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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; TV</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Freunde, von denen man spricht</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 22:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Zeitgeist arbeitet: als Federhalter oder Finderlöhner, als Lückenbüßer oder Zeitzerstreuer. Der Zeitgeiz zerhackt den Tag in immer kleinere Teile, bis zur Unkenntlichkeit, bis nichts mehr von ihm übrigbleibt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><strong>I. Der Zeitgeist</strong></p>
<p>Wohin ich auch blicke, an wen ich mich auch wende: Spießer, jung und alt, groß und klein, Bauchbürger und die, die es werden wollen. Und mitten unter ihnen der Zeitgeist, ein kleiner Geist in großem Körper, mit verfettetem, nahezu erstarrtem Mienenspiel. Dieser Herr schert sich um nichts, er überläßt sich und sein Schicksal anderen, unbekannten Mächten, die „schalten und walten, wie sie wollen“, wie er sagt.</p>
<p>Der Zeitgeist arbeitet: als Federhalter oder Finderlöhner, als Lückenbüßer oder Zeitzerstreuer. Er arbeitet, um einzukaufen. Während seiner Freizeit findet er sich in Kramgewölben wieder, in Zeitschriften und Katalogen. Oder er macht Urlaub, zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. Kein Land, kein Erdteil, in dem er nicht auf Liegen liegt, auf Plastikliegen am Strand, verwöhnt und verhätschelt, von Zäunen und Sicherheitspersonal abgeschirmt – alles im Preis inbegriffen - abgeschirmt von Einheimischen, die vor den Zäunen verhungern und verdursten.<br />
Der Zeitgeist sieht das Elend anderer nicht. Alle seine Sinne sind auf ihn selbst gerichtet. Die anderen werden zusammen mit der Vergangenheit in die Verließe des Vergessens geworfen, immer und immer wieder, so oft sie auch ausbrechen sollten.</p>
<p>Der Zeitgeist hat mindestens ein Auto, das größte und schnellste im Kollegen- und Bekanntenkreis, trotz ständig steigender Preise, trotz allem. Mit dem Auto fährt er überallhin: zum Bäcker, zur Arbeit und in den Park, wo sich „Hansi“ oder „Hector“, sein Hund, an Enten und Langläufern austobt. Der Kampfhund ist sein bester, sein einziger Freund, denn der Zeitgeist lebt allein. Er hat keine Freunde, nur Bekannte, keine Frau, keine Kinder. „Frauen und Kinder kosten Nerven, Zeit und Geld. Sie kosten die Freiheit“, sagt der Zeitgeist.<br />
Abends, wenn er müde von der Arbeit kommt, in seine leere, weiß geleckte Wohnung, dann raucht der Zeitgeist eine Zigarette. Er raucht auf dem Balkon, er raucht bei Wind und Wetter, damit die Wände seiner leeren, weiß geleckten Wohnung keinen Schaden nehmen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>II. Der Zeitgeiz</strong></p>
<p>Er ist der kleine große Bruder des Zeitgeists, ein dürrer, abgehetzter Vogel mit fliehendem Blick. Der Zeitgeiz ist der König der Sparkünstler. Er schlägt Menschen und Zeiten in die Flucht - ganze Erdteile und Epochen - in eine fortdauernde Flucht vor dem Leben, vor sich selbst, er jagt sie vor sich her wie gehetztes Wild, wie Schlachtvieh, von Termin zu Termin, von Fluchtpunkt zu Fluchtpunkt. Kein Anhalten, kein Aufatmen. „Nur nicht stillstehen!“ heißt die Devise des Daseins, wer stehenbleibt, hat verloren.</p>
<p>Der Zeitgeiz zerhackt den Tag in immer kleinere Teile, bis zur Unkenntlichkeit, bis nichts mehr von ihm übrigbleibt. „Wie heißt meine Frau noch, und wie sieht sie eigentlich aus?“ heißt es dann. „Wie viele Kinder habe ich? In welche Klasse gehen sie?“ Selbst der Urlaub wird nicht mehr wahrgenommen, der Kurzurlaub auf Mars und Mond. Ein Tag wie der andere, Jahre und Jahrzehnte auf der Überholspur. Und plötzlich spielt das Leben einen Streich, plötzlich zieht es einem einen Strich durch die Rechnung: wenn sich Krankheiten melden, wenn das Rentenalter, der Ruhestand winkt, wenn der Tod plötzlich auftaucht. Dann zeigt der Zeitgeiz sein wahres Gesicht: das eines aufgeplusterten, falschen Vogels, eines Wichtigtuers und Hochstaplers, der einen um die besten Jahre, wenn nicht ums Leben gebracht hat.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Ausgeträumt</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 22:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susann Klossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich stell es mir furchtbar vor / So ein Künstlerleben / Immer auf Tour / In fremden Käffern herumtingeln / Aufwachen mit schalem Geschmack im Mund / In geschmacklosen Mittelklassehotels]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stell es mir furchtbar vor<a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/hotezimmer_200hoch.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/05/hotezimmer_200hoch.jpg" alt="Geschmackloses Mitteklassehotel (Foto:aw)" title="Geschmackloses Mitteklassehotel (Foto:aw)" width="200" height="583" class="alignright size-full wp-image-1136" /></a><br />
So ein Künstlerleben<br />
Immer auf Tour<br />
In fremden Käffern herumtingeln<br />
Aufwachen mit schalem Geschmack im Mund<br />
In geschmacklosen Mittelklassehotels<br />
Nicht genau wissen<br />
In welcher Galaxie man gerade herumwabert<br />
An schlecht bezahlten TV-Serien schreiben<br />
Auf Autobahnen zwischen Hier und Dort<br />
Und wenn’s einem schlecht wird<br />
Nicht genau wissen<br />
Ist jetzt der Text oder der Fahrstil Schuld<br />
Abends auf der Bühne<br />
Das Highlight des Tages<br />
Die Rampensau raushängen<br />
Wissen wofür man lebt<br />
Sich kurz im Ruhm sonnen<br />
Wissen wofür man blutet<br />
Doch dann fällt er wieder<br />
Viel zu früh<br />
Der Vorhang<br />
Manchmal trifft man auf Frauen<br />
Verfängt sich in ihren Klauen<br />
Das ist manchmal schön<br />
Meistens aber nur anstrengend<br />
Dann sitzt man an Tischen<br />
Mit fremden Leuten<br />
Die meinen sie hätten Anspruch auf dich<br />
Die Unterhaltung nach der Unterhaltung erwarten<br />
Und wenn du dann müde und wortkarg<br />
Auf dem Stuhl sitzt und gähnend am Rotwein nippst<br />
Sagen sie: Den hab ich mir aber auch amüsanter vorgestellt<br />
Und dann liegst du allein im Hotelbett<br />
Und hast nicht mal mehr die Kraft<br />
Zu onanieren<br />
Was auch nicht weiter tragisch ist<br />
Weil Lust dazu hast du auch nicht wirklich<br />
Und am Sonntag willst du den Bus nehmen<br />
Abstand von der Truppe<br />
Die dir langsam auf den Sack geht<br />
Mal wieder nach Hause fahren<br />
Die Kinder und die Frauen durchzählen<br />
Und dann steht an der Haltestelle<br />
Auf der LED-Anzeige ‚Momentan von hier keine Abfahrt geplant‘<br />
Früher träumte ich auch<br />
Von so einem Leben<br />
Heute halte ich mich lieber<br />
In der Nähe von Vögeln auf<br />
Als dummdreist vom Fliegen zu träumen</p>]]></content:encoded>
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		<title>Lilie in der Hand</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/02/lilie-in-der-hand/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 16:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>spule</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Hank Saddler, Sheriff von Fartville County, sagte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Schon mal drüber nachgedacht, wie du mit ner weissen Lilie in der Hand aussiehst?</p></blockquote>
<p>Hank Saddler, Sheriff, Fartville County</p>]]></content:encoded>
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		<title>Rettung der Nation</title>
		<link>http://kaschemme.de/2009/01/rettung-der-nation/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 11:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plan]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[absurd]]></category>
		<category><![CDATA[künstler]]></category>
		<category><![CDATA[menschlich]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem Dr. Johann Fausten unsere Bitte zur Zusammenarbeit schon an den Grenzen seiner Gehirngruft abgewiesen hatte, schickte uns sein Famulus 'Magister Wagners Zehnpunkteprogramm zur Rettung der Nation'.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right; "><em> Nachdem Dr. Johann Fausten unsere Bitte zur Zusammenarbeit schon an den Grenzen seiner Gehirngruft abgewiesen hatte, schickte uns sein Famulus folgendes Papier:</em></p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/nation_258x75.gif"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-988" title="nation_258x75" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/nation_258x75-250x75.gif" alt="nation_258x75" width="250" height="75" /></a><strong>Magister Wagners Zehnpunkteprogramm zur Rettung der Nation</strong></p>
<p><strong>I. 	Arbeitsmarktreformen:</strong></p>
<ul>
<li><span style="line-height: 12px; ">Staatsstrolche (sog. Beamte und Angestellte) sind <span style="line-height: 12px; ">ins Zuvieldienstverhältnis zu versetzen</span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; ">Tagessatz: 1 Ditscher sowie ein Verzehr- und ein Getränkebon</span></span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; ">sofortige Rückkehr zur Hundertstundenarbeitswoche, <span style="line-height: 12px; ">in schweren Ketten, bei Wasser und Brot</span></span></span></span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; ">Öffentlichkeitsarbeit mit Slogans wie <span style="line-height: 12px; ">„Kinderarbeit für das Kapital!“ oder <span style="line-height: 12px; ">„Armut kann soooo schön sein“; </span></span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; ">Herausgabe von Leidfäden mit den Titeln: <span style="line-height: 12px; ">„Abnehmen im Billigstlohnbereich“ oder <span style="line-height: 12px; ">„Strickmuster für Hungerkünstler“</span></span></span></span></span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; ">Kündigung per Genickschuß</span></li>
<li><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; ">Arbeitslose zu Pflugscharen, zu Helmen, zu Häusern!<br />
<span style="line-height: 12px; ">Formt menschliche Mauersteine, Dachpfannen, <span style="line-height: 12px; ">Tische, Stühle, Fernseher etc.!</span></span></span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; ">Arbeitslose ins Arbeitslager!<br />
<span style="line-height: 12px; ">Zu diesem Zweck Reaktivierung bereits vorhandener <span style="line-height: 12px; ">Konzentrationslager<br />
<span style="line-height: 12px; ">Beschäftigungsvorschläge:<br />
<span style="line-height: 12px; ">Straßenbau, Flußbegradigungen, Rüstungsindustrie etc.<br />
<span style="line-height: 12px; ">ohne Werkzeuge und Maschinen</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></li>
<li><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; "><span style="line-height: 12px; ">Nebeneffekt:<br />
<span style="line-height: 12px; ">Teutonenfolklore für Touristen; gegen Entgelt Appellfolter <span style="line-height: 12px; ">und Hinrichtungen</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></li>
</ul>
<p><strong>II. 	Gesundheitsreform</strong></p>
<ul>
<li><span style="line-height: 12px;">Schließt sämtliche Siechenhäuser!</span></li>
<li><span style="line-height: 12px;">Laßt Sterbeziffern die Bevölkerungspyramide zurechtdrücken!</span></li>
</ul>
<p><strong>III. 	Verkehrsreform</strong></p>
<ol>
<li><span style="line-height: 12px;">Noch mehr Autos, noch mehr Staus, noch mehr Straßen!</span></li>
</ol>
<p><strong>IV. 	Staatszielreform</strong></p>
<ul>
<li><span style="line-height: 12px;">Kanonen statt Butter</span></li>
</ul>
<p><strong>V. 	Reform der Außenpolitik</strong></p>
<ul>
<li><span style="line-height: 12px;">Krieg, Krieg und nochmals Krieg!!!</span></li>
</ul>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/nationalplan_350px.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/nationalplan_350px.jpg" alt="nationalplan_350px" title="nationalplan_350px" width="350" height="250" class="aligncenter size-full wp-image-858" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sail away</title>
		<link>http://kaschemme.de/2007/01/sail-away/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 16:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daudieck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
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		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sherryflecken fressen sich ins Polster, Schmieröl vom Discounter für die schlappe Orgie. Canderelsüß wird hingelächelt, noch Haftcreme für den Zungenkuss, doch die Spucke schmeckt salzig und nach Fusel – zu schlundig, lässt den Kehlkopf schickern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fliegender Holländer, Klabautermann, Shanty-Schmus: Her damit, nehmen wir. Auf zum Schlüpfersturm beim Kaffee-Segeln hart am lauen Wind. Mündung, lockt uns die See, das Meer, unendlich bis zum nächsten Bohrturm. Nimmt der Wind die Sehnsucht mit, bläst uns einen, treibt Liebeslügen in die Wellentäler, verweht die Romanzen ins Blaue. Alles weg wischt der glasreine Tag, wichst uns souverän die Blicke blank. Da drängen Edelstahlgefühle frischwärts auf den Ozean, wo sich die Herzen an ihnen verkühlen. Wärme nur unter Deck, vibrationsarm, kleines Wohlgefühl per Thermostat.</p>
<p>Überraschend Wetterunbilden: Böen pfeifen uns ins Gesicht, verklammen die Stirn. Kein Horizont mehr, der Ausblick verschliert. Nässe drückt unter den Friesennerz, dafür das Leben schranktrocken im Schapp, abgewickelt und weichgespült neben den Mottenkugeln mit Odeur. Die Sherryflecken fressen sich ins Polster, Schmieröl vom Discounter für die schlappe Orgie. Canderelsüß wird hingelächelt, noch Haftcreme für den Zungenkuss, doch die Spucke schmeckt salzig und nach Fusel – zu schlundig, lässt den Kehlkopf schickern.</p>
<p>Es brist weiter auf. Lage schieben, presst ungeahnte Kräfte in die Glieder, zaubert Entschlossenheit in die verfalteten Visagen auf dem Luvbord. Naturgewalt, vergessen die Fußpflege und die große Hafenrundfahrt beim Urologen: Alle werden Wikinger in einem Drachenboot, Seeleute, blutrünstige Haudegen mit Blutverdünnern im Necessaire. Die Bierflaschen in den Fäusten verwandeln sich Schluck für Schluck zu Streitäxten. Wahrschau für die Wende – Baum kommt! Der Skipper leichenblass, träumt vom Motoren</p>]]></content:encoded>
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		<title>Moderator</title>
		<link>http://kaschemme.de/2006/03/moderator/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Mar 2006 20:43:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Rüdig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[humoristisch]]></category>
		<category><![CDATA[müll]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Moderator! Viel Quatsch redete er, zuviel Quatsch für seinen Geschmack. Da, schon wieder ein solcher verbaler Ausrutscher. Wo ist das Gewehr?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Traurig blickte er zum Goldfisch hinüber. Das Fernsehprogramm war aber auch zu entsetzlich. Eine Fernsehshow schien noch die beste Alternative zu sein. Doch dieser Moderator! Viel Quatsch redete er, zuviel Quatsch für seinen Geschmack. Da, schon wieder ein solcher verbaler Ausrutscher. Wo ist das Gewehr? Ein schneller Schuß, der Fernseher ist explodiert, das Problem ist gelöst.</p>
<p>Kommissar Müller-Zufall war ratlos. Der Moderator war tot: Getötet durch einen gezielten Schuß ins Herz, mitten auf der Bühne, mitten in der Sendung. Doch die Kameraaufnahmen hatten es bewiesen, dass keiner der Zuschauer eine Waffe in der Hand gehabt hatte, als der Schuß fiel. Ein Schuß aus dem Nichts? Das gibt es nur in Kitschromanen. Ein handfester Mörder muß gefunden werden.</p>
<p>Was steht da in der Zeitung? Der unbeliebte Moderator erschossen, ohne dass der Mörder gefunden wurde? Lächelnd legte er die Zeitung nieder. Rache ist süß, sie ist gelungen. Auf dass der Mörder nie gefunden werde.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Raumzeitreise Zeitraumreise</title>
		<link>http://kaschemme.de/2004/10/raumzeitreise-zeitraumreise/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Oct 2004 20:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Xenia.Diaz.Orejarena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[erinnern]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[office]]></category>
		<category><![CDATA[träumend]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Deine Taste liegt schräg über meiner Taste]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deine Taste liegt schräg über meiner Taste. Selbstvergessen masochistisch dröhne ich mir immer wieder die Songs, die wir zusammen gehört haben, in die Ohren, bis zum absoluten Sternhagelschmerz im nervenblitzdurchzuckten Hirn. Alle Energien konzentrieren sich dort, um mein virtuelles Universum leben zu lassen, denn manchmal kann ich nur dort überleben.</p>
<p>Müde sitze ich auf meinem Drehstuhl und meine Augen starren durch den Bildschirm ins Nichts.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Mein eigenes Tagebuch</title>
		<link>http://kaschemme.de/2004/10/mein-eigenes-tagebuch/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2004 12:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[dekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>

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		<description><![CDATA[Eins
Joseph Pillermann ist zeitlebens ein komischer Vogel gewesen, der seine genialen Gedanken aus Überzeugung nur auf nackter Haut hinterließ. So drang er oftmals in öffentliche Bäder ein, kramte umständlich die Brust einer beliebigen Schwimmerin hervor und notierte ein paar kurze Sätze darauf, bis er sich regelmäßig mit dem Thema der Einwandbehandlung herumschlagen mußte.
Zwei
Ich gebe hiermit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eins</p>
<p>Joseph Pillermann ist zeitlebens ein komischer Vogel gewesen, der seine genialen Gedanken aus Überzeugung nur auf nackter Haut hinterließ. So drang er oftmals in öffentliche Bäder ein, kramte umständlich die Brust einer beliebigen Schwimmerin hervor und notierte ein paar kurze Sätze darauf, bis er sich regelmäßig mit dem Thema der Einwandbehandlung herumschlagen mußte.</p>
<p>Zwei</p>
<p>Ich gebe hiermit zur Kenntnis, daß ich es nach all meinem Engagement zutiefst bedauere, daß sich bisher kein einziger Mensch über den tieferen Sinn des Begriffs der "doppelläufigen Hündin" Gedanken gemacht hat. Ich erwäge ernsthaft, einer ganzen Reihe von zufällig ausgewählten Leuten pure Ignoranz zu unterstellen.</p>
<p>Drei</p>
<p>Die Menschheit wird eines Tages, das ist zumindest meine Hofffnung, eine Rakete zum Sternbild "Angina Pectoris" schicken, die lediglich ein Blatt enthält auf dem "Ich bin ein unbeschriebenes Blatt!" steht. Ich denke, das wird einigen Berufsbetroffenen da oben ganz schön zu denken geben.</p>
<p>Vier</p>
<p>Dem Umstand, daß ich es für wichtiger hielt, inmitten des gestrigen Meetings mein linkes Knie zu streicheln, ist zuzurechnen, daß ich dem Verlauf eines offenkundig wichtigen Vortrages nicht folgen konnte, der sich inhaltlich um Probleme bei der Erringung von Aufmerksamkeit drehte.</p>
<p>Fünf</p>
<p>Ich möchte ein Theaterstück schreiben: Ein Mann öffnet ein technisches Gerät und findet verwirrte Drähte vor. Danach tritt er in die Hinterlassenschaft eines Hundes. Mit fehlt nur noch der Zusammenhang.</p>
<p>Sechs</p>
<p>Nach einer Reihe von Selbstversuchen komme ich zu dem Schuß, daß es physikalisch scheinbar tatsächlich unmöglich ist, daß zwei Dinge den gleichen Raum zur selben Zeit einnehmen können. Ich versuche seit Monaten eine bestimmte Frau zu einem Rendevouz mit mir zu bewegen, aber sie weicht mir aus. Möglicherweise kommt hier ein Abstoßungsgesetz zum Tragen, für das, anders als beim Magnetismus, falsches Rasierwasser die Ursache sein könnte.</p>
<p>Sieben</p>
<p>Seit einem beschämenden Vorfall, den ich heute Morgen in einer Warteschlange erlebte, weiß ich nun sicher, daß wir alle Akteure im Traum eines schlafenden Gottes sind, dessen Lieblingssendung "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten" ist.</p>
<p>Acht</p>
<p>Ein Philosoph ist neulich gestorben, dessen Spezialität die Dekonstruktion der Sprache war. Ich dagegen werde sterben, ohne jemals ein Semikolon verwendet zu haben.</p>
<p>Neun</p>
<p>Meinen Plan, ein Liebesgedicht zu schreiben, ist endgültig gescheitert. Nach "Du warst sehr geschickt von Amor und hast mein Herz abgebrochen ..." bog sich das Auditorium vor Lachen. Ich gebe heute nach langem Schweigen endlich öffentlich zu, daß diese Reaktion seinerzeit beabsichtigt war, entband es mich doch dauerhaft von der Pflicht, mich mit Lyrik auseinander setzen zu müssen.</p>
<p>Zehn</p>
<p>Eines meiner Lieblingspostulate ist die Heisenbergsche Unschärferelation, die sich mit der Bewegung und der Position von Objekten beschäftigt. Dabei besagt sie nichts weiter, als daß eine physikalische Manifestation, sagen wir mal ein Paar schöne Schuhe, nach dem Ausscheidungsprinzip entweder zu teuer oder vergriffen ist.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Tatort Kairo: Mord an den Pyramiden</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2004 10:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirt Diggin Dog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Starke-Frauen-Krimis]]></category>
		<category><![CDATA[terror]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommissarin Imho wirft im Spiegel einen letzten zufriedenen Blick auf ihr edel geschnittenes, milchkaffeebraunes Profil. Zwei geübte Striche mit dem bordeauxfarbenen Lippenstift, ein dritter tastend über den Schreibtisch. Sie findet endlich das Telefon unter dem Pappteller, der beweist, dass angebrannte Kichererbsen zur Reinkarnation nicht fähig sind. Die Leiterin des Kommissariats leitet ein, was sie einleiten muss]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">Der 6. Krimi für starke Frauen</p>
<p>Kommissarin Imho wäscht sich die Hände und restauriert sich das Gesicht. Die Melonenscheibe hatte ihr von Ohr zu Ohr gereicht. Sie muss sich jeden Tag von Neuem durchbeißen, Kommissare mit einer solchen Oberweite hat es in Kairo bisher nicht gegeben.</p>
<p>"Mord an den Pyramiden!" schreit ihr Kollege Abd El Toth, noch ehe er die Tür ganz aufgerissen hat.</p>
<p>Imho, sich ein Stück Wassermelone aus dem rechten Ohrring pulend, verpasst ihren Kollegen. Als Ausrufezeichen hat er die Tür wieder zugeschlagen, aber aus dem Nebenbüro klingt es noch einmal:</p>
<p>"Mord an den Pyramiden!"</p>
<p>Kommissarin Imho wirft im Spiegel einen letzten zufriedenen Blick auf ihr edel geschnittenes, milchkaffeebraunes Profil. Zwei geübte Striche mit dem bordeauxfarbenen Lippenstift, ein dritter tastend über den Schreibtisch. Sie findet endlich das Telefon unter dem Pappteller, der beweist, dass angebrannte Kichererbsen zur Reinkarnation nicht fähig sind.</p>
<p>Die Leiterin des Kommissariats leitet ein, was sie einleiten muss. Der Fremdenverkehrsminister, der Innenminister, der Polizeipräsident, NSA und CIA, dazu die großbuchstabige Analphabetenzeitung aus Germania.</p>
<p>Noch während sich das Gespräch durch die Leitung quält, stopft Imho die Dienstwaffe ins Halfter und die Ohrclips dazu. Jetzt reißt die Kommissarin die Tür auf und überrascht Kollegen Abd El Toth beim Nassrasieren.</p>
<p>"Aber ich muss doch noch...!" stammelt er hilflos, greift jedoch gehorsam zu Waffe und Fliege. Den Abendanzug trägt er bereits.</p>
<p>"Abmarsch!" schreit Imho, stürzt zum Jeep und setzt sich mit einem schwer bewaffneten Antiterror-Kommando in Richtung Wüste in Bewegung.</p>
<p>"Wollen Sie die alle mitnehmen?" stammelt Abd El Toth, dem es schwer fällt, auf dem rüttelnden Beifahrersitz die Fliege zu binden.</p>
<p>"Wenn es nach mir ginge," schnauzt Imho, "hätte ich die halbe Armee dabei!"</p>
<p>"Da wird er sich aber freuen..." murmelt der Kollege betreten.</p>
<p>Kommissarin Imho streicht ihren blutroten Seidenrock glatt und setzt ein Kopftuch auf. Für alle Fälle. Man weiß ja nie.</p>
<p>"Wer sich zuletzt freut, freut sich am längsten," orakelt sie.</p>
<p>"... schon gelesen?" druckst Abd El Toth. Seine Vorgesetzte gibt sich keine Blöße. Sie liest nie Berichte, sie lässt sich Berichte berichten. Dazu sei ein Bericht da, sagt sie. Er wird von ihrer kleinen Leseschwäche auch diesmal nichts erfahren. Ihre Augen verschleiern sich, sanft legt sie ihre Hand auf die makellos gekämmte Mako-Baumwolle seines Anzugärmels.</p>
<p>"Lieber Toth, einfach wunderbar. Perfekt! Alles drin, und dann dieser Stil!"</p>
<p>"Ja, der Stil..." flüstert er ebenso hingerissen.</p>
<p>Sie fahren langsamer, pirschen sich in fächerförmiger Formation durch die Wüste. Hinter der nächsten Kurve werden sie die Pyramiden erreicht haben. Im Abendhimmel spielen gelbe und osirisgrüne Laser.</p>
<p>"Laserkanonen!" schreit Imho und legt jetzt auch die Brillianten ab. "Anhalten!" befiehlt sie.</p>
<p>Vorne am Durchlass steht der Polizeipräsident. Im Abendanzug mit einem zerknautschten Amerikaner in Trenchcoat und Sonnenbrille.</p>
<p>"Haben Sie sie dabei?" fragt der Polizeipräsident lächelnd.</p>
<p>"Aber ja!" ruft Kommissarin Imho, bereits auf dem Sprung in einen Graben.</p>
<p>"Angriff! Jetzt!" murmelt sie in ihr Funkgerät.</p>
<p>Warum bewegt sich Toth nicht? Was macht er so lange beim Polizeipräsidenten?</p>
<p>"Die Einladung...!" ruft der verzweifelt, als die ersten Granaten und Rauchbomben detonieren.</p>
<p>Der Weg ist schnell frei gesprengt. Die unwahrscheinlich große Anzahl von Geiseln in Abendrobe flieht in Panik; der Täter, der sich vergeblich auf der Bühne mit einem Buch zu tarnen versucht, wird im Tumult erschossen.</p>
<p>Kommissarin Imho greift nach dem blutverschmierten Beweismittel und entziffert den Titel: Mord an den Pyramiden - von Christian Agathy.</p>
<p>"So eine Geschmacklosigkeit!" brüllt sie der Leiche ins zerschossene Gesicht. "Terrorist! Menschenschinder! Lügner!"</p>
<p>Im kühler werdenden Abendwind löst sie ihr Kopftuch und wirft es angeekelt auf den Brei, der dort liegt, wo andere Menschen Augen und Schädeldecke haben. Dann zieht sie ihre Lippen in Bordeauxrot nach, steht auf und geht. Sie dreht sich noch einmal um, streicht ihren blutroten Seidenrock glatt und sagt zu ihrem Kopftuch: "Jetzt weißt du, wie man mit Menschenfängern umgeht."</p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommissar Bredenbeck pfeift</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2004 22:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>onkelhoste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Bredenbeck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommissar Bredenbeck saß an seinem nußbaumfarbenen Schreibtisch und wippte nervös wippend mit dem Oberkörper vor und zurück, unfähig, auch nur einen einzigen Gedanken beim Schopfe zu packen. Ein fahles Licht kegelte aus einer von vielen Jahren gebeugten Schirmlampe auf eine kleine transparente Plastiktüte, in der sich ein Etwas befand. Sein unwohler Assistent Günzel trat verlegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommissar Bredenbeck saß an seinem nußbaumfarbenen Schreibtisch und wippte nervös wippend mit dem Oberkörper vor und zurück, unfähig, auch nur einen einzigen Gedanken beim Schopfe zu packen. Ein fahles Licht kegelte aus einer von vielen Jahren gebeugten Schirmlampe auf eine kleine transparente Plastiktüte, in der sich ein <em>Etwas</em> befand. Sein unwohler Assistent Günzel trat verlegen mit einem Bein auf dem Anderen herum. Der Kommissar sah zu ihm auf, seine Augen genretypisch zu schmalen Schlitzen verengt.</p>
<p>"Was sagen sie dazu, Günzel?", fragte er.</p>
<p>Günzel zuckte zusammen. Er hasste es, Günzel genannt zu werden. Andererseits war genau das sein Name. Bredenbeck wusste das, hatte ihn aber nie nach seinem Vornamen gefragt. Er hasste auch die Frage <em>"Was sagen sie dazu, Günzel?"</em>. Auch das war Bredenbeck durchaus bewusst. Beide Tatsachen spielte der Kommissar geschickt aus. Alle Abneigungen, in einem kurzem Satz zum Ausdruck gebracht, spiegelte das Verhältnis beider Männer zueinander wieder.</p>
<p>"Weiß nicht, Chef!", parierte Günzel.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-275" title="kommissar_bredenbeck_faustgeballt" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/kommissar_bredenbeck_faustgeballt.jpg" alt="kommissar_bredenbeck_faustgeballt" width="150" height="189" />Jetzt war es an dem alten Kommissar, die Fäuste unter dem Tisch zu Ballen zu formen. War Günzels Unwissenheit gespielt? Wusste er doch etwas? Hatte er ihm all die Jahre etwas verheimlicht? Bredenbeck hasste die Antwort <em>"Weiß nicht, Chef!"</em> und Günzel wusste das. Bredenbeck wusste, dass Günzel es wusste und hasste ihn dafür umso mehr. Dafür wiederum hasste ihn Günzel, der wiederum ... Drei Punkte und ein verdammter Teufelskreis.</p>
<p>"Wir haben hier ein Motiv!", keuchte Bredenbeck und wies mit der Spitze eines Bleistifts angewidert auf den Inhalt der Plastiktüte. Günzel hielt es für besser, den Unwissenden zu spielen.</p>
<p>"Das ist gut!", konstatierte er wie <em>vielleicht ein dummer Schuljunge</em>.</p>
<p>Bredenbeck biss sich auf die Lippe. War sein Assistent <em>vielleicht ein dummer Schuljunge</em>? Mein Gott, wie viele Jahre hält meine Lippe das noch durch? Und: Muss ich erst eine Untersuchung einleiten, um zu erfahren, wie Günzel mit Vornamen heißt? Er beschloss, ihm eine Falle zu stellen.</p>
<p>"Und?", fragte er süffisant, "fehlt uns vielleicht was?"</p>
<p>Günzel gab seinem Impuls, einen billigen Witz zu reißen, nicht nach, obwohl er einen Guten parat hatte. Er wusste, dass Bredenbeck das erwarten würde und allein deswegen durfte er jetzt keinen Fehler machen.</p>
<p>Der Kommissar starrte ihn an, wie ein wildes, gieriges Tier. <em>Sag es!</em>, zischte seine innere Stimme. <em>Antworte mit: "Ja, Herr Doktor, ich habe hier auf der linken Seite so ein Stechen!". SAG ES ENDLICH!</em></p>
<p>"Die <em>Tat</em> fehlt!", sagte Günzel unvermittelt. Die Leser jedenfalls hatten nicht damit gerechnet.</p>
<p>Bredenbeck wich entsetzt zurück. <em>Günzel weiß mehr, als ich ahnte!</em>, durchfuhr es ihn in mit atemlosen Schrecken. Er musste einen Informanten haben. Ein entsetzlicher Gedanke. Bredenbeck ertappte sich dabei, nicht zu wissen, was genau der Gedanke bedeutete. Er hatte nicht vor, das jemanden zu erzählen. Die Welt war noch nicht reif dafür.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-276" title="kommissar_bredenbeck_motiv" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/kommissar_bredenbeck_motiv.jpg" alt="kommissar_bredenbeck_motiv" width="150" height="127" />Beide Männer starrten einander eine Weile an. Jeder musterte den Anderen. Zwischen ihnen auf dem Schreibtisch lag, in einer transparenten Plastiktüte, das Motiv. Mahnend, fordernd, beide Männer spürten das. Bredenbeck beugte sich nach vorne, bereit, seinen letzten Trumpf auszuspielen, ohne Günzel spüren zu lassen, dass es sein Letzter war. Er wollte eben unter den Tisch krabbeln, um ihn unbemerkt aus dem Ärmel ziehen zu können, als das Telefon klingelte.</p>
<p><em>Kommissar Bredenbeck?</em>, krächzte eine Stimme am anderen Ende der Leitung. Der Angesprochene überlegte, ob er die Situation ausnutzen und seinen Gesprächspartner noch ein wenig zappeln lassen sollte. Ein zappelndes Geräusch im Lautsprecher riss ihn schließlich aus seinen sadistischen Gedanken.</p>
<p>"Hier Kommissar Bredenbeck!", antwortete Kommissar Bredenbeck, um seine Überlegenheit zu demonstrieren. Eine einzige rhetorische Finte und er hatte das Gespräch wieder in der Hand! Der Kommissar verdrängte errötend narzisstische Gedanken und hasste sie dafür, dass sie sich so leicht abschütteln ließen. Er versuchte ihnen noch kurz hinterher zu schwelgen, aber es gelang ihm einfach nicht.</p>
<p>Er sah zu Günzel herüber, der zu Bredenbeck herüber sah. Beide Männer bemerkten die peinliche Situation, die sich voll in ihrem Element befand. Ein erneutes Zappeln lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich und seinen Verursacher.</p>
<p><em>Wir haben hier einen sonderbaren Fall!</em>, krächzte die Stimme aus dem Hörer wieder, <em>wir haben eine Tat, aber kein Motiv! Haben sie nicht zufällig eins für mich?</em></p>
<p>Kommissar Bredenbeck grinste in den Telefonhörer. Günzel bemerkte es und hasste ihn auch dafür. Er versuchte mit einem eigenen Grinsen zu kontern, was ihm nachhaltig misslang, weil ihm mittendrin einfiel, dass er keinen Grund dazu hatte. Günzel fasste zerknirscht den Beschluss, sich einen eigenen Telefonhörer zuzulegen, um seine Chancen zu verbessern.</p>
<p>"Ein Motiv? Vielleicht habe ich das!", gluckste Bredenbeck selbstverliebt in den Hörer. "Günzel kann es ihnen gleich vorbeibringen! Guten Abend und grüßen sie meine Frau von mir! ... Nein, nein, von meiner Seite kein Problem, es kann ruhig später werden. Sagen sie ihr einfach, sie soll leise sein, wenn sie kommt! ... ... Ja, das kann durchaus mehrfach vorkommen!". Bredenbeck und der Hörer waren gut aufgelegt.</p>
<p>Günzel stand wie erstarrt vor Bredenbecks Schreibtisch, mehrere Hände zur exakt gleichen Anzahl Fäusten geballt. Er fühlte sich ausgelaugt, alt, frustriert, verraten, benutzt, gedemütigt, einsam, hintergangen, zum <em>einfachen</em> Laufburschen degradiert und ... Er fragte sich verzweifelt, warum er es niemals zur <em>gehobenen</em> Laufburschen-Laufbahn gebracht hatte. Außerdem waren ihm vor lauter Aufregung die Aufzählungen ausgegangen. Er riss seine völlig überraschte Dienstwaffe aus dem Halfter.</p>
<p>"Das ist <em>mein</em> ... ", keuchte er und fuchtelte mit seiner Pistole vor Bredenbecks Gesicht herum, " ... Motiv und ich werde es jetzt einfach an mich nehmen!". Er hasste unvollendete Sätze.</p>
<p>"Damit kommen sie nicht weit, Günzel! Und hören sie auf zu fuchteln!", bellte Bredenbecks unbeeindruckt und sprang auf.</p>
<p>"Nein, Bredenbeck! Diesmal nicht!". Günzels Stimme überschlug sich polternd. "Sie wissen gar nicht, was es mir bedeutet, ein gutes Motiv zu haben. Schon als Kind habe ich mir eins zu Weihnachten gewünscht, aber immer nur eine <em>billige Ausrede</em> bekommen. Rufen sie den wachhabenden Beamten wach! Ich will einen Fluchtwagen!"</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-277" title="kommissar_bredenbeck_motiv2" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/kommissar_bredenbeck_motiv2.jpg" alt="kommissar_bredenbeck_motiv2" width="150" height="143" />Ein Schuss fiel. Günzel sah leicht <em>konsterniert</em> aus, auch weil er nicht wusste, was das Wort bedeutete. Er fuchtelte noch etwas Unverständliches, dann fiel er zu Boden. Das Motiv nutzte die Schlüsselszene, entglitt seinen Händen, rollte über den Boden und kam vor Bredenbecks Schuhen zum Erliegen. Den Mantel des Kommissars zierte ein weiteres Loch in Höhe der rechten Seitentasche. Eine Untersuchung würde klären müssen, wie er so schnell in den Mantel gekommen war, der drei Meter entfernt an der Garderobe gehangen hatte, woher die 37 Löcher in Höhe seiner rechten Seitentasche kamen und woran seine letzten 37 Assistenten gestorben waren.</p>
<p>Kommissar Bredenbeck betrachtete lange Günzels Gesicht, der seinen Blick nicht erwiderte. <em>Wie mochte er wohl mit Vornamen geheißen haben?</em>, dachte Bredenbeck kursiv. Dann steckte er sich das Motiv ein und ging pfeifend aus seinem Büro, um nach seiner Frau zu sehen.</p>]]></content:encoded>
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