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	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; verbot</title>
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	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
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		<title>Die Schuld</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 19:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem Waldboden liegt ein Teppich aus Moosen, Blumen und Gräsern, und in der Nähe rauscht ein Bach. Und plötzlich steht ein Junge vor ihm, ein Junge wie er.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da steht er vor ihm, der Wald, die Gehölzgesellschaft, da steht er nun davor, vor dem Wald, vor dem ihm Großmutter so oft gewarnt hatte. Und dann ist er drin im Wald, trotz der Warnungen, trotz der Furcht vor dem dunklen, undurchdringlichen Dickicht. Vor einem Jahr hätte er sich das noch nicht getraut, vor einem Jahr und in den Jahren davor, während der Sommerferien, die er bei Großmutter auf dem Land verbrachte. Da hatte er noch an die Märchen vom schwarzen Mann geglaubt, vom Kinderfresser und von den Seelen seiner Opfer, die durch den Wald geisterten.</p>
<p><a href="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/04/wald_350.jpg"><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/04/wald_350.jpg" alt="wald_350" title="wald_350" width="350" height="250" class="alignright size-full wp-image-1065" /></a>Buchen und Eichen zu beiden Seiten des Feldwegs, Baumstämme wie hohe, braune Pfeiler und Kronen wie lichte grüne Kirchenkuppeln. Auf dem Waldboden liegt ein Teppich aus Moosen, Blumen und Gräsern, und in der Nähe rauscht ein Bach. Und plötzlich steht ein Junge vor ihm, ein Junge wie er, wie aus dem Gesicht geschnitten, er steht da und lächelt. „Keine Angst“, sagt sein Ebenbild, „ich bin auf deiner Seite!“</p>
<p>Die Jungen setzen sich an den Bach. Der eine erzählt seine Geschichte, er erzählt die Geschichte vom Alleinsein, von der Einsamkeit in der Stadt. „Hat dich jemand in den Wald gehen sehen?“ unterbricht ihn der Waldjunge plötzlich. Noch ehe der andere den Kopf schütteln, noch ehe er verneinen kann, knackt es hinter ihnen. Und als sie sich umdrehen, sehen sie die Dorfgemeinschaft, sie sehen hundert, zweihundert Menschen auf sich zukommen. Die Großmutter tritt aus dem Pulk heraus und giftet: „Ich habe dir hundertmal gesagt, wer in den Wald geht, kommt nicht wieder heraus. Ich habe dich hundertmal gewarnt, du aber konntest nicht gehorchen.“</p>]]></content:encoded>
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		<title>Als der GEZ-Mann dreimal klingelte</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2005 19:13:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malorny</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Ding Dong. Ich wohnte in der ersten Etage und öffnete, weil ich dachte, es wäre eine Nutte die bevorzugt Hausbesuche macht."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Wirklichkeit klingelte er nur ein Mal. Ding Dong. Ich wohnte in der ersten Etage und öffnete, weil ich dachte, es wäre eine Nutte die bevorzugt Hausbesuche macht. Schon durch den Spion betrachtet, erschien mir die Person nicht wie eine hübsche langbeinige Nutte, zumal ich keinen Stöckelschlag auf den Stufen gehört hatte und meine Freundin im Begriff war sich auszuziehen.</p>
<p>Dummerweise war ich selbst bereits so leicht bekleidet, wie man eine Nutte auf Hausbesuch erwartet. Ich öffnete etwas entnervt, mein Ding verlor die Hälfte seines Volumens.</p>
<p>&#8220;Guten Tag, ich bin vom WDR&#8221;, dabei zeigte er einen Ausweis, den er, noch bevor ich ihn richtig begutachten konnte, wieder dezent in der Jackentasche verschwinden ließ. Natürlich, wie sich gleich darauf herausstellte, war der Typ nicht vom WDR. Er arbeitete im Auftrag des WDRs und wollte wissen, ob ich Radio- oder Fernsehgeräte besaß. Was ich verneinte.<br />
&#8220;Wir haben konkrete Hinweise, dass sie Rundfunk- und Fernsehempfänger betreiben.&#8221;</p>
<p>Er sprach dezent leise. Vermutlich einer von der besseren Sorte, dachte ich. Oder alleinstehend und ohne große Ansprüche.<br />
&#8220;Guter Mann&#8221;, begann ich, und hatte eigentlich keine Lust weit auszuholen und hätte lieber die Tür zugeknallt und mich meiner abklingenden Erektion gewidmet, &#8220;nun mal keine falschen Beschuldigungen, wir sind hier nicht in Simbabwe.&#8221;<br />
Die Wohnzimmertür stand offen. Von drinnen hörte man die charakteristischen Dialoge einer Daily-Soup. Aus dem laufenden Fernseher.<br />
Nach zwei Sekunden sagte der Typ: &#8220;Sollen wir anmelden?&#8221;<br />
&#8220;Wenn ich dann den Pulitzerpreis kriege?&#8221;</p>
<p>Was einem in solchen Fällen klar sein sollte: Die GEZ, sprich Gebühreneinzugszentrale der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands, beschäftigt keinen Außendienst. Die sind viel zu schlau, um sich selbst in die Nesseln zu setzen, sie heuern Freiberufler an, arme Selbständige, die von Provisionen leben müssen. Manche leben nicht schlecht, das sind eben jene, die über ein Repertoire an Phantasie verfügen.<br />
Zuerst würden sie gerne Einlass in die Wohnung bekommen. Aber das dürfen sie nach ihrem Status genauso wenig wie ein Zeitschriftenwerber.<br />
&#8220;Und, was höre ich da? Sind das nicht die Geräusche aus einem Fernseher?&#8221;<br />
&#8220;Nee, das ist meine Freundin, die macht nach was sie vorhin, in ihrem eigenen angemeldeten Fernseher gehört hat. Sie will gleich gefickt werden. Keine große Sache.&#8221;<br />
&#8220;Darf ich mich davon überzeugen?&#8221;, fragte der GEZ-Scherge.<br />
&#8220;Wie ich meine Freundin ficke???&#8221;<br />
Es hat sich längst rumgesprochen, dass man weder Drücker noch GEZ-Schergen in die Wohnung lassen muss. Erstere kriegen meisten einen Fußtritt, zweitere werden noch höflich behandelt, obwohl bei beiden, rechtlich gesehen, kein Unterschied besteht. Die GEZ ist ein Teil der Öffentlich-Rechtlichen, und die sind keine Behörde. Einen Fernseher oder ein Radio nicht anzumelden entspricht einer Ordnungswidrigkeit. Wie falsch Parken.<br />
&#8220;Ich könnte die Nachbarn fragen, ob die gehört haben, ob Sie einen Fernseher besitzen&#8221;, sagte der Kopfgeldjäger.<br />
&#8220;Ich dachte, Sie hätten einen konkreten Verdacht?&#8221;<br />
&#8220;Also, es ist doch offensichtlich, machen wir das Formular. Ansonsten drohen bis zu 1000 Euro Strafe.&#8221;<br />
Er hatte das Antragsformular und den Kugelschreiber längst in der Hand.<br />
&#8220;Ich habe nichts&#8221;, murmelte ich, was gleichzeitig bedeuten konnte, ich sage nichts.<br />
&#8220;Dann müssen wir ein Ermittlungsverfahren einleiten.&#8221;</p>
<p>Ermittlungsverfahren, dachte ich, Heilige Scheiße, der Typ spinnt. Was ich ihm auch leicht abgeschwächt sagte. Mir war ebenfalls klar, dass die GEZ Adressen vom Einwohnermeldeamt kriegte und in der freien Wirtschaft, besonders bei Zeitschriftenverlagen, Adressen kaufte. Usus in der BRD. Nur zwei oder drei ostdeutsche Bundesländer, die berechtigte Angst vor einem findigen und im Datenschutz gewieften Kläger hatten, der selbst das Verfassungsgericht nicht scheuen würde, enthielten sich dieser Praxis.</p>
<p>Tja, der arme Mann, der lediglich Geld verdienen wollte, merkte, dass sein Argument eines sogenannten Ermittlungsverfahrens kläglich scheiterte. Mir war bewusst, wie die GEZ arbeitete: Das Haus in Köln-Bocklemünd beherbergt gut 800 Angestellte, hauptsächlich Frauen. Sie sitzen an weißen Schreibtischen die auf grünen Teppichböden stehen und lesen Briefe. Ca. 50 000 am Tag. Und verschicken noch mehr. Das komplette Forcieren der Sache fällt diesen Frauen zu: Adressen werden aus Datenbänken abgeglichen, werden von Fremdfirmen gekauft und vor allem wird jeder Umzug, jede An-und Abmeldung des Einwohnermeldeamtes registriert. Notorische Gebührensparer, wie ich es einer bin, bombardiert man insgesamt drei Mal: Die Erstaufforderung, nach 8 Wochen eine Erinnerung, dann, weitere 8 Wochen später, noch eine. Dann ist erst mal Schluss. Zumindest schriftlich. Jetzt muss man sich nur noch vor den rund 1000 Freiberuflern in Acht nehmen.<br />
Gebühreneinzugsbeauftragte bedienen sich der Angst und Einschüchterung, und selbst das Gerücht einer möglichen Hausdurchsuchung macht hartnäckig seine Runde.</p>
<p>&#8220;Sie müssen damit rechnen, dass wir ihnen einen Peilwagen vor die Tür setzen.&#8221;<br />
&#8220;Na ja,&#8221;, sagte ich, &#8220;solange der nicht im Halteverbot steht &#8230;&#8221;</p>
<p>Ich knallte ihm die Tür vor der Nase zu und betrachtete im Spion, wie er sekundenlang blieb wo er stand und etwas notierte. Vielleicht appellierte er an meine Angst, dass ich den Fernseher, die Musikanlage und das kleine Radio in der Küche demnächst verstecken oder verkaufen müsste, um nichts dergleichen in der Wohnung zu haben und meiner Freundin sagen, sie dürfe diese Geräte nicht mehr einschalten. Wegen dem Peilwagen.</p>
<p>Dumm ist nur, dass die GEZ gar keine Peilwagen besitzt. Was das Straßenbild an Transportern mit Antennen auf den Dächern hergibt, sind die Peilwagen der Telekom, und die sind allein im Auftrag IHRER Firma unterwegs, um elektromagnetische Störfelder aufzuspüren.</p>
<p>&#8220;Wer war denn das?&#8221;, fragte meine Freundin.<br />
&#8220;Ach, so ein Kerl der Zeitschriften verkaufen wollte.&#8221;<br />
&#8220;Du bist mir einer&#8221;, sagte sie, &#8220;ich hätte den Typen sofort vor die Tür gesetzt. Du mit deiner Freundlichkeit.&#8221;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Bonny &amp; Clyde (1)</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jul 2003 23:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bonny &#38; Clyde hatten sich in ihre beste bürgerliche Schale geworfen und bogen in Richtung Marienplatz ab, vorbei an den siebzehn grünen Minnas, die in Reih und Glied im Parkverbot standen und den Eindruck machten, als hätte eine Kohorte sie hier vergessen. An einem Polizei-Mannschaftswagen zogen sich drei Polizisten um. Einer trug ein Donald-Duck-Shirt, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bonny &amp; Clyde hatten sich in ihre beste bürgerliche Schale geworfen und bogen in Richtung Marienplatz ab, vorbei an den siebzehn grünen Minnas, die in Reih und Glied im Parkverbot standen und den Eindruck machten, als hätte eine Kohorte sie hier vergessen.</p>
<p>An einem Polizei-Mannschaftswagen zogen sich drei Polizisten um. Einer trug ein Donald-Duck-Shirt, das ihm hinten aus der Hose flatterte, während er sich erst in schwere, militärgrüne Kluft warf und dann eine kugelsichere Weste anlegte. Jedenfalls sah es wie etwas aus, dass Bonny &amp; Clyde für eine kugelsichere Weste halten konnten.</p>
<p>Clyde wollte ein Buch über Power-Wording kaufen, Bonny begleitete ihn dazu in den Hugendubel am Marienplatz. Auf dem Marienplatz waren bereit die Gewerkschaftler aufmarschiert, Autonome oder das, was Bonny &amp; Clyde dafür hielten, und verschiedene andere Personen mit bunten Fahnen.</p>
<p>&#8220;Wenn die bunten Fahnen wehen&#8230;&#8221; summte Bonny.<br />
&#8220;Geht die Fahrt wohl übers Meer&#8230;&#8221; summte Clyde.<br />
&#8220;Wir sind voll von subkutanem Faschismus.&#8221; behauptete Bonny.</p>
<p>Sie ließen den Aufmarsch links liegen und marschierten auf die Rolltreppen zu, während hinter ihnen die Internationale oder ein anderes Demo-Lied gesunden wurde. Wartende Polizisten rauchten, milde Sorte, denn das Leben war ja hart genug.</p>
<p>&#8220;Mann, die greinen was zu zusammen.&#8221; Bonny zeigte mit einem kurz gehobenen Kinn auf einen Mann in einem Anzug. &#8220;Der Anzug sitzt so schlecht, dass mir schummrig wird.&#8221;<br />
&#8220;Das ist ist ein Sicherheitsfritze, Liebes, der passt auf, dass uns nichts passiert.&#8221;<br />
&#8220;Sag mir lieber, warum die hier drin heizen, als wolle man im Januar Bücher im Bikini einkaufen. Die Leute sollen sich was anziehen, statt die Ölreserven des Irak zu verheizen, bloss um nackt shoppen zu können.&#8221;</p>
<p>Sie rollten weiter nach oben, am geheimnisvoll fehlenden vierten Stock des Münchner Hugendubels vorbei in die Philosophieabteilung. Clyde sah sich orientierend um, wurde aber nicht fündig und ging dann auf einen Informationsschalter zu. Die Angestellte, die noch bis vor einer Sekunde keine Aufgabe hatte, stand plötzlich von ihrem Hocker auf und ging woanders hin. Clyde sah, wie sie in ihr Handy tippte.</p>
<p>&#8220;Sehe ich das richtig, dass die Dienstleister hier vor Ihren Kunden fliehen?&#8221; nörgelte er.<br />
&#8220;Liebster, Du hast aber auch so was an dir, was wie ein Sonderwunsch aussieht.&#8221;</p>
<p>Ein Mann mit Hugendubel-Schildchen druckste sich an ihnen vorbei.</p>
<p>&#8220;Äh hallo, kennen Sie sich hier aus?&#8221; rief Clyde.<br />
&#8220;Äh, ja. Wenn&#8217;s sein muss.&#8221;<br />
&#8220;Also, ich suche ein Buch zum Thema Power-Wording&#8230;&#8221;<br />
&#8220;Power-was?&#8221;<br />
&#8220;Power-Wording. oder so ähnlich. Allgemein betrachtet die Kunst, unangenehme Dinge positiv auszudrücken. Zum Beispiel statt zu sagen, Chef, was Sie da wollen ist hirnrissig und deswegen tue ichs nicht, sagen Sie, Chef, eine prima Idee, und ich finde, wir könnten ein noch besseres Ergebnis erzielen, wenn wir zusätzlich Dieses und Jenes tun, und das, was Sie dann vorschlagen, hat natürlich gar nichts mit seinem Müll zu tun, aber weil Sie es so positiv formuliert dargebracht haben, lobt er es, denn er hält es für das seine, und am Ende sind alle glücklicher und zufriedener, obwohl doch Sie Ihren Kopf durchgesetzt haben.&#8221;<br />
&#8220;Verstehe. Äh, nö, nie gehört, nicht hier gesehen.&#8221;<br />
&#8220;Ah so. Und, äh, haben Sie eine Idee, wo ich es versuchen könnte?&#8221;<br />
&#8220;Neeee, ich glaube, hier wären Sie an und für sich schon richtig, aber leider&#8230; Sie könnten es natürlich mit Psychologie&#8230;&#8221;</p>
<p>Plötzlich entstand ein Tumult. Eine Gruppe von Demonstranten hatte sich in dem Stockwert breit gemacht und schenkte Fahnen mit der Aufschrift &#8216;Stoppt die Globalisierung der Buchverlage &#8211; Nieder mit der Verdummung der Medien!&#8221; und ähnlich klugen Texten.</p>
<p>Bonny und Clyde wollten schon zur Abwärts führenden Rolltreppe fliehen, sahen dann aber, dass das unter Ihnen liegende Stockwerk vor lauter Militärgrün bereits überlief. Die Polizei kam von unten.</p>
<p>Erste Gummigeschosse prallten von der Decke. Die Demonstranten bildeten eine Kette zu den Bücherregalen und warfen mit Philosophie-Schinken nach den Beamten. Bonny und Clyde versteckten sich hinter einem Berg Esoterik-Fachliteratur, während Sartre, Nietzsche, Heidegger, Baudrilliard und andere Denker auf die Einsatzkräfte der Polizei niederregneten und an ihren Plexiglas-Schilden abprallten.</p>
<p>Die Philosophie erschöpfte sich jedoch schneller als gedacht, und so&#8230;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Dunkle Feuer.</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Feb 2003 11:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Managerin_05</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie konnte vom Bett aus durch das Fenster nach draußen sehen. Wie lange war es her, dass sie sich so schlecht gefühlt hatte? Sie wusste es nicht mehr. Denn letzte Nacht hatte sich alles verändert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gab es etwas schöneres, als den frisch gemähten Rasen zu riechen? Die Vögel zu hören, wie sie an Sommermorgen am schönsten sangen? Was für ein Tag.</p>
<p>Sie konnte vom Bett aus durch das Fenster nach draußen sehen. Wie lange war es her, dass sie sich so schlecht gefühlt hatte? Sie wusste es nicht mehr. Denn letzte Nacht hatte sich alles verändert. Mit Gänsehaut dachte sie an die nächsten hundert Jahre. So lange, glaubte sie, würde sie brauchen, um ins Leben zurückzufinden. Falls es noch ein Leben für sie gab.</p>
<p>Vor zwei Jahren lernte sie David in der Firma kennen, in der sie arbeitete. Sie mochte ihn sofort und er sie. Das gute daran war, dass er schwul war und nichts Körperliches von ihr wollte.</p>
<p>David war reizend zu ihr, behandelte sie wie eine Dame, war immer höflich und niemals verletzend. Bis zu diesem einen Tag war er der perfekte Gentleman. Sie wünschte, dieser Tag wäre niemals gekommen, sie wünschte, sie wäre an diesem Tag nicht in der Firma gewesen. Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen.</p>
<p>Es fing schon damit an, dass nicht David persönlich sie zur bevorstehenden Kundenpräsentation rief, sondern seine Sekretärin vorschickte. Er hatte miese Laune und reagierte sehr heftig aus Tianas wohlgemeinte und liebevolle Ratschläge.</p>
<p>Was war bloß mit ihm los, er war schon seit Monaten so gereizt. Das konnte doch nicht nur mit dieser Präsentation zusammenhängen? Warum schnauzte er sie nur so an? Sie fühlte sich schlecht und hatte Schuldgefühle. Wenn sie doch nur wüsste, warum er so schlecht auf sie zu sprechen war.</p>
<p>Sie musste mit ihm darüber sprechen und nahm sich vor, ihn heute Abend zu besuchen &#8211; ohne Vorankündigung. Abends rief sie ihn an. Seine Mailbox sprang an. Sie sprach ihm drauf und versuchte unbeschwert zu klingen. Normalerweise rief er spätestens nach einer Stunde zurück. Es vergingen 3 Stunden, ohne dass er zurückrief. Sie hielt es nicht mehr aus und setzte sich direkt vom Büro aus ins Auto, um zu ihm zu fahren.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-398" title="halteverbot" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/halteverbot.gif" alt="halteverbot" width="150" height="237" />Die Straßen waren leer und sie kam gut durch. Hastig parkte sie im Halteverbot und lief in großen Schritten zu Davids Haus. Sie klingelte fast Sturm und wurde sich dessen plötzlich bewusst. Es war ihr peinlich und die versuchte sich zu beruhigen. <em>Bloß in nichts reinsteigern,</em> dachte sie. Sie drehte sich seufzend um und wollte schon gehen, als sie plötzlich ein lautes Gepoltere hinter der Tür hörte. Mit einem großen Satz war sie wieder bei der Tür.</p>
<p>&#8220;David!&#8221;, rief sie, &#8220;bist Du das?&#8221; Sie lehnte das Ohr an die Tür. &#8220;Mach doch auf, bitte!</p>
<p>Eine Weile war es still, dann hörte sie zwei Stimmen, die laut flüsterten. Beide Stimmen kamen ihr vertraut vor. David&#8217;s erkannte sie ja gleich, aber die andere&#8230; angestrengt überlegte sie, kam aber so schnell nicht drauf. Sie klopfte nochmals leise.</p>
<p>&#8220;David! Mach auf &#8211; komm schon!&#8221; Wieder Rascheln und Flüstern. Dann klackte das Schloss und David öffnete die Tür. Sie sah ihn an. Er sah sie an, sein Gesicht war ernst. Sie lächelte erleichtert. Ein Glück, er war gesund und munter, nur sein Gesichtsausdruck gefiel ihr nicht.</p>
<p>&#8220;Ich muss mit Dir reden&#8221;, sagte sie, &#8220;hast Du Zeit&#8221;?</p>
<p>David sah sie einen Augenblick ernst an. &#8220;Ja&#8221;, sagte er kurz und knapp, &#8220;komm&#8217; rein.&#8221; Erleichtert betrat sie seine Wohnung. Und dachte, sie sah nicht richtig.</p>
<p>&#8220;Was machst DU denn hier&#8221;? Große, vertraute blaue Augen sahen sie stumm an. Mario sagte gar nichts. Sie sah zwischen Ihrem Fast-Ehemann und ihrem besten Freund hin und her. Zuerst hatte sie überhaupt keine Vorstellung, was er hier verloren hatte und dachte im ersten Augenblick nur an einen harmlosen Besuch ihres Mannes bei ihrer besten (schwulen) Freund.</p>
<p>Dann begriff sie, dass die beiden in Hemd und Unterhose vor ihr standen und das DAS irgendwie nicht in dieses Bild passte. Es dauerte gute zehn Sekunden, bevor sie begriff, was hier abging. An ihren Gesichtszügen hingen kleine Gewichte und sie hatte Angst, dass Ihre Mundwinkel gleich bis zum Boden hängen würden.</p>
<p>Fragend, mit großen Bambiaugen und kreisrundem geöffneten Mund starrte sie von einem Mann zum anderen. Die beiden wichen ihren entsetzen und enttäuschten Blicken aus. Sie fühlten sich mehr als schlecht, denn Tianas Gesichtsausdruck glich dem eines kleinen Mädchens, das gerade erfahren hatte, dass sie nicht mit Papi zur Kirmes fahren würde. Sie tat ihnen leid. Mehr als das. Aber es war nun einmal so, wie es war.</p>
<p>Niemand sagte etwas.</p>
<p>Tianas Träume zerrissen wie Pergamentpapier. Die letzten drei Jahre ihres Lebens wurden ausgelöscht, zerfielen zu Staub. Das Bild, dass sie sich von ihrem zukünftigen Leben gemacht hatte, wurde zu einer blassen Erinnerung, wie aus Tusche gemalt, auf die Regen fällt. Ihre Pläne, ihre Sehnsüchte, schöne Augenblicke mit einem ihr nun völlig fremden Mann, alles nichts mehr wert, alles umsonst. Die ganze Mühe, die ganze Kraft, so viele Tage und Nächte, in denen sie nur über diesen Mann und die Zukunft mit ihm nachgedacht hatte.</p>
<p>Sie hatte immer gedacht, dass das schlimmste sein würde, ihn an eine andere Frau zu verlieren oder &#8211; noch schlimmer &#8211; durch den Tod. Aber das stimmte nicht. Wäre er einfach nur gestorben, hätte sie ihren Stolz bewahren können, hätte sich nicht so schlecht, so schäbig, so ausgeschlossen gefühlt.</p>
<p>Sie hasste beide dafür, sie hasste sich, sie hasste dieses Gefühl, abgewiesen und ungeliebt zu sein. Und sie war sehr verzweifelt. Denn keiner der beiden feigen Hunde sagte auch nur ein Wort. Keine Entschuldigung, kein Bedauern. Nur Neutralität und das Gefühl, kein Teil dieses Bundes zu sein. Das Gefühl unendlicher Einsamkeit beschlich sie und sie wollte sterben. Jetzt auf der Stelle. Stumm, mit Tränen in den Augen und großem Kloß im Hals dreht sie sich langsam um. Sie ging zur Tür und wusste, dass eine sehr schmerzhafte und leidvolle Zeit auf sie wartete. Und wünschte sich nichts mehr, als alles rückgängig machen zu können. Ein dunkles Feuer breitete sich in ihr aus.</p>
<p>Wenn sie doch David niemals kennen gelernt hätte, wenn sie doch nicht so blind gewesen wäre und so blöd, wenn sie doch damals nur &#8220;nein&#8221; zu Marios Antrag gesagt hätte&#8230;<em>Wenn&#8230;</em> vier Buchstaben, die für das Nichts standen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Stoiber Swinger Sehnsucht</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jan 2002 15:47:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Kulla</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Der Kandidat ist da. Und natürlich trinkt er, aber nur einen kurzen Schluck. Viel häufiger dreht er das Weißbier in die Kameras. Dann hat Dieter mich gevögelt, und Conny kam sich ein bißchen wie ein Zuschauer vor."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="winz" style="text-align: right;">(instruction manual, sid meier&#8217;s civilization III, it&#8217;s history in the making): <em>In the beginning&#8230; the Earth was without form and void. It will stay that way until you install the game and start playing.</em></p>
<p><strong> (jungle world, 16.1., stopft stoiber) </strong><br />
Lieber einen Kriegskanzler mit Havanna im Maul als einen Kriegskanzler mit Kamillentee im Maßkrug. Viele werden mal wieder das kleinere Übel wählen. Und zwar zu Recht: Stoiber als Bundeskanzler wäre der politische Gau. Wer ernsthaft glaubt, es sei letztlich egal, wer regiere, oder eine Kanzlerschaft Stoibers stärke die Linke und den Widerstand, wird ein böses Erwachen erleben. Denn Stoiber ist Schill und Koch in einer Person. &#8220;Europa muss Heimat sein&#8221;, meint Edmund Stoiber. Und Stoibers Heimat muss Bayern bleiben.</p>
<p><strong> (benjamin r. barber, jenseits von djihad und mcworld) </strong><br />
Wenn wir die Religion jeden anderen Lebensbereich kolonisieren sehen, nennen wir es &#8220;Theokratie&#8221; und rümpfen die Nase über den Geruch der Diktatur, und wenn wir die Politik jeden anderen Lebensbereich kolonisieren sehen, nennen wir es &#8220;Absolutismus&#8221; und zittern vor der Aussicht auf Totalitarismus. Wenn wir aber sehen, wie Marktbeziehungen und kommerzielle Konsumhaltung jeden anderen Lebensbereich zu kolonisieren trachten, nennen wir es &#8220;Freiheit&#8221; und feiern ihren Sieg.</p>
<p><strong> (sz 18.1.) </strong><br />
Als das Jugendradio 1975 jeden Tag einen Westschallplatte zum Mitschneiden spielte, lief der Chefredakteur jeden Tag mit ein paar Mark West von der Staatsbank in einen Plattenladen auf dem Ku&#8217;damm. Sehnsuchtsorte sind eben die, zu denen man nicht gelangt. Damals nicht in die USA und heute nicht in die DDR. (rolf lamprecht, die freiheit stirbt an ihrer verteidigung) Was augenblicklich in den USA abläuft, erinnert an ein Zerrbild der Demokratie: Entlassung ohne Grund, Gefängnis ohne Haftbefehl, Überwachung ohne Grenzen, Sondergerichte ohne Regularien, vor allem aber monströse Diskussionen, etwa über die Anwendung von Filter. Die Infektionsgefahr ist groß. Tony Blair hechelt bereits den Hardlinern in den USA hinterher.</p>
<p><strong> (happy weekend 744) </strong><br />
Beide verstehen nicht, daß die Zahl der bekennenden Swinger noch so klein ist. Sie glauben, daß viele Paare davon sprechen und auch träumen, aber nie den Mut aufbringen, es auch einmal zu versuchen.</p>
<p><strong> (spiegel 1/02) </strong><br />
Zwar fiel die Kritik an Schills richterlicher Tätigkeit bei Rabe nicht weniger harsch aus als seinerzeit bei Göhlich: schlampig, unprofessionell, und: &#8220;Herr Schill hat gelogen.&#8221; Aber ganz ohne Absicht, versteht sich. Das Gericht, so der Staatsanwalt nach der Urteilsverkündung, habe vom BGH eben eine andere Beweiswürdigung vorgegeben bekommen. So viel zur richterlichen Unabhängigkeit.</p>
<p><strong> (süddeutsche feat. happy weekend) </strong><br />
Der Kandidat ist da. Und natürlich trinkt er, aber nur einen kurzen Schluck. Viel häufiger dreht er das Weißbier in die Kameras. Dann hat Dieter mich gevögelt, und Conny kam sich ein bißchen wie ein Zuschauer vor. Der als steif geltende Bayer soll etwas sinnenfroher inszeniert werden. Aber wir haben ihren Schwanz bald groß gespielt, und dann hat sie mich damit richtig schön durchgevögelt. Ich habe laut gequietscht. Der Kandidat aus Bayern hält sich lieber verdächtig oft am Milchglas fest. Selbst in der Tierhalle wärmt er nicht. Dann haben Conny und Schatzi sich gegenseitig die steifen Schwänze geblasen. Ansonsten gibt sich Stoiber zahm. Conny sieht auch gern zu, wenn ich Schatzi den Schwanz kaue. So ganz gelingt dem Kandidaten die Inszenierung der Leutseligkeit aber nicht. Später hat sie mich dann noch einmal toll gebumst und in meiner Fotze abgespritzt. Schatzi hat mir dabei seinen Samen aufs Gesicht gewichst. Es war saugeil, wie wir drei zusammen gekommen sind und geschrien haben. Der Kontakt zu den Besuchern bleibt kurz. Und für dieses Gefühl wurde ich auch noch bezahlt! Meine Kolleginnen waren alle sehr professionell. Keine von ihnen empfand etwas bei der Arbeit, wie sie mir auch versicherten. Ich war vermutlich eine der ganz wenigen Frauen, die auf der Bühne regelmäßig einen Orgasmus erlebten. Stoiber schüttelt Hände. Wenn mir ein Mann gefiel, machte ich seinen Schwanz sauber und blies ihn pur. Wenn er mir richtig gut gefiel, schluckte ich sein Sperma sogar runter, aber immer hab ich die Entscheidung getroffen. Wenn er grob oder unhöflich war, durfte er nur in meine Hand oder ins Kondom spritzen. Stoiber sagt danke. Heute noch blase ich für mein Leben gern Schwänze. Ich weiß absolut nicht, was daran erniedrigend sein soll. Schließlich will ich doch auch von Männern geleckt werden. Gleiches Recht für alle. Stoiber nickt den Kopf. Es scheint sich trotz der sexuellen Revolution nicht allzu viel geändert zu haben. Kürzlich hörte ich, daß die Peepshows in Hamburg in alten Form längst verboten seien&#8230; Angeblich soll es was mit dem Schutz der Würde der Frau zu tun haben. Da waren die Feministinnen der 70er Jahre doch weiter entwickelt. Wir waren wirklich frei, denn wir hatten die Wahl&#8230; Stoiber ist weg. Ein paar Monate später hab ich ein Pornomagazin zugeschickt bekommen, in dem meine Fotos abgedruckt waren. Es war mir überhaupt nicht peinlich. Im Gegenteil, insgeheim war ich stolz darauf. Ich habe es als Akt der sexuellen Befreiung angesehen. Ich entscheide, was ich mit meinem Körper mache. Wenn ich es will, lasse ich mich in jeder Pose fotografieren. Ein bißchen hat es sogar mit der Ausübung von Macht zu tun. Ich allein entscheide, was ich zeige und was nicht. Das ist das genaue Gegenteil von sexueller Unterdrückung.</p>
<p><strong> Platten der Stunde: </strong><br />
Lolita Storm &#8220;Girls fucking shit up&#8221; (die Digital Hardcore_Frauenfraktion mit fröhlich-verkommenen Punktunes) Tomte &#8220;Eine sonnige Nacht&#8221; (Tocotronic-Exegese von und mit Theeß Ullmann, the almighty one and only) Bad Astronaut (der Lagwagon-Sänger solo) Hans Söllner und Bayaman&#8217;Sissdem &#8220;Babylon&#8221; (bayerischer Anarchistenreggae, sehr bekifft, hat seine textlichen Aua-Stellen) und imma noch System of a down.</p>
<p><strong> Bücherns: </strong><br />
Uwe Rada &#8220;Berliner Barbaren. Wie der Osten in den Westen kommt&#8221; Konrad Löw &#8220;Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen&#8221; (der fundamentalste Anti-Marx überhaupt)</p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu den Feiertagen</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jan 2002 12:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Hiess</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
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		<description><![CDATA[  Zu den Feiertagen, denen vom letzten Jahr nämlich: Da war ich ja auch alleinstehend, aus diesem und jenem unerquicklichen Grunde. Und während ich Weihnachten zwar gern im Kreise der Familie verbringe, war der Besuch bei meiner geliebten Frau Mama diesmal eher traurig, weil keiner so recht wußte, wie er den anderen über diesen einsamen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <div id="attachment_440" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-440" title="Peter Hiess" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/peter_hiess_feiertage.jpg" alt="peter_hiess_feiertage" width="200" height="166" /><p class="wp-caption-text">Peter Hiess feiert.</p></div></p>
<p>Zu den Feiertagen, denen vom letzten Jahr nämlich: Da war ich ja auch alleinstehend, aus diesem und jenem unerquicklichen Grunde. Und während ich Weihnachten zwar gern im Kreise der Familie verbringe, war der Besuch bei meiner geliebten Frau Mama diesmal eher traurig, weil keiner so recht wußte, wie er den anderen über diesen einsamen heiligen Abend hinwegtrösten soll. Dann war dieser Feiertagsirrsinn halbwegs vorbei, und ich hatte mir ja schon in der Nacht vom 23. auf den 24. eine Teilzeitgeliebte zugelegt, nicht ohne Alkohol und Rock´n´Roll und verbotene Substanzen, und diese charmante Dame begleitete mich dann auch durch die ansonsten so depressive Woche bis Silvester. Letzteren wollten wir dann gemeinsam begehen, mit Schampus und im Bett und überhaupt. Ich also zu ihr hin, trinken, herumschmusen, blöd reden, ein paar Lachsschnittchen oder sowas essen, wie sich das alles gehört &#8211; und plötzlich kriegt die aus psychosomatischen Gründen (wie sich später herausstellte, sie hatte sich nämlich in der Zwischenzeit in irgendeine unmögliche männliche Tussi verliebt, was mir eigentlich wurscht gewesen wäre, aber&#8230;) 38,5 Fieber, kotzt herum und ist schwerkrank. Also bin ich um halbelf nach Hause, hab mich ins Bett gelegt und den ganzen blöden Krach verschlafen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die NSA und der Rest der Welt</title>
		<link>http://kaschemme.de/1998/09/die-nsa-und-der-rest-der-welt/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 1998 15:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter J. Kraus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
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		<description><![CDATA["Lieutenant Colonel James P. Thudpucker stand stramm, obwohl er sich in Gegenwart des Präsidenten immer unwohl fühlte. Der hatte die New York Times vor sich und deutete auf einen Artikel, den Thudpucker in seinem Kellerbüro bereits mit hellem Vergnügen gelesen hatte."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieutenant Colonel James P. Thudpucker stand stramm, obwohl er sich in Gegenwart des Präsidenten immer unwohl fühlte. Der hatte die New York Times vor sich und deutete auf einen Artikel, den Thudpucker in seinem Kellerbüro bereits mit hellem Vergnügen gelesen hatte.</p>
<p>&#8220;Was ist da dran?&#8221; wollte der Präsident mit Donnerstimme wissen, und Thudpucker beeilte sich mit der Antwort.</p>
<p>&#8220;Stimmt genau, Sir. Die verdammten Russen haben in der Tat unsere geheimsten Militärcomputer geknackt, schreiben seit über einem Jahr alles mit und ab, und das FBI ist nicht in der Lage, die Hackerei abzustellen&#8221;. Er blickte traurig aber forsch, was bei Clinton immer wirkte.</p>
<p>&#8220;Und warum weiß ich nichts davon?&#8221; wunderte sich der Mächtigste Mann der Welt.</p>
<p>&#8220;Weil Sie der NSA verboten haben, die verdammte Schnüffelnase, wenn ich zitieren darf, in innenpolitische Angelegenheiten zu stecken. Dafür sei die Bundespolizei zuständig, ließen Sie mich wissen, und daß ich mich um meine eigentliche Aufgabe kümmern soll, die darin bestehe, Schaden von den USA und seiner politischen Führung abzuwenden. Sir&#8221;. Zur Bestätigung wollte der Oberstleutnant noch kurz die Hacken zusammenschlagen, entschied sich aber im letzten Augenblick dagegen, weil der Chef doch nicht gedient hatte und für die akustisch-optische Schönheit einer solchen Geste vermutlich nichts übrighatte.</p>
<p>*</p>
<p>Clinton lehnte sich im Sessel zurück, schaute an die Decke und fragte sanft, womit sich die Nationale Sicherheits Agentur denn in letzter Zeit beschäftigt habe.</p>
<p>&#8220;Schaden von den USA und seiner politischen&#8230;..&#8221;</p>
<p>Ja, ja, unterbrach der Boss unwirsch, aber womit genau? Es ginge doch nicht an, daß sich vierzigtausend Geheime, die derart geheim seien, daß sie offiziell nichtmal existieren, nur um die Abwendung irgendwelcher Schädchen kümmern und den gewaltigen Schaden einer ausländischen Cyberinvasion einfach ignorieren. Oder? Er schaute wieder frech &#8211; Zivilist eben, ein verdammter Politiker, der keine Ahnung von der richtigen Welt hatte. Thudpucker stand noch strammer.</p>
<p>&#8220;Geheimsache &#8220;Kuckucksei&#8221; läuft seit drei Jahren &#8211; seit sich die Gerüchte bewahrheiteten, daß die Krauts den Weltautomobilmarkt mit einer Neuauflage ihres Käfers an sich reißen wollen. Und ich darf sagen, Sir, daß die Aktion sehr erfolgreich ist. Schauen Sie an, was aus dem Ding geworden ist! Keine Verkaufszahlen, keiner nimmt den Verein mehr ernst, und in Detroit sind die Arbeitsplätze sicherer denn je. Zumal wir als Beiprodukt unserer Wühlarbeit in Deutschland denen noch Chrysler verscherbeln konnten&#8221;. Thudpucker konnte nicht mehr &#8211; seine militärische Haltung verpuffte in schallendem Gelächter, der Präsident wieherte und lief schon tiefrot an. Die zwei ungleichen Diener des Volkes erlaubten sich einen Moment der Sorglosigkeit, der Heiterkeit.</p>
<p><span style="line-height: 12px;">Der Oberstleutnant setzte sich. Es würde länger dauern &#8211; aber als Vize des Nationalen Sicherheitsberaters hatte er natürlich eine Antwort auf alle Fragen. Nicht umsonst brannte im Tiefgeschoß des Weißen Hauses manche Nacht das Licht; die NSA war sich ihrer Pflicht gegenüber des amerikanischen Volkes, des Großartigsten Volkes der Welt, bewußt. Und ihres Präsidenten, natürlich, auch wenn sie über seine Person herzogen, dort unten im lautlosen Keller dieses Mächtigsten Gebäudes der Welt. Konnte eben nicht jeder ein Reagan sein; so einen Patrioten, so einen Überamerikaner gab´s nun mal selten. Na ja. Er konzentrierte sich auf die Ausführungen dieses Bauernlümmels aus Alabama. Oder Arkansas. Aus irgendsoeinem Scheißstaat halt.</span></p>
<p><span style="line-height: 12px;">&#8220;Aber vierzigtausend Leute? Da muß doch irgendjemand für die Sicherheit des Pentagons zuständig sein, verdammt noch mal.&#8221;.</span></p>
<p>&#8220;Nicht so einfach, Sir. Wie Sie sicher wissen, läuft dann noch die Aktion &#8220;Nachtwächter&#8221; irgendwo in Deutschland, oder vielleicht in Bayern, so genau kenne ich mich da nicht aus, Sir. Rekrutierung Einheimischer, Sie erinnern sich: Und Auftrag &#8220;Furz&#8221; im Norden, wo es um die Ausspähung der teutonischen Windenergietechnologie geht. Dann soll die Bundesregierung irgendwann nach Berlin umziehen, aus ihrem Dorf dort am Rhein, oder sie sind schon umgezogen, weiß ich´s? Da sind einige unserer Leute rund um die Uhr dran. Wissen Sie, mit der ganzen Infrastruktur, die für so einen Riesenauftrag nötig ist, fehlen uns jede Menge Leute, die wir sonst hätten einsetzen können.&#8221;</p>
<p>&#8220;Scheiße&#8221; murmelte der Führer des Freiesten Landes der Welt, und der Vize des Nationalen Sicherheitsberaters brummelte nickend Zustimmendes.</p>
<p>&#8220;Aber wieso konnten die verdammten Russkis, die doch von nichts eine Ahnung haben, unsere gesicherten Computer knacken? Ich denke, die arbeiten noch mit Abacus&#8221;</p>
<p>&#8220;Aba-was, Sir? Kenne ich nicht. Die haben sich scheinbar irgendwelche Experten aus Deutschland geholt. Schauen Sie&#8221;. Der Oberstleutnant zog die Zeitung näher und überflog den Artikel, bis er die Stelle fand, die er suchte.</p>
<p>&#8220;Hier steht´s, Sir. Die Hacker brachen immer nur an Wochentagen zwischen acht Uhr und siebzehn Uhr Moskauer Zeit ein, nie am Wochenende und nie am Feiertag. Außterdem pausierten sie im vergangenen Jahr dreimal jeweils zwei Wochen &#8211; vermutlich waren sie da im Urlaub. Können also nur Deutsche sein&#8221;</p>
<p>Der Präsident nickte zustimmend. Ja, da hatte der Kommißkopp recht &#8211; die Arbeitsweise, das sah selbst ein erfahrener Politiker wie er, deutete auf Deutsche hin. Ganz klar.</p>
<p>&#8220;Verdammten Krauts kommen uns überall in die Quere!&#8221; Spiegelabonnent Clinton zog unwirsch die Stirne in Falten &#8211; vielleicht sollte man sich doch noch mal mit dem neuen Mann in Deutschland unterhalten. Nicht Kohl, der andere. Weiß der Teufel, wie der schon wieder heißt. Muß mal Hillary fragen. Die kennt sich aus.</p>
<p>&#8220;Was machen wir nun mit der Hackerei? Kann man die nicht auch behacken? Denen die paar Geheimnisse klauen, die sie noch haben? Das CIA hat doch eine neue Cyberabteilung &#8211; wie sieht´s denn mit denen aus?&#8221; Der Präsident beugte sich über den Schreibtisch, seinem Besucher zu. Das war psychologisch wichtig, zeigte Interesse und Anteilnahme, also bestanden seine Berater darauf, daß er sich alle vier Minuten über den Tisch beugte. So in Fleisch und Blut übergegangen war die Geste, daß er sich auch dann vorbeugte, wenn gerade mal niemand da war. Alle vier Minuten. Das mußte sein.</p>
<p>&#8220;Stimmt, Sir &#8211; die haben in der Tat eine neue Entwicklungsabteilung. Haben Sie gerade erst mit einem Jahresbudget von 28 Millionen Dollar ausgestattet. Aber dessen Boß muß erst noch Erfahrung sammeln. Den hat das CIA mit eingekauft, als sie dessen Firma übernahmen. Computerspiele haben die bisher entwickelt, Das mag noch dauern, bis der zum Geheimen ausgebildet ist.&#8221;</p>
<p>So ist das nun, wenn man der Mächtigste Mann des Universums ist. Nur Kleinkram zu erledigen, den ganzen Tag nur Mist. Gott sei Dank ist das bald vorbei &#8211; dann hat Al den Scheißdreck am Hals, Hillary sitzt als Senatorin in Washington und ich habe endlich meine Ruhe. Der Chef der Freien Welt seufzte. Thudpucker schreckte aus seinen Gedanken auf.</p>
<p>&#8220;Cal Tech, Sir. In Kalifornien. Die Fortschrittlichste Technische Universität der Welt. Die sollen sich drum kümmern. Von denen hat doch jeder einen Computer, und die surfen doch den ganzen lieben Tag lang im Internet. Die sind für den Job wie geschaffen. Zumal deren bisherige Forschungsaufgabe gerade in die Hose ging. Die freuen sich über den Überbrückungsauftrag.&#8221; Na, wie war das? Aus dem Stegreif gelöst, das Ding. Der Oberstleutnant war sichtlich mit sich zufrieden. Daß die Marssonde, die Cal Tech auf den Roten Planeten steuerte, deshalb ihr Ziel um einige tausend Meilen verpaßte, weil die Herstellerfirma alle Maße in Fuß und Zoll angab, die Akademiker aber annahmen, es handele sich um Meter und Millimeter, das ging den Chef ja nichts an. Irren ist schließlich menschlich.</p>
<p>&#8220;Gut. Wird gemacht. Sie leiten das in die Wege.Vielen Dank, lieber Oberstleutnant&#8221;. Clinton stand auf und salutierte. Darauf bestanden seine Berater ebenfalls &#8211; Militärs mußten vom Oberkommandierenden der Streitkräfte immer salutierend verabschiedet werden. Auch wenn der OdS lieber nach Oxford als nach Saigon gegangen war, damals.</p>
<p><span style="line-height: 12px;">Die Kommunikationswissenschaftler der kalifornischen Uni freuten sich wirklich über den Regierungsauftrag. Einer ihrer talentiertesten Nachwuchsleute bekam sofort die Anweisung, sich in das russische Regierungscomputernetz einzuwählen. Er ließ sich erstmal von der Telefongesellschaft Pacific Bell die Vorwahl Moskaus geben. Durch einen bedauerlichen Übertragungsfehler wurde ihm allerdings von einer in ihrer knappen Freizeit fleißig englisch büffelnden vietnamesischen Neueinwanderin bei der Auskunft die Nummer des guatemaltekischen Roten Kreuzes genannt, was jedoch nicht weiter auffiel. Seither wird jeder, der dem lateinamerikanischen Hilfsverein eine Spende gibt, von Dreiermannschaften der NSA beschattet. </span></p>
<p>&nbsp;<br />
-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<strong>Was von Peter J. Kraus lesen:</strong></p>
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