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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; job</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Von der Unlust eines Vergewaltigers.</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 10:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Quentinadieu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
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		<description><![CDATA[Es riecht nach Pisse und einer Mischung aus nassen Fußabdrücken verbreiteter Kanalfäkalien und der undefinierbaren Masse aus verschiedeneren braun-gelben Rottönen am Boden vorm schlafenden Säufer auf dem Sitz über uns, der penetrant nach billigem Wein und osteuropäischen Zigaretten stinkt. Der windende, halb entkleidete Frauenleib erschlafft langsam, inzwischen hat sie ihre Kräfte ausgeschrien. Ein letzter Stoß, dann Stille.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das regelmäßige Einschlagen ihres Kopfes gegen die Wand des U-Bahnabteils geht in ihren spitzen, ungleichmäßigen Schreien unter, was meiner ohnehin schwindenden Konzentration nicht gerade gut tut. Diese verdammte Rentnerin, ein gestrandetes Wrack der guten alten Zeit, die sich auf den Geldern ihrer Enkel ausruht, glotzt die ganzen verdammten sieben Minuten Fleischkampf.<br />
Es riecht nach Pisse und einer Mischung aus nassen Fußabdrücken verbreiteter Kanalfäkalien und der undefinierbaren Masse aus verschiedeneren braun-gelben Rottönen am Boden vorm schlafenden Säufer auf dem Sitz über uns, der penetrant nach billigem Wein und osteuropäischen Zigaretten stinkt.<br />
Der windende, halb entkleidete Frauenleib erschlafft langsam, inzwischen hat sie ihre Kräfte ausgeschrien. Ein letzter Stoß, dann Stille.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-1575" title="Subway UBahn Animation" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/04/subway_ubahn_animation.gif" alt="" width="240" height="180" />Ich stehe auf, ziehe meinen Reißverschluss zu, schnalle den Gürtel fest und richte meine Hemdärmel. Meine Krawatte liegt sorgfältig auf dem gefalteten Jackett neben mir.<br />
Während ich sie mir binde, betrachtete ich den schnaufenden, aufgegebenen Frauenkörper, der erschöpft in der Ecke kauert:<br />
Junges Mädchen, nicht ekelerregend jung mit Pferdestickern und Bravoausschnitten auf Grundschulheften, sondern deutlich mit den Ergebnissen einer zufriedenstellenden Pubertät beschenkt, doch bei weitem nicht ausgereift oder gar alt.<br />
Sieht aus wie Anfang zwanzig und schminkt sich wie es die Sorte von Disconutten eben so tut, um in jede Disconuttendisco reinzukommen, definitiv aber nicht älter als siebzehn. Achtzehn mit Ausschnitt.<br />
Ihr Make-Up verschmiert über das ganze Gesicht, der Kajal sieht aus, als hätte sie schwarze Tränen geweint, als wären ihre Pupillen ausgelaufen. Sie ist hübsch, wär aber eben nur gerne eine Disconutte. Nicht mein Typ, aber wen interessiert das schon.<br />
Ich werfe mir mein Jackett über und fummel aus der Tasche eine Zigarettenschachtel und ziehe eine Kippe heraus, Feuer, dann rauchendes Warten.<br />
Eigentlich ein trauriger Anblick, wie der schöne Mensch dort in den Unschönheiten der Welt vergeht und nicht einmal etwas dafür kann.<br />
Auf wieviel man sich eben nicht vorbereiten kann und wie viele Pläne sinnlos sind.<br />
Wann stoßen wir endlich auf Grenzen der garantierten menschlichen Willensfreiheit, in der man an jeder Ecke der Stadt, auf jedem Nachhauseweg von verrauchten Eckkneipen und an jedem IKEA-Einbaubüroschreibtisch zu entscheidungslosen Prostituierten der bestialen Befriedigungstriebe des Menschen werden kann?<br />
Entscheidungsfreiheit ist nicht, Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.<br />
Endlich richtet sich die Kleine auf und stützt sich wacklig ab, lächelt und fährt sich die ruinierte Frisur aus dem ruinierten Disconuttengesicht.<br />
„Gott &#8230;“, grinst sie geil und beginnt, ihre Kleidung wieder zu richten, knöpft sich mit der Bedächtigkeit einer erfüllten Befriedigung endlos langsam ihre Bluse zu und sieht zu mir hinauf, wie ein junger Straßenköter auf seinem Nachtquartier aus Zeitungspapier und vergilbten Karton..<br />
„Du hast dir dein Geld verdient, Don Juane.“<br />
„Fick dich“, erwidere ich und ziehe genervt an meiner Zigarette.<br />
Sie steht auf, atmet noch einmal durch und greift nach ihrer Handtasche. Sie zittert noch immer erregt und holt aus ihrem Portmonee einige Scheine von Papas hart verdientem Geld hervor. Ich greife nach ihnen und stopfe sie in die Jackentasche. Die U-Bahn fährt in die nächste Haltestation ein.<br />
Ich trete einen angewiderten Schritt zurück, als sie mir verabschiedend einen Kuss auf die Backe drücken möchte, winkend aus dem Zug springt und nach Hause läuft, zu Eltern, die jeden Tag 12 Stunden im Büro und vier vor dem Fernseher oder in frustrierten Bars sitzen, sich gegenseitig und selbst betrügen und ihre elterlichen Pflichten mit einem überziehungsvollberechtigten Bankkonto erfüllen. Sie wird jetzt Zuhause ankommen, sich durch die Hintertür einschleichen, auf dem Weg in ihr Zimmer ihre kleine Schwester vor dem Kühlschrank treffen, die wieder einmal nicht schlafen konnte, „du kommst spät, Mama sollte dich schimpfen“, „ja“, dann die Treppen hoch, Tür zu, noch ein Schluck aus der Pulle, heimlich versteckt im Sockenfach, dann Schlafen.<br />
Morgen würden ihre Eltern mit ihr am Frühstückstisch sitzen, Zeitung lesen, vielleicht peinlich berührt vom erzwungenen Sonntagsfrieden in ihre Kaffeetassen starren und dann mit kargen Wortbrocken gemurmeltes Interesse heucheln.<br />
Pflicht erfüllt und somit eine von Millionen glücklichen Familien in Deutschland.<br />
Ich lasse mich neben die Rentnerin nieder und zähle das Geld.<br />
„Die Schlampe hat mich um &#8216;nen Zehner beschissen“, murmele ich und spucke genervt den Zigarettenstummel auf den stinkenden Kerl gegenüber.<br />
Die alte Frau tippt mir auf die Schulter, hält mir beschämt lächelnd einen grünen Schein vor die Nase und meint: „Werde ich nicht tun.“<br />
Erwartungsvoll kichert sie mich an.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1690" title="U-Bahn U7" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/ubahn_u7.jpg" alt="" width="560" height="420" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Moneyshot, Kapitel 4</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 10:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Compart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[noir]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor Schmudtke reagieren konnte, krachte die Faust in sein Gesicht und brach ihm das Nasenbein. Bei Schmudtke gingen die Lichter aus, als Detto ein zweites Mal zuschlug. Außer sich vor Wut brüllte Samba: „Eh, du Arsch! Nicht in meiner Karre. Der blutet mir die Polster voll. Was bist du eigentlich für ein verblödetes Arschloch? Das ist echtes Leder, du Penner. Mann, das hat man davon wenn man sich mit der Gosse einlässt.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><small>&#8220;Ursprünglich war MONEYSHOT ein Hörspiel, das der WDR produziert hat. 2006 oder 2007  begann ich damit, es zu erweitern und zu einem Roman umzubauen. <img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/billigbestatter_sw.jpg" alt="" title="billigbestatter_sw" width="240" height="427" class="alignright size-full wp-image-1752" />Hörspiele folgen bekanntlich einer anderen Dramaturgie. Diese Szene war nicht im Hörspiel. Für den Roman habe ich bewusst diesen behavioristischen Stil gewählt, den die Angelsachsen so perfekt beherrschen. Das ist anders, als der übel gelaunte allwissende Erzähler, den ich in den Gill-Romanen verwende. Deswegen habe ich MONEYSHOT auch liegen lassen, als ich LUCIFER CONNECTION schrieb. Im Grunde gilt auch für mich die Prämisse: Wenn man einen Roman schreibt, muss man dran bleiben und kann/sollte nichts anderes nebenher machen bis die erste Fassung steht. Bei MONEYSHOT arbeite ich sporadisch (zwei Drittel sind fertig), da ich durch das Hörspiel auf die Plotstruktur und das meiste Personal zurückgreifen kann. Es ist für mich so etwas wie eine zweite Fassung. Inhaltlich versuche ich die schwarzen Welten eines Philip Loraine, Bruno Fischer, Francis Ryck oder Elliott Chaze auf deutsche Milieus und Mentalitäten zu übertragen.<br />
Das hier ausgewählte Kapitel kann m.E. für sich stehen und braucht nicht den Kontext des Romans.&#8221;</small></em></p>
<p>4.</p>
<p>Samba fuhr zügig durch die Stadt &#8211; soweit es der Verkehr erlaubte. Aus der Stereoanlage tönte  teutonische Rocksentimentalität der Scorpions. Samba mochte bombastische Musik. Und er mochte, was er gleich tun würde. Seine Gedanken glitten krachend durch seine Erinnerung. Wie war er geworden, was er  war? Als Kind hatte Samba sein kleines Zwergkaninchen, das er sehr liebte, umgebracht. Anschließend musste er tagelang weinen. Er wollte wissen, ob Gott ihn an so einer schrecklichen Tat hindern würde, er hatte sogar darum gebetet. Aber Gott rührte sich nicht. Ihn interessierte das Schicksal von Zwergkaninchen einen Dreck. Gott hatte es zugelassen. Wenn man das tun konnte ohne dass Gott es verhindert, folgerte der kleine Samba messerscharf, dann war es okay schlimmes zu tun. Oder es gab keinen Gott. Dann war alles erlaubt. Oder es gab doch einen Gott, dann war der nicht allmächtig und konnte nichts gegen die ungeheuren Grausamkeiten unternehmen, die täglich geschahen. Ein solcher schwacher Gott taugte nichts. Auf so ein Weichei konnte Samba verzichten.</p>
<p>Er fuhr auf eine Kreuzung zu. Auf dem Bürgersteig sah er Schmudtke, der nervös herumtänzelte. Er trug einen zu großen Anzug, der bessere Zeiten gesehen hatte, und seine Augen waren stark gerötet. Das blonde Haar war mit Gel an den länglichen Schädel angeklatscht. Bis zu Sambas Anruf hatten sich seine Sorgen darauf beschränkt, dass er seine bettlägerige Mutter mal wieder im Pflegeheim besuchen sollte. Jetzt hatte er ein paar neue Sorgen dazu bekommen. Samba bedeutete nie was Gutes. Die Limousine glitt neben ihn, hielt und Samba stieß die Beifahrertür auf.</p>
<p>„Du siehst wie ein Penner aus, der die Nacht durchgemacht hat.“</p>
<p>Der ehemalige Seemann Schmudtke war ein Penner, der die Nacht durchgemacht hatte. Er war feige und brutal und diese Kombination hatte ihn mehrfach vor dem Tod bewahrt. Und zu erbärmlichen Wohlstand geführt. In Hongkong hatte er wegen einer Uhr jemanden die Hand abgehackt, um schneller verschwinden zu können. Seine Überlebensstrategie war der Betrug: Im richtigen Moment die Seiten wechseln oder andere im Stich lassen.  Schmudtke führte für Schark eine miese Spielhölle und hörte alles. Er war so unauffällig, dass man ihn erst bemerkte, wenn man sich verquatscht hatte.</p>
<p>„Ich hab kein gutes Gefühl dabei“, sagte er, als er ins Auto stieg.</p>
<p>„Dein Gefühlsleben interessiert nicht mal deine Mutter, du Penner. Kannst du dir nicht mal ein paar gut sitzende Fahnen kaufen?“</p>
<p>„Ich hab in letzter Zeit so abgenommen. Der Stress. Ich opfere mich für Schark auf. Hab einen Zwanzig-Stunden-Tag.“</p>
<p>„Da muss ich ja unbedingt mit Schark drüber reden. Damit du ne längere Mittagspause kriegst. Soviel Freizeit möchte ich auch mal haben.“</p>
<p>„Du machst Detto doch nicht hin?“</p>
<p>„Nur eine Abmahnung. Hab ich dir doch gesagt.“</p>
<p>„Weiß er, dass wir kommen?“</p>
<p>„Klar. Eine kleine Spritztour.“</p>
<p>„Schark muss mir was anderes geben. Diese Spielothek macht mich krank. Nur Asoziale und Rentner. Ganz schlechtes Publikum. Bleibt nicht viel hängen.“</p>
<p>„Ist Scharky auch schon aufgefallen.“</p>
<p>„Was? Wie mies die Geschäfte gehen? Das ist die Lage. Er muss mir was in der Stadtmitte geben. Nicht so einen abgefuckten Puff am Stadtrand.“</p>
<p>„Seit Monaten bringst du immer weniger.“</p>
<p>„Da ist nichts zu melken. Alles ist teurer seit dem Scheiß-Euro und die Leute verpulvern nicht mehr soviel. Wir stecken mitten in einer Wirtschaftskrise. Hörst du jeden Tag im Fernsehen.“</p>
<p>Samba bog in eine Sackgasse. Am Ende der Strasse war eine fünf Meter hohe Mauer, die elende Häuser noch zusätzlich beschattete. Samba drückte auf die Hupe. Sekunden später trat ein Mann aus einer Haustür. Er grinste breit von einem abstehenden Ohr zum anderen und ging schleppend und schwerfällig zum Auto. Ächzend ließ er sich auf den Hintersitz fallen.</p>
<p>„Dann mal los. Wie geht’s, Schmudtke? Noch immer an Land? Ich dachte, du wolltest wieder auf See.“</p>
<p>Schmudtke knurrte etwas Unverständliches. Samba fuhr an.</p>
<p>„Ich fahre jetzt zu diesem scheiß Steinbruch.“</p>
<p>„Aber gerne. Schön ruhig da. Stillgelegt. Bis auf weiteres“, lachte Detto unmotiviert. Schmudtke konnte soviel Blödheit kaum glauben.</p>
<p>„Wie war das Geschäft heute Nacht?“, erkundigte sich Samba.</p>
<p>„Es ging. Dieser russische Bastard war wieder da. Er will unbedingt mit dir verhandeln. Noch will er für den Laden bezahlen. Aber er wird langsam ungeduldig. Droht damit, seine Leute aus Berlin kommen zu lassen.“</p>
<p>„Ich blas ihm den Arsch über die Oder.“</p>
<p>„Hast du nie Besuch von den Russen?“, wandte sich Detto an Schmudtke.</p>
<p>„War mal einer da. Habe ihn sofort rausgeschmissen.“</p>
<p>„Ach ja? Da habe ich aber was anderes gehört.“</p>
<p>Wütend wandte sich Schmudtke zum Rücksitz. „Und was hast du gehört, Detto? Du hörst doch nur Scheiße. Du kannst nix gehört haben. Erzähle lieber nicht weiter so eine Kacke rum. Du hast selbst genug Probleme.“</p>
<p>Detto lachte. Dann zog er seine Rolex über die Knöchel der linken Hand. Bevor Schmudtke reagieren konnte, krachte die Faust in sein Gesicht und brach ihm das Nasenbein. Bei Schmudtke gingen die Lichter aus, als Detto ein zweites Mal zuschlug.</p>
<p>Außer sich vor Wut brüllte Samba: „Eh, du Arsch! Nicht in meiner Karre. Der blutet mir die Polster voll. Was bist du eigentlich für ein verblödetes Arschloch? Das ist echtes Leder, du Penner. Mann, das hat man davon wenn man sich mit der Gosse einlässt.“</p>
<p>Zufrieden ließ sich Detto zurückfallen. „Mach dir nix draus. Kannste alles reinigen. Da gibt es extra Mittel. Letzten Monat hatten die das beim Aldi im Angebot. Ich hab´ mir sofort ein paar Flaschen besorgt. Echt gut das Zeug. Ich mach das für dich. Sein Geschwätz ging mir echt auf die Nerven. Aber den Gestank von dieser Missgeburt kriegste bestimmt nicht raus. Hättest ne olle Karre nehmen sollen. Wieso ist der Idiot eigentlich so brav mitgefahren?“</p>
<p>„Weil ich ihm gesagt habe, wir würden dich abservieren. Hol mal die Wumme aus seiner Jacke.“</p>
<p>„Was? Wollte er mich etwa abballern? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Der Kerl macht hinter deinem Rücken Absprachen mit den Russen und will mich dann ausknipsen, damit ich es dir nicht erzähle&#8230; Muss ihm mächtig gefallen haben, mich abzuservieren.“</p>
<p>Detto wühlte in Schmudtkes Klamotten rum bis er die Pistole gefunden hatte. „Was ist das denn? Eine Stetschkin? Hat er die von seinen russischen Freunden?“</p>
<p>„Eine was?“</p>
<p>„Alte russische Armeewaffe aus den 50ern. Wird heute nur noch von Spetnaz verwendet. Stangenmagazin mit 20 Schuss Makarow-Patronen. Kannste mit Feuerstöße abgeben. Musste ein guter Schütze sein. Ziemliche Streuung. Das Gewicht kann die Feuerstösse nicht kompensieren. Damit hätte der Arsch alles getroffen, nur nicht mich. Die Knarre dürfte sogar älter sein als sein vollgepisster Anzug.“</p>
<p>„Gib her.“ Samba hielt die offene Hand nach hinten. Detto schlug mit der Waffe auf Schmudtkes Schädel bevor er sie widerwillig Samba in die Hand drückte.</p>
<p>„Was ist mit dir? Hast du auch Feuerwaffen dabei?“</p>
<p>„Was soll das? Leitest du jetzt ein Abrüstungskomitee?“</p>
<p>„Wenn du eine Waffe dabei hast, will ich die sofort haben. Sonst baust du noch Mist.“</p>
<p>Das gefiel Detto nicht. „Meine P7 gebe ich niemanden. Wir sind praktisch unzertrennlich.“</p>
<p>Ruckartig hielt Samba den Wagen an. Detto wurde nach vorne geschleudert, Schmudtke rutschte vom Sitz. Samba packte Detto am Nacken und drückte den Hals in die Lehne. „Ich sage sowas nur einmal. Wer mich als Chauffeur hat, fährt unbewaffnet. Her mit der Waffe sonst zerquetsche ich dir das Genick.“</p>
<p>„Iss ja gut. Keinen Stress, Samba.“ Dettos Atem ging schwer. Er griff in seine Jacke, zog die Heckler &amp; Koch heraus und reichte sie Samba.</p>
<p>„Na also. Verdammt nochmal. Ich komm mir vor wie im Kindergarten. Was ist eigentlich mit mir los? Habe ich an Autorität verloren? Wieso tut keiner mehr was ich sage? Bin ich geschrumpft? Denken alle, ich bin Pazifist oder sowas? Wieso versucht jeder mit mir Schlitten zu fahren?“</p>
<p>Samba fuhr wieder an und Detto lehnte sich vorsichtig zurück.</p>
<p>„Keinen Stress, Samba. Kein Mensch, der noch alle beisammen hat, zweifelt deine Autorität an.“</p>
<p>„Na, ich weiß nicht. Vielleicht muss ich mal so einen Kurs machen: Wie strahle ich Selbstvertrauen aus.“</p>
<p>Schmudtke kam langsam zu sich. Blut floss über Gesicht und Anzug auf den Sitz. Bevor er wieder voll da war, verpasste ihm Samba einen mit den Ellenbogen. Das genügte.</p>
<p>„Willst du ihn im Steinbruch verbuddeln?“</p>
<p>„Der Kerl zieht Schark seit Monaten ab, macht hinter unseren Rücken Absprachen mit den Iwans. Denkt, er ist Schröder. Was meinst du, sollte man mit ihm anstellen? Den Bambi verleihen?“</p>
<p>„Ist ja gut. Ich meine nur&#8230; Von mir aus ist er längst über die Zeit.“</p>
<p>Sie rasten eine steile, gut ausgebaute Landstrasse hinunter. Rechts Wald, links vereinzelte Häuser und Viehweiden. Am unteren Ende erhob sich ein mächtiger halb abgetragener Berg. Samba fuhr über einen Sandweg bis zu einem verschlossenen Gittertor.</p>
<p>„Mach auf. Im Kofferraum ist ein Bolzenschneider.“</p>
<p>Detto stieg aus, nahm die Zange aus dem Kofferraum und durchtrennte die Kette des Vorhängeschlosses. Samba fuhr in den weitläufigen Steinbruch. Detto schloss das Tor und trabte zu dem  geparkten Wagen. Samba stieg aus und sah sich um. Er entdeckte eine abgelegene Stelle. Er prüfte den Boden.</p>
<p>„Nimm die Schaufel und grab ihm eine schöne Ruhestätte.“</p>
<p>Schweigend machte sich Detto an die Arbeit. Samba rauchte eine HB. Interessiert beobachtete er Schmudtke. Aus seiner gebrochenen Nase perlten blutige Blasen.</p>
<p>„Weiter“, sagte Samba als Detto die Schaufel hinwarf.</p>
<p>„Ist doch Scheiße. Dauert Stunden.“</p>
<p>„Hast recht“, sagte Samba und schoss Detto mit der Schtetschkin zweimal in die Brust und einmal in den Kopf.  „Die ist doch prima. Von wegen Streuung.“ Dann zog er Schmudtke aus dem Auto und warf ihn in die Grube. Er sprang hinterher und drückte ihm die Pistole in die Hand. Er ging zurück zum Auto und holte Dettos P7, mit der er dem röchelnden Schmudtke so oft in den Kopf schoss, bis nichts mehr da war. Er säuberte den Griff und drückte die Waffe in Dettos erkaltende Hand</p>
<p>„Als ob man einen Thunfisch in der Dose abknallt. Für ‘ne oberflächliche Untersuchung dürfte das reichen.“ Schweigend betrachtete Samba sein Werk und wartete darauf, dass die Kraft der Getöteten in ihn fuhr, von seiner toten Seele aufgesogen wurde. Er fühlte nichts. Wahrscheinlich bekam man diesen spirituellen Übergang nicht richtig mit. Aber Samba glaubte fest daran. Bei irgendwelchen Eingeborenen lief das schließlich auch so. Oder musste man irgendwelche Teile der Opfer auffressen? Das müsste er gelegentlich mal nachschlagen.</p>
<p>Samba blieb noch eine Weile im Steinbruch.  Dann sah er auf die Uhr: Höchste Zeit, Schark zu treffen.</p>
<p>&nbsp;<br />
-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<strong>Was von Martin Compart lesen:</strong></p>
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<p>Martin Compart liest:<br />
<object width="560" height="380"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/3Bt5de03BdQ?version=3&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/3Bt5de03BdQ?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="380" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>]]></content:encoded>
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		<title>Affentheater (glutenfrei)</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 05:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Ettenauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[absurd]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Boris und Malte sitzen in einem Zimmer; die Vorhänge sind geschlossen, weil die Sonne scheint kommt trotzdem ein bisschen Licht herein; unverkennbar schwebt der Duft von Marihuana und schalem Bier in der Luft.

Boris (nach einer längeren Pause): Malte, wir sind wie Hamster, eingesperrt in einem Käfig trotten wir durch das Laufrad der Zeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1364" title="duerchdievorhaengelicht" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/04/duerchdievorhaengelicht-250x250.jpg" alt="duerchdievorhaengelicht" width="250" height="250" />Boris und Malte sitzen in einem Zimmer; die Vorhänge sind geschlossen, weil die Sonne scheint kommt trotzdem ein bisschen Licht herein; unverkennbar schwebt der Duft von Marihuana und schalem Bier in der Luft.</p>
<p>Boris (nach einer längeren Pause): Malte, wir sind wie Hamster, eingesperrt in einem Käfig trotten wir durch das Laufrad der Zeit.</p>
<p>Malte (nach einer ebenso langen Pause): Boris, gestern hab ich einen sogenannten „Verrückten“ in der Straßenbahn gesehen. Er brabbelte Unverständlichkeiten vor sich hin, aber er lächelte dabei. Darum habe ich ihn beneidet, offensichtlich war dieser Mensch glücklich.</p>
<p>Boris betrachtet die Knabberzeugschachtel in seiner Hand für ein paar Sekunden. Dann greift er zum Telefon (mit Wählscheibe!) und wählt sehr langsam die Nummer von der Packung.</p>
<p>Boris: Hallo? Bin ich hier bei Snackworld gelandet? Ich hätte da mal eine Frage: Auf ihrem Nuss-Mix steht: „Kann Spuren von verschiedenen Nüssen enthalten!“</p>
<p>Malte holt inzwischen die Post.</p>
<p>Boris: Was heißt „was meine Frage ist“? Ich mach mir nur Sorgen um euch…</p>
<p>Malte kommt mit einem Flugblatt in der Hand zurück (Werbung für Sicherheitsschlösser). Er nimmt Boris das Telefon vom Arm und wählt.</p>
<p>Malte: Hallo! Sie machen da ja Werbung auf Ihrem Flugblatt für mehr Einbrüche, aber sagen Sie mal: Wie kommen denn Sie eigentlich in die Wohnhäuser rein?</p>
<p>Pause.</p>
<p>Malte: Mhm.</p>
<p>Längere Pause.</p>
<p>Malte: Eigentlich interessiert mich das alles gar nicht…</p>
<p>Malte legt auf.</p>
<p>Boris: Lass uns weiter am Weihwasser-Unternehmen arbeiten…</p>
<p>Malte: Es läuft nicht, niemand will Weihwasser kaufen, das von Pfaffen am Fließband gesegnet wurde. Die Leute legen Wert auf Handarbeit bei solchen Sachen.</p>
<p>Boris: Um drei Uhr kommt eine Bewerberin.</p>
<p>Malte verrenkt seinen Kopf Richtung Wanduhr.</p>
<p>Malte: Das ist jetzt.</p>
<p>Die Türglocke bestätigt es.</p>
<p>Malte: Aber wir wollen doch gar niemanden einstellen…</p>
<p>Boris: Weißt du einen besseren Zeitvertreib?</p>
<p>Boris geht zur Tür.</p>
<p>Malte stopft inzwischen seine kleine goldene Marihuanapfeife.</p>
<p>Boris kommt mit einem etwa 20-jährigen Mädchen ins Zimmer.</p>
<p>Boris: Das ist Anne. Sie will sich hier bewerben. Hast Du die Unterlagen vorbereitet?</p>
<p>Malte (nimmt einen Zug): Hää?</p>
<p>Anne: Hallo…</p>
<p>Malte: Ähm, ja, hallo auch!</p>
<p>Boris geht zum Schreibtisch und holt eine paar zerfledderte Zettel aus einer der Laden hervor.</p>
<p>Boris: Also gut, Anne. Dann erzähl uns mal, warum du gerade in UNSERER FIRMA arbeiten willst?</p>
<p>Anne: Naja, da stand „keine Vorkenntnisse“ im Inserat, außerdem ist das hier nur fünf Minuten von mir Zuhause weg…</p>
<p>Boris (macht sich Notizen, verzieht dabei die Mundwinkel): Verstehe. Wo siehst du dich in FÜNF JAHREN?</p>
<p>Anne: Da hab ich noch nicht so drüber nachgedacht, hoffentlich nicht mehr im Studium (grinst).</p>
<p>Boris (macht sich wieder Notizen, schüttelt dabei den Kopf): Könntest du dir eine Affäre mit mir am Arbeitsplatz vorstellen?</p>
<p>Anne: Das ist ein Scherz, oder?</p>
<p>Malte lacht und hustet: Nein, das meint der schon ernst.</p>
<p>Anne: Kann ich jetzt noch nicht sagen, dafür kenn ich dich zu wenig.</p>
<p>Boris (nickt lächelnd und macht sich Notizen): Setz dich mal an den Tisch da drüben (deutet auf den Schreibtisch).</p>
<p>Anne geht hin, Boris legt ein Blatt vor sie.</p>
<p>Boris: Hier sind ein paar Denksportaufgaben, um deine analytischen Fähigkeiten zu überprüfen.</p>
<p>Anne: Kurvendiskussion? Das ist bei mir aber schon länger her… „Löse das P/NP-Problem“… ist das nicht eines dieser mathematischen Rätsel, für deren Lösung ein amerikanischen Institut eine Million Dollar ausgesetzt hat?</p>
<p>Boris: Die Zeit läuft. 15 Minuten.</p>
<p>15 Minuten später.</p>
<p>Boris sieht sich den Zettel an, schüttelt dabei den Kopf: Wir melden uns. Was machst du heute Abend?</p>
<p>Anne geht wortlos, Malte schlägt die Gratiszeitung „Austria“ auf.</p>
<p>Malte: Schlagzeile: „HASCH-NEGER RAUCHTE MARIHUANA. DROHT IHM JETZT DIE ABSCHIEBUNG?&#8221; Auf Seite 5, mit Foto einer Gruppe Neger, aufgenommen von einem unserer Lesereporter. Dafür gibt’s 50 Euro!</p>
<p>Boris reißt ihm die Zeitung aus der Hand, blättert herum: Wo ist das Horoskop?</p>
<p>Malte (genervt): Letzte Seite…</p>
<p>Boris (findet es): &#8220;Schneenashorn: Veränderungen stehen an in nächster Zeit. Riskieren sie nicht zu viel. Ein Freund wird etwas Unerwartetes tun. Das Wetter kann schwanken.“</p>
<p>Boris wirft die Zeitung in die Ecke.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ich denke an Charles Bronson</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 16:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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		<category><![CDATA[erinnern]]></category>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
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		<category><![CDATA[terror]]></category>

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		<description><![CDATA[An irgendwelche beschissenen Bruce Willis wird man sich erinnern. Bronson wird man vergessen. Auf siebtklassigen Sendern im Nachtprogramm wiederholen. Als Nice-Price-DVDs verramschen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/06/charles_bronson_200x300.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/06/charles_bronson_200x300.jpg" alt="Charles Bronson (Foto von Fish Cop)" title="Charles Bronson (Foto von Fish Cop)" width="200" height="300" class="alignright size-full wp-image-1095" /></a>Ich sehe durch das Zielfernrohr und denke an Charles Bronson. Er starb 2003. Er war mein Lieblingskiller. Er war schmierig, nicht mehr ganz taufrisch, stets etwas zu alt für eine junge Frau. Sein Anzug war wie er: reif zum Ausmustern. Aus der Mode. Wie die Lederpatten an den Ellenbogen. Wie sein ewiger scheiß Haarschnitt. Abstellgleis und Rente gehörten zum Plot wie Rache und Abknallen. Darin war er Profi. Mit der Genugtuung, seinen Job gemacht zu haben, konnte er abtreten. Auftrag erledigt. Dienstleistung erbracht. Im Kino und im Sterbebett. </p>
<p>Ich sehe durch das Zielfernrohr und denke an Charles Bronson. Die Party vor mir ist im vollen Gange. Der Politiker stellt seine neue Website vor. Ich weiß dass, weil ich sie gemacht habe. Der Auftraggeber will eine neue Website? Ich liefere sie. Ich bin Dienstleister. Die Surf-Stationen auf der Party habe ich aufgebaut. Die Monitore habe ich beschafft, flache TFTs mit großem Sponsorenlogo. Die Sponsoren sponsern dass Zeug sogar, obwohl es nur hier rumsteht, wo Computer-Analphabeten mit Parteibuch es begaffen und sich dann modern fühlen können. Hätte ich für eine Schule gesammelt, wo Kinder damit etwas lernen, ich hätte bestenfalls Prospekte gekriegt. Und Luftballons mit Partei-Emblem.</p>
<p>Ich mache jeden Scheiß mit.<br />
Ich mache alles.<br />
Ich bin Dienstleister.<br />
Ich sehe durch das Zielfernrohr.</p>
<p>Ich habe die Tastaturen besorgt, jedes einzelne Kabel angeschlossen, jede einzelne Funkverbindung abgesichert. Ich habe sogar die Mäuse poliert. Die Mauspads mit dem PRT-Partei-Logo vom Produzenten abgeholt. Die ich habe fertigen lassen. Ich habe Ärsche getreten, weil die Idioten von der Partei das Logo CMYK in Mac-TIF lieferten statt RGB und in JPG, und natürlich waren das zu viele Großbuchstaben für sie, obwohl sie selber nur drei Grossbuchstaben sind. Am Ende war alles, so, wie es sein sollte. Der Einsatz war wichtig. Der Auftrag erledigt. Die Dienstleistung erbracht.</p>
<p>Ich sehe durch das Zielfernrohr. Der Politiker lebt noch. Charles Bronson starb 2003. An den beschissenen Bruce Willis wird man sich erinnern. <a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/06/charles_bronson_200x300.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/06/charles_bronson_200x300.jpg" alt="Charles Bronson (Foto von Fish Cop)" title="Charles Bronson (Foto von Fish Cop)" width="200" height="300" class="alignright size-full wp-image-1095" /></a>Bronson wird man vergessen. Auf siebtklassigen Sendern im Nachtprogramm wiederholen. Er wird das Zielfernrohr auspacken, er wird durch das Zielfernrohr sehen, genau wie ich. Doch bevor er abdrücken kann, kommt ihm der Werbeblock dazwischen. Titten, Ärsche und die Telefonnummern von Porno-Hotlines &#8211; sieben Rufmichans, vergnügt und lasziv in den Äther gequietscht. Seine DVDs werden Nice-price-DVDs sein. Wenn sie überhaupt erscheinen. </p>
<p>Ich denke an Charles Bronson. Ich habe sein Bild als Logo auf das Handy geladen. Das hat irgend jemanden 2 Euro 50 gekostet, denn die SIM-Karte ist gestohlen. Weitere 11 Cent wird die vorbereitete SMS kosten. Mein Daumen wird sich bald durch die Menüs des Handys drücken, um sie zu verschicken. Ein anderes Handy wird diese Message empfangen. Der Akku wird vibrieren. Ein Signal auslösen. Der Lauf der Geschichte wird sich ändern. Ich werde mein Zielfernrohr einpacken.</p>
<p>Ich sehe durch das Zielfernrohr. Den Finger am Drücker. Da kommt der Werbeblock.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Nachmieter gesucht</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 06:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[global]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[menschlich]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[supermarkt]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>
		<category><![CDATA[unten]]></category>

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		<description><![CDATA[sie hatte die schufa selbstauskunft 
schon dabei
die blöde streberin
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/04/nachmieter_258px.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/04/nachmieter_258px.jpg" alt="nachmieter_258px" title="nachmieter_258px" width="258" height="75" class="alignright size-full wp-image-989" /></a><br />
erst kamen die anrufe<br />
dann die termine</p>
<p>da kam der alte mann<br />
er sei banker, sagte er,<br />
habe nicht damit gerechnet,<br />
5 jahre vor der rente<br />
noch nen job zu kriegen<br />
mein kleines bad, das sei okay für ihn<br />
derzeit wohne er<br />
für 300 mit stockwerksklo</p>
<p>dann kam dieses pärchen<br />
ein bisschen schnuffig<br />
fanden dies gut und jenes<br />
ob man da oben was ablegen könne<br />
ob das da unten so bleiben müsse<br />
sie wollten es sich nochmal überlegen</p>
<p>dann kam diese schnickse<br />
gepflegte erscheinung, gute zähne<br />
ipod-ohrhöhrer baumeln aus dem kragen<br />
guckte alles kritisch an<br />
nörgelte hier und da<br />
hatte die schufa selbstauskunft schon dabei<br />
die blöde streberin</p>
<p>dann kam dieses andere pärchen<br />
total nett und lieb und so<br />
fanden alles toll<br />
wollten sofort einziehen<br />
ich nannte sie im geiste maria und joseph<br />
sie war schwangere schauspielerin<br />
er student<br />
die kamen wohl nicht in frage</p>
<p>der banker wurde es dann auch nicht<br />
er wurde zum ende der probezeit gekündigt</p>
<p>ist mir auch egal<br />
ich will eure scheiss schicksale nicht<br />
ich will nur einen nachmieter</p>]]></content:encoded>
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		<title>Be my baby tonight</title>
		<link>http://kaschemme.de/2007/01/be-my-baby-tonight/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jan 2007 13:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Er kauft sich für fünfzig Euro Liebe, gibt sie in eine schnelle Hand. Er weiß, dass nur ein paar Cent herausspringen werden, doch nichts ist für ihn teurer als dieses Kleingeld. Die goldigen Münzen: Sie sind echt, sie sind nicht echt. Er wird sie später einsammeln, bevor er sich in den nächsten Tag quälen muss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er kauft sich für fünfzig Euro Liebe, gibt sie in eine schnelle Hand. Er weiß, dass nur ein paar Cent herausspringen werden, doch nichts ist für ihn teurer als dieses Kleingeld. Die goldigen Münzen: Sie sind echt, sie sind nicht echt. Er wird sie später einsammeln, bevor er sich in den nächsten Tag quälen muss. Ihr großer Blick geht an seinen Augen vorbei wie ein Passant, nein langsamer, grüßt nicht einmal, hat was anderes vor. Diese Zeit ist kein Geld wert. Sie gibt sich nicht hin, das kann er nicht erwarten. Sie gibt sich keine Mühe, sie kommt zu ihm, macht ihren Job. Dann fragt sie ihn: Er sagt Ja und spreizt seine vertrockneten Lippen bis zum Anschlag. Schmerz, aber er sagt immer Ja, egal. Noch ist Zeit. Der Fünzig-Euro-Schein löst sich auf. Sie wird unsicher, legt sich neben ihm hin, erzählt vom Einkaufen am Tag. Es interessiert ihn. Ja, zusammen einkaufen. Sie blickt ihn an, sie schaut ihm lange in sein verkehrtes Gesicht. Der Schimmer auf ihren Pupillen glänzt, schiebt sich in ihre Augenwinkel. Für Tränen hat er nicht bezahlt. Sie wendet ihren Kopf ab, sagt die harten Worte, auf die er gefasst ist, auf die er nichts antworten kann. Er wird wiederkommen. Im Treppenhaus riecht es schlecht. Draußen lauert das Morgengrauen, der Frühimbiss mit den weichen gelben Frikadellen und Tass Kaff. Er hockt im Dunkeln auf einer Stufe, grinst verträumt gegen den Gestank an, in der Hand sein kostbares Kleingeld.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Jetzt kein Foto</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/06/jetzt-kein-foto/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2005 18:21:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ElisabethF.Werthmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[menschlich]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[träumend]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>

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		<description><![CDATA[Tagesaktuelles war ihr Leben. Gestern aufgeschnappt. Heute recherchiert und produziert. Morgen in der Zeitung. Übermorgen schon wieder ein alter Hut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jetzt kein Foto</strong><br />
Als das Gefühl siegte. </p>
<p>Sie war Journalistin. Hatte Laptop und Kamera immer dabei. Ständig auf der Jagd nach Geschichten und Bildern. Sog alles in sich auf. Recherchierte nach. Interviewte. Schrieb. Baute ein Netzwerk zu ihren Informanten auf. Produzierte Bilder. Tagesaktuelles war ihr Leben. Gestern aufgeschnappt. Heute recherchiert und produziert. Morgen in der Zeitung. Übermorgen schon wieder ein alter Hut. Fragte und hörte zu. „Die Geschichten liegen auf der Strasse“, meinte ihr Boss. Damals. Ganz zu Beginn. Als noch alles neu war. „Du musst sie nur aufklauben“, setzte er lächelnd nach. Sie probierte es. Mischte sich unters Volk. Sperrte Augen und Ohren auf. Entwickelte ein G’spür. Verließ sich zunehmend auf ihren Bauch. Und auf ihren Riecher. </p>
<p><strong>Zeit war Geld.</strong><br />
Manchmal, wenn sie an einen Ort kam, roch sie die Geschichte schon. Spürte sie. Und schrieb sie. Andere Male musste sie die Spannung erst aufbauen, bis sie auf die Geschichte stieß. Dann entwickelt sich die Geschichte im Kopf. Zurück in der Redaktion noch eine Nachrecherche. Dann klopfte sie die Geschichte schnell runter. Ging manchmal ganz schnell. Dem Chefredakteur konnte es nie schnell genug gehen. Das eine oder andere Mal musste sie beim Boss um ihre Geschichte kämpfen. Viele belächelten sie. Andere fragten: „Warum tust du dir das überhaupt an?“ Wurde sie belächelt, lächelte sie zurück. Den Fragenden gab sie Antwort: „Weil es spannend ist.“ Las viel. Nicht mehr so viel wie früher. Als Philosophie-Studentin las sie alles, was ihr ins Auge stach. Der Abschluss ihres Studiums lag zwei Jahre zurück. Seither waren ihre Schläfen grau. Ist einfach so passiert. Im Laufe der Zeit. Vieles hat sich so ergeben. </p>
<p><strong>Motiv mit Goldwert.</strong><br />
Heute fand sie sich auf einem Studentenfest wieder. Philosophen-Fest, genau genommen. Sie lehnte entspannt auf einer Ledercouch und atmete nikotingeschwängerte Luft. Störte sie nicht. Nichts konnte ihrer ausgezeichneten Laune was abhaben. Saß da und sagte nichts. Schaute dem Treiben zu und horchte in ihre Seele hinein. Ließ die Seele baumeln und träumte sich ihren Tagtraum. Spürte, dass das sie dabei war, etwas ganz neues in ihrem Leben anzufangen. Die schwarzen Tücher standen in vollkommenen Kontrast zu den weißen Tüchern. Die Wände waren mit Tüchern verhüllt. Rotes Licht flackerte. Die Musik dröhnte. Beine tanzten. Arme streichelten. Finger umhüllten Pappbecher mit warmen Bier. Gesichter lachten. Hände gestikulierten. Auf den Sofas lauter entspannte Gesichter. Auf der Tanzfläche schwitzende Körper. Der DJ starrte in seinen Laptop.</p>
<p><strong>Emotion schlägt Kapital.</strong><br />
Urplötzlich musste sie lächeln. Hatte nur einen Gedanken: Dieses Bild, das sich ihr bot. Das war das perfekte Motiv. Es menschelte. Gefühle, Regungen, Empfindungen. Bewegung. Lichteffekte. Würde sie jetzt den Auslöser abdrücken, könnte sie vielleicht Kapital erwirtschaften. Sie packte ihre Kamera aus. Schaltet sie ein. Und wieder aus. Jetzt nicht. Gerade jetzt nicht. Würde sie jetzt fotografieren, das Bild wäre für immer aus ihrem Gedächtnis. Nichts wäre mehr so, wie sie genau jetzt empfand. Kein Geld der Welt sollte ihr diese Erinnerung stehlen. Sie packte ihre Kamera ein. Lehnte sich noch fester in die Couch zurück. Spürte, wie sich Ruhe ausbreitete. Das zu verlieren, war Kapital nicht wert. </p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ländliche Idylle, Sonntag</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/05/landliche-idylle-sonntag/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2005 22:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[idylle]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>

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		<description><![CDATA["Die ersten Sonnenstrahlen krallen sich mühsam und kraftlos am Gebirge fest und ziehen sich schnaufend über den Grat, um auf der anderen Seite geräuschvoll in ein karges Tal zu kotzen..."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein todmüder Stern, der die ganze Nacht wie blöde rumgefunkelt hat, kollabiert dem Horizont entgegen, der es immerhin zu einem Teilzeitjob gebracht hat, aber so richtig glücklich damit auch nicht ist.</p>
<p>Die ersten Sonnenstrahlen krallen sich mühsam und kraftlos am Gebirge fest und ziehen sich schnaufend über den Grat, um auf der anderen Seite geräuschvoll in ein karges Tal zu kotzen und die ortsansässige Flora und Fauna aus dem Schlaf zu holen.</p>
<p>Ein eingebildeter, weil unter Naturschutz stehender Singvogel hebt den Kopf und hupt demonstrativ falsch ein paar Lieder aus dem Gedächtnis, um allen anderen Vögeln, die ihn zu hören gezwungen sind, komplett die Laune zu versauen.</p>
<p>Eine Biene, die über den Rand einer Butterblume auf die Wiese schifft, verliert das Gleichgewicht und legt sich filmreif auf die Fresse. Am Abend wird sie im Bienenstock einen besonderen Tanz aufführen, um davon zu berichten, aber alle anderen Bienen drehen ihr den Arsch zu.</p>
<p>Eine Kuh, die nie Mitglied der europäischen Gemeinschaft werden wollte, furzt infernalisch. Die entstandene Methanwolke verflüchtigt sich schnell, aber ein paar mit Schallgeschwindigkeit ausgestoßene Plocken erlegen emotionslos eine allein erziehende Schmeißfliege.</p>
<p>Die Frühschicht der Ameisenpatrouille singt wenig schmeichelhafte Lieder über ihre nymphomanische Königin, wovon diese Wind bekommt und später die Todesurteile für den gesamten Truppenteil unterschreibt, während die königlichen Befruchter auf ihr schwitzen.</p>
<p>Schließlich erhebt sich die Sonne stöhnend über die Berge, was die genervte Fauna nötigt, sich angewidert abzuwenden. Die Flora bereut, dass sie phototrop wurde und sich das Elend mit ansehen muss. Das einst so stolze Zentralgestirn selbst ist ziemlich angepisst, weil die Creme, die sie gegen ihre Flecken nimmt, keinerlei Wirkung zeigt.</p>
<p>Der Tau auf dem Gras verdampft mit einem hässlichen Knistern, das nur die Horde Zecken wahrnimmt, die aus niederen Beweggründen durch das Gras stolpert und sich gegenseitig auf polnisch beschimpft.</p>
<p>Kleine Anmerkung Eins: Im Verlaufe des Tages werden hier im Tal Tausende Viecher von Blumen fallen, unter Kuhfladen begraben, in Ermangelung eines lebenswichtigen Elementes aufgeben oder schlicht und ergreifend auf der Speisekarte eines anderen Viechs auftauchen, bis die Sonne hinter die Berge kippt und die Überlebenden artgerecht ins Koma fallen. Bis auf ein paar nachtaktive Fresser, die den Kanal nicht voll bekommen können, ist nun endlich Ruhe im Karton.</p>
<p>Kleine Anmerkung Zwei: Die meisten in diesem Stück Schrift vorkommenden Protagonisten verhalten sich allein aus Unkenntnis der Existenz eines Beobachters ganz und gar atypisch. Andere wiederum verhalten sich vorsätzlich atypisch, weil unbedachte Lyrik oftmals leichtfertig über die existenziellen Probleme der Betreffenden hinwegsieht und diese keinerlei Anstalten unternehmen, irgendwelchen Klischees zu entsprechen.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein typischer Scheisstag in Los Angeles (Für deutsche Verhältnisse garnicht übel)</title>
		<link>http://kaschemme.de/2004/08/ein-typischer-scheisstag-in-los-angelesfur-deutsche-verhaltnisse-garnicht-ubel/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2004/08/ein-typischer-scheisstag-in-los-angelesfur-deutsche-verhaltnisse-garnicht-ubel/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Aug 2004 15:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter J. Kraus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Remix]]></category>
		<category><![CDATA[amok]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
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		<category><![CDATA[idylle]]></category>
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		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>

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		<description><![CDATA["U.S. Says 300 Fighters Killed 
Zum Bundesliga-Auftakt gehen die Lichter aus
Job Growth Meager, Markets Stunned"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>U.S. Says 300 Fighters Killed<br />
Zum Bundesliga-Auftakt gehen die Lichter aus<br />
Job Growth Meager, Markets Stunned<br />
Schweizerische Post gibt Briefmarken aus Holz heraus<br />
Bush Defends Terror Alert<br />
Karlsruhe lässt Alcopop-Steuer passieren<br />
U.S. Adding More Oil to Reserve<br />
14-Jährige nach versuchter Vergewaltigung erstochen<br />
Poor Jobs Figure a Sharp Blow to Bush<br />
HypoVereinsbank verdreifacht Gewinn<br />
Funk Musician Rick James Found Dead<br />
Sparer in Thüringen räumen wegen Hartz IV Konten leer<br />
Abu Ghraib Was Hell, U.S. Soldier Tells Hearing<br />
Polizei suchte auf Campingplatz türkische Extremisten<br />
Few Troops Available for Darfur, U.S. Senator Says<br />
Unwetter auf Mallorca</p>
<p>-<br />
&#8211;<br />
&#8212;<br />
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		<title>Kommissar Bredenbeck geht auf und ab</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2004 22:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
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		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bewerber rutschte nervös auf dem Stuhl hin und her. Unzählige, nervös hin- und her rutschende Bewerberhintern hatten die Öberfläche des Bewerberstuhles mit den Jahren spiegelblank gebohnert. Kommissar Bredenbeck sah nervös auf seine Schuhe, deren Leder stumpf und abgewetzt war und dringend einer Politur bedurften. Er überlegte, ob er die Gelegenheit nicht nutzen und sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bewerber rutschte nervös auf dem Stuhl hin und her. Unzählige, nervös hin- und her rutschende Bewerberhintern hatten die Öberfläche des Bewerberstuhles mit den Jahren spiegelblank gebohnert. Kommissar Bredenbeck sah nervös auf seine Schuhe, deren Leder stumpf und abgewetzt war und dringend einer Politur bedurften. Er überlegte, ob er die Gelegenheit nicht nutzen und sie unbemerkt zwischen Bewerberhintern und Sitzfläche des Bewerberstuhles schieben sollte.</p>
<p>&#8220;Kaffee?&#8221;, fragte der Bewerber und sah sich mit Kaffeemaschinen suchendem Blick in Bredenbecks Büro um.</p>
<p>&#8220;Nicht im Dienst!&#8221;, parierte der Kommissar, &#8220;aber wo wir gerade so nervös zusammensitzen: Als was möchten sie sich bei uns bewerben?&#8221;</p>
<p>Der Angesprochene richtete sich zu voller Breite auf. &#8220;Als Zeuge!&#8221;</p>
<p>Bredenbeck zog an seinen Augenbrauen. Diese Wendung gab seinem Stuhl einen ganz neuen Namen.</p>
<p>&#8220;Irgendwelche Erfahrungen damit? Ich meine, was haben sie denn gesehen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich war voriges Jahr auf Ibiza und als Kind an der Ostsee. Ich spreche hier von der perfekten Qualifizierung! Alles, was ich sehe, werde ich ihnen melden.&#8221;</p>
<p>Bredenbeck nickte, sparsam beeindruckt. &#8220;Dann sind sie kein Zeuge, sondern ein Informant!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wo ist der Unterschied? Verdient ein Informant mehr als ein Zeuge?&#8221;</p>
<p>&#8220;Weder noch. Ein Zeuge wird eher <em>durch Zufall Beobachter eines Verbrechens</em>, während ein Informant gezielt vorgeht.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und wenn ein Informant <em>durch Zufall Beobachter eines Verbrechens</em> wird?&#8221;</p>
<p>Der Kommissar bemerkte aus dem Ohrenwinkel, dass sich der Zeuge Teile seines letzten Satzes ausgeliehen hatte.</p>
<p>&#8220;Auch das lassen wir gelten&#8221;, sagte er und nahm sein Blick in Gönnerhaft.</p>
<p>&#8220;Dann möchte ich Informant werden! Was muß ich tun?&#8221;, bohnerte der Bewerber erneut auf dem Zeugenstuhl.</p>
<p>&#8220;Nun, einfach mit den richtigen Leuten reden, Beobachtungen machen, ein paar Steine umdrehen, infiltrieren, die Augen offen halten eben.&#8221;</p>
<p>&#8220;So etwa?&#8221;. Der Mann riss die Augen weit auf und starrte Kommissar Bredenbeck an, dessen Augenbrauen auf den Hinterkopf flüchteten.</p>
<p>&#8220;Vielleicht ein wenig weniger auffällig. Es soll schließlich niemand wissen, das sie ein Informant sind.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warum nicht?&#8221;</p>
<p>&#8220;Weil ihre Deckung sonst auffliegt.&#8221;</p>
<p>&#8220;Tut sie das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Deckungen tun das bisweilen. Da sieht man einmal kurz nicht hin und <em>Schwupps!</em>. Das könnte allerdings anstrengend werden, wenn sie sich gerade unter richtigen Verbrechern befinden.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich werde mich <em>gerade unter richtigen Verbrechern befinden?</em>&#8220;, quiekte der Mann erstaunt über seine eigene Stimme.</p>
<p>&#8220;Jetzt gerade nicht, im Dienst schon. Über <em>rechtschaffende</em> Personen brauche ich außerdem keine Informationen.&#8221; Der Kommissar stand auf, stellte eine Leiter mitten in den Raum und ging ungeduldig auf und ab.</p>
<p>&#8220;Wie erkenne ich den Unterschied? <em>Verbrecher</em> sind außerdem nicht gerade der Umgang, den ich pflege! Was genau <em>verbrechen</em> die denn so?&#8221;</p>
<p>&#8220;Och, das ist ganz unterschiedlich. <em>Mord</em> ist dieses Jahr ziemlich in Mode.&#8221;</p>
<p>&#8220;Also, <em>Mord</em> liegt mir gar nicht!&#8221;</p>
<p>&#8220;Erpressung?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich habe kein Vermögen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Schade. Wie wäre es mit Steuerhinterziehung?&#8221;</p>
<p>&#8220;Hab ich auch versucht. Fehlanzeige.&#8221;</p>
<p>&#8220;Hmmm, und andere Steuerhinterzieher hinter Gitter zu bringen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, warum eigentlich nicht? Ich mochte meinen Bruder nie besonders.&#8221;</p>
<p>&#8220;Warum werden sie dann nicht Finanzbeamter?&#8221;</p>
<p>Das hatte gesessen! Selbst Bredenbecks Fangfrage fühlte sich völlig überrumpelt. Der Kommissar streifte sich blitzschnell noch ein paar Augenschlitze über, bevor die Wirkung nachliess.</p>
<p>Der Informantenhintern begann wieder zu bohnern. &#8220;Niemals! Meine Schwester arbeitet beim Finanzamt. Sie schnarcht entsetzlich.&#8221;</p>
<p>Bredenbeck zog einen frischen Zeigefinger aus der Hemdtasche und wies damit auf den Informanten.</p>
<p>&#8220;<em>Ihre Schwester schnarcht?</em> Glückwunsch: Sie haben mir eben ihre erste Information gegeben.&#8221;</p>
<p>&#8220;So einfach ist das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Für <em>mich</em> schon, aber <em>ich</em> schlafe ja auch allein.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich könnte ihnen Pläne für einen bevorstehenden Bankraub geben!&#8221;</p>
<p>Der Kommissar kniff die Augen zusammen, was ihm nicht ganz gelang, weil seine Nase dazwischen war.</p>
<p>&#8220;Wann soll der denn stattfinden?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wann haben sie denn Zeit?&#8221;, fragte sein Gegenüber in einem Direktanflug von Überschwang.</p>
<p>&#8220;Nein, nein! <em>Sooo</em> funktioniert das nicht. Sie sollen sich die Informationen ja nicht ausdenken. Ich rede von einem <em>wirklich</em> bevorstehenden Bankraub, den sich <em>richtige</em> Verbrecher <em>ganz real</em> ausdenken und auch <em>tatsächlich</em> zu begehen willens und in der Lage sind. Von dieser Art Bankraub rede ich!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich weiß nichts von solchen Dingen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Da bin ich mittlerweile ganz sicher.&#8221;</p>
<p>Bredenbeck stand auf und stellte sich, die Hände sauber hinter dem Rücken gefaltet, ans Fenster und sah einfach hindurch. &#8220;Ich kenne da jemanden bei der Verkehrspolizei. Ich werde ihm ihren Namen geben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ist <em>sein</em> Name denn so furchtbar?&#8221;</p>
<p>Der Gag prallte eiskalt an Bredenbecks implantierten Kunstkinn ab. Wenn der Informant jetzt <em>Den hätte ich aber gerne noch eine Weile behalten!</em> geantwortet hätte, wäre es was Anderes gewesen. Aber so&#8230;&#8221;&#8230;bekommen sie einen Job.&#8221;, unterbrach er sich selbst in seinen Gedanken.</p>
<p>&#8220;Als Informant?&#8221;</p>
<p>&#8220;So eine <em>Art</em> Informant. Sie sollten nicht gleich die harte Nummer versuchen. Fangen sie mit was Leichtem an. Mit <em>Falschparkern</em> zum Beispiel. Ganz üble Sorte. Die geben ihnen mehr Informationen, als ihnen lieb ist.&#8221;</p>
<p>&#8220;Verdient man damit viel Geld?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nicht ganz so viel wie der Polizeipräsident, aber für ein paar warme Gedanken wird es dann und wann reichen, denke ich laut.&#8221;, dachte er laut.</p>
<p>&#8220;Ist das ein geachteter Beruf?&#8221;</p>
<p>&#8220;Polizeipräsident? Aber ja doch!&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein. Ich meinte, das was <em>ich</em> tun werde!&#8221;</p>
<p>&#8220;Menschen werden zu ihnen aufschauen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Was für Menschen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Im ersten Lehrjahr nur kleinwüchsige Falschparker, die ihnen Tiernamen geben. Aber denken sie nur mal an die Aufstiegschancen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich danke ihnen von ganzem Herzen!&#8221;. Seine Brust schwoll bedrohlich. Der Kommissar bemerkte es.</p>
<p>&#8220;Sie haben da eine Schwellung.&#8221;, sagte er.</p>
<p>&#8220;Oh! Tut mir leid. Ich mußte wieder an meine Schwester denken. Trotzdem, noch mal vielen Dank! Ich gehe dann jetzt!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja, ist wohl nicht zu ändern!&#8221;. Bredenbeck hasste lange Abschiede und drehte das Fenster wieder<br />
vor sein Gesicht. &#8220;Wollen sie mein Assistent werden?&#8221;, fügte er leise dahinter.</p>
<p>&#8220;Kein Scheiss?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nein&#8221;, sagte der alte Kommissar so kurz, wie es ein Wort mit vier Buchstaben eben zuließ.</p>
<p>&#8220;Keine kleinwüchsigen Falschparker?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich biete ihnen nur einen Job. Nach Feierabend können sie Sex haben, mit wem sie wollen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Was wäre denn meine Aufgabe?&#8221;</p>
<p>&#8220;Für den Anfang: Endlich Kaffee kochen, meine Schuhe mit ihrem Assistentenhintern immer schön glänzend bohnern und ab und zu den Wagen rausfahren.&#8221;</p>
<p>&#8220;Gemacht!&#8221;</p>
<p>&#8220;Eine Frage noch!&#8221;, hakte der Kommissar hinter, &#8220;darf ich sie <em>Günzel</em> nennen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Sie dürfen mich sogar <em>Herr</em> Günzel nennen!&#8221;</p>
<p>Beide Männer fielen sich weinend in die Arme.</p>]]></content:encoded>
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