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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; leben</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Leblosung</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 06:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Gahr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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		<category><![CDATA[leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Nur das Hineindingen ins Unterholz  / bleibt  / als Schnitzwort in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur das Hineindingen ins Unterholz<br />
bleibt<br />
als Schnitzwort in der Daseinsrinde.<br />
Schon die Scheide verklingt<br />
im Raunen der rieselnden Erde.<br />
Der Schmutz trägt den Lorbeer<br />
und trinkt und feiert<br />
seine Reglosigkeit.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Armut ist für alle da</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 06:45:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Mrosk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[arm]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>

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		<description><![CDATA[„Hilde!? Was ist denn jetzt mit dem Urlaub? Wollen wir ins Reisebüro und buchen?“ - „Wovon denn, Kurt? Willst du deine 5-Cent Stücke rollen und zur Bank bringen? Von dem Erlös kannst du dir auf jeden Fall schon mal eine Fahrkarte bis zum Reisebüro kaufen.“ - „Was ist mit unserem Auto?“ - „Leidest du unter Gedächtnisschwund. Den haben wir vor zwei Monaten verkauft.“
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein Zahlender. Ich zahle Miete, für jede Wand, für jede Decke, für jede Tür. Ich zahle Nebenkosten. Man möchte ja, dass es zwischen den Wänden und unter den Decken warm ist. Es hilft wenn man die Türen schließt. Ich bin ein Sponsor der Stadtwerke. Ihre Kraft und ihre Energie machen es erst möglich, dass man bei Minus 14 Grad nicht den Kältetod stirbt. Der Winter, dieser grausame kalte Winter ist nun vorüber. Zumindest hoffen wir das. Sicher kann man sich nie sein. Das Wetter ist eine Schlampe. Tut und lässt was sie will. Schafft Katastrophen, Regen, Winde, Hitze- und Kältewellen. Wir sind dieser Schlampe ausgeliefert. Wenigstens ist sie nicht bestechlich. Mit Geld kann man kein Wetter kaufen. Es sei denn, man fliegt in den Urlaub. Nach Spanien oder Griechenland zum Beispiel. Auf Kreta war ich auch noch nie, fällt mir gerade ein. Da soll es ja auch sehr schön sein. Im März haben die dort eine durchschnittliche Temperatur von 16 Grad. Flüge nach Kreta gibt es auch schon für 19,99.</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1847" title="Urlaub" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/01/urlaub-140x140.jpg" alt="Urlaub" width="140" height="140" />„Hilde!? Was ist denn jetzt mit dem Urlaub? Wollen wir ins Reisebüro und buchen?“<br />
„Wovon denn, Kurt? Willst du deine 5-Cent Stücke rollen und zur Bank bringen? Von dem Erlös kannst du dir auf jeden Fall schon mal eine Fahrkarte bis zum Reisebüro kaufen.“<br />
„Was ist mit unserem Auto?“<br />
„Leidest du unter Gedächtnisschwund. Den haben wir vor zwei Monaten verkauft.“<br />
„Aber dann muss doch Geld da sein.“<br />
„Wir haben mal gerade 300 Euro für den Wagen bekommen und das war schon großes Glück.“<br />
„Glück, Hilde? Für dich noch so viel Geld zu kriegen, das wäre Glück. Der Wagen war doch tiptop.“<br />
„Ach, such du dir lieber Arbeit, du nutzloser Penner.“<br />
Und so verbrachten Kurt, 67 und Hilde Baumeister, 63 ihren Dienstagvormittag mit einem gewaltigen Meinungsaustausch, der dafür verantwortlich war, dass eines der IKEA Gläser auf den Küchenboden fiel und kaputt ging. Hier können wir also getrost noch mal 1,99 abziehen.</p>
<p>Wo waren wir stehen geblieben? Auf Kreta? Nein. Das war ja zu teuer. Aber Straßenbahn fahren ist billig, geht man davon aus, dass man sich für 6,70 Euro ein Tagesticket um eine Minute nach Mitternacht kauft und dann 24 Stunden durchfährt. Rechnet man das auf die Minute, kommt man auf einen Wert von 0,28 Cent pro Minute. Schade, dass die Bahnen nicht bis nach Kreta fahren. Aber warum auch überhaupt Kreta? Die osteuropäischen Staaten sollen doch so günstig sein. Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien oder Ungarn. Dennis F. aus einem 367-Mann-Dorf in Baden-Württemberg fährt regelmäßig nach Tschechien.<br />
„Weil dort die Nutten einfach preiswerter sind. In Deutschland musst du ja fast schon dein Sparbuch mit in den Puff nehmen.“<br />
„Nein“, hatte ihm sein Freund Detlef Jobst (34) gesagt, „für 30 kannst du auch schon bumsen.“</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1847" title="Urlaub" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/01/urlaub-140x140.jpg" alt="Urlaub" width="140" height="140" />Diesbezüglich hatte sich ja auch schon der Kurt Baumeister so seine Gedanken gemacht, aber da ist seine Frau, die Hilde ganz pragmatisch: „Was willst du in deinem Alter noch ficken, Kurt. Spar das Geld für&#8217;n Urlaub.“<br />
Nächsten Sommer geht&#8217;s los. Kreta für 2 Personen. Pauschalreise. Doppelzimmer. Übernachtung mit Frühstück für 463 Euro pro Person, plus Taschengeld. Sagen wir mal, zusammen 1500 Euro. Das ist doch bestimmt mal drin.<br />
„Das machen wir Hilde. Wenn nicht nächsten Sommer, dann irgendwann. Aber wahrscheinlich sterben wir eher.“</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Brief aus Buxxawaan</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 06:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Mrosk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA["Wir sind uns fremd und dennoch haben wir beide das Leben des anderen eines Irrtums wegen grundlegend verändert."
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Freund,</p>
<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daugavpils_prison.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1845" title="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/02/zuchthaus.jpg" alt="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" width="90" /></a>Sie kennen mich nicht<br />
und ich kenne Sie nur vom Namen her.<br />
Ich weiß wo Sie sich gerade befinden<br />
und ich weiß, dass Sie nichts dafür können.<br />
Wir sind uns fremd und<br />
dennoch haben wir beide das Leben<br />
des anderen eines Irrtums wegen<br />
grundlegend verändert.<br />
Sie leben in einem Gefängnis,<br />
aus dem Sie frühestens in zehn oder elf Jahren<br />
wieder freikommen werden.<br />
Danach werden Sie nie wieder zu jenem Teil<br />
der Gesellschaft gehören, zu dem Sie vor<br />
Ihrer Inhaftierung gehört haben.<br />
Ich lebe noch in dieser Gesellschaft.<br />
Sie hingegen sind ein verurteilter Mörder.<br />
Doch umgebracht haben Sie niemanden.<br />
Ich weiß das so genau, da ich derjenige<br />
bin, der diese Tat verübt hat.<br />
Sie sind nun schon seit über vier Jahren<br />
für ein Verbrechen eingesperrt, das ich<br />
begangen habe.<br />
Ich möchte Sie nicht mit meinem Gewissen<br />
langweilen.<br />
Ich wüsste auch gar nicht, was ich<br />
sagen sollte.<br />
Ich bin nicht sehr geistreich.<br />
Ich hätte wahrscheinlich einen Dichter<br />
beauftragen sollen, Ihnen diesen Brief<br />
zu schreiben.<br />
So bleibt es nur ein Brief von einem<br />
bedeutungslosen Mörder, der nie<br />
verurteilt wurde und dem Sie, ohne<br />
es zu wollen, das Leben gerettet haben.<br />
Ich wünschte ich hätte wenigstens ein<br />
Zitat parat oder könnte Ihnen mitteilen,<br />
dass ich vor einem Jahr mehrere Kinder aus<br />
einem brennenden Haus gerettet habe.<br />
Doch so was passt nicht zu mir.<br />
Ich bin ein Feigling und das Glück<br />
war einfach auf meiner Seite.<br />
Ich habe eine Frau und ein Haus.<br />
<a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daugavpils_prison.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1845" title="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/02/zuchthaus.jpg" alt="Zuchthaus (Foto: Gleb Borisov)" width="90" /></a>Ich lebe ein gutes Leben und habe vor zwei Monaten<br />
einen Sohn bekommen.<br />
Ich habe überlegt ihm Ihren Namen zu geben,<br />
als nette Geste sozusagen, aber ich denke nicht,<br />
dass es ein gutes Omen wäre.<br />
Sie sind ein Held des Pechs.<br />
Sie sind mein Held.<br />
Ich hoffe Sie verbringen Ihre Tage einigermaßen<br />
sinnvoll und haben die Hoffnung auf ein<br />
besseres Leben noch nicht aufgegeben.<br />
Sollten Sie das Leben und Gott verfluchen,<br />
dann mache ich Ihnen auch keinen Vorwurf.<br />
Ich wünschte ich könnte sagen, Sie sitzen<br />
für eine gute Sache ein, dass durch Ihre<br />
Inhaftierung eine Art Revolution oder ein<br />
Umdenken bei den Menschen ausgelöst wurde.<br />
Aber nichts dergleichen ist passiert.<br />
Niemand interessiert sich für den Helden des Pechs<br />
und niemand für das Opfer des Glücks.<br />
So ist es nun mal.<br />
Es tut mir leid.<br />
Nun muss ich hier schließen, denn ich<br />
brauche noch Milch<br />
und der Supermarkt an der Ecke<br />
macht in zehn Minuten zu.<br />
Bleiben Sie tapfer.</p>
<p>Grüße aus Buuxxawaan!</p>]]></content:encoded>
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		<title>Gruß an Tommy G.</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 06:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Klöpping</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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		<category><![CDATA[streetlife]]></category>

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		<description><![CDATA[Gruß an Tommy G. &#160; Deine goldblonde Mähne (und dein guter Riecher) haben dich berühmt gemacht, doch am Ende (wenn du in der Kiste liegst) bleiben nur die Supernasen, Haribo und Wetten dass …? Wieso man nicht „Gottschalk live“ eingeschaltet hat, als du auf dem Weg warst dich zu bessern, fragst du dich und ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/2012/02/grus-an-tommy-g/la-nuova/" rel="attachment wp-att-1860"><img class="alignright size-full wp-image-1860" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/02/la-Nuova.jpg" alt="" width="240" height="240" /></a></p>
<p><strong>Gruß an Tommy G.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Deine goldblonde Mähne</p>
<p>(und dein guter Riecher)</p>
<p>haben dich berühmt gemacht,</p>
<p>doch am Ende</p>
<p>(wenn du in der Kiste liegst)</p>
<p>bleiben nur die Supernasen, Haribo und Wetten dass …?</p>
<p><span id="more-1859"></span></p>
<p>Wieso man nicht „Gottschalk live“ eingeschaltet hat,</p>
<p>als du auf dem Weg warst dich zu bessern,</p>
<p>fragst du dich</p>
<p>und ich</p>
<p>- ja, ich –</p>
<p>erinner mich</p>
<p>an Pulle,</p>
<p>dem Dortmunder Original,</p>
<p>das pilstrinkend im Park nach Nichts Ausschau hielt,</p>
<p>oder auch an Basti,</p>
<p>der zwischen Reggea hören und Bhong rauchen</p>
<p>einfach mal an Nichts denken konnte,</p>
<p>oder auch an Bille,</p>
<p>den Dortmunder Straßenpunk,</p>
<p>der sich nach verschiedenen Süchten wieder so weit fangen konnte,</p>
<p>dass er mit mir Dosenfußball spielen konnte,</p>
<p>oder auch an mich</p>
<p>- ja, mich –,</p>
<p>der ich jetzt immer noch hier sitze,</p>
<p>alkzersetzt und drogenzerfressen,</p>
<p>vor meinem alten Compi</p>
<p>und einen neuen Text verfasse,</p>
<p>in dem es mal ausnahmsweise nicht darum geht,</p>
<p>wie sehr ich dich,</p>
<p>den großen Tommy G. doch hasse,</p>
<p>- nein –</p>
<p>sondern darum,</p>
<p>wie ich es lasse.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Grün</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 06:35:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[grün]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/01/die_halme_.jpg" alt="Grün" title="Grün" width="580" height="580" class="aligncenter size-full wp-image-1836" /></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Geburt der Vorsicht</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Gahr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast stündlich verlasse ich hinkend / die Wärme des fröstelnden Ofens / und stutze mit besten Messern / den morgentreibenden Rasen, / bisweilen mit Wollust / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast stündlich verlasse ich hinkend<br />
die Wärme des fröstelnden Ofens<br />
und stutze mit besten Messern<br />
den morgentreibenden Rasen,<br />
bisweilen mit Wollust<br />
im Erdreich rupfend.</p>
<p>Ich war nach der großen Verwerfung<br />
mit der kindlichen Wiese vermählt,<br />
munkeln die sensenden Hände.</p>
<p>Trotz tüchtiger Gartenknechte<br />
und strengem Wolkenverbot<br />
mißlingt die Verwüstung<br />
und Meere frischer Keime<br />
reißen die Fahnen hinauf.</p>
<p>Sorglos schlief ich mich in die Jahre<br />
bis die erzharte Rinde der Zeit sich erboste und brach<br />
und mir mütternde Gräser<br />
im Traum<br />
in die wehrlose Nase blickten.</p>
<p>Ich ruhte so schwer in den Halmen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>The Amputee</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 14:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[unverbunden]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/01/daseinsrinde.jpg" alt="Daseinsrinde" title="Daseinsrinde" width="580" height="580" class="aligncenter size-full wp-image-1831" /></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>zurück zur natur!</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 19:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Klöpping</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[absurd]]></category>
		<category><![CDATA[amok]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[natur]]></category>
		<category><![CDATA[seltsameWelt]]></category>

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		<description><![CDATA[zurück zur natur! / rief er, warf seine / klamotten auf / die straße, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>zurück zur natur!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>rief er, warf seine</p>
<p>klamotten auf</p>
<p>die straße,</p>
<p>sprang auf eine autobahn,</p>
<p>völlig nackt,</p>
<p>bis ihn ein polizeiauto</p>
<p>so hart erfasste,</p>
<p>dass sein leben nicht mehr</p>
<p>gerettet werden konnte –</p>
<p>zurück zur natur!</p>
<p>sangen sie als man</p>
<p>ihn unter der</p>
<p>wundervollen welt</p>
<p>begrub.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>An der Nordseeküste</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/11/an-der-nordseekuste/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 06:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[Nordsee]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>

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		<description><![CDATA[Das wilde Meer, die Nordsee, sie hatte sich meinen Blicken entzogen. Nicht einmal den Horizont vermochte ich auszumachen im Zwielicht dieses Tages. Auch keine Sonne, nur Schlieren von Glanz auf dem Watt, ein irisierender Glanz, der in die Augen biss, darüber Dunst, gleißend hell, grenzenlos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-1680" title="Nordsee Wattenmeer" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/nordsee2.jpg" alt="Nordsee Wattenmeer" width="190" height="724" />Im vorigen Frühjahr schleppte ich mich spätabends mit einem Schnappmesser im Bizeps durch die Bronx, glatter Durchstich, aber der Abbruch meines Urlaubs. Nachdem die Wunde ausgeheilt war, wuchs die Verlockung umso mehr. Über Weihnachten sog ich statt Spekulatiusduft den Verwesungsgeruch in Kalkutta ein, es war am Morgen der Heiligen Nacht, als ich dem Leichenkarren durch den Morgennebel folgte, der sich vom Ganges her ausgebreitet hatte. Die Männer arbeiteten sich routiniert Straße für Straße vor, bis der Wagen vollgeladen war und vereinzelt bläuliche Arme und Beine von der Ladekante herabhingen.</p>
<p>Wieder zu Hause, während der Nachbehandlung des Brechdurchfalls, feilte ich fieberselig an meinem nächsten Urlaubsziel: Sommerfrische in Cuxhaven. Mein Nachbar, ein Zinnkrüge-Sammler von Rang, hatte sich über die Vorzüge des Nordseebades an der Elbmündung so eindrucksvoll ausgelassen, dass ich diesen Ort unbedingt besuchen musste.</p>
<p>Der Sommer kam. Meine Erwartungen schienen sich zu erfüllen, denn schon am Ankunftstag durfte ich bei einem Spaziergang wohlig unter dem Hammerschlag der tidenabhängigen Tristesse erschaudern. Mit wachsender Begeisterung gab ich mich der Betrachtung des Gästehauses Pape hin, wo ich mich für die kommenden Tage eingemietet hatte. Das Gebäude gab seine Funktion unübersehbar preis, durch den Schriftzug ‘Gästehaus Pape’. Als Vorhut der Rezeption wachte ein grüner Müllcontainer auf Rollen neben dem Eingang, mit dem die Geschäftsleitung das Fassungsvermögen ihrer sauberen Absichten demonstrierte. Ich hatte einen Volltreffer gelandet, herrlich, das Gästehaus Pape war fraglos ein Kleinod baulicher Enthaltsamkeit, flächendeckend umgeben von grauem Betonstein-Pflaster, das die Betreiber von der Notwendigkeit enthob, einen Garten anzulegen, mit Widrigkeiten wie Unkräutern und ausufernden Rasenkanten, mit all dem Wildwuchs, den die Natur hervorbringt.</p>
<p>Das Gästehaus Pape erregte meine Phantasie, es übte eine faszinierende Ausstrahlung auf mich aus. Ich überlegte – ja, hier wurde dem Gast schon von außen verdeutlicht, dass der Zweck die Mittel heiligt, dass er hier sein Haupt zur Nachtruhe betten sollte, dass Ausschweifungen, etwa sich bis in die Morgenstunden hinein zu verlustieren, strafende Blicke der Bedienung beim Frühstück nach sich ziehen würden. In meiner Vorfreude näherte ich mich immer mehr dem Eingang, doch dann riss ich mich zusammen und ging auf das Meer zu.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1679" title="Nordsee Wattenmeer" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/nordsee1.jpg" alt="Nordsee Wattenmeer" width="190" height="724" />Das wilde Meer, die Nordsee, sie hatte sich meinen Blicken entzogen. Nicht einmal den Horizont vermochte ich auszumachen im Zwielicht dieses Tages. Auch keine Sonne, nur Schlieren von Glanz auf dem Watt, ein irisierender Glanz, der in die Augen biss, darüber Dunst, gleißend hell, grenzenlos. Da lag es das Watt, dieser Grenzhort maritimen Lebens aus Sand und Schlick, mit Prielen und Abflüssen, mit tückischen Schwemmsänden, die gelegentlich Menschen, sogar ganze Kaltblüter in ihren Schlund hinabzogen, mit Unmengen von Lachen, in denen es wimmelte vor Würmern und Krebstierchen. Für einen Moment erstarrte ich – welch ein Gedanke, dass die See endgültig zurückweichen könnte, die Flut ausbleiben, der Mond hinter der Erdkugel verharren könnte, entgegen allen Gesetzen der Physik.</p>
<p>Ich suchte, bis ich auf etwas Konkretes stieß, zuerst auf die Buhnen, hunderte von Metern ins Watt hineingebaut, um das Meer zu bezähmen, an den Spitzen bevölkert von Erholungssuchenden, die sich dem Zauber der lautlos auflaufenden Wassermassen überließen, dem Kribbeln von Gefahr, dem Gefühl, eine Urgewalt zu erleben, sich ihr sogar bis über die Sohlen der Badelatschen auszusetzen.</p>
<p>Fast unaufhaltsam zog es mich zur Trinkkurhalle am Ende des asphaltierten Gehweges auf dem Deich. Die Trinkkurhalle sollte zum Höhepunkt meines Trips werden, ich wurde nicht enttäuscht. Hier saßen alte Menschen, die sich am Meerestiefenwasser labten, an diesem sagenhaften Lebenselixier, sie tranken es schweigend, geradezu andächtig. Zuerst hatte ich den Eindruck, eine etwas verstaubte Gaststätte zu betreten, aber dann, als ich vor meinem Glas Meerestiefenwasser saß, veränderte sich dieser Eindruck langsam – ich kam mir vor wie in einer Kapelle, ich spürte Werden und Vergehen. Hier war es wieder, das Ende, mein bevorzugtes Reiseziel. Der Blick hinaus auf das Meer, nun konnte ich es sehen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Verschachtelte Lach- und Sachgeschichte.</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 23:27:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Managerin_05</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deine Beine hängen so lustig an der Hüfte, sagt meine Freundin grinsend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Erzfreundin Peggy meinte grinsend, meine Beine hängen so lustig an der Hüfte runter, wenn ich so storchenmäßig durch die schicken Büroräume stapfe. Mit großen Schritten und geballten Fäusten zum Drucker und zurück, immer hin und her. Sie steht am anderen Ende der Glasfensterfront mit suizidgesicherten Fenstern (diese Füchse!) guckt, mampft Süßes und grinst. Hihihi lustig, sagt sie.</p>
<p>Was ich lustig finde ist, dass meine Beine in einer grauen 80erJahre-Revival-Leggins stecken und noch vor 20 Jahren wäre ich eher misstrauisch-gekränkt gewesen, hätte mir einer gesagt, dass meine Beine lustig runter hängen, während ich eine hellgrau-melierte Leggins trage. Mal ganz zu schweigen davon, dass ich bummelige 15 Kilo weniger wog, vor 20 Jahren. Ist ja nicht so, dass man das nicht sieht.</p>
<p>Was ich noch lustiger finde ist, dass ich diesen Gedanken nachts um halb 1 in einem schicken Büro mit Blick auf den Yachthafen habe, während mir ein fremder Drucker alle Geduld der Welt abverlangt, wo ich doch lieber in meinem Bettchen liegen würde, mit einer Matratze, die auch für weitere 20 Kilo mehr noch gut wäre, man muss ja an die Zukunft denken.</p>
<p>Was mich dann endgültig aus der Fassung bringt und mir ein verzerrt irres, von mühsamer Beherrschung gequältes hysterisches Gewieher aus dem Schlund zaubert ist der Gedanke, dass meine Beine eigentlich gar nicht lustig runter hängen, sondern Peggy total übermüdet ist und lustigen Blödsinn labert und dass meine Beine im Jahre 2010 in einer hellgrauen 80er-Jahre-Leggins eigentlich nichts mehr verloren haben. Ich bin ein Opfer meiner eigenen Vergangenheit und auch ein bisschen der Mode, Designern auf den Leim gegangen, die ihre Blüte anscheinend in den 80ern hatten und sich nun, genauso wie ich, nicht mehr davon lösen können, weil war doch so schön&#8230; like to get to know you well, summe ich und grinse noch irrer.</p>
<p>Und so steht meine liebe Peggy mit zärtlich verzerrtem Grinsen, Süßigkeiten mampfend dort und lach sich &#8216;n Ast über DIES und ich stapfe da mit irr verzerrtem Gesicht und lache mir &#8216;n Ast über DAS. Wir hatten beide Spaß um die gleiche Sache und wussten doch den wahren Gedanken des Anderen nicht. Viel zu kompliziert wäre es, dieses ganze Durcheinander zwischen Tür und Drucker auf den Punkt zu bringen. Und das ist nun wirklich mal lustig.</p>]]></content:encoded>
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