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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; tod</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Wind und Wolken</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 05:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Und unter den Wolken blockieren Nobelpreisträger Straßen, um damit gegen den Krieg zu protestieren, gegen einen Krieg, der wie dichter, dicker Rauch in der Luft liegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/regenhimmel100lang.jpg"><img class="size-medium wp-image-1313 alignleft" title="regenhimmel100lang" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/regenhimmel100lang-62x500.jpg" alt="regenhimmel100lang" width="50" height="420" /></a></p>
<p>Die Wolken spielen Hasch mich, sie galoppieren, und der Wind ihnen nach. Und unter den Wolken blockieren Nobelpreisträger Straßen, um damit gegen den Krieg zu protestieren, gegen einen Krieg, der wie dichter, dicker Rauch in der Luft liegt. Polizisten spielen mit den Protestierenden Hasch mich, sie galoppieren, und der Wind ihnen nach. Aber darum geht es hier nicht: weder um Wind und Wolken noch um Nobelpreisträger oder Polizisten, sie alle sind Statisten, die ebenso gestrichen und vergessen werden könnten wie er. Das Buch seines Lebens ist bereits zu mehr als die Hälfte gefüllt, zumeist mit Nebensächlichem, mit Bagatellen; es hat viele Leerstellen, ungeschriebene Seiten gar, in denen all das stehen würde, was er nie getan hat, ob aus Angst, aus Mangel an Phantasie, Ehrgeiz oder günstigen Gelegenheiten. Das Buch seiner Tage würde niemand lesen wollen – am wenigsten er selbst. Dabei verlief es nicht immer wie die Sonntagsfahrt eines Rentners. Dafür spricht allein jene Silvesternacht, als seine Mutter seine Geschwister aus dem Fenster warf. Nur er kam davon, er war schon zu alt, zu groß und stark, um sich aus dem Fenster werfen zu lassen. Heute weiß er, dass es besser gewesen wäre, wenn auch er damals den Tod gefunden hätte, denn heute würde er sich nicht mehr wehren.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Echsen der Stadt</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 05:04:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Wände der großen Glasfelsen standen hinauf in das Wetter des Tages. In gestreckten Italolettern steht da »La Défense« und die Schrift zerlief in ihren Farben auf dem Metall, ohne dass es jemand bemerkte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wände der großen Glasfelsen standen hinauf in das Wetter des Tages. In gestreckten Italolettern steht da »La Défense« und die Schrift zerlief in ihren Farben auf dem Metall, ohne dass es jemand bemerkte. Sie lief herab, aber die Zeit, die Fräsung zu erreichen und leise auf den Beton zu klatschen war noch nicht gekommen. Die Menschen sind hier sehr empfindlich. Ihre dünnen Hälse reichen kaum zum Kragen ihres Hemdes hinaus. Ihre langen Augen sehen sich ständig selbst auf die Schulter und dann tippen zwei schnelle Finger darauf. »Sterbe ich für etwas Gutes?«, fragte ich ihren König vor dem grauen Stahleck. Geometrie ragte über mich hinweg. Vierecke. Vierecke. »Lass Feuerworte sprechen«, sagte der König und seine Sprache rollte durch die leeren Schluchten. Die Menschen hier verstecken sich gut, sie sehen sich selbst nur in Spiegeln. Du siehst sie nie. Phantasmen. Phantasmen. »Aber ich kann nicht, mein Mund ist von Fäulnis bedeckt. Wie soll ich sprechen, mir fault der Mund davon« , und ich sehe auf meine Hände herab und sie sind todgelb. »Geh jetzt, und tu was getan werden muss.«</p>
<p>Er schreitet vor mir her, seinen Revolver in der Hose. Hinter mir zwei Schatten. Phantasmen. Meine Lippen schmerzen. Stinkender Sud läuft mir am Kinn entlang. Wir gehen mit gesenkten Köpfen und das Schafott steht bereit, schon sehe ich es hinter den langen Treppen. Ich werde es nicht tun. Ich bin so oft entkommen. Wer ist schon dieser König. Ich reiße meine Hand in seine Tasche, er hantiert, aber schon hat er eine Kugel tief im Hals stecken. Es schäumt aus meinem Mund. Vier Lange Hände strecken sich über mich. Ich bring euch um. Reiß euch die Augen aus. Ich zertrümmere euch. Es tut mir so leid. Vergebt mir. Ich fiel auf die Knie und konnte nicht sprechen. Vierecke stürzten auf mich ein. Glas brach. Die Worte liefen aus meinem Mund, und klatschten leise auf den Beton. »Ihr kriegt mich nicht.«</p>
<p>Da verkrochen sie sich hinter den Spiegeln, die Echsen der Stadt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1349" title="echsen_blau_" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/04/echsen_blau_.jpg" alt="echsen_blau_" width="500" height="376" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>sei kein dichter</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 21:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stirnulator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>

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		<description><![CDATA[am Ende glotzt Du / dem Tod ins Auge / ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-1298" title="amende" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/amende.jpg" alt="amende" width="200" height="220" /></p>
<p>Am Ende glotzt Du</p>
<p>dem Tod ins Auge</p>
<p>und alles,</p>
<p>was Du vorweisen kannst,</p>
<p>sind weggeworfene Gedichte.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Merry-go-round</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstmord]]></category>
		<category><![CDATA[Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>

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		<description><![CDATA[Bessel schloss die Augen und legte seinen Kopf nach hinten, als wollte er ein allerletzes Mal den Regen auf seiner Haut spüren und der Wind, der seine wenigen Haare durcheinander wirbelte, sang dazu ein Lied in seinen Ohren, dass nach Schmerz und Sehnsucht klang]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heinrich Bessel stand im Regen und sah an sich herunter. Der müde Blick leerer, stumpfer Augen tasteten den Stoff seines Mantels nach Fusseln ab, so wie sie es jeden Morgen getan hatten, so viele Jahre lang. Eine stoisch ausgeübte, wiederkehrende Prozedur, akribisch eingeübt bis zur militärischen Perfektion. Erst dann, wenn das Bild stimmte, wenn alles gerade saß, der Kragen hoch, der Knoten des karierten Schals mittig am Hals und fest anliegend, ohne Faltenwurf im Stoff, erst dann drehte er den Schlüssel seiner Eingangstür herum und schlüpfte, nachdem er einen letzten prüfenden Blick zurück in die alte Wohnung geworfen hatte, durch den entstandenen schmalen Spalt, darauf bedacht, die Wärme der Heizung nicht entweichen zu lassen, ins Treppenhaus, um seinen Weg ins Büro anzutreten. Doch heute schien er den Regen nicht zu bemerken, der ihm in den Nacken lief, während er zusah, wie das Wasser, das in dicken, schweren Tropfen auf seine Schuhe klatschte, in kleinen Rinnsalen von den Spitzen perlte und zwanzig Stockwerke hinab vom Dach des Hochhauses in die Tiefe stürzte, vor dem sich langsam eine Menschentraube bildete.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/mann_vor_sprung_350x250.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1311" title="mann_vor_sprung_350x250" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/mann_vor_sprung_350x250-250x250.jpg" alt="mann_vor_sprung_350x250" width="250" height="250" /></a>Bessel schloss die Augen und legte seinen Kopf nach hinten, als wollte er ein allerletzes Mal den Regen auf seiner Haut spüren und der Wind, der seine wenigen Haare durcheinander wirbelte, sang dazu ein Lied in seinen Ohren, das nach Schmerz und Sehnsucht klang. Der Mann ballte die Fäuste und verlagerte sein Gewicht nach vorne, unendlich langsam, einem finalen Scheitelpunkt entgegen, bis er nach einem kurzen Augenblick eines scheinbaren Gefühls völliger Schwerelosigkeit kopfüber vom Dach kippte.</p>
<p>Myriaden von Gedanken überschwemmten ihn in Sekundenbruchteilen und von der Heftigkeit einer Explosion gleich. Das Gesicht seiner Frau manifestierte sich vor seinem geistigen Auge, während ihn brennender, verkrampfender Schmerz übermannte. Ihr Verhalten war nicht abweisend gewesen in den letzten Wochen, eher geheimnisvoll, mit einem leisen Lächeln in den Augen, die in unerwarteter Frische aufgeblüht waren, wie ein später, verirrter Frühling im Herbst des Lebens. Er war Fünfzig und hatte sie lange nicht mehr berührt. Kein Alter mehr für Gänsehaut und errötende Gedanken. Ein fremdes Verlangen musste sie gefangen halten, hatte er sofort gedacht. Der flüchtige Blick eines anderen Mannes vielleicht, geheimnisvoll und verheißend, für den sie heimlich ein Kleid anprobierte, dessen Versandhaus-Karton sie akribisch zerkleinert und in den Abfall gestopft hatte. Für den sie schneller als sonst und vor ihm zum Telefon gelaufen war, an dessen anderen Ende wohl möglich der Fremde war und ihr lüsterne, verbotene Dinge ins Ohr raunte, die sie verstohlen und flüsternd quittierte, während ihr Mann am Küchentisch saß und mit feinen, schnellen Strichen die Margarine vom Rand schabte, was sie seit jeher so fürchterlich pedantisch fand. Er ertappte sich bei dem aberwitzigen Gedanken, diesen Tick abzustellen und als er es bemerkte, verzog er sein Gesicht zu einem hässlichen, bereits dem Tod geweihten Grinsen, während er unaufhaltsam dem Boden entgegen fiel.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1313" title="regenhimmel100lang" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/regenhimmel100lang.jpg" alt="regenhimmel100lang" width="100" height="800" />Ein Geräusch hinter ihm, leise, vorsichtig, kaum wahrnehmbar, ließ ihn aufhorchen. Er drehte sich herum und erblickte einen Polizisten an der Außentreppe, in sicherer Entfernung, in geduckter Haltung, abwartend. <em>'Ich bin heute fünfzig Jahre alt geworden! Viel zu alt für dich, um das hier zu verstehen!'</em>, dachte Bessel, als er in die panischen, unschlüssigen Augen des jungen Uniformierten sah, der schwer atmend an seinem Funkgerät herumfingerte und auf Instruktionen wartete, die nicht kamen und der schließlich, von Bessels stummen, bohrenden Blick verfolgt, über die Blitzableiter stolpernd den Rückzug antrat. Bessel dreht sich erneut zum Abgrund und bemerkte mit einer für ihn befremdlich anmutenden Zufriedenheit, dass es zu regnen begann.</p>
<p>Bessel hatte heute Morgen vor dem Spiegel seine Hände betrachtet. Die Falten auf den Handrücken, die fleckige Haut, die brüchigen Fingernägel, alle Attribute körperlichen Verfalls, unweigerliche Indizien des Niedergangs menschlicher Kraft, jugendlicher Energie und Lebenslust, eingebrannt auf seiner Haut, in seinen Gedanken und Erinnerungen. Heute wurde er Fünfzig. Er drehte sich und blickte minutenlang durch die halb geöffnete Schlafzimmertür auf seine schlafende Frau. <em>Wie ruhig sie da liegt, als wenn nichts wäre,</em> dachte er. <em>Wer mochte der fremde Mann sein, wie hieß er, welcher Arbeit ging er nach? Was ist in der Tüte, die sie so sorgsam unten im Schrank versteckt hielt?</em> Er schloss die Augen, als wolle er der Antwort nicht erlauben, zu ihm vorzudringen. Er verließ die Wohnung, ohne sie zu wecken, wie ein Dieb.</p>
<p>Er öffnete für einen winzigen Augenblick die Augen. Schemenhaft erschienen gleichförmige Linien in seinem Gesichtsfeld, die nahezu sofort wieder verschwanden, wie bei dem Anblick aus dem Fenster eines schnell fahrenden Zuges. Sein Gehirn brauchte einen weiteren Augenblick, um zu erkennen, dass jede Linie ein Stockwerk markierte, an dem er vorbei flog.</p>
<p>Und dann, nach unendlich lang erscheinender Zeit im freien Fall, voller Ungewissheit und Angst, der Ewigkeit zu begegnen und doch gleichermaßen eine Erlösung von allen weltlichen Dingen zu erfahren, in einem Höllenfeuer voller letzter, wahnsinniger Gedanken, die wie Tiere in ihm kämpften, brüllten und zerrten, gefangen in einem sterbenden Körper, die verlangten, herausgelassen und ausgesprochen zu werden, bevor alles Lebendige zu Ende geht, bevor sich der Geist verflüchtigt, um seinen Platz im Nichts einzunehmen, da verstand Heinrich Bessel mit einem Male.</p>
<p>Und während sein Kopf auf dem Boden aufschlug und sich sein Gehirn über den Asphalt verteilte, während seine Knochen zu Dutzenden unter dem Gewicht seines verzerrten Körpers splitterten, sich in sein Fleisch bohrten und seine Organe perforierten, zog seine Frau sorgsam den Ausschnitt ihres neues Kleides zurecht, sah auf die Uhr und kontrollierte ein letztes Mal den feierlich gedeckten Tisch mit den Geschenken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1312" title="mann_vor_sprung_500x" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/12/mann_vor_sprung_500x.jpg" alt="mann_vor_sprung_500x" width="500" height="352" /></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Besucher</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 07:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[schuld]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines Tages war er sogar bereit, ins Lager zurückzukehren, nicht als Gefangener, wie damals, sondern als Besucher, auf Einladung der Kinder und Kindeskinder seiner Häscher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/11/krematorium_350x250-250x250.jpg" alt="krematorium_350x250" title="krematorium_350x250" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1242" />Irgendwann schien vieles weg, fort, verschwunden zu sein, das große Vergessen tauchte auf und verschluckte, was es kriegen konnte. Eines Tages war er sogar bereit, ins Lager zurückzukehren, nicht als Gefangener, wie damals, sondern als Besucher, auf Einladung der Kinder und Kindeskinder seiner Häscher. Und dann steht er auf dem Appellplatz, er steht stramm, wie einst, aber dann schon nicht mehr, denn dann steht er vor dem Krematorium, in dem so viele seiner Kameraden verschwanden. Er sieht sie vor sich: abgemagert, geschunden und geschlagen. Er sieht sie, wie sie aus dem Krematorium heraus auf ihn zukommen, eine ganze Schar in gestreiften Sträflingskleidern, mit offenen Armen und Tränen in den Augen, Tränen der Freude, ihn wiederzusehen. Doch da poltert plötzlich eine Stimme hinter ihm, eine brutale Stimme mischt sich hinterrücks in seine Freude und zertrampelt sie. Und als er sich nach ihr umdreht, sieht er einen Schergen in seiner schwarzen Uniform, mit der Reitpeitsche in der Hand und einem Satz im Mund, wie damals, mit dem Satz: Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Blattmacher</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 05:18:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spule</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<description><![CDATA[+++ C.v.D. (am Mobiltelefon): Jochen, Jochen, melde Dich! Haste was?
+++ Jochen (atemlos): Du, Dieter, das hat geklappt. Von der Oma hab ich ein Bild von dem Kerl gekriegt, wie er im Kindergarten ein Plüschtier quetscht. Und dann haben wir noch zwei, drei Fotos von seinem Fahrrad.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/03/swat_1_300px.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-980" title="swat_1_300px" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/03/swat_1_300px-250x250.jpg" alt="Killerwaffenspielzeug" width="250" height="250" /></a>Chef vom Dienst:</strong> Warum ist Jochen nicht hier?</p>
<p><strong>Lokalchef:</strong> Der ist mit Team 2 noch in Brunzingen.</p>
<p><strong>C.v.D.:</strong> Idiot! Der Ort heißt BRAUNZINGEN. Könnt ihr denn nichtmal den Polizeifunk abhören?</p>
<p><strong>LC:</strong> Ja, schon. Aber in BRUNZINGEN wohnt die Oma von dem Kerl.</p>
<p><strong>C.v.D.:</strong> Und die vom KOTZBLITZ wissen das auch?</p>
<p><strong>LC:</strong> Eben nicht! Die sind jetzt hinter dem Schwiegervater her.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/03/swat_2_300px.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-981 alignright" title="swat_2_300px" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/03/swat_2_300px-250x250.jpg" alt="Killerwaffenspielzeug" width="250" height="250" /></a><strong>C.v.D. </strong><em>(am Mobiltelefon)</em><strong>:</strong> Jochen, Jochen, melde Dich! Haste was?</p>
<p><strong>Jochen</strong><em> (atemlos)</em><strong>:</strong> Du, Dieter, das hat geklappt. Von der Oma hab ich ein Bild von dem Kerl gekriegt, wie er im Kindergarten ein Plüschtier quetscht. Und dann haben wir noch zwei, drei Fotos von seinem Fahrrad.</p>
<p><strong>C.v.D:</strong> Wieviel haste dafür geblecht, Jochen?</p>
<p><strong>Jochen </strong><em>(lacht)</em><strong>:</strong> Dieter, die war butterweich. Hab ihr zwölftausend angeboten, und sofort hatse zugesagt. EXKLUSIV, versteht sich..</p>
<p><strong>C.v.D</strong> <em>(an alle)</em>: Also los, Kinder. Schlage vor:<br />
<strong>WAHRHEIT ENTÜLLT! Massenmörder war schon im Kindergarten als Sadist bekannt. Schmutzspuren am Fahrrad... </strong><br />
Sylvia, Peter, Greg und Dean machen 120 Zeilen draus, und morgen schieben wir nach: <strong><br />
WORÜBER DEUTSCHLAND TRAUERT</strong>.</p>
<p><strong>C.v.D.</strong> <em>(wieder am Mobiltelefon)</em>: Nochwas, Jochen: Kuck doch mal nach, ob es nicht noch mehr Todesopfer gegeben hat.</p>
<p><strong>Jochen:</strong> Mach ich, Dieter. Kann sein, dass uns da einer von den Schwerverletzten noch was bringt.</p>
<p style="text-align: right;"><em>(Erstpubliziert: 16.3.'09)</em></p>]]></content:encoded>
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		<title>Im Land der Würmer</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 05:02:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Mrosk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich klopfte gegen das Holz, aber niemand schien mich zu hören. Wie auch? Ich lag zwei Meter unter der Erde in einem Sarg mit einer Ladung Erde darauf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/friedhofsteine_350x-250x250.jpg" alt="Grab mal" title="Grab mal" width="250" height="250" class="alignright size-thumbnail wp-image-1217" />Ich konnte nicht mehr Schreiben. Ich konnte mich ja noch nicht mal mehr richtig bewegen. Ich klopfte gegen das Holz, aber niemand schien mich zu hören. Wie auch? Ich lag zwei Meter unter der Erde in einem Sarg mit einer Ladung Erde darauf. Saß ich nicht noch Minuten zuvor an meinem Schreibtisch und machte meinen ersten Eintrag in mein blankes Tagebuch? “Liebes Tagebuch…ich…ich…” Dann war es vorbei. Was für eine bescheuerte Idee es sowieso war, ein Tagebuch zu führen. Meine ehemalige Therapeutin hat mir mal dazu geraten, eins zu führen. “Das ist so was von verrückt, wenn man sich das Jahrzehnte später durchliest”, hatte sie mir gesagt. Gut, dass ich mir die Mühe nicht gemacht hatte, denn jetzt konnte ich nichts mehr lesen. Es gab nichts mehr zu schreiben und auch nichts mehr zu lesen. Alles was es gab, war die Dunkelheit, das schnelle Atmen, das tobende Herz in meiner Brust, der Druck der Innenpolsterung des Sarges gegen meinen Rücken und der Geruch von Erde und Holz. Meine Arme lagen auf meiner Brust und ich konnte meine Hände mit aller Mühe nur noch gegen das Holz über mir bewegen. Der Kasten war viel zu eng. Hatten sie mich hier mit einem Hammer reingeprügelt? Schmerzen hatte ich jedenfalls nicht und vom Tod war auch keine Spur. Ich war vor wenigen Minuten aufgewacht und suchte nach meiner Stehlampe, die neben meinem Bett stand, doch meine Arme steckten fest. Ich dachte ich würde in meinem Bett liegen. Dann fing ich an zu begreifen. Nun, ein wenig später, war mir meine aussichtslose Lage bewusst. Nein, ich konnte nicht mehr schreiben. Das war vorbei. Doch allmählich bekam ich wieder den Drang, einen Eintrag in mein neues Tagebuch zu schreiben. Es musste nun eben ohne Buch und Stift gehen. Mein Verstand musste diese Utensilien ersetzen. Die Schwärze vor mir, dann das leere weiße Blatt Papier drauf projiziert. Der Stift erschien direkt daneben und ich ließ ihn übers Blatt wandern. Es würde nie jemand lesen, aber was hatte ich schon zu verlieren? Ich hatte Unrecht gehabt: Es gab was zu schreiben und es gab was zu lesen.</p>
<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/friedhofstein_180hoch-180x250.jpg" alt="Friedhofstein" title="Friedhofstein" width="180" height="250" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1216" />“Liebes Tagebuch, der Eintrag, den ich eigentlich vor einigen Jahren machen sollte, mag heute nicht mehr ganz akkurat sein, aber das ist nun egal. Ich hätte es in dem mit leuchtenden Blumen bewachsenen Garten schreiben sollen. Nun schreibe ich aus dem Land der Würmer. In dem Garten mit den leuchtenden Blumen brachen wir Nachts immer ein und legten uns auf das Gras neben dem schmalen Steinweg, der zur Laube führte. Wir lagen da, jung und unerfahren, und machten uns Gedanken über die Zukunft. Wir zerbrachen uns die Köpfe, was denn nun werden soll. Vielleicht hätten wir uns einen eigenen Garten zulegen sollen, aber das Einbrechen machte schon Spaß. Jetzt allerdings wollte ich lieber ausbrechen, aber ich lag zu tief.” Da war wieder meine Therapeutin mit ihrer Brille, die ihr von der Nase zu rutschen drohte. </p>
<p>“Na, was machst du denn hier?” fragt sie mich.<br />
Ich hätte ja mit den Schultern gezuckt, aber ich konnte nicht.<br />
“Ich hab auch immer ein Tagebuch geführt”, sagt sie.<br />
“Ich weiß.”<br />
“Da steht so viel drin.”<br />
“Schön für dich.”<br />
“Willste mal was draus lesen?”<br />
“Klar, ich hab ja sonst nichts zu tun”, antwortete ich und war eigentlich nicht sonderlich interessiert. Sie begann ein paar Seiten vorzulesen. Über ihre Eltern, die sich immer so sorgsam um sie gekümmert hatten, und über ihre Studienzeit, die sie nie vergessen wird. Dort, an der Uni, hatte sie auch ihren Ehemann kennen gelernt.<br />
“Das war meine erste große Liebe”, sagte sie mir.<br />
“Schön.”<br />
“Mein erster Mann. Auf der Rückbank seines altes VW Käfers haben wir es zum ersten Mal getan”, fuhr sie fort.<br />
“Ich bin mir nicht sicher, ob ich das hören will,” sagte ich.<br />
“Wenn ich jetzt an das denke, wird mir ganz flau im Magen.”<br />
Ich konnte ihr Lächeln in der ganzen Dunkelheit erkennen.<br />
“Tat aber gar nicht weh.”<br />
“Freut mich.”<br />
“Er lag auf mir drauf und dann hat’s auch schon geflutscht.”<br />
“Warum liest du mir das vor?”, wollte ich wissen und ihr Lächeln wurde noch mal etwas breiter.<br />
“Na, du kannst es doch keinem mehr erzählen.”<br />
“Da hast du wohl recht.”<br />
Sie räusperte sich und feuchtete sich die Finger, um weiter zu blättern.<br />
“Das war vielleicht ein merkwürdiges Gefühl.”<br />
“Das glaub ich, aber jetzt reicht es wirklich.”<br />
“Es geht aber noch weiter.”<br />
“Verschwinde endlich, verdammt noch mal.”</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/friedhofstein_180hoch.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/08/friedhofstein_180hoch.jpg" alt="Friedhofstein" title="Friedhofstein" width="180" height="747" class="alignright size-full wp-image-1216" /></a>Mein Schrei hallte durch den ganzen Kasten und ließ die Erde darüber beben. Der Zorn eines untoten Mannes und seines toten Tagebuchs. Ich sollte vielleicht doch lieber was schreiben, bevor sich noch jemand anders hierher verirrt, der sich ebenfalls gezwungen fühlt, seine Vergangenheit indiskret vor mir auszubreiten. Jetzt wollte ich mal ein paar Worte loswerden. Ich wusste zwar noch nicht so richtig, wie ich anfangen sollte, aber wenn ich erstmal in Fahrt kam, dann würde sich vielleicht schon was brauchbares daraus ergeben. Wo sollte ich nur beginnen? Ich wurde geboren und ich bin bisher noch nicht gestorben, aber dennoch denken alle, ich wäre tot. Was für eine Überraschung es doch wäre, wenn ich es tatsächlich hier raus schaffte und ihnen wieder vor die Augen träte. Ich sehnte mich nach einigen Gesichtern und wünschte, ich könnte sie noch einmal sehen. Die Angst erreichte mich wieder und sie war wohl die beste Vorraussetzung, ein Tagebuch zu beginnen. So wie Antoine Roquentin. Ich bräuchte wahrscheinlich nur einen Sartre, der mir dabei half. Nein, das schaffe ich schon allein. Es war ja auch mein Leben und nicht Antoine’s. Der erste Satz würde sicherlich lauten: Ich weiß, dass ich hier nie mehr lebend rauskomme. Das war ein guter Anfang und ganz falsch war er auch nicht. Er war vielmehr absolut treffend, aber noch war die Angst zu groß, um diesem zweifellos zuzustimmen. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Hoffnung mehr hatte. Noch immer spielte ich mit dem Gedanken, dass dies alles nur ein schlimmer Alptraum war oder falls nicht, dass ich mich doch noch irgendwie befreien würde. Falsche Hoffnung ist wie geliehenes Geld. Ich machte es meiner Therapeutin gleich und verlor mich in der Nostalgie meines kurzen Lebens. Es gab wahrscheinlich mehr schlechtes als gutes zu berichten, aber ich kann nicht sagen, dass ich mit dem Gesamtergebnis unzufrieden war. Ich bereute nichts. Natürlich habe ich mich des Öfteren zum Affen gemacht, habe falsche Entscheidungen getroffen oder meine Zeit mit nutzlosen Dingen verschwendet, aber all das hat mich letztendlich auch zu dem gemacht, was ich nun war: ein Mann, der lebendig begraben wurde. Dennoch bereue ich nichts, denn es gab ja auch so viel Schönes dort oben, an dem ich teilgenommen hab. Ich ging in der Zeit zurück und sah all die Gesichter, die meinen Weg gekreuzt hatten. Wer waren sie? Was haben sie getan? Was haben sie mir angetan? Jetzt wünschte ich mir meine Therapeutin zurück. Liegen tat ich ja schon. </p>]]></content:encoded>
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		<title>Weg mit dem Hund</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2009 21:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
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		<category><![CDATA[trauernd]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben dem Komposthaufen kommt er zu liegen, nicht direkt daneben. Einen
Meter tief, das muss reichen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben dem Komposthaufen kommt er zu liegen, nicht direkt daneben. Einen Meter tief, das muss reichen für einen Hund. Schwerer Boden und kein guter Spaten. Mit der Schaufel kann er schlecht graben, die Erde bleibt haften, schmierige Placken, immer wieder muss er sie mit dem Fuß wegtreten. Ein Regenwurm kringelt sich unter ihm, durchstochen, munter.</p>
<p>Der übergroße Plastikbeutel ist von einem Möbelmarkt. Als er den Hund hineinschiebt, fällt ihm der Unterschrank für das Bad wieder ein, für Handtücher oder so, idiotischer Schrank. Die Werbung auf dem Beutel stört – Reklame passt nicht zu einem toten Hund. Er steht im Regen und beugt sich herunter. Unter der Folie fühlt er das Tier, das Fell. Egal, auch Plastik vergeht, dauert nur länger.</p>
<p>Im Schuppen waren mehr Spaten – rätselhaft, wo die Sachen hinkommen. Schon fast dunkel, er wischt den Schweiß von der Stirn weg, der sich dem Nieselregen vermischt hat. Ein unhandlicher Plastikbeutel, viel schwerer als er dachte. Vor dem Loch rutscht er aus, fällt auf die Knie. Der Hund landet mit einem dumpfen Aufprall unten. Wenigstens vernünftig liegen muss er, Handgriffe, mit denen er seinen Freund ausrichtet. Noch Blumen, irgendwelche, irgendwo ausgerissen. Er steht noch nicht wieder auf, hält die Blumen fest. Die Schrift auf dem Plastikbeutel ist deutlich zu lesen – aber die Blumen werden sie verdecken. Dafür wird er sorgen, dafür wird er sorgen. Er fährt sich mit der Hand über sein Gesicht, Erde verklebt seine Augen.</p>
<p>23.08.2009</p>]]></content:encoded>
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		<title>Sind Zombies literaturfähig?</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 08:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wirt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[grusel]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein österreichischer Literatur-Wettbewerb stellt Zombies in den Mittelpunkt. Hey, warum nicht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Night_of_the_Living_Dead?uselang=de"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1152" title="Night of the living Dead" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/zombies_nightofthelivingdead-250x250.jpg" alt="Night of the living Dead" width="250" height="250" /></a>Neulich schrieb ich in einem Nebensatz</strong> etwas wie <em>"fanden das so großartig, als hätte soeben Jesu Wiederkehr stattgefunden"</em>. Da ich mir inzwischen kaum noch selbst traue, was die Korrektheit solcher Wendungen angeht, prüfte ich das mal nach. Unter dem Eintrag "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Parusie" target="_blank">Parusie</a>" findet sich bei Wikipedia neben der Erklärung "<em>In der christlichen Theologie bezeichnet Parusie ... die erwartete <strong>Wiederkunft Jesu Christi</strong> am Jüngsten Tag"</em> auch folgender Hinweis:</p>
<blockquote><p><strong>"Bedeutung: Nach christlicher Auffassung werden dann alle Toten auferstehen."</strong></p></blockquote>
<p><strong>Was das nun aber konkret bedeute,</strong> darüber bestehe ein relativ breites Meinungsspektrum im Christentum, heißt es in Wikipedia weiter. Wer in seiner <strong>sündigen Jugend</strong> den einen oder andere Zombie-Streifen im Rahmen eines Chips-und-Bacardi-Videoabends mit seinen Kumpels gesehen hat, weiß hingegen sofort, was gemeint ist: <em>Sie kommen, um uns zu holen.</em></p>
<p><strong>Zombies sind so eine Sache</strong>. Die meisten halten sie für ein Stück <strong>Schundkultur</strong>. Und doch ist die Mutter aller Zombie-Filme, der inzwischen gemeinfreie '<em>Die Nacht der lebenden Toten' (<a href="http://www.archive.org/details/night_of_the_living_dead" target="_blank">Night of the Living Dead</a>)</em> Teil der Filmsammlung des Museum of <a href="http://www.moma.org/" target="_blank">Modern Art</a>. Und Genre-Kenner werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die besseren Filme stets eine Bedeutung haben, die über den handlungslastigen Existenzkampf der Protagonisten hinausreicht: Militärs, die sich unverhältnismäßig verhalten; Wissenschaft, die Grenzen übertritt; oder Gesellschaftskritik wie bei den Untoten aus '<em>Zombies im Kaufhaus' (<a href="http://www.imdb.com/title/tt0077402/" target="_blank">Dawn of the Dead</a></em><em>)</em>, die äußerlich kaum von normalen Shoppenden - uns <em>Konsum-Zombies</em> - zu unterscheiden sind.</p>
<p><strong>Der langen Rede kurzer Sinn</strong>: Das österreichische <strong>Popkultur-Magazin </strong><a href="http://www.evolver.at/" target="_blank"><strong>EVOLVER</strong></a> startet unter dem Titel <a href="http://www.evolver.at/stories/EVOLVER_Literaturwettbewerb_05_09/" target="_blank">You´re coming to get us!</a> einen <a href="http://www.evolver.at/stories/EVOLVER_Literaturwettbewerb_05_09/" target="_blank"><strong>Zombie-Literaturwettbewerb</strong></a>. Dessen Jury gehört auch euer geliebter Kaschemmenwirt an, denn es geht um Zombie-<strong>Literatur</strong>. Und das ist verlangt:</p>
<blockquote><p>"Eine Zombie-Geschichte. Eine, die Hand und Fuß hat (mögen die auch noch so verwest sein). Vielleicht sogar eine, die sich in heimischen Gefilden abspielt."</p></blockquote>
<p>Eben. Es muß ja nicht immer Amerika sein. Genaueres <a href="http://www.evolver.at/stories/EVOLVER_Literaturwettbewerb_05_09/" target="_blank">hier</a>. Also nichts wie hin!</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/evolver_zombie_literatur_wettbewerb.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1151" title="evolver.at - Zombie-Literaturwettbewerb" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/evolver_zombie_literatur_wettbewerb.jpg" alt="evolver.at - Zombie-Literaturwettbewerb" width="580" height="361" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nicht heute, heute noch nicht</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/06/nicht-heute-heute-noch-nicht/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 22:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stirnulator</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[vater]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht wurde die Ehe vollzogen, das war früher noch üblich, möglicherweise gegen den Willen deiner Mutter, auch das war nicht selten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dein Leben begann irgendwann und entweder bist du dann schon 9 Monate lang jemandem ein Dorn im Auge gewesen oder man hat sich auf dich gefreut, und es sind durchaus Fälle bekannt, wo letzteres der Fall war.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/blumen_350px.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1091" title="blumen_350px" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/blumen_350px-250x250.jpg" alt="blumen_350px" width="250" height="250" /></a>So oder so gab es Diskussionen wegen dir, schon bei der Herstellung. Vielleicht wurde die Ehe vollzogen, das war früher noch üblich, möglicherweise gegen den Willen deiner Mutter, auch das war nicht selten. Vielleicht aber schien der Mond auf eine Stelle im Wald, oder die Sonne auf die Decke mit dem leeren Picknickkorb in der Wiese aus plattgedrückten Blumen. Auf der ein Paar sich liebte, und einer von beiden hatte Senf am Knie und sie mussten irgendwann lachen deswegen, ja selbst das ist nicht unmöglich, und die Diskussionen kamen dann erst später.</p>
<p>Vielleicht war dein Vater Alkoholiker und hat gar nicht mitbekommen, wie er seine Nudel in deine Mutter hineinsteckte und abspritzte, dumpfgesoffen, vielleicht war er aber auch tapferer Jagdflieger und zärtlich und voller Liebe und Respekt. Deine Mutter hat vielleicht wegen dir das Rauchen aufgehört und auch weniger Racke Rauchzart getrunken. Vielleicht auch nicht, und vielleicht wurde dann viel darüber diskutiert. Und über die Babywäsche. Ob du, wie dein Vater, ein Mann werden würdest, oder, wie deine Mutter, eine Frau. Denn das ist von Anfang an klar: Für das Grau dazwischen ist in der Welt von Rosa und Blau kein Platz.</p>
<p>Vielleicht hat ein Patenonkel für dich ein Sparkonto eingerichtet. Vielleicht hat dein Vater mehr gekegelt als sonst, vielleicht hat er eine Super8-Kamera auf den Bauch Deiner Mami gehalten oder sein Ohr.</p>
<p>Vielleicht. Du jedenfalls weißt davon nichts. Vieleicht war es eine tolle Zeit, mit sanften Lichttönen und tiefen Lauten. Vielleicht hast du nur im Fruchtwasser gelegen und gehofft, dass man dich nicht abtreibt, nicht heute, heute noch nicht.</p>]]></content:encoded>
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