<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; urban</title>
	<atom:link href="http://kaschemme.de/tag/urban/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kaschemme.de</link>
	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
	<lastBuildDate>Wed, 16 May 2012 06:38:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Klobalisierung</title>
		<link>http://kaschemme.de/2012/05/klobalisierung/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2012/05/klobalisierung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 May 2012 06:36:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Der Wirt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[street]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[urbanart]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1897</guid>
		<description><![CDATA[Klobalisierung ... Klobalisierung ... Klobalisierung ... Klobalisierung ... Klobalisierung ... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2012/05/klobalisierung-560x373.jpg" alt="Klobalisierung ... " title="Klobalisierung ... " width="560" height="373" class="alignright size-large wp-image-1898" /></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2012/05/klobalisierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Endstation</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/11/endstation/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/11/endstation/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:57:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.Gruwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[müll]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1634</guid>
		<description><![CDATA[Die Türen schlugen zu, als seine Welt zusammen brach. Die Gleichgültigleit trifft die Arroganz: “Lang nicht gesehen müssen mal telefonieren!” Geile Augen hängen an schwarzen Strümpfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Alter Mann mit Regenschirm haßt Kinder mit Erdbeereismund. Schwarzbestrumpfte Frau raucht leicht. Orangefarbener Overall fegt die Freiheit weg. Er sah sie nur erstaunt an als sie ihm die Wahrheit wie ein Messer in sein Herz stach. &#8220;Zurück bleiben!&#8221; blökte die Stimme. Die Türen schlugen zu, als seine Welt zusammen brach. Die Gleichgültigleit trifft die Arroganz: “Lang nicht gesehen müssen mal telefonieren!” Geile Augen hängen an schwarzen Strümpfen. Schlanke Finger gleiten in fremde Taschen. Der Zug diente ihr zur Flucht, sie entzog sich seinen Tränen. Ich rauche gern, versicherte das Plakat. Ein paar Kinderaugen starrten ihn an. Der Bahnsteig war peinlich berührt. Frischer Atem aus dem Automat. Touristen verlieren sich in Stadtplänen. “Wasbinichcool” Kaugummiblasen zerplatzen. Wolldecke, Bierdosen, Plastiktütenzuhause. Nadelstreifenhandyman: Führerscheinentzug. Er dachte an den Bausparvertrag und an den kreischenden Tod,für den er eine Fahrkarte gelöst hatte. Der Boden unter seinen Füßen schwankte und seine Gedanken waren bei ihr. Er stolperte über eine Bodenplatte.</p>
<p>&#8211;<br />
<strong>Text anhören:</strong><br />
<small><strong>&#8220;Endstation&#8221; &#8211; 2´54</strong><br />
Musik: M. Dreesen / R. Gruwe – Text: R.Gruwe -S. Beck: Gesang, Git. . M. Dreesen: Gesang &#8211; Chr.Strauß: Git, Fender Rhodes &#8211; Christian Niehus: Kontrabass &#8211; R. Gruwe: Perc, Sounds – Aufgenommen &#038; abgemischt von R. Gruwe</small></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/11/endstation/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://www.gruwe.com/music/endstation.mp3" length="2806594" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Aussage</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/09/aussage/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/09/aussage/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 14:11:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.Gruwe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[schuld]]></category>
		<category><![CDATA[sex]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[verbrechen]]></category>
		<category><![CDATA[zigaretten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1626</guid>
		<description><![CDATA[Als er mit seinem blutenden Schädel in der Tür stand, dachte ich zuerst er kommt direkt aus dem Himmel und ein Engel wartete draußen im Taxi und die Zeit läuft gegen ihn und mich und wir haben bloß noch ein paar Minuten, um uns zu verabschieden. Doch es war nicht sein Blut, das meinen gerade, frisch abgezogenen und lackierten Fußboden versaute.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Als er mit seinem blutenden Schädel in der Tür stand, dachte ich zuerst er kommt direkt aus dem Himmel und ein Engel wartete draußen im Taxi und die Zeit läuft gegen ihn und mich und wir haben bloß noch ein paar Minuten, um uns zu verabschieden. Doch es war nicht sein Blut, das meinen gerade, frisch abgezogenen und lackierten Fußboden versaute. Es war ihr Blut. Sie kam von Amsterdam und hat seinen faulen Hintern, aus seinen dicken, verdammt bequemen, braunen Ledersessel gerissen und hat ihn durch die ganze Stadt geschleift, bis er nicht mehr wusste wo ihm der Kopf stand. Und er war glücklich wie noch nie in seinem Leben. Ja gut, sie war nicht einfach und leicht zu verstehen, sie konnte einem ganz gewaltig auf die Nerven gehen und dass sie mich ein versoffenes, arrogantes, altes Arschloch nannte, hab ich ihr schon ein bisschen übel genommen. Doch was soll´s, sie war schon eine tolle Frau. Und mit dem Trinken hab ich schon ein kleines Problem. Schuld war nur dieser verflucht heiße Sommer, in dieser beschissenen Stadt wo jeder Schritt in einem Hundehaufen endet und wenn dich dann auch noch die Frau verlässt, die du liebst und deine letzten Träume mitnimmt und nichts als ein riesengroßes Fragezeichen in deinem Kopf hinterlässt, dann kann man schon mal durchdrehen. Herr Kommissar.</p>
<p>&#8211;<br />
<strong>Text anhören:</strong><br />
<small><strong>&#8220;Aussage&#8221; &#8211; 3´57</strong><br />
Musik: M. Dreesen / R. Gruwe &#8211; Text: R.Gruwe -M. Dreesen: Gesang &#8211; Chr.Strauß: Git, Fender Rhodes &#8211; Samuel Beck: Bass, Gesang &#8211; Jakob Peters: Schlagzeug – Aufgenommen &amp; abgemischt von Stefan Hilbricht</small></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/09/aussage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://www.gruwe.com/music/aussage.mp3" length="3246288" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Ausparken mit Gewaltanwendung</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/09/ausparken-mit-gewaltanwendung/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/09/ausparken-mit-gewaltanwendung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 14:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Roßmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[KaschemmeTV]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Performance]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1629</guid>
		<description><![CDATA[Erzählung mit schwingendem Brecheisen (Text: Kai Roßmann, Darsteller: Kai Roßmann, Video: Kai Roßmann)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/0dQMGMzzeDc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/0dQMGMzzeDc?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/09/ausparken-mit-gewaltanwendung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Portwein</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/05/portwein/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/05/portwein/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 May 2011 02:51:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[KaschemmeTV]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>
		<category><![CDATA[zigaretten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1585</guid>
		<description><![CDATA[Wir reißen die Straßen auf mit unseren Hacken im Großstadtsuff, wütend, mit geblähten Hemden fackeln wir die müllgefütterten Bäuche der Glashäuser ab, und lassen uns nicht aufhalten von unsichtbaren Linien und Kreidestrichen, von Generaldirektoren und Agenturräten gezogen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>(Stimme: Alan Neon; Fotografie: Rafael Pielorz; Text: J. F.)</em></p>
<p><object width="600" height="371"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/f6_2ik6OdqI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/f6_2ik6OdqI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="371" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Wir reißen die Straßen auf mit unseren Hacken im Großstadtsuff,<br />
wütend, mit geblähten Hemden fackeln wir die müllgefütterten Bäuche der Glashäuser ab,<br />
und lassen uns nicht aufhalten von unsichtbaren Linien und Kreidestrichen, von Generaldirektoren und Agenturräten gezogen,<br />
von schmalgesichtigen Polizisten die aus Silberschweifen hechten und ihre Schultersterne sprechen lassen,<br />
von der kosmischen, unverzeihenden Investigationstruppe,<br />
von den Lou Salomés in den einladend pulsierenden musikzerrütteten Stätten mit den einladend pulsierenden Körpern,<br />
von den Blechmonstern, die uns am anderen Ende der Welt wieder ausspucken,<br />
von den Heilanstalten, den vollgestopften, die uns wild gestikulierend aufnehmen würden, denn nicht mal dort gibt es noch große Menschen,<br />
von den tollwütigen Hundebesitzern auf der Straße, den tollwütigen geprellten Laternennutten in ihrem Kiezer Zwirn,<br />
von hysterischen vollgeschnupften Halbglatzen, Diamantenhändlern, von philosophielosen Ärschen, die unter Röcken herausschießen,<br />
von Fixern in der leergesaugten Morgendämmerung,<br />
wir sind uns selbst überdrüssig, der Linke ist dem Rechten überdrüssig, wir spucken auf unsere eigenen Gräber,<br />
der Linke auf den Epitaph des Rechten, wir rotzen auch den Generaldirektoren und den Louise von Salomés und den Psychiatern und dem Linken aufs Grab,<br />
in lustloser Masturbation gegen die Würde selbst gerichtet, den rechteckigen Tullamore Dew im Holster, die Revolvertöpfe in Fensterspalten prustend koksen wir für die Ehrlichkeit,<br />
eingerahmt für die nächsten Stunden, mit teuren Lederstiefeletten und wildwüchsigen Haaren, ungewaschen und unparfümiert die Straße tretend,<br />
die Welt wird nach hinten geschoben, nicht wir vorwärts – im Staccatogalopp vorbei am Morgengrauen,<br />
an Persiluhren und Abendkinos, an alten, verschmutzten und verfetteten Göttern,<br />
Existenzialisten in Mindestpreis-Polyesterhosen,<br />
berühmt an den Tastaturen, von der Kritik gefeiert,<br />
mit Starkstromkabeln im Zirkus Maximus,<br />
irgendwann Essen an Zechenhäuser in dunkelroten Vans ausliefernd oder<br />
in Apartments mit Glasfronten und rauchenden Mädchen auf dem Balkon<br />
oder in der Strafvollzugsanstalt wegen Selbstjustiz und Exhibitionismus,<br />
mit einer biologischen Uhr mit siebzehn Zeigern und keiner einzigen Zahl,<br />
unbenutzte italienische Stillets in der Brusttasche und keine zwei Zentiliter Blut zu vergeuden,<br />
mit Kiloweise Hass auf großmäulige Scharen in Theatersälen und unter Wärmepilzen in Wintergärten,<br />
auf kalte deutsche Wälder, auf Lichterketten in den multiplen dreckigen Seitenarmen von Imbiss-Hauptstraßen,<br />
auf Richard Wagner, auf alle Zigarettenmarken außer Marlboro, mit Hirnen wie Boas im Kampf,<br />
sich um sich selbst windend, luftlos, glatt und tödlich,<br />
Sie sperren sich in Toilettenkabinen weg, mit Antibiotika im Rachen und Melonenkernen in den Taschen,<br />
Herbie Hancock die ganze Nacht in den Ohren, und trinken Filterkaffee am nächsten Morgen:<br />
Guten Morgen ihr norwegischen Bärenjäger, ihr Frühaufsteher, Shaolinmönche mit Eiern wie Zwei-Euro-Stücke, ihr Taschentotschläger,<br />
guten Morgen Brandlöcher in Anzughosen, guten Morgen Kiew, guten Morgen ihr Fensterläden und Chesterfieldsessel,<br />
guten Morgen ihr runden Arschlöcher rotgerieben vom abendlichen Schiß, guten Morgen Vietnam,<br />
guten Morgen ihr dänischen Biere die nach Brausepulver schmecken, guten Morgen Kolibris die für einen Fick 500 Herzschläge brauchen,<br />
guten Morgen Galgen, du wirst vom Berg geschnitten!<br />
Und sie reißen den Tag runter und fürchten sich vor nichts und trinken Portwein am nächsten Abend.</p>
<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/05/portwein.jpg" alt="Fotografie: Rafael Pielorz" title="Fotografie: Rafael Pielorz" width="600" height="300" class="aligncenter size-full wp-image-1586" /></p>
<p>&nbsp;<br />
-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<p><strong>Bücher von <a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&#038;search-alias=books-de&#038;ref_=ntt_athr_dp_sr_1&#038;field-author=Johannes%20Fightest%C3%B6rk&#038;_encoding=UTF8&#038;site-redirect=de&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=19454" target="_blank">Johannes Fightestörk</a>:</strong></p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" align="center" bgcolor="#FFFFFF">
<tbody>
<tr style="vertical-align: top; horizontal-align: left;">
<td width="280">
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3868585230/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3868585230" target="_blank"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3868585230&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822" /><br />
<small>Sinthom</small></a></td>
<td width="280">
</td>
</tr>
</tbody>
</table>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/05/portwein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Tür</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/03/die-tuer/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/03/die-tuer/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 23:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Abgrund]]></category>
		<category><![CDATA[ablehnend]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[anekdotisch]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[ausweglos]]></category>
		<category><![CDATA[Büro]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[office]]></category>
		<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[sklavung]]></category>
		<category><![CDATA[terror]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[trauernd]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[versagen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1439</guid>
		<description><![CDATA[Der Flur ist lang, kalt und kahl, und er wäre finster wie die Nacht, wie der Tod, wenn die Leuchtstoffröhren an der Decke schlafen würden. Kein Geräusch stört die Stille, Leben scheint an diesem Ort undenkbar, ein lebensfeindlicher Flur also, eine Wüste, eine Einöde. Doch dann taucht eine Tür aus der Flurschlucht auf, eine blaue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-631 alignright" title="Büro Gang Flucht" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/buero_gang_flucht.gif" alt="Büro Gang Flucht" width="230" height="184" /></p>
<p>Der Flur ist lang, kalt und kahl, und er wäre finster wie die Nacht, wie der Tod, wenn die Leuchtstoffröhren an der Decke schlafen würden. Kein Geräusch stört die Stille, Leben scheint an diesem Ort undenkbar, ein lebensfeindlicher Flur also, eine Wüste, eine Einöde. Doch dann taucht eine Tür aus der Flurschlucht auf, eine blaue Tür in einer einstmals weißen Wand. Und neben der Tür bietet ein Klingelknopf seine Dienste an, vielmehr eine Leiste, eine schmutzigweiße Klingelleiste, auf die mein Zeigefinger zuschießt, nachdem sich die Tür als eine verschlossene herausgestellt hat. Anstatt eines Summens, das sich im Normalfall an ein Klingeln anschließt und signalisiert, dass ein Schloss elektrisch entsichert wird und die Tür zum Öffnen freigibt, bohrt sich eine Stimme in die Stille, eine Stimme, nicht aus heiterem Himmel, sondern aus dem Lautsprecher einer Gegensprechanlage, die unterhalb der Klingelleiste kauert. Die Stimme fragt nach meinem Begehren. Ich neige Kopf und Oberkörper zu der Gegensprechanlage hinab, ich verneige mich vor einer unsichtbaren Macht mit metallisch tönender Stimme und sage, dass ich mich bei Frau Sonstwo um eine Stelle als Aushilfsaushilfe bewerben wolle. Darauf werde ich gefragt, ob ich einen Termin habe. Mein Weltbild gerät ins Wanken, meine Identität treibt auf den aufgewühlten Wellen der Verunsicherung, von einer einzigen Frage aus der Verankerung gerissen. Jetzt ist Eile geboten, jetzt bedarf es eines ganzen Mannes: Ich muss mich innerhalb einer Sekunde entscheiden, ob ich die Frage bejahen und also lügen oder ob ich mir treu bleiben und sie verneinen solle. Dann spreche ich mir mit einem gehauchten Nein mein eigenes Urteil aus. Denn die Tür wird mir nicht geöffnet, sie bleibt so fest verschlossen wie ein Stadttor während einer Belagerung. Die unsichtbare Macht mit der metallisch tönenden Stimme bleibt unsichtbar, sie bedeutet mir, meine Bewerbung in den Briefkasten zu werfen und wünscht mir einen guten Tag.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/03/die-tuer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Georg und ich.</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/02/georg-und-ich/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/02/georg-und-ich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 05:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanna Jorek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[anekdotisch]]></category>
		<category><![CDATA[Augenblick]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[sein]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1445</guid>
		<description><![CDATA[Georg holt sich die zweite Portion aus der Kantine. Es gibt Geschnetzeltes mit Speck und Bohnen. Kartoffeln, Klöße oder Reis kosten extra. Ich trinke Kaffee für 1,20. Hundert Menschen laufen jede Minute an uns vorbei, wie die Ameisen strömen sie in und aus dem Bau. Georg kommt mit seinem Tablett wieder und kaut. Er hat einen unbändigen Appetit, wir verziehen uns in eine Ecke. Ich stecke mir eine Zigarette an, aber rauchen darf man hier nicht. Gleich wird jemand kommen und etwas sagen. Georg lächelt mich an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Georg holt sich die zweite Portion aus der Kantine. Es gibt Geschnetzeltes mit Speck und Bohnen. Kartoffeln, Klöße oder Reis kosten extra. Ich trinke Kaffee für 1,20. Hundert Menschen laufen jede Minute an uns vorbei, wie die Ameisen strömen sie in und aus dem Bau. Georg kommt mit seinem Tablett wieder und kaut. Er hat einen unbändigen Appetit, wir verziehen uns in eine Ecke. Ich stecke mir eine Zigarette an, aber rauchen darf man hier nicht. Gleich wird jemand kommen und etwas sagen. Georg lächelt mich an.</p>
<p>Ich liebe Georg nicht. Wie sollte ich jemanden lieben, der mir die Haare vom Kopf frisst? Ich denke da viel weiter. Allerhöchstens mag ich ihn.</p>
<p>Und wenn er mich, wie jetzt, anfasst, wenn er seine Hand auf meinen Oberschenkel legt und mein Knie streichelt, dann sage ich</p>
<p>Nicht mehr, Georg,</p>
<p>Nicht mehr</p>
<p>Ich liebe jetzt einen Anderen.</p>
<p>Georg nimmt seine Hand weg und kaut weiter. Er ist beleidigt. Ich rauche und schlürfe den heißen Kaffee, bis die Kantinenmitarbeiterin eilig zu mir kommt und mich des Raumes verweist. Georg steckt sich hastig das Geschnetzelte in den Mund,</p>
<p>dann stehen wir im Regen. Jemand hat rote Überzüge auf sämtliche Fahrradsattel gestülpt. Warum frage ich, und Georg lacht, und kaut nun langsamer. Wir haben keinen Regenschirm dabei, also zieht sich Georg die Kapuze über den Kopf und schleift mich unter das Vordach der Cafeteria.</p>
<p>Scheißwetter, sagt er, als Sarah an uns vorbei läuft. Ich sage dazu nichts. Sarah ist die Schwester von Jakob, Jakob ist der Cousin von Aline und Aline hat eine kleine Tochter, Josephine. Sarah macht heute einen gemütlichen Abend, aber Georg und ich sind nicht eingeladen. Auf Georgs Fragen hin, antwortet sie nur, dass nicht mehr als dreizehn Mann in ihre Wohnung passen. Ich nicke. Ich wollte da sowie so nicht hin. Georg schon.</p>
<p>Georg betrachtet die alten Fahrräder, die die schon eine ganze Zeit hier stehen. Wenn sie niemand will, wird Georg sie abholen und auseinander bauen. Er bastelt daraus Maschinen fürs Theater. So verdient er sein Geld.</p>
<p>In meiner Tasche trage ich drei Bücher von Marques, die ich lesen will. Georg zieht aus seiner Tasche ein Brötchen, das hat er in der Cafeteria ergattert.</p>
<p>Magst du mal abbeißen, fragt er, aber ich schüttle den Kopf. Du wirst doch nicht nur von Kaffee und Milchschaum leben, fragt er.</p>
<p>Vater ist abgebrannt, Mutter ist abgebrannt und Georg ist es auch. Er braucht eine Packung Nudeln und Reis, damit er über die Woche kommt. Wenn er zwei Packungen Nudeln kauft, bekommt er eine umsonst.</p>
<p>Wenn er noch die Tomatensoße dazu nimmt, hat er etwas Anständiges zu essen.</p>
<p>Wenn du meinen Oberschenkel nicht mehr berührst, leihe ich dir etwas.</p>
<p>Okay. Ich bin gespannt, ob Georg es durchhält.</p>
<p>Wir kaufen ein und dann gehen wir zu Georg. Er bastelt gerade an seiner neusten Erfindung, einem Bühnenbild für das Theater. Ich lese Alain de Botton, Wie Proust ihr Leben verändern kann. In meiner Tasche trage ich noch drei weitere Bücher von Marques, die mir den Heimweg erschweren.</p>
<p>Er kocht Nudeln auf seine Weise. Nudeln in den Topf, heißes Wasser drüber, Deckel drauf und zehn Minuten stehen lassen.</p>
<p>Wirkt Wunder, wirst sehen.</p>
<p>Ich esse trockenes Brot und trinke Pampelmusensaft, den ich mit der elektrischen Presse gewonnen habe, die Georg selbst gebastelt hat.</p>
<p>Zum Schluss schüttet er die Tomatensoße über die Nudeln und gibt Salz und Pfeffer dazu.</p>
<p>Gar nicht mal so übel, willst du mal kosten.</p>
<p>Hm, geht.</p>
<p>Georg kaut und wieder liegt seine Hand auf meinem Bein. Ich schiebe sie beiseite. Denke an den Anderen. Georg vielleicht auch. Ich blättere in Marques und Georg sitzt am Küchentisch und kaut. Der Küchentisch ist noch von Biermann, sagt er, damals hat ihn sein Vater mitgenommen und in die Küche gestellt, nun steht er bei Georg. Und die Stühle? Die hat der Vater über die Jahre zusammen gesucht, keiner passt zu dem anderen. Und als die Familie sich vor ein paar Jahren einen neuen Tisch und Stühle gekauft hat, hat Georg sie genommen. Das Küchenbuffet ist von Kafka.</p>
<p>Ich streiche mit der Hand über die Küchenmöbel und Georg schaut mich erwartungsvoll an. Das Nachmittagstief entspringt dem natürlichen Bedürfnisses des Körpers sich auszuruhen. Georg hält oft Mittagsschlaf, aber heute hat er ihn ausfallen lassen. Mir zu liebe. Stattdessen öffnet er sich ein warmes Bier, von dem ich nicht weiß, wo er es her hat. Kein Geld, aber Bier, oder kein Geld, aber Zigaretten. Eines passt immer.</p>
<p>Er trinke kein Bier vor acht, jetzt ist es drei. Heute Nachmittag noch eine Vorlesung. Georg hat frei. Georg sagt, dass er seine Wäsche noch waschen muss. Seit vier Wochen wäscht er nun schon bei seiner Nachbarin, obwohl er längst seine Waschmaschine repariert hat. Die Nachbarin ist eine junge Frau, mit wasserstoffblonden Haaren.</p>
<p>Ich wusste gar nicht, dass du auf wasserstoffblond stehst.</p>
<p>Die Haarfarbe ist doch egal.</p>
<p>Ach so. Was machen wir jetzt. Ich hab noch eine Stunde Zeit. Georg wohnt viel näher an der Uni als ich. Für gewöhnlich suche ich mir in der Freistunde einen lehren Seminarraum und drehe Zigaretten vor. Heute bin ich mit zu Georg gegangen.</p>
<p>Und eigentlich müsste ich noch Socken kaufen und Handschuhe und einen Schal.</p>
<p>Ich brauche Butter, Marmelade, Tomaten, Gurke, Öl, Sahne, Toilettenpapier, meine Ruhe. Draußen vor der Tür hockt</p>
<p>Generation X</p>
<p>Generation Golf</p>
<p>Generation Geil</p>
<p>Generation Praktikum</p>
<p>Und bittet um Einlass.</p>
<p>Komm mit, ich zeig dir mal was.</p>
<p>Georg geht mit mir auf den Flur und mustert sich im Spiegel. Wegen der Blonden. Georg zieht den Mantel an und schiebt die Kapuze über den Kopf. Wenn er neben mir steht, ist er gebeugt, vielleicht um auf meine Größe zu kommen. Dann schleichen wir auf den Dachboden, wo er seine Werkstatt hat.</p>
<p>Vor einem Apparat mit Zahnrädern bleibt er stehen. Er hat alles verarbeitet, was er finden konnte. Fahrradschläuche als Riemen, eine alte Waschmaschinentrommel als Gehäuse, einen Motor, den er Gottweißwo ausgebaut hat.</p>
<p>Was ist das? Frage ich.</p>
<p>Mein neuer Apparatus. Sagt er gestochen, wie immer, wenn er über seine Erfindungen spricht.</p>
<p>Ja, aber ich meine, was kann er denn?</p>
<p>Der Regen klopft auf das Dach und auf die abgedeckten Fensterscheiben. Georg tüftelt an seiner Erfindung,</p>
<p>er hantiert</p>
<p>und näht</p>
<p>und schneidet</p>
<p>Ich stehe wie verloren da, weil ich da nicht hingehöre. Nicht so wie Georg dahin gehört. Ich streife durch den Raum, suche die Regale ab und finde Georgs Sammelsurium an Dingen, die niemand mehr braucht. Schrauben, Räder, alte Lampen, Kisten, Fernseher, Nähmaschinen, leere Einmachgläser oder volle, Bücher, die Insel, die Faust Gottes, der richtige Mann, alt und staubig, zerlesen, von wem, frage ich mich.</p>
<p>Mist, ruft Georg und ich hebe den Blick in seine Richtung. Es tropft irgendwo. Nachdenklich kommt er hinter seiner Maschine hervor und betrachtet mich von oben bis unten.</p>
<p>Was trägst du für einen Pullover, fragt er, mich immer noch musternd.</p>
<p>Wolle.</p>
<p>Er greift nach dem Bündchen und reibt es zwischen Daumen und Zeigefinger.</p>
<p>Das könnte gehen.</p>
<p>Wieder verschwindet er hinter seiner Maschine, nur um kurze Zeit später, blitzschnell mit einer Schere wieder hervorzukommen. Die Schere setzt er an meinen Pullover und schneidet ein handtellergroßes Stück Stoff heraus.</p>
<p>Was machst du da?</p>
<p>Komm schon. Fasziniert und erheitert lasse ich ihn gewähren. Ich besitze neben diesem Pullover nur noch zwei weitere. Er schneidet und schneidet &#8211; ich werde es wohl flicken müssen – und verschwindet wieder hinter der Mechanik, oder auch der Ansammlung von Schrott, zusammengehalten mit Schrauben und Schnüren, wie man es nimmt.</p>
<p>Ich höre es rattern</p>
<p>rufen</p>
<p>schnaufen</p>
<p>fluchen.</p>
<p>Georg weist mich an, auf einem alten Stuhl Platz zu nehmen. Mir ist kalt. Ich blase meinen Atem in die Luft und kann ihn sehen. Dass Georg nicht friert, denke ich, hier oben, wenn er Stunde um Stunde bastelt. Ich stecke mir erst einmal eine Zigarette an und blase den Qualm in die staubige Luft, während Georg seinen Apparat in Gang setzt. Das heißt, er versucht es.</p>
<p>Er überprüft die Leitung, den Fahrradschlauch, die Zahnräder.</p>
<p>Hast du da einen alten Fernseher verarbeitet? Frage ich, aber Georg antwortet nicht, weil er zu sehr beschäftigt ist. Ich suche mir einen Aschenbecher.</p>
<p>Kann ich das hier als Aschenbecher nehmen. Georg ist hinter seinem Apparat verschwunden. Was ist, wenn dieser ihn verschluckt hat?</p>
<p>Georg?, frage ich vorsichtig, dann taucht er hinter den Schläuchen wieder auf, ich bin erleichtert.</p>
<p>Mach mal das Licht aus, ruft er mir zu. Ich stehe auf und gehorche. Die Fenster sind bereits mit Vorhängen bedeckt. Das muss Georg gewesen sein, auf einer seiner vielen Exkursionen hier oben.</p>
<p>Schweigsam schalte ich den Lichtschalter um und suche meinen Stuhl im Dunkeln.</p>
<p>Jetzt geht es los, sagt Georg und ich höre, dass er die Maschine anstellt. Es beginnt zu rattern und im gleichen Moment wirft die Maschine einen Lichtstrahl, einen kleinen Lichtkegel in den Raum.</p>
<p>In Erwartung wippe ich mit dem Fuß, auf die Uhr schaue ich nicht, ich weiß sowieso, dass es viel zu spät ist. Schweißgebadet erscheint nach einer Weile Georg und stellt sich neben der Maschine auf.</p>
<p>In der Hand hält er eine Fernbedienung. Seine Finger ruhen immer noch auf dem roten Knopf, so als glaube er selbst nicht, dass er diese Maschine, den Apparatus, das Faszinosum soeben selbst in Gang gesetzt habe.</p>
<p>Die Seminarräume waren heute geschlossen, deshalb bin ich überhaupt mit Georg mitgegangen. Sarah hat uns ausdrücklich nicht zu sich nach Hause eingeladen, weil die Wohnung zu klein ist, weshalb ich nun die Zeit mit Georg hier oben verbringe.</p>
<p>Das Faszinosum, Georg und Apparat, der Eine schwitzt, der Andere pfeift, der Eine rasselt, der Andere brummt und es ist nur schwer auszumachen, wer was tut.</p>
<p>Die Maschine wirft einen Lichtstrahl in den Raum und Georg geht extra zur Seite, damit er mit seinem Parka ja nichts verdeckt. Ich nehme täglich eine Dekristol 400 i.e. gegen die fehlende Sonne. Nudeln kocht Georg auf seine Art und ich drehe in den Pausen Zigaretten vor, mit zitternden Händen.</p>
<p>Georgs Gang ist schwer zu beschreiben. Er schiebt einen Fuß vor den anderen, ohne dass man sagen könnte, in welcher Weise er das tut. Seine Hose hängt lose auf seinen Beinen, weil er die Sachen stets in XL kauft. Den alten Armeeparka trägt er hier oben, wie seinen Kittel, seine Uniform. Teilnahmslos ist er nicht, vielmehr in Gedanken versunken, bei der Arbeit, beim Essen, bei den Frauen.</p>
<p>Hier oben ist sein Refugium und das zeigt er mit seinem Gang. Gebeugt, weil er auf meine Größe kommen will, gebeugt, wenn er schnaubt, und hämmert und schneidet. Wenn er sich aufrichtet, um den Rücken zu dehnen, sieht man seine ganze Größe. 1,80 m reichen fast bis zur Decke. 1,80 m tragen 65 Kilogramm Körpergewicht. Im alten Parka erscheint er breiter.</p>
<p>Die Maschine leuchtet und rattert und pufft, aber es bewegt sich nichts. Angespannt setzt sich Georg neben mich und streift mein Haar. Er atmet schwer und rasselt und pfeift.</p>
<p>Ich verstehe das nicht, sagt er und drückt noch einmal den roten Knopf, den er noch immer fest umklammert hält. Dann beugt er sich über den Kassettenrekorder neben mir und hält sich dabei an meinem Knie fest. Jetzt ertönt Leierkastenmusik aus dem Rekorder, aber außer dass der Lichtkegel flackert, passiert nichts.</p>
<p>Ich verstehe das nicht, murmelt er in seine Bartstoppeln und alles im Raum wirkt angespannt. Ich projiziere eigene Bilder in den Lichtkegel, passend zu der Musik aus dem Lautsprecher.</p>
<p>Noch einmal rüttelt Georg am roten Knopf, dann steckt er sich die Fernbedienung in die Tasche und steht wieder auf. Weder hat er diesmal mein Bein berührt, noch mein Haar, noch mir seinen Atem ins Gesicht geblasen, wofür ich ihm dankbar bin.</p>
<p>Wieder verschwindet er hinter dem Lichtkegel ins Dunkle. Ich merke an, dass ich bald los muss, wir werden es nachholen müssen. Und plötzlich ein dumpfer Knall von dort, wo Georg herumbastelt. Über der Maschine steigt dunkler Qualm auf und wird vom Lichtkegel eingefangen. Und Georg ruft ‚Scheiße‘ und ‚so ein Mist‘. Und ich sehe traurig in seine Richtung, und beobachte den Tanz, den der Qualm im Lichtkegel vorführt.</p>
<p>Beim nächsten Mal, sagt Georg und ich schalte die Musik ab. Ich muss gehen, die Vorlesung beginnt.</p>
<p>Georg sucht seine schmutzigen Sachen zusammen und begleitet mich zur Tür. Er will noch waschen.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/02/georg-und-ich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Amvettamyn</title>
		<link>http://kaschemme.de/2010/04/amvettamyn/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2010/04/amvettamyn/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 05:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[ablehnend]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[amok]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[experimentell]]></category>
		<category><![CDATA[grau]]></category>
		<category><![CDATA[hass]]></category>
		<category><![CDATA[Konfrontation]]></category>
		<category><![CDATA[office]]></category>
		<category><![CDATA[Sorgen]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>
		<category><![CDATA[typografisch]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[ZMK_Exponate]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1351</guid>
		<description><![CDATA[Angst vor der Existenz ist mehr als der kalte Schweiß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1352" title="amvettamyn" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/04/amvettamyn.jpg" alt="amvettamyn" width="500" height="374" /></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2010/04/amvettamyn/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein erfülltes Leben</title>
		<link>http://kaschemme.de/2010/04/ein-erfuelltes-leben/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2010/04/ein-erfuelltes-leben/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 05:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Mrosk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[ausweglos]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[grau]]></category>
		<category><![CDATA[idylle]]></category>
		<category><![CDATA[supermarkt]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1354</guid>
		<description><![CDATA[Ich machte dort weiter, wo ich letzte Nacht irgendwann gegen Viertel vor 4 aufgehört hatte. Jede Nacht holte ich mir zwei Dosen Bier verfeinert mit Ginseng, Taurin und Erdbeerextrakten und las auf dem Boden sitzend den schwarzen Himmel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich saß um kurz nach 3 Uhr morgens auf dem Bordstein vor dem Supermarkt und biss gierig in den Schokoriegel. Ich dachte an meine Fahrt auf dem Fahrrad hier her, die schmalen leeren Gehwege entlang mit den Autos, die links an mir vorbeizogen. Darin saßen ihre Fahrer auf dem Weg zu ihren warmen Apartments oder Häusern. Dort wo ihre Freunde oder die Familie auf sie warteten um zu trinken, zu reden und Partys zu feiern. Ich feierte für mich selber, den kalten Abend, entlang den hart arbeiteten Sprinklern, die au?er den Rasenflächen vor den Häusern auch meine Hosenbeine bespritzten. Verdammt. Die Autofahrer hatten ihre Scheibenwischer, ich hatte die feuchten Bremsspuren. Die hatten die warmen vollen Häuser, ich hatte die dunklen leeren Gassen.</p>
<p>Ich a? meinen Riegel auf und steckte mir eine Zigarette an. Mein Fahrrad stand drüben an dem Pfeiler, der eine Reklametafel hielt, angelehnt, zwischen den ganzen Autos meiner Mitarbeiter. Einmal mehr spielte ich mit dem Gedanken, auf den feuchten Sattel zu springen und einfach nach Hause zu fahren. Scheiß doch auf alles. Dieser Job war es nicht wert zu leiden. Ich rauchte auf und ging zurück in den Markt.</p>
<p>Bevor es zehn Uhr war, hatte ich Frühstück und Mittag gegessen und setzte den Tag mit kanadischem Whisky für 9 Dollar die Flasche fort. Ich machte dort weiter, wo ich letzte Nacht irgendwann gegen Viertel vor 4 aufgehört hatte. Jede Nacht holte ich mir zwei Dosen Bier verfeinert mit Ginseng, Taurin und Erdbeerextrakten und las auf dem Boden sitzend den schwarzen Himmel. Keine Sterne, nur der Vollmond, der zwischen den Palmen, die am Straßenrand standen hindurch strahlte. Was tat ich hier? Jede Nacht war dieselbe Nacht und jede Nacht war derselbe passive Wutanfall, der in Form eines Rülpsers nach draußen brach. Jede Nacht zählte ich die Sekunden und sehnte mich dem Feierabend entgegen, nur um nach Hause zu fahren, dort noch ein Bier zu trinken und dann todmüde zum nächsten Job, der sowieso nicht genug Geld einbrachte zu eilen. Vielleicht war es an der Zeit für eine Veränderung? Nein, ich denke, diese war schon lange überfällig.</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1355" title="nachtmarkt" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/04/nachtmarkt-250x250.jpg" alt="nachtmarkt" width="250" height="250" />Nachts füllte ich die Regale im Vierundzwanzig-Stunden-Supermarkt, tagsüber saß ich dann zu Hause, rauchte eine Zigarette nach der anderen und sah wie das Bier und der Whisky immer weniger wurde, bis schließlich nichts mehr da war, nur die Müdigkeit, die es mir versagte, noch mal los zu ziehen, um Nachschub zu holen. Bald war der zweite Job dahin.</p>
<p>Es war ein Montagmorgen. Ich legte mich aufs Sofa und döste vor mich hin. Ich stand wieder auf, tippte ein paar Zeilen und spielte ein wenig Musik. Kein Buch, das ich begonnen hatte, war fertig, und ich hatte das Gefühl, mir lief die Zeit davon. Zu viele Jahre waren schon verschenkt, doch den Jahren war es egal. Die zogen vorbei wie die Wagen und Flugzeuge jede Nacht, in denen ich hätte sitzen können auf dem Weg in die lohnende Erleichterung, die sich von der Seligkeit nährte. Alles nur dummer Idealismus. Ein Traum &#8211; mal wieder. Ein weiterer Traum, der eine Nummer zog und brennend darauf wartete erfüllt zu werden. Wie sah denn die Realität aus? Zu wenig Schlaf, zu wenig fertige Bücher, zu wenig Geld und zu viel Alkohol. Ende.</p>
<p>Die Tage gingen so dahin. Ich schaute mir koreanisches Glücksrad im Fernsehen an. Ich hatte mir zwei Pizzabrote für drei Dollar besorgt und kaute nun auf der flauen Salamischeibe herum und hoffte, dass ich bald satt sein würde. Das ganze Ding würde ich nie und nimmer runter bekommen. Der Käse schmeckte nach abgestandener Milch und die Wurst nach Salz und das war‘s. Bloß schnell den Magen voll kriegen, dann eine rauchen und anschließend vor dem Fernseher einschlafen bis der Wecker klingelt.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2010/04/ein-erfuelltes-leben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das einzige woran du gerade denkst</title>
		<link>http://kaschemme.de/2010/02/das-einzige-woran-du-gerade-denkst/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2010/02/das-einzige-woran-du-gerade-denkst/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 22:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Klöpping</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1336</guid>
		<description><![CDATA[Das einzige woran du gerade denkst ist, / wie du am schnellsten aus deinem salärgefüllten Bett entwischst, / den Duschkopf optimal ausrichtest,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1337" title="person_abstrakt_350x250" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2010/02/person_abstrakt_350x250-250x250.jpg" alt="person_abstrakt_350x250" width="250" height="250" />Das einzige woran du gerade denkst ist,<br />
wie du am schnellsten aus deinem salärgefüllten Bett entwischst,<br />
den Duschkopf optimal ausrichtest,<br />
so dass du mit ihm die schaumgefüllte Pfütze deiner Restbehaarung<br />
im Abfluss ertränken kannst.</p>
<p>Das einzige,<br />
was dir bei deiner Arbeit auffällt ist,<br />
dass niemand deine Kaffeemeinung teilt,<br />
dass man im Einverständnis plutokratischer SMS-Paragraphen handelt,<br />
die im besten Fall dazu taugen,<br />
den Kaffeesatz zu interpretieren.</p>
<p>Das einzige woran du gerade denkst<br />
sind Weiber, Weiber, Weiber,<br />
die auf Porno-Websites gestochert werden,<br />
sich von vorne und hinten mit dickflüssigen Einläufen bespritzen lassen,<br />
die im besten Fall in anderen Flüssigkeiten aufgehen.</p>
<p>Das einzige was du bist,<br />
sind Tageskonglomerate vergeudeter Gedanken,<br />
hirnverhangener Witterung<br />
und suboptimaler Existenz,<br />
die bestenfalls davon zeugen,<br />
wie man früher auf dem Mars zu kotzen pflegte.</p>
<p>Das einzige woran du gerade denkst,<br />
sind deine Eier,<br />
die schon nach zwei Minuten zu heiß sind,<br />
deine Schienbeinschoner,<br />
die beim Elfmeterschießen nichts nützen,<br />
deine Wollmütze,<br />
die dich vor dem Fahrtwind des Lebens beschützen soll,<br />
doch nur deine Ohren wärmt.</p>
<p>Das einzige was du gerade denkst,<br />
kommt aus deinem Arsch.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2010/02/das-einzige-woran-du-gerade-denkst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

