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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; moderne</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Hinterm Mond</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 06:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[phantastisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausschwärmen in den Deep Space / Die Stanislawlemminge ergießen sich / in den kelvinkalten Kosmos ....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausschwärmen in den Deep Space<br />
Die Stanislawlemminge ergießen sich<br />
in den kelvinkalten Kosmos<br />
Verlassen der Wüstenplanet<br />
Sagans Sendboten und Lensmen<br />
hyperventilieren durch das Vakuum<br />
Die Quasare quellen aus dem Nichts<br />
Arisier aus Castrop-Rauxel jagen<br />
Eddorier vor dem Pferdekopfnebel<br />
beamen sich zu den weißen Zwergen<br />
Unter algorithmischen Zuckungen<br />
befackeln sie die dunkle Materie<br />
mit Laserstrahlen und Votivkerzen<br />
Die fiebernden Synapsen setzen<br />
Himmel und Hölle in Bewegung<br />
Apfelbäumchen pflanzen<br />
in den schwarzen Löchern</p>]]></content:encoded>
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		<title>Endstation</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:57:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.Gruwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[müll]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Türen schlugen zu, als seine Welt zusammen brach. Die Gleichgültigleit trifft die Arroganz: “Lang nicht gesehen müssen mal telefonieren!” Geile Augen hängen an schwarzen Strümpfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Alter Mann mit Regenschirm haßt Kinder mit Erdbeereismund. Schwarzbestrumpfte Frau raucht leicht. Orangefarbener Overall fegt die Freiheit weg. Er sah sie nur erstaunt an als sie ihm die Wahrheit wie ein Messer in sein Herz stach. &#8220;Zurück bleiben!&#8221; blökte die Stimme. Die Türen schlugen zu, als seine Welt zusammen brach. Die Gleichgültigleit trifft die Arroganz: “Lang nicht gesehen müssen mal telefonieren!” Geile Augen hängen an schwarzen Strümpfen. Schlanke Finger gleiten in fremde Taschen. Der Zug diente ihr zur Flucht, sie entzog sich seinen Tränen. Ich rauche gern, versicherte das Plakat. Ein paar Kinderaugen starrten ihn an. Der Bahnsteig war peinlich berührt. Frischer Atem aus dem Automat. Touristen verlieren sich in Stadtplänen. “Wasbinichcool” Kaugummiblasen zerplatzen. Wolldecke, Bierdosen, Plastiktütenzuhause. Nadelstreifenhandyman: Führerscheinentzug. Er dachte an den Bausparvertrag und an den kreischenden Tod,für den er eine Fahrkarte gelöst hatte. Der Boden unter seinen Füßen schwankte und seine Gedanken waren bei ihr. Er stolperte über eine Bodenplatte.</p>
<p>&#8211;<br />
<strong>Text anhören:</strong><br />
<small><strong>&#8220;Endstation&#8221; &#8211; 2´54</strong><br />
Musik: M. Dreesen / R. Gruwe – Text: R.Gruwe -S. Beck: Gesang, Git. . M. Dreesen: Gesang &#8211; Chr.Strauß: Git, Fender Rhodes &#8211; Christian Niehus: Kontrabass &#8211; R. Gruwe: Perc, Sounds – Aufgenommen &#038; abgemischt von R. Gruwe</small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von der Unlust eines Vergewaltigers.</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 10:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Quentinadieu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[job]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
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		<description><![CDATA[Es riecht nach Pisse und einer Mischung aus nassen Fußabdrücken verbreiteter Kanalfäkalien und der undefinierbaren Masse aus verschiedeneren braun-gelben Rottönen am Boden vorm schlafenden Säufer auf dem Sitz über uns, der penetrant nach billigem Wein und osteuropäischen Zigaretten stinkt. Der windende, halb entkleidete Frauenleib erschlafft langsam, inzwischen hat sie ihre Kräfte ausgeschrien. Ein letzter Stoß, dann Stille.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das regelmäßige Einschlagen ihres Kopfes gegen die Wand des U-Bahnabteils geht in ihren spitzen, ungleichmäßigen Schreien unter, was meiner ohnehin schwindenden Konzentration nicht gerade gut tut. Diese verdammte Rentnerin, ein gestrandetes Wrack der guten alten Zeit, die sich auf den Geldern ihrer Enkel ausruht, glotzt die ganzen verdammten sieben Minuten Fleischkampf.<br />
Es riecht nach Pisse und einer Mischung aus nassen Fußabdrücken verbreiteter Kanalfäkalien und der undefinierbaren Masse aus verschiedeneren braun-gelben Rottönen am Boden vorm schlafenden Säufer auf dem Sitz über uns, der penetrant nach billigem Wein und osteuropäischen Zigaretten stinkt.<br />
Der windende, halb entkleidete Frauenleib erschlafft langsam, inzwischen hat sie ihre Kräfte ausgeschrien. Ein letzter Stoß, dann Stille.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-1575" title="Subway UBahn Animation" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/04/subway_ubahn_animation.gif" alt="" width="240" height="180" />Ich stehe auf, ziehe meinen Reißverschluss zu, schnalle den Gürtel fest und richte meine Hemdärmel. Meine Krawatte liegt sorgfältig auf dem gefalteten Jackett neben mir.<br />
Während ich sie mir binde, betrachtete ich den schnaufenden, aufgegebenen Frauenkörper, der erschöpft in der Ecke kauert:<br />
Junges Mädchen, nicht ekelerregend jung mit Pferdestickern und Bravoausschnitten auf Grundschulheften, sondern deutlich mit den Ergebnissen einer zufriedenstellenden Pubertät beschenkt, doch bei weitem nicht ausgereift oder gar alt.<br />
Sieht aus wie Anfang zwanzig und schminkt sich wie es die Sorte von Disconutten eben so tut, um in jede Disconuttendisco reinzukommen, definitiv aber nicht älter als siebzehn. Achtzehn mit Ausschnitt.<br />
Ihr Make-Up verschmiert über das ganze Gesicht, der Kajal sieht aus, als hätte sie schwarze Tränen geweint, als wären ihre Pupillen ausgelaufen. Sie ist hübsch, wär aber eben nur gerne eine Disconutte. Nicht mein Typ, aber wen interessiert das schon.<br />
Ich werfe mir mein Jackett über und fummel aus der Tasche eine Zigarettenschachtel und ziehe eine Kippe heraus, Feuer, dann rauchendes Warten.<br />
Eigentlich ein trauriger Anblick, wie der schöne Mensch dort in den Unschönheiten der Welt vergeht und nicht einmal etwas dafür kann.<br />
Auf wieviel man sich eben nicht vorbereiten kann und wie viele Pläne sinnlos sind.<br />
Wann stoßen wir endlich auf Grenzen der garantierten menschlichen Willensfreiheit, in der man an jeder Ecke der Stadt, auf jedem Nachhauseweg von verrauchten Eckkneipen und an jedem IKEA-Einbaubüroschreibtisch zu entscheidungslosen Prostituierten der bestialen Befriedigungstriebe des Menschen werden kann?<br />
Entscheidungsfreiheit ist nicht, Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt.<br />
Endlich richtet sich die Kleine auf und stützt sich wacklig ab, lächelt und fährt sich die ruinierte Frisur aus dem ruinierten Disconuttengesicht.<br />
„Gott &#8230;“, grinst sie geil und beginnt, ihre Kleidung wieder zu richten, knöpft sich mit der Bedächtigkeit einer erfüllten Befriedigung endlos langsam ihre Bluse zu und sieht zu mir hinauf, wie ein junger Straßenköter auf seinem Nachtquartier aus Zeitungspapier und vergilbten Karton..<br />
„Du hast dir dein Geld verdient, Don Juane.“<br />
„Fick dich“, erwidere ich und ziehe genervt an meiner Zigarette.<br />
Sie steht auf, atmet noch einmal durch und greift nach ihrer Handtasche. Sie zittert noch immer erregt und holt aus ihrem Portmonee einige Scheine von Papas hart verdientem Geld hervor. Ich greife nach ihnen und stopfe sie in die Jackentasche. Die U-Bahn fährt in die nächste Haltestation ein.<br />
Ich trete einen angewiderten Schritt zurück, als sie mir verabschiedend einen Kuss auf die Backe drücken möchte, winkend aus dem Zug springt und nach Hause läuft, zu Eltern, die jeden Tag 12 Stunden im Büro und vier vor dem Fernseher oder in frustrierten Bars sitzen, sich gegenseitig und selbst betrügen und ihre elterlichen Pflichten mit einem überziehungsvollberechtigten Bankkonto erfüllen. Sie wird jetzt Zuhause ankommen, sich durch die Hintertür einschleichen, auf dem Weg in ihr Zimmer ihre kleine Schwester vor dem Kühlschrank treffen, die wieder einmal nicht schlafen konnte, „du kommst spät, Mama sollte dich schimpfen“, „ja“, dann die Treppen hoch, Tür zu, noch ein Schluck aus der Pulle, heimlich versteckt im Sockenfach, dann Schlafen.<br />
Morgen würden ihre Eltern mit ihr am Frühstückstisch sitzen, Zeitung lesen, vielleicht peinlich berührt vom erzwungenen Sonntagsfrieden in ihre Kaffeetassen starren und dann mit kargen Wortbrocken gemurmeltes Interesse heucheln.<br />
Pflicht erfüllt und somit eine von Millionen glücklichen Familien in Deutschland.<br />
Ich lasse mich neben die Rentnerin nieder und zähle das Geld.<br />
„Die Schlampe hat mich um &#8216;nen Zehner beschissen“, murmele ich und spucke genervt den Zigarettenstummel auf den stinkenden Kerl gegenüber.<br />
Die alte Frau tippt mir auf die Schulter, hält mir beschämt lächelnd einen grünen Schein vor die Nase und meint: „Werde ich nicht tun.“<br />
Erwartungsvoll kichert sie mich an.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1690" title="U-Bahn U7" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/ubahn_u7.jpg" alt="" width="560" height="420" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Moneyshot, Kapitel 4</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 10:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Compart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
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		<description><![CDATA[Bevor Schmudtke reagieren konnte, krachte die Faust in sein Gesicht und brach ihm das Nasenbein. Bei Schmudtke gingen die Lichter aus, als Detto ein zweites Mal zuschlug. Außer sich vor Wut brüllte Samba: „Eh, du Arsch! Nicht in meiner Karre. Der blutet mir die Polster voll. Was bist du eigentlich für ein verblödetes Arschloch? Das ist echtes Leder, du Penner. Mann, das hat man davon wenn man sich mit der Gosse einlässt.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><small>&#8220;Ursprünglich war MONEYSHOT ein Hörspiel, das der WDR produziert hat. 2006 oder 2007  begann ich damit, es zu erweitern und zu einem Roman umzubauen. <img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/10/billigbestatter_sw.jpg" alt="" title="billigbestatter_sw" width="240" height="427" class="alignright size-full wp-image-1752" />Hörspiele folgen bekanntlich einer anderen Dramaturgie. Diese Szene war nicht im Hörspiel. Für den Roman habe ich bewusst diesen behavioristischen Stil gewählt, den die Angelsachsen so perfekt beherrschen. Das ist anders, als der übel gelaunte allwissende Erzähler, den ich in den Gill-Romanen verwende. Deswegen habe ich MONEYSHOT auch liegen lassen, als ich LUCIFER CONNECTION schrieb. Im Grunde gilt auch für mich die Prämisse: Wenn man einen Roman schreibt, muss man dran bleiben und kann/sollte nichts anderes nebenher machen bis die erste Fassung steht. Bei MONEYSHOT arbeite ich sporadisch (zwei Drittel sind fertig), da ich durch das Hörspiel auf die Plotstruktur und das meiste Personal zurückgreifen kann. Es ist für mich so etwas wie eine zweite Fassung. Inhaltlich versuche ich die schwarzen Welten eines Philip Loraine, Bruno Fischer, Francis Ryck oder Elliott Chaze auf deutsche Milieus und Mentalitäten zu übertragen.<br />
Das hier ausgewählte Kapitel kann m.E. für sich stehen und braucht nicht den Kontext des Romans.&#8221;</small></em></p>
<p>4.</p>
<p>Samba fuhr zügig durch die Stadt &#8211; soweit es der Verkehr erlaubte. Aus der Stereoanlage tönte  teutonische Rocksentimentalität der Scorpions. Samba mochte bombastische Musik. Und er mochte, was er gleich tun würde. Seine Gedanken glitten krachend durch seine Erinnerung. Wie war er geworden, was er  war? Als Kind hatte Samba sein kleines Zwergkaninchen, das er sehr liebte, umgebracht. Anschließend musste er tagelang weinen. Er wollte wissen, ob Gott ihn an so einer schrecklichen Tat hindern würde, er hatte sogar darum gebetet. Aber Gott rührte sich nicht. Ihn interessierte das Schicksal von Zwergkaninchen einen Dreck. Gott hatte es zugelassen. Wenn man das tun konnte ohne dass Gott es verhindert, folgerte der kleine Samba messerscharf, dann war es okay schlimmes zu tun. Oder es gab keinen Gott. Dann war alles erlaubt. Oder es gab doch einen Gott, dann war der nicht allmächtig und konnte nichts gegen die ungeheuren Grausamkeiten unternehmen, die täglich geschahen. Ein solcher schwacher Gott taugte nichts. Auf so ein Weichei konnte Samba verzichten.</p>
<p>Er fuhr auf eine Kreuzung zu. Auf dem Bürgersteig sah er Schmudtke, der nervös herumtänzelte. Er trug einen zu großen Anzug, der bessere Zeiten gesehen hatte, und seine Augen waren stark gerötet. Das blonde Haar war mit Gel an den länglichen Schädel angeklatscht. Bis zu Sambas Anruf hatten sich seine Sorgen darauf beschränkt, dass er seine bettlägerige Mutter mal wieder im Pflegeheim besuchen sollte. Jetzt hatte er ein paar neue Sorgen dazu bekommen. Samba bedeutete nie was Gutes. Die Limousine glitt neben ihn, hielt und Samba stieß die Beifahrertür auf.</p>
<p>„Du siehst wie ein Penner aus, der die Nacht durchgemacht hat.“</p>
<p>Der ehemalige Seemann Schmudtke war ein Penner, der die Nacht durchgemacht hatte. Er war feige und brutal und diese Kombination hatte ihn mehrfach vor dem Tod bewahrt. Und zu erbärmlichen Wohlstand geführt. In Hongkong hatte er wegen einer Uhr jemanden die Hand abgehackt, um schneller verschwinden zu können. Seine Überlebensstrategie war der Betrug: Im richtigen Moment die Seiten wechseln oder andere im Stich lassen.  Schmudtke führte für Schark eine miese Spielhölle und hörte alles. Er war so unauffällig, dass man ihn erst bemerkte, wenn man sich verquatscht hatte.</p>
<p>„Ich hab kein gutes Gefühl dabei“, sagte er, als er ins Auto stieg.</p>
<p>„Dein Gefühlsleben interessiert nicht mal deine Mutter, du Penner. Kannst du dir nicht mal ein paar gut sitzende Fahnen kaufen?“</p>
<p>„Ich hab in letzter Zeit so abgenommen. Der Stress. Ich opfere mich für Schark auf. Hab einen Zwanzig-Stunden-Tag.“</p>
<p>„Da muss ich ja unbedingt mit Schark drüber reden. Damit du ne längere Mittagspause kriegst. Soviel Freizeit möchte ich auch mal haben.“</p>
<p>„Du machst Detto doch nicht hin?“</p>
<p>„Nur eine Abmahnung. Hab ich dir doch gesagt.“</p>
<p>„Weiß er, dass wir kommen?“</p>
<p>„Klar. Eine kleine Spritztour.“</p>
<p>„Schark muss mir was anderes geben. Diese Spielothek macht mich krank. Nur Asoziale und Rentner. Ganz schlechtes Publikum. Bleibt nicht viel hängen.“</p>
<p>„Ist Scharky auch schon aufgefallen.“</p>
<p>„Was? Wie mies die Geschäfte gehen? Das ist die Lage. Er muss mir was in der Stadtmitte geben. Nicht so einen abgefuckten Puff am Stadtrand.“</p>
<p>„Seit Monaten bringst du immer weniger.“</p>
<p>„Da ist nichts zu melken. Alles ist teurer seit dem Scheiß-Euro und die Leute verpulvern nicht mehr soviel. Wir stecken mitten in einer Wirtschaftskrise. Hörst du jeden Tag im Fernsehen.“</p>
<p>Samba bog in eine Sackgasse. Am Ende der Strasse war eine fünf Meter hohe Mauer, die elende Häuser noch zusätzlich beschattete. Samba drückte auf die Hupe. Sekunden später trat ein Mann aus einer Haustür. Er grinste breit von einem abstehenden Ohr zum anderen und ging schleppend und schwerfällig zum Auto. Ächzend ließ er sich auf den Hintersitz fallen.</p>
<p>„Dann mal los. Wie geht’s, Schmudtke? Noch immer an Land? Ich dachte, du wolltest wieder auf See.“</p>
<p>Schmudtke knurrte etwas Unverständliches. Samba fuhr an.</p>
<p>„Ich fahre jetzt zu diesem scheiß Steinbruch.“</p>
<p>„Aber gerne. Schön ruhig da. Stillgelegt. Bis auf weiteres“, lachte Detto unmotiviert. Schmudtke konnte soviel Blödheit kaum glauben.</p>
<p>„Wie war das Geschäft heute Nacht?“, erkundigte sich Samba.</p>
<p>„Es ging. Dieser russische Bastard war wieder da. Er will unbedingt mit dir verhandeln. Noch will er für den Laden bezahlen. Aber er wird langsam ungeduldig. Droht damit, seine Leute aus Berlin kommen zu lassen.“</p>
<p>„Ich blas ihm den Arsch über die Oder.“</p>
<p>„Hast du nie Besuch von den Russen?“, wandte sich Detto an Schmudtke.</p>
<p>„War mal einer da. Habe ihn sofort rausgeschmissen.“</p>
<p>„Ach ja? Da habe ich aber was anderes gehört.“</p>
<p>Wütend wandte sich Schmudtke zum Rücksitz. „Und was hast du gehört, Detto? Du hörst doch nur Scheiße. Du kannst nix gehört haben. Erzähle lieber nicht weiter so eine Kacke rum. Du hast selbst genug Probleme.“</p>
<p>Detto lachte. Dann zog er seine Rolex über die Knöchel der linken Hand. Bevor Schmudtke reagieren konnte, krachte die Faust in sein Gesicht und brach ihm das Nasenbein. Bei Schmudtke gingen die Lichter aus, als Detto ein zweites Mal zuschlug.</p>
<p>Außer sich vor Wut brüllte Samba: „Eh, du Arsch! Nicht in meiner Karre. Der blutet mir die Polster voll. Was bist du eigentlich für ein verblödetes Arschloch? Das ist echtes Leder, du Penner. Mann, das hat man davon wenn man sich mit der Gosse einlässt.“</p>
<p>Zufrieden ließ sich Detto zurückfallen. „Mach dir nix draus. Kannste alles reinigen. Da gibt es extra Mittel. Letzten Monat hatten die das beim Aldi im Angebot. Ich hab´ mir sofort ein paar Flaschen besorgt. Echt gut das Zeug. Ich mach das für dich. Sein Geschwätz ging mir echt auf die Nerven. Aber den Gestank von dieser Missgeburt kriegste bestimmt nicht raus. Hättest ne olle Karre nehmen sollen. Wieso ist der Idiot eigentlich so brav mitgefahren?“</p>
<p>„Weil ich ihm gesagt habe, wir würden dich abservieren. Hol mal die Wumme aus seiner Jacke.“</p>
<p>„Was? Wollte er mich etwa abballern? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Der Kerl macht hinter deinem Rücken Absprachen mit den Russen und will mich dann ausknipsen, damit ich es dir nicht erzähle&#8230; Muss ihm mächtig gefallen haben, mich abzuservieren.“</p>
<p>Detto wühlte in Schmudtkes Klamotten rum bis er die Pistole gefunden hatte. „Was ist das denn? Eine Stetschkin? Hat er die von seinen russischen Freunden?“</p>
<p>„Eine was?“</p>
<p>„Alte russische Armeewaffe aus den 50ern. Wird heute nur noch von Spetnaz verwendet. Stangenmagazin mit 20 Schuss Makarow-Patronen. Kannste mit Feuerstöße abgeben. Musste ein guter Schütze sein. Ziemliche Streuung. Das Gewicht kann die Feuerstösse nicht kompensieren. Damit hätte der Arsch alles getroffen, nur nicht mich. Die Knarre dürfte sogar älter sein als sein vollgepisster Anzug.“</p>
<p>„Gib her.“ Samba hielt die offene Hand nach hinten. Detto schlug mit der Waffe auf Schmudtkes Schädel bevor er sie widerwillig Samba in die Hand drückte.</p>
<p>„Was ist mit dir? Hast du auch Feuerwaffen dabei?“</p>
<p>„Was soll das? Leitest du jetzt ein Abrüstungskomitee?“</p>
<p>„Wenn du eine Waffe dabei hast, will ich die sofort haben. Sonst baust du noch Mist.“</p>
<p>Das gefiel Detto nicht. „Meine P7 gebe ich niemanden. Wir sind praktisch unzertrennlich.“</p>
<p>Ruckartig hielt Samba den Wagen an. Detto wurde nach vorne geschleudert, Schmudtke rutschte vom Sitz. Samba packte Detto am Nacken und drückte den Hals in die Lehne. „Ich sage sowas nur einmal. Wer mich als Chauffeur hat, fährt unbewaffnet. Her mit der Waffe sonst zerquetsche ich dir das Genick.“</p>
<p>„Iss ja gut. Keinen Stress, Samba.“ Dettos Atem ging schwer. Er griff in seine Jacke, zog die Heckler &amp; Koch heraus und reichte sie Samba.</p>
<p>„Na also. Verdammt nochmal. Ich komm mir vor wie im Kindergarten. Was ist eigentlich mit mir los? Habe ich an Autorität verloren? Wieso tut keiner mehr was ich sage? Bin ich geschrumpft? Denken alle, ich bin Pazifist oder sowas? Wieso versucht jeder mit mir Schlitten zu fahren?“</p>
<p>Samba fuhr wieder an und Detto lehnte sich vorsichtig zurück.</p>
<p>„Keinen Stress, Samba. Kein Mensch, der noch alle beisammen hat, zweifelt deine Autorität an.“</p>
<p>„Na, ich weiß nicht. Vielleicht muss ich mal so einen Kurs machen: Wie strahle ich Selbstvertrauen aus.“</p>
<p>Schmudtke kam langsam zu sich. Blut floss über Gesicht und Anzug auf den Sitz. Bevor er wieder voll da war, verpasste ihm Samba einen mit den Ellenbogen. Das genügte.</p>
<p>„Willst du ihn im Steinbruch verbuddeln?“</p>
<p>„Der Kerl zieht Schark seit Monaten ab, macht hinter unseren Rücken Absprachen mit den Iwans. Denkt, er ist Schröder. Was meinst du, sollte man mit ihm anstellen? Den Bambi verleihen?“</p>
<p>„Ist ja gut. Ich meine nur&#8230; Von mir aus ist er längst über die Zeit.“</p>
<p>Sie rasten eine steile, gut ausgebaute Landstrasse hinunter. Rechts Wald, links vereinzelte Häuser und Viehweiden. Am unteren Ende erhob sich ein mächtiger halb abgetragener Berg. Samba fuhr über einen Sandweg bis zu einem verschlossenen Gittertor.</p>
<p>„Mach auf. Im Kofferraum ist ein Bolzenschneider.“</p>
<p>Detto stieg aus, nahm die Zange aus dem Kofferraum und durchtrennte die Kette des Vorhängeschlosses. Samba fuhr in den weitläufigen Steinbruch. Detto schloss das Tor und trabte zu dem  geparkten Wagen. Samba stieg aus und sah sich um. Er entdeckte eine abgelegene Stelle. Er prüfte den Boden.</p>
<p>„Nimm die Schaufel und grab ihm eine schöne Ruhestätte.“</p>
<p>Schweigend machte sich Detto an die Arbeit. Samba rauchte eine HB. Interessiert beobachtete er Schmudtke. Aus seiner gebrochenen Nase perlten blutige Blasen.</p>
<p>„Weiter“, sagte Samba als Detto die Schaufel hinwarf.</p>
<p>„Ist doch Scheiße. Dauert Stunden.“</p>
<p>„Hast recht“, sagte Samba und schoss Detto mit der Schtetschkin zweimal in die Brust und einmal in den Kopf.  „Die ist doch prima. Von wegen Streuung.“ Dann zog er Schmudtke aus dem Auto und warf ihn in die Grube. Er sprang hinterher und drückte ihm die Pistole in die Hand. Er ging zurück zum Auto und holte Dettos P7, mit der er dem röchelnden Schmudtke so oft in den Kopf schoss, bis nichts mehr da war. Er säuberte den Griff und drückte die Waffe in Dettos erkaltende Hand</p>
<p>„Als ob man einen Thunfisch in der Dose abknallt. Für ‘ne oberflächliche Untersuchung dürfte das reichen.“ Schweigend betrachtete Samba sein Werk und wartete darauf, dass die Kraft der Getöteten in ihn fuhr, von seiner toten Seele aufgesogen wurde. Er fühlte nichts. Wahrscheinlich bekam man diesen spirituellen Übergang nicht richtig mit. Aber Samba glaubte fest daran. Bei irgendwelchen Eingeborenen lief das schließlich auch so. Oder musste man irgendwelche Teile der Opfer auffressen? Das müsste er gelegentlich mal nachschlagen.</p>
<p>Samba blieb noch eine Weile im Steinbruch.  Dann sah er auf die Uhr: Höchste Zeit, Schark zu treffen.</p>
<p>&nbsp;<br />
-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<strong>Was von Martin Compart lesen:</strong></p>
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<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3839190576/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3839190576"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3839190576&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822"/><br /><small>2000 Lightyears From Home: Stones, Fauser und andere Verbrechen</small></a>
 </div>
</td>
</tr>
<tr style="vertical-align: top; horizontal-align: left;">
<td width="280">
<div class="comments">
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3895811742/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3895811742"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3895811742&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822" /><br /><small>Der Sodom-Kontrakt</small></a>
 </div>
</td>
<td width="280">
<div class="comments">
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3785724004/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3785724004"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3785724004&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822" /><br /><small>G-man Jerry Cotton: Eine Hommage an den erfolgreichsten Krimihelden der Welt</small></a>
 </div>
</td>
</tr>
</table>
<p>Martin Compart liest:<br />
<object width="560" height="380"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/3Bt5de03BdQ?version=3&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/3Bt5de03BdQ?version=3&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="380" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Mann, der die Suppe ausbröckelt [sic].</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/10/der-mann-der-die-suppe-ausbroeckelt-sic/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 10:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanna Jorek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[spass]]></category>
		<category><![CDATA[suppe]]></category>
		<category><![CDATA[unten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Freund hat ihm eine Stelle in einem Büro besorgt, da hat er dann drei Jahre lang gesessen, immer von acht bis vier. Eines Morgens ist er aufgewacht, und konnte drei Sprachen fließend. Einfach so. Englisch, französisch und portugiesisch. Das war mal was, sagte er sich, und hat seinen Freund angerufen, um ihm zu sagen, dass er nicht mehr kommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Himmel vor seinem Auge verdunkelt sich, mischt an seinem Rand ein bizarres Spiel aus orange und rot. Die wenigen Häuser stehen wie dunkle Schatten in dem Bild, das ein Maler nicht besser hätte zeichnen können, denkt er sich.</p>
<p>Der Ausblick erinnert ihn an eine Welt in einer Lavalampe, die kalten schwarzen Gebäude sind die Luftblasen, der blutrote Himmel das heiße Gestein.</p>
<p>Der Mann sitzt in der Straßenbahn und starrt nach draußen. An der Leine der große Hund, den er hat, seit der klein ist. Er hört auf den Namen Otto. Heute Morgen beim Aufwachen war noch alles weiß, der Reif hat sich auf die Landschaft gesetzt, jetzt ist er verschwunden. Otto hat wie immer sein Herrschen geweckt und ihm die Zeitung und heißen Kaffee ans Bett gebracht. Bei dem Gedanken muss der Mann lächeln.<br />
Er trägt eine Stofftüte mit einer unbekannten Stickerei. Wenn er sein ganzes Hab und Gut, also das von Wert, denkt er, nur das von Wert, von persönlichem Wert, natürlich, zusammensuchen würde, es passte in zwei Stoffbeutel, denkt er. Der Rest ist doch nur unnötiger Ballast, da hängt sein Herz nicht dran.</p>
<p>Wieder wandert sein Auge nach draußen. Noch muss er nicht aussteigen, ein geübter Blick verrät ihm das. Die Türen schließen sich und er schaut ob Otto noch neben ihm liegt. Mit geschlossenen Augen saugt er die Umgebung auf. Das was er zu fassen kriegt, sind Gesprächsfetzen. Eine Stimme möchte die Unisachen verbrennen, eine andere rät ihr dazu, zu warten, bis sie mit der Uni fertig ist, dann könnte sie gleich ein Feuer im Hinterhof veranstalten und die Sachen hinein werfen. Er stellt sich eine junge Frau vor, die nackt um ein Feuer springt und dabei Blätter zerreißt, die sie Stück für Stück in das Feuer wirft. Dann wendet er seine Gedanken nach innen. Er hat selbst einmal studiert. Siebeneinhalb Jahre lang. Dann ist er entlassen wurden, ohne Abschluss. Er hat nie geraucht und keinen Alkohol getrunken. Ab und zu mal einen Kaffee und zum Frühstück ein dunkles Brötchen. Ein Freund hat ihm eine Stelle in einem Büro besorgt, da hat er dann drei Jahre lang gesessen, immer von acht bis vier. Eines Morgens ist er aufgewacht, und konnte drei Sprachen fließend. Einfach so. Englisch, französisch und portugiesisch. Das war mal was, sagte er sich, und hat seinen Freund angerufen, um ihm zu sagen, dass er nicht mehr kommt. Jetzt vergewissert er sich, dass Otto noch neben ihm liegt. Ein Magen knurrt, welcher das ist, weiß er nicht, der vom Hund oder sein eigener. Otto ist sein bester Freund.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-1649" title="china-restaurant" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/china-restaurant.jpg" alt="" width="200" height="355" />Ich bin der, der immer die Suppe aufbröckelt, schiebt er einen Gedanken vor sich her, doch der will nicht so recht passen.</p>
<p>Einbrockt<br />
Aufbröckelt<br />
Otto schaut ihn an und kann ihm nicht helfen.</p>
<p>Dann wiederholt der Mann den Satz in den anderen drei Sprachen. Englisch, französisch und portugiesisch, die er beherrscht. Er kam nie dazu, sein Können unter Beweis zu stellen, aber Otto nickt ihm jetzt zustimmend zu.</p>
<p>Sie möchten bitte?, fragt der kleine Mann hinter dem Verkaufsfenster.<br />
Ich habe noch nicht entschieden.<br />
Ahso.</p>
<p>Heute hat das kalte Licht ganz scharfe Konturen geschnitten; jetzt sieht man nicht einmal mehr die Umrisse der Häuser. Die Knie des Mannes sind ganz wund, weil die Federn des Bettes hervorstechen. Eine neue Matratze kann er sich nicht leisten. Noch nicht. Der Rücken ist ganz krumm, vom vielen Lesen.<br />
Dann kommt eine dicke Frau mit Pudel auf dem Arm und stellt sich neben ihn. Der Pudel zwinkert dem Mann zu, er lächelt zurück, leicht verlegen, der Pudel erinnert ihn an wen. An wen nur, überlegt er und kommt nicht drauf. Die Dame kennt er nicht.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-1648" title="china-food" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/china-food.jpg" alt="" width="200" height="355" />Darf ich bitten, sagt er zu dem Hund und lässt ihn dem Vortritt. Der frisierte Pudel wedelt mit dem Schwanz. Die Frau bestellt. Ente knusprig.<br />
Otto läuft das Wasser im Mund zusammen.<br />
Ja bekommst gleich dein Süppchen, sagt der Mann und überlegt er wieder, wie hieß das gleich nochmal?<br />
Aufbröselt?</p>
<p>Als die Frau und der Pudel in der Nacht verschwinden, schüttelt der Mann den Kopf, nein, das kann nicht sein, in dieser Gegend, eine solche Dame von Welt.<br />
Sie möchten.<br />
Ich nehme die Suppe.<br />
Er zählt sein Kleingeld.<br />
Eins, fuffzich.<br />
Hier bitte.</p>
<p>Er trägt nun, außer dem Stoffbeutel noch eine Plastiktüte mit Suppe nach Hause. Ja, ja, ich bin der, der die Suppe auslöffelt, denkt er, und für Otto wird etwas abfallen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>rund um schutz</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 16:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna M. Scotti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>

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		<description><![CDATA[rundumschutz- / versicherungen / schützen versicherte / nicht gegen / versicherungen / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>rundumschutz-<br />
versicherungen<br />
schützen versicherte<br />
nicht gegen<br />
versicherungen<br />
der versicherer<br />
sichern aber<br />
versicherte<br />
vor versicherten</p>
<p>damit der<br />
sicherungsring<br />
der versicherungen<br />
sicher bleibt<br />
scheint der ring<br />
der versicherten<br />
ungeschützt trotz<br />
versicherungen<br />
der versicherer des<br />
rundum schutzes<br />
ist also alles klar</p>]]></content:encoded>
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		<title>freier imbiss</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 15:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>

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		<description><![CDATA[krakauerwendend übt der wurstmaxe / heimlich den hüftschwung / brät prall bedärmtes kross / bedient bauernlümmel mit bier / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-1614" title="Pommes + Burger" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/freier_imbiss-280x280.jpg" alt="Pommes + Burger" width="210" height="210" />krakauerwendend übt der wurstmaxe<br />
heimlich den hüftschwung<br />
brät prall bedärmtes kross<br />
bedient bauernlümmel mit bier<br />
mit thüringern auf pappe<br />
mit toastbrot schneeweiß<br />
ein yuppie will mehr curry<br />
ein fettabscheider will salat<br />
ein junkie mehr senf zur bulette<br />
wirft wütend seinen heißen kaffee<br />
gegen den ostwind</p>
<p><img class="size-medium wp-image-1614 alignleft" title="Pommes + Burger" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/freier_imbiss-280x280.jpg" alt="Pommes + Burger" width="210" height="210" />die stadt versiegt in den straßen<br />
im land des hechelns<br />
verdämmert der tag zu restlicht<br />
lockt die nacht hinter vorhänge<br />
rattenscharfe konditoren zuckern schon<br />
die tortenheber trauen sich<br />
komasäufer kleckern in den rinnstein<br />
ein kleiner hund geht zu schnell<br />
kotelettfresser spähen nach kokotten<br />
am langen arm der schaltknüppel<br />
verhungert die liebe</p>]]></content:encoded>
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		<title>Heiliger Morgen</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 15:27:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna M. Scotti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung Hanna Scotti]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[religiös]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Gebet gen / Osten lockt / der Muezzin bellt / ein Maschinengewehr / im Namen Gottes / wimmert das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1787" title="Hanna M. Scotti: Heiliger Morgen" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/09/hanna_heiliger_morgen_neu.jpg" alt="Hanna M. Scotti: Heiliger Morgen" width="560" height="436" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ausparken mit Gewaltanwendung</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 14:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Roßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[KaschemmeTV]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
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		<category><![CDATA[Performance]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

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		<description><![CDATA[Erzählung mit schwingendem Brecheisen (Text: Kai Roßmann, Darsteller: Kai Roßmann, Video: Kai Roßmann)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/0dQMGMzzeDc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/0dQMGMzzeDc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>]]></content:encoded>
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		<title>167. Eine Gerichtsszene</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 05:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Poebel]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Unrecht]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Richter Schmatzmann schwitzt. Viel lieber würde er, wie es sonst seine Art ist, einen Mörder aus reichem Hause zu einer Bewährungsstrafe verurteilen, nicht nur, weil ein Mörder aus gutem Hause in der Regel gute Anwälte hat und Geld das Maß aller Dinge ist und seine Besitzer seit jeher den besonderen Schutz der Gesetze genießen, sondern weil]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Die Emanzipation<br />
aller Gedrückten und Leidenden<br />
Ist der Ruf des Jahrhunderts.<br />
(Georg Gottfried Gervinus)</em></p>
<p>Richter Schmatzmann schwitzt. Er hat alle Hände voll zu tun, denn es ist er, der die Reste jenes Streiks erledigen muss, der die Stadt in den letzten Wochen in Atem gehalten hatte. Heute hasst er seine Arbeit, er hasst sie und sich selbst immer dann, wenn er es mit menschlichem Leid und Elend, mit Tragödien zu tun hat. Aber was soll er dagegen machen, was soll er tun? Schließlich hat er von seinem Chef, dem Staat, also dem Volk, den Auftrag bekommen, eben diesem Volk die Macht und Kraft der Gesetze spüren zu lassen. Und so muss er die Mutter eines Säuglings für drei Monate hinter Gitter schicken, weil sie sich die Freiheit genommen hatte, einen Arbeitswilligen als Streikbrecher zu beschimpfen. „Aber wir sind ja keine Unmenschen“, hat er ihr in aller Aufrichtigkeit gesagt, „das Kind darf solange bei Ihnen bleiben.“</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1431" title="alexkaufhofgaleria" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/02/alexkaufhofgaleria.jpg" alt="" width="300" height="388" />Richter Schmatzmann schwitzt. Viel lieber würde er, wie es sonst seine Art ist, einen Mörder aus reichem Hause zu einer Bewährungsstrafe verurteilen, nicht nur, weil ein Mörder aus gutem Hause in der Regel gute Anwälte hat und Geld das Maß aller Dinge ist und seine Besitzer seit jeher den besonderen Schutz der Gesetze genießen, sondern weil Reiche in der Regel weniger rückfallgefährdet, das heißt einsichtiger, weil gebildeter und disziplinierter sind als Arme, als jene faulen, arbeitsscheuen Neider, die nichts zu verlieren haben und die allein schon wegen ihrer Menge eine ständige Bedrohung der herrschenden Grundordnung, des Maßes aller Dinge sind, ein Sprengsatz, ein potentieller Unruheherd, der zum Umsturz, zur Umwertung aller Werte führt, wenn er nicht hart angefasst wird, will sagen, die ganze Härte des Gesetzes spürt. Der große Haufen, das Pack, der Pöbel hat keine Vernunft, keine Bildung, keine Selbstbeherrschung, der große Haufen ist ein wildes, unzähmbares Tier, ganz seinen Trieben, seinen Leidenschaften unterworfen, das immer wieder aufs Neue zu bändigen, zu zähmen ist, nicht mit Argumenten, die es nicht achtet, weil es sie nicht versteht, sondern mit Zuckerbrot und Peitsche. Davon ist nicht nur Richter Schmatzmann überzeugt, denn diese Überzeugung ist ein Naturgesetz, eine Tatsache wie Sonne, Mond und Sterne. Und deshalb müssen an diesem Tage noch viele Streikverbrecher ins Gefängnis. Richter Schmatzmann schwitzt. Er hat alle Hände voll zu tun, um dem Recht zu seinem Recht zu verhelfen und – was ihm über alle Widerwärtigkeiten hinweghilft &#8211; um sein Teil zum Erhalt des großen Ganzen beizutragen. Wie viel lieber würde er vermögende Steuerhinterzieher freisprechen, aus Mangel an Beweisen, aufgrund der guten Arbeit guter Anwälte. Er schwitzt und es schmerzt ihn, harte Urteile aussprechen zu müssen und doch bleibt ihm keine andere Wahl, denn Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps.</p>]]></content:encoded>
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