sich nie sicher sein und es immer wieder geschehen lassen, wahrscheinlich für immer. Mit dieser seinen Gewissheit könnte er vor den Traualtar treten, ihr ewige Treue schwören und es wäre eine Allianz fürs Leben. Und die einzige Konstante, die er jemals haben würde.</p>
<p class="MsoNormal">Seine kühnen Jungenträume von einst wurden zu einer Ahnung. Er ahnte, dass Zeit kein Wert ist, auf den er Einfluss haben würde. Das machte ihn traurig und lähmte ihn. Er ahnte die Sinnlosigkeit seines Lebens – eines jeden Lebens. Und konnte doch nichts dagegen tun.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ode an den Haßsack</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jun 2007 09:47:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>

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		<description><![CDATA[Man muß schon wüten, trauern, hassen,
Um solch Schreiberei herauszulassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Aus deinen Beinen kriechen Maden,<br />
Aus deiner Hose Scheißefladen.<br />
Aus deinem Hals quellen Lügen und Intrigen,<br />
Daß deine Zähne aus der Fresse fliegen.</p>
<p style="text-align: center;">Aus allen deinen Poren<br />
Spritzt beißendstrenger Schweiß.<br />
Und an den Beinen spürst du<br />
Pisseströme heiß.<br />
Aus deinen Ohren fallen Placken,<br />
Und deine Neurosepopel streifst du<br />
Andern in die Nacken.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Nachsatz:</strong><br />
Man muß schon wüten, trauern, hassen,<br />
Um solch Schreiberei herauszulassen.<br />
Doch bekenn’ ich mich ganz frei,<br />
So ungeniert wie er sich gab,<br />
Wünschte ich ihn tief hinab ins Grab.</p>]]></content:encoded>
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