<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Zarathustras miese Kaschemme &#187; WC</title>
	<atom:link href="http://kaschemme.de/tag/wc/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kaschemme.de</link>
	<description>Blog &#38; Magazin für exzentrische Literatur</description>
	<lastBuildDate>Wed, 16 May 2012 06:38:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Portwein</title>
		<link>http://kaschemme.de/2011/05/portwein/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2011/05/portwein/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 08 May 2011 02:51:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Fightestörk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Titelstory]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[abrechnend]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtend]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[KaschemmeTV]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>
		<category><![CDATA[zigaretten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=1585</guid>
		<description><![CDATA[Wir reißen die Straßen auf mit unseren Hacken im Großstadtsuff, wütend, mit geblähten Hemden fackeln wir die müllgefütterten Bäuche der Glashäuser ab, und lassen uns nicht aufhalten von unsichtbaren Linien und Kreidestrichen, von Generaldirektoren und Agenturräten gezogen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>(Stimme: Alan Neon; Fotografie: Rafael Pielorz; Text: J. F.)</em></p>
<p><object width="600" height="371"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/f6_2ik6OdqI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/f6_2ik6OdqI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="371" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Wir reißen die Straßen auf mit unseren Hacken im Großstadtsuff,<br />
wütend, mit geblähten Hemden fackeln wir die müllgefütterten Bäuche der Glashäuser ab,<br />
und lassen uns nicht aufhalten von unsichtbaren Linien und Kreidestrichen, von Generaldirektoren und Agenturräten gezogen,<br />
von schmalgesichtigen Polizisten die aus Silberschweifen hechten und ihre Schultersterne sprechen lassen,<br />
von der kosmischen, unverzeihenden Investigationstruppe,<br />
von den Lou Salomés in den einladend pulsierenden musikzerrütteten Stätten mit den einladend pulsierenden Körpern,<br />
von den Blechmonstern, die uns am anderen Ende der Welt wieder ausspucken,<br />
von den Heilanstalten, den vollgestopften, die uns wild gestikulierend aufnehmen würden, denn nicht mal dort gibt es noch große Menschen,<br />
von den tollwütigen Hundebesitzern auf der Straße, den tollwütigen geprellten Laternennutten in ihrem Kiezer Zwirn,<br />
von hysterischen vollgeschnupften Halbglatzen, Diamantenhändlern, von philosophielosen Ärschen, die unter Röcken herausschießen,<br />
von Fixern in der leergesaugten Morgendämmerung,<br />
wir sind uns selbst überdrüssig, der Linke ist dem Rechten überdrüssig, wir spucken auf unsere eigenen Gräber,<br />
der Linke auf den Epitaph des Rechten, wir rotzen auch den Generaldirektoren und den Louise von Salomés und den Psychiatern und dem Linken aufs Grab,<br />
in lustloser Masturbation gegen die Würde selbst gerichtet, den rechteckigen Tullamore Dew im Holster, die Revolvertöpfe in Fensterspalten prustend koksen wir für die Ehrlichkeit,<br />
eingerahmt für die nächsten Stunden, mit teuren Lederstiefeletten und wildwüchsigen Haaren, ungewaschen und unparfümiert die Straße tretend,<br />
die Welt wird nach hinten geschoben, nicht wir vorwärts – im Staccatogalopp vorbei am Morgengrauen,<br />
an Persiluhren und Abendkinos, an alten, verschmutzten und verfetteten Göttern,<br />
Existenzialisten in Mindestpreis-Polyesterhosen,<br />
berühmt an den Tastaturen, von der Kritik gefeiert,<br />
mit Starkstromkabeln im Zirkus Maximus,<br />
irgendwann Essen an Zechenhäuser in dunkelroten Vans ausliefernd oder<br />
in Apartments mit Glasfronten und rauchenden Mädchen auf dem Balkon<br />
oder in der Strafvollzugsanstalt wegen Selbstjustiz und Exhibitionismus,<br />
mit einer biologischen Uhr mit siebzehn Zeigern und keiner einzigen Zahl,<br />
unbenutzte italienische Stillets in der Brusttasche und keine zwei Zentiliter Blut zu vergeuden,<br />
mit Kiloweise Hass auf großmäulige Scharen in Theatersälen und unter Wärmepilzen in Wintergärten,<br />
auf kalte deutsche Wälder, auf Lichterketten in den multiplen dreckigen Seitenarmen von Imbiss-Hauptstraßen,<br />
auf Richard Wagner, auf alle Zigarettenmarken außer Marlboro, mit Hirnen wie Boas im Kampf,<br />
sich um sich selbst windend, luftlos, glatt und tödlich,<br />
Sie sperren sich in Toilettenkabinen weg, mit Antibiotika im Rachen und Melonenkernen in den Taschen,<br />
Herbie Hancock die ganze Nacht in den Ohren, und trinken Filterkaffee am nächsten Morgen:<br />
Guten Morgen ihr norwegischen Bärenjäger, ihr Frühaufsteher, Shaolinmönche mit Eiern wie Zwei-Euro-Stücke, ihr Taschentotschläger,<br />
guten Morgen Brandlöcher in Anzughosen, guten Morgen Kiew, guten Morgen ihr Fensterläden und Chesterfieldsessel,<br />
guten Morgen ihr runden Arschlöcher rotgerieben vom abendlichen Schiß, guten Morgen Vietnam,<br />
guten Morgen ihr dänischen Biere die nach Brausepulver schmecken, guten Morgen Kolibris die für einen Fick 500 Herzschläge brauchen,<br />
guten Morgen Galgen, du wirst vom Berg geschnitten!<br />
Und sie reißen den Tag runter und fürchten sich vor nichts und trinken Portwein am nächsten Abend.</p>
<p><img src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2011/05/portwein.jpg" alt="Fotografie: Rafael Pielorz" title="Fotografie: Rafael Pielorz" width="600" height="300" class="aligncenter size-full wp-image-1586" /></p>
<p>&nbsp;<br />
-<br />
&#8211;<br />
&#8212;</p>
<hr />
<p><strong>Bücher von <a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&#038;search-alias=books-de&#038;ref_=ntt_athr_dp_sr_1&#038;field-author=Johannes%20Fightest%C3%B6rk&#038;_encoding=UTF8&#038;site-redirect=de&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=19454" target="_blank">Johannes Fightestörk</a>:</strong></p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" align="center" bgcolor="#FFFFFF">
<tbody>
<tr style="vertical-align: top; horizontal-align: left;">
<td width="280">
<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3868585230/ref=as_li_ss_il?ie=UTF8&#038;tag=sflex-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3868585230" target="_blank"><img border="0" src="http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&#038;Format=_SL160_&#038;ASIN=3868585230&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=AsinImage&#038;WS=1&#038;tag=sflex-21&#038;ServiceVersion=20070822" /><br />
<small>Sinthom</small></a></td>
<td width="280">
</td>
</tr>
</tbody>
</table>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2011/05/portwein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Wurst</title>
		<link>http://kaschemme.de/2007/01/die-wurst/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2007/01/die-wurst/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Jan 2007 20:06:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Saß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[idylle]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=638</guid>
		<description><![CDATA[Der Schneefall verschleiert mir die Sicht. Aber warum, weshalb meldet sich jetzt der Darm zu Wort?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der See schläft unter einer dünnen Eisdecke, und Kiefern stehen still und stumm um sein Ufer herum. Sie warten auf ihr zukünftiges Leben als Jugendzimmermöbel. Schnee fällt kerzengerade, bald leicht, bald dicht, in dicken Flocken herab. Selbst der Wind hält Winterschlaf. Die Stille spendet Geborgenheit. Der Schnee deckt die Welt vor meinen Augen zu, er verhüllt Himmel, See und Bäume. Der Schneefall verschleiert mir die Sicht. Aber warum, weshalb meldet sich jetzt der Darm zu Wort? Als Großstadtwrack bin ich geheizte Klobrillen gewohnt, anregende Lektüre und sowie eine gute Zigarette. Was aber erwartet mich hier? Vielleicht fällt mich ein Fuchs an, oder ein Elch. Und wo bitte hängt hier die Spülung?</p>
<p>Der Darmausdruck dampft. Er ruht unter einer Kiefer, auf Moos und Gras gebettet. Ich nehme meine Mütze ab und verneige mich. Dann singe ich ein Lied, etwas Ernstes: &#8220;Nun danket alle Gott!&#8221;</p>
<p> </p>
<p>Ich komme nicht umhin, noch einmal zum See zu gehen. Es schneit nicht. Kein Schneezauber, keine Stille, keine Geborgenheit. Aber die Wurst ist noch da, meine Wurst. Als ob sie auf mich gewartet hätte, als ob sie mir Lebewohl sagen wollte. Ich bin es gewohnt, schnell, sehr schnell und ohne viel Aufhebens mein Geschäft zu verrichten: Seebestattung. Vor mir aber liegt das erste Darmwerk, das noch nach Wochen da ist. Und noch viele weitere Wochen werden Fuchs und Elch darüber ihre Nasen rümpfen.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2007/01/die-wurst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Als Trinker unterwegs</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/08/als-trinker-unterwegs/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2005/08/als-trinker-unterwegs/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2005 19:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malorny</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[bücher]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[erinnern]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[kino]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[street]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>
		<category><![CDATA[underground]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>
		<category><![CDATA[zigaretten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=600</guid>
		<description><![CDATA["Als Trinker hat man immer Angst. Entweder man blamiert sich oder bekommt was auf die Schnauze. Oder man bekommt was auf die Schnauze, weil man sich blamiert hat."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Trinker hat man immer Angst. Entweder man blamiert sich oder bekommt was auf die Schnauze. Oder man bekommt was auf die Schnauze, weil man sich blamiert hat. Ein Trinker, dem nicht alles egal ist und der etwas auf sich hält, hat dauernd Angst. Auch wenn er cool ist.</p>
<p>Ein Trinker hat entweder genug Geld in der Tasche, viele Freunde, oder eine &#8211; möglichst zwei &#8211; Kreditkarten. Neben der EC-Karte, die er ja per se bei sich führt, weil sie einem sowieso geklaut wird. Vorausgesetzt, er ist ein richtiger Trinker. Falsche Säufer haben Glück. Mehr als Kinder. Die fallen aus dem sechsten Stock eines Hochhauses und landen in einem Buchsbaum. Unverletzt. Die werden nicht vom Bus überrollt, dass die Knochen krachen, die werden lediglich zur Seite geschubst. Die stehen auf bevor der Notarzt eintrifft, schütteln ihr Sakko und gehen weiter wie jemand, der sich eine Fliege aus dem Gesicht wischt. Aber die Angst sich zu blamieren bleibt. Es könnte ja sein, dass man am nächsten Tag gefragt wird, was man so getrieben hat. Ein positives Zeichen, wenn jemand fragt, denn es bedeutet, er weiß es selbst nicht.</p>
<p>Ab wann muss man zurückfragen, ab wann kann man die eigenen Löcher mit Phantasie füllen? Tja, die Angst des Trinkers. Solange man alleine unterwegs ist, kann man anderen eine Menge erzählen, aber wenn man mit zwei ebenbürtigen Säufern raus geht, bleiben dreimal soviel Gehirnzellen übrig, die einem das Geschehen rekapitulieren.</p>
<p>Ich war mit zwei Trinkern unterwegs. Fatal. Schicksalsgeschwängert, wie man so schön sagt. Der eine hatte etwas mit Literatur zu tun. Der andere auch. Ausgangsposition: Dortmund, Rock Cafe. Was das mit Literatur zu tun haben sollte, wusste ich nicht. Rock und Literatur. Fragezeichen. Als ich reinkam, wusste ich nicht, was der Laden mit mir zu tun hatte. Ausrufezeichen.</p>
<p>Aber keine Sorge, ich bekam ein Bier, wurde sogar nach einem großen oder kleinen gefragt. Durch den Spiegel hinterm Tresen konnte ich die Gäste betrachten, und wenn sich die Bedienung hinterm Zapfhahn bückte, ob sie einen BH trug.</p>
<p>Sie trug einen BH. Definitiv. Das machte die Sache nicht gerade leichter. Die beiden Literaturtypen, nennen wir sie ruhig Thomas und Michael, schätzten mich von der Seite ab und mutmaßten, wieviel Bier ich in meinen Bauch kriegen würde. Dummerweise stand mein Ruf, den ich noch aus vergangenen Jahren in die Gegenwart gerettet hatte, schlechter dar als mir das Alter und die Umstände gestatteten. Wäre noch erwähnenswert, dass die beiden Literaturtrinker &#8211; jeder für sich &#8211; gut ein Dutzend Jahre jünger waren.</p>
<p>Ihr wisst ja, wie das so läuft: einer gibt das Trinktempo vor, die anderen ziehen mit. Ohne es klar auszusprechen, findet eine &#8220;Kampfhandlung&#8221; statt, wenngleich auf sportlicher Basis. Trinken ist Volkssport Nummer Eins, erst dahinter kommen Fußball, Tennis, Boxen und so weiter. Als erfahrener Sportler fängt man im kleinen Bieranzug an, und versucht der Letzte zu sein, der zuerst auf Toilette geht. Damit beweist man eine durchtrainierte Blase. Wichtig ist, sich wie ehemals Mohammed Ali, während der Rundenpausen nicht zu setzen, bzw. das erste Dutzend Gläser Bier stehend zu sich zu nehmen. Anfangs steht man freihändig, das Glas in der Hand oder die Hände in den Hosentaschen. Später lehnt man sich leicht gegen den Tresen, seitlich, so mit den Schultern, und es muss aussehen, als würde man gelangweilt auf den Bus warten.</p>
<p>Das Thema Literatur handelten wir während der ersten 10 Gläser Bier ab. Warm up. Suche nach der nötigen Gelassenheit. Kontrolle der Mimik im Barspiegel. Verbale Lockerungsübungen.</p>
<p>Dann der erste Schnaps. Nachschub aus dem Zigarettenautomaten. Die Bedienung leerte den Aschenbecher, hatte aber vergessen den BH auszuziehen. Macht nichts. Phase Numero Zwo. Man gefällt sich mit der nötigen Promillezahl, Schulterklopfen, Anerkennung über dies und das, und beste Gelegenheit über zukünftige Projekte zu sprechen.</p>
<p>Klar, uns kam nichts besseres in den Sinn, als der Menschheit eine Art Kaschemmenführer präsentieren zu wollen, obschon die Branche, gleich neben Kochbüchern, von Reiseführern überschwemmt wird. Doch Thomas und Michael hatten den Ruf von reisewütigen Beobachtern weg &#8211; Paris, 36 Kneipen in 5 Stunden. Zum Beispiel.</p>
<p>Ich dagegen besuchte alle paar Monate die Kneipe an der Ecke, blieb bis zum Zapfenstreich und torkelte anschließend über die Straße zur Haustür. Es gab selten etwas darüber zu berichten, weil selten was passierte. Es sei denn, ich stieß aus Versehen ein Bierglas um. Allerdings ist das meiner Beherrschung zu verdanken, denn früher war alles anders. Erst mit 30 hatte ich den Dreh raus, und konditionell befand sich meine Leber in der Lage 3,5 bis 4 Promille Alkohol zu verarbeiten, ohne dass ich gleich die Bedienung vergewaltigen wollte. Damals hielten sich Genuss, Exzess und Erinnerungsvermögen die Waage.</p>
<p>Noch ein Bier? Einen Absacker? Wir schließen gleich.</p>
<p>Schöne Worte von der Frau mit BH unterm T-Shirt. Mittlerweile saßen wir vor dem Tresen, Thomas und ich leicht angelehnt, Michael in der Mitte, sozusagen freischwebend und wegen der lauten Musik und dem Umstand, dass wir eine Unterhaltung führten. Wir saßen im Dreieck. Wir redeten übers Goldene Dreieck, übers Reisen, und weil Träume aufgekommen waren, die erst durch die Phantasie des Alkohols beflügelt werden. Dementsprechend lautete unser nächstes Ziel: Thai-Pub, Westenhellweg.</p>
<p>Folge einem Trinker nur, wenn du ihn nicht aus den Augen verlierst. Halte einen oder zwei Schritte Abstand, so kann er nicht sehen ob du schon torkelst. Bleib im Gespräch, damit er sich nicht umdreht und sieht, wie du torkelst. Schließe hin und wieder auf, klopfe ihm auf die Schulter und bleibe wieder zurück. Aber mache keine Gewaltmärsche &#8211; den Westenhellweg hoch und runter ist genug. Nehme für längere Strecken ein Taxi.</p>
<p>Phase Numero Drei. Auf der Spitze des Besoffenseins. Wäre man vernünftig, würde man zwischendurch ein Wasser trinken. Das verringert den Kater am nächsten Morgen. Eventuell weniger rauchen. Das lindert den Kopfschmerz.</p>
<p>Aber nein, der Laden war nett und in bläuliches Schummerlicht getaucht. Ein freier Platz am Tresen, und die Frauen wirkten schöner, als sie vor Stunden reingekommen waren. Typische Trinker-Fatamorgana. Die dritte Phase beleuchtet den Schluss, dem man wie im Kino, nach 80 Minuten, entgegenfiebert. Happyend? Horror?</p>
<p>Thomas und Michael zogen ihrer Register. Und zwar komplett. Schnaps und Longdrinks. Mai-Tai. Ich ging zur Toilette und erwartete, dass mir, wie Michael schon geschehen, jemand an den Schwanz packt. Blick in den Spiegel. Ich war allein. Wasser ins Gesicht, aufatmen und wieder raus zur letzten Runde.</p>
<p>Wenn man betrunken aus der Toilette kommt, hat man das Gefühl von allen Augen beobachtet zu werden. Wer da nicht ein bisschen schauspielern kann, ist verloren. Man glaubt es zumindest. Also Tür auf, Augen geradeaus und schnurstracks zum Tresen, zu den Mitstreitern. Gott sei Dank wirkt der Alkohol bei jedem &#8211; mal eher, mal früher. Thomas kriegte nicht mal mit, dass ich auf Toilette war, Michael wiederholte eine Frage, die er mir in meiner Abwesenheit gestellt haben musste. Mai-Tai lächelte. Eine Milchschokoladenschönheit stand auf dem Podest und übte sich im Mitsingen eines thailändischen Schlagers. Karaoke. Zumindest asiatisch. Etwas fern der Heimat. Dann der Gong, als jemand reinkam und berichtete, dass es draußen mittlerweile hell sei.</p>
<p>Uhrenvergleich. Die zwölfte Runde.</p>
<p>Ich konnte nur hoffen, dass es auf ein Unentschieden hinauslaufen würde, dann bestellte Michael ein Taxi aus Witten, guter Kumpel, wie er sagte, und ich überlegte, ob ich auch so ein Kumpel gewesen wäre, und wir traten in die Lichtung des Morgens, die unsere Augen blendete, und wir warteten.</p>
<p>Zaghaft zeigte sich ein Stück der Sonne. Wir standen da zu dritt, Hände in den Hosentaschen, mit wippendem Oberkörper, wir gingen einen Schritt vor und zurück, um das Gleichgewicht auszupendeln, nahmen anschließend die Hände zur Hilfe sobald wir etwas sagten.</p>
<p>Ein Taxi brauste heran. Im Begriff schon einzusteigen stutzten wir, als uns ein zweiter Wagen mit quietschenden Reifen fast über den Haufen fuhr. Aha. Der Kumpel aus Witten. Thomas und Michael grinsten, zwei Literaturfreaks, denen ich auf den Leim gegangen war, die mich runtergesoffen hatten und mir nun zeigten, wie man sich ohne Blamage aus der Affäre ziehen kann.</p>
<p>Wie gesagt, als Trinker hat man immer Angst sich zu blamieren. Ich tat es erst, nachdem ich mit dem Autoschlüssel versuchte die Haustür zu öffnen. Genauer, ich blamierte mich, indem ich sämtliche Nachbarn aus dem Bett schellte und im Flur offenbarte, der Weltuntergang würde nicht mehr lange auf sich warten lassen.</p>
<p>Wenigstens hatte ich nichts auf die Schnauze bekommen. Soweit ich mich erinnern kann.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2005/08/als-trinker-unterwegs/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Stirb wie ein Mann</title>
		<link>http://kaschemme.de/2005/01/stirb-wie-ein-mann/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2005/01/stirb-wie-ein-mann/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2005 16:03:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Mägdefessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Scifi]]></category>
		<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[office]]></category>
		<category><![CDATA[rituale]]></category>
		<category><![CDATA[schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[spass]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=556</guid>
		<description><![CDATA["Du stehst am Pissbecken. Vor Dir die Aquamat 2000-Lichtschranke für die automatische Spülung, ihre zwei Augen starren Dir auf den Sack."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">Aus der Abteilung <strong>Fiese Tode</strong></p>
<p style="text-align: left;">Du stehst am Pissbecken. Vor Dir die Aquamat 2000-Lichtschranke für die automatische Spülung, ihre zwei Augen starren Dir auf den Sack.</p>
<div id="attachment_558" class="wp-caption aligncenter" style="width: 450px"><img class="size-full wp-image-558" title="Aquamat 2000" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/aquamat2000.jpg" alt="aquamat2000" width="440" height="330" /><p class="wp-caption-text">Die tödliche Aquamat 2000</p></div>
<p>Du bist gerade am Abschütteln, da plötzlich, durch die Bewegung ausgelöst, schiessen zwei Laserstrahlen aus den beiden Glaslinsen. Sie bündeln sich genau auf Deiner Schwanzspitze, augenblicklich wird Deine Eichel verschweisst, Dein Schwanz schrumpelt binnen Sekunden zu einer verdörrten Schote. Der Sack samt Inhalt fallen ab, die Eier kugeln über den Fliesenboden und kullern in das Gullyloch für das Putzwasser, der leere Hautbeutel, sinnlos geworden, zuckt noch zwei-, dreimal, ehe er auf dem Boden verendet. Das Loch in Deiner Leibesmitte gewahr werdend, erschrickst Du, eine Herzattacke rafft Dich dahin.</p>
<p>Drum merke: Sitzpinkler leben länger! Es sei denn, eine Hand greift aus der Schüssel, reisst Dir die Eier ab, woraufhin Du jämmerlich auf dem Thron wimmernd verblutest. Bitte Spülen, next one.</p>
<p> </p>
<p><strong>Making of:</strong><br />
<em>zuerst wollt er ja was anderes schreiben, das ging ungefähr so los:</em></p>
<div id="attachment_557" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-557" title="Laser Eyes" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/am_lasereyes.jpg" alt="am_lasereyes" width="200" height="189" /><p class="wp-caption-text">Laser Eyes</p></div>
<p>&#8220;Ich bin mal eben brunzen,&#8221; mit diesen Worten verabschiedete sich W. vom Stammtisch. Am Pissbecken, im sanften Tran der vier getrunkenen Biere, der einem das Leben wie ein grosser Zuckerwatteberg erscheinen lässt, kippte er vornüber, plumpste in das Schluckloch des Beckens und wurde von diesem zur Gänze verschlungen.</p>
<p>tja blöd nur, dass mir nix eingefallen ist, was dann auf der reise durch die kanalisation so alles passiert. nur das ende war klar: der zapfhahn seiner stammkneipe hätte W. reinkarniert, gemalzt und gehopft wieder ausgespuckt. und ihn sich selbst von einer drallen bedienung, der, wie man so sagt, die möpse aus dem mieder hoppsen, also&#8230; : er wäre sich selbst als weissbier wieder kredenzt worden, weil er zwar ins das pissbecken gefallen wäre, aber eben immer noch am tisch sitzt. unglaubwürdig, aber wahr.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2005/01/stirb-wie-ein-mann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gib ein Lebenszeichen</title>
		<link>http://kaschemme.de/2004/02/gib-ein-lebenszeichen/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2004/02/gib-ein-lebenszeichen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2004 13:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrich Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Miniatur]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=463</guid>
		<description><![CDATA[Gib ein Lebenszeichen ... eine toiletale Photographie von Ulrich Klein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full" title="Gib ein Lebenszeichen" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/02/uk_gib-ein-lebenszeichen.jpg" alt="Gib ein Lebenszeichen" width="560" /></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2004/02/gib-ein-lebenszeichen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Bahnhofsklo nennt sich heute Mc Clean</title>
		<link>http://kaschemme.de/2003/02/das-bahnhofsklo-nennt-sich-heute-mc-clean/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2003/02/das-bahnhofsklo-nennt-sich-heute-mc-clean/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Feb 2003 14:22:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susann Klossek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>
		<category><![CDATA[tristesse]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=486</guid>
		<description><![CDATA["Das Bahnhofsklo nennt sich heute Mc Clean
Ist hermetisch fliesenweiss und bakteriensauber abgeriegelt
Selbst die Ratten trauen sich nicht mehr in diesen Bedürfnispalast"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bahnhofsklo nennt sich heute Mc Clean<br />
Ist hermetisch fliesenweiss und bakteriensauber abgeriegelt<br />
Selbst die Ratten trauen sich nicht mehr in diesen Bedürfnispalast</p>
<p>Für einsfünfzig öffnet sich eine Schranke<br />
Und du kannst tun, was du tun musst</p>
<p>Gegenüber den Toilettenbecken ist ein Spiegel angebracht<br />
Damit du dich beim Scheissen beobachten kannst<br />
Wer braucht das?<br />
Das ist Luxus, um den wir nicht gebeten haben</p>
<p>Ich verweile sinnentleert auf der Klobrille<br />
Im Wald wäre es umsonst, nicht so bequem steril<br />
Eben animalisch</p>
<p>Die Sauberfrauchen verabschieden mich aus ihrer gläsernen Mc Clean-Zentrale heraus<br />
Das Leben verlangt uns so einiges ab!</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2003/02/das-bahnhofsklo-nennt-sich-heute-mc-clean/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>hygienebedarf (drogerie-markt-mix)</title>
		<link>http://kaschemme.de/2002/02/hygienebedarf-drogerie-markt-mix/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2002/02/hygienebedarf-drogerie-markt-mix/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Feb 2002 23:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton Velhagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Remix]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[global]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[moderne]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=150</guid>
		<description><![CDATA[mir war aufgefallen, dass super-flaush 4-lagig sich schneller verbrauchte als das schleifpapier der firma, das mit der 4er-körnung. ich hatte wirklich sanitärbedarf. ich hatte bedarf an ein wenig wc fresh. ein deo fresh für die schüssel, in die ich hineinscheiße. die brille hat ein citro lächeln. hier sitz ich luftig, dank duftreiniger. (ich bin der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>mir war aufgefallen, dass super-flaush 4-lagig sich schneller verbrauchte als das schleifpapier der firma, das mit der 4er-körnung.<br />
ich hatte wirklich sanitärbedarf.<br />
ich hatte bedarf an ein wenig wc fresh. ein deo fresh für die schüssel, in die ich hineinscheiße. die brille hat ein citro lächeln. hier sitz ich luftig, dank duftreiniger. (ich bin der rosettastein des enddarmgeheimnisses.) mir fehlt ein x in erdal rex tarax, doch dafür hat es duft-gel limetten-frische.</p>
<p>und ich hatte bedarf an dienern. die gen-enkel von henkel gaben mir in vitro geborene wc enten, versklavt als gel-hygienespüler. gottlob ist es auf dem bergfrisch, ein erhabenes gefühl beim blick ins tal, ein gewusel und gewimmel, wie in einem ameisenhaufen, die häuser so klein, und alle mit toiletten, darin fresh &amp; clean gel-frischespüler hui bl00 zitrone duo aktiv-2-phasen-stick aktiv-stein ocean fresh sunflower beckenautomat ahorn duftspüler ozean.</p>
<p>- rewe<br />
- ja!<br />
- schlecker<br />
- ja!<br />
- duftstein limonen-frische meeresfrische<br />
- ja!<br />
- stick meeresfrisch ambi pur flush flüssiger wc-stein</p>
<p>&#8230;flüssiger wc-stein, so ein quatsch. (ich bin das kraft-gel unter dem bakterienverseuchten faltenrand deiner großhirnrinde.) kraftgeld bleibt kraftgeld. klobrillen sprechen zu uns. bunte blumengesichter spülen sich heiter in den abfluss. quack, quack. wer sich das wohl alles ausdenkt. sicher denker. studierte, belesene menschen. wer kann da mithalten? ich muss aufholen. ich muss lesen.<br />
die liste der ingredienzien liest sich wie das who is who der naturballaststoffe.<br />
es beruhigt mich sehr, dass 98 prozent von zehn milliarden tonnen sich selbständig abbauen. (ich bin der schlafende präsident der wc-enten-konsumenten.)</p>
<p>auf dem weg vom büro derer, die mir arbeit geben, zum haus derer, die mir unterkunft geben, fahre ich durch den komplexen traum jener, die mir einbahnstrassen geben, an einer bibliothek vorbei. das nahe wissen macht mich nachdenklich. ich fahre rechts ran, zücke mein philofax und werde filosoph.<br />
&#8216;früher haben wir in den wald geschissen. zwischen die berge. oder in den fluss. auch in den ozean. aber nie in die zitronen und minzen. daher bevorzuge ich wald-, berg oder fluss- oder meeres-frische gegenüber zitrone. statt meeres- frische darf es auch seeduft oder ocean fresh sein.&#8217;<br />
heute weiß ich, dass ich die maritime brise vergessen hatte.</p>
<p>im geiste ging ich noch einmal das nötigste durch. (ich bin die hypoallergene holzpflegepolitur für das laminatbeschichtete pflanzenmehl, mit dem der herstellungskonzern meine hungrige wohnung füttert.) das nötigste war nicht viel. mein bedarf war klein, mein necessaire schmal. das allerwichtigste für den bedarf.<br />
mein hygienebedürfnis war marginal.<br />
andere länder, andere enten. produkte zu exportieren hieß: verhalten zu exportieren. ich wollte ganz sicher gehen, mir nirgendwo etwas zu holen, wenn ich loszog, die welt zu umarmen.</p>
<p>- mapa basis ideal haushaltshandschuh, hausputz, super contact<br />
- rewe moderne küche haushaltshandschuhe<br />
- tengelmann/tag kd haushalts-handschuhe<br />
- vileda der feine, der leichte, der robuste</p>
<p>als ich wieder zu hause war, begrüßte mich mein fernseher mit wohlig elektrostatischem knistern. meine spülmaschine hatte ein bisschen speck angesetzt, aber das konnte sie schnell wieder abarbeiten. der duschkopf meiner brause hatte ein wenig nachgedacht. statt die letzten reserven auf mein schaumiges haar zu urinieren, zitierte er nun pausenlos philosophen in widerlegung des globalen katechismus. ich drehte das radio lauter, trocknete mich ab und erarbeitete meine to do liste. die tagesplanung stand an. der tag stand an. es gab viel zu tun. ich hatte etliches vor. ich hatte einigen bedarf.<br />
ich wollte einige bedürfnisse befriedigen.<br />
das lag mir sehr am herzen.<br />
ich musste husten.</p>
<p>- coty the healing garden, lavendersensation<br />
- dalli-werke as raumspray bergwiese pinie<br />
- erdal rex tarax wc-duftspray extra, mintfrisch<br />
- jeyes aromair duftspray paradies, hui fresh raumduft, ozean-fresh<br />
- johnson brise mediterran raumparfum, citrus &amp; jasmin, rose &amp; pfirsich, vanille &amp; mangnolie<br />
- reckitt &amp; colman airfresh duftgel 2 in 1, meeresfrisch, blütenfrisch, exotic peach &amp; jasmine, zitrofrisch</p>
<p>meine sympathie galt den luftverbesserern.<br />
die taten wenigstens was.<br />
den luftentfeuchter apfelduft konnte ich gebrauchen, denn ich hatte neulich zu sehr befeuchtet, und das mit wald, was im rückblick etwas modrig war. sie verbessern ja ständig die rezepturen für unsere rezeptoren. ein bisschen sommerwind könnte auch nicht schaden, immerhin hatte ich im letzten quartal das raum-parfüm spring. der sommerwind würde vielleicht den lavendel und den flieder aus meiner wohnung blasen, sofern in der flasche genug druck war. doch ich entschied mich für ambiente ocean. denn das passte besser zur meeresfrische auf meiner toilette. man sollte innenarchitekten auch in appartementalem geruchsdesign ausbilden. die könnten der industrie endlich verdeutlichen, dass kamille-klopapier nicht zur meeresbrise passt.</p>
<p>print publiziert in:<br />
» EJACULATA #6</p>
<p>remixte quellen / inspiriert durch:<br />
» www.zyn.de/swirl_und_quetschis<br />
» evita.de shopping listen</p>
<div id="attachment_151" class="wp-caption aligncenter" style="width: 450px"><img class="size-full wp-image-151" title="foto_jonas_doelaw_happy_end_1" src="http://kaschemme.de/wp-content/uploads/2009/01/foto_jonas_doelaw_happy_end_1.jpg" alt="Happy End" width="440" height="330" /><p class="wp-caption-text">Happy End</p></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2002/02/hygienebedarf-drogerie-markt-mix/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>das Sein</title>
		<link>http://kaschemme.de/2002/02/das-sein/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/2002/02/das-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Feb 2002 19:34:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kalle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Story]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[müll]]></category>
		<category><![CDATA[oben]]></category>
		<category><![CDATA[sinn]]></category>
		<category><![CDATA[street]]></category>
		<category><![CDATA[trinkend]]></category>
		<category><![CDATA[underground]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>
		<category><![CDATA[weise]]></category>
		<category><![CDATA[zigaretten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=611</guid>
		<description><![CDATA["Dem Klo wird bewusst keinerlei Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Der Geruch nach Urin, der zarte Hauch, der an Erbrochenes erinnert und trotz mehrmaligen Putzens nicht zu beseitigen ist, erfüllt die unmittelbare Nähe des intimen Örtchens."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle unterbricht ein lautes Rascheln die Stille, ans Licht kommen unsortierte Texte die, zwischen Weh &#8211; und Übermut, &lt;| das Sein |&gt; propagieren.</p>
<p>Mühsam versucht mein Hirn die neue Woche anzunehmen, sie in ihrer Struktur zu akzeptieren. Das einsetzende Treiben dringt durch die Jalousie, die ihrer Aufgabe mich nach außen hin abzuschotten nur mäßig bis ungenügend gerecht wird. Die quakenden Stimmen, das ewig gleiche Gedudel aus dem Radio martern das partiell noch schlafende Bewusstsein. Alles beherrschende Sinnlosigkeit wird in stechenden Neon Lettern auf die Netzhaut der zusammen gekniffenen Augen geschrieben.</p>
<p>Mit den Ziel der inneren und äußeren Kälte zu trotzen, wird die Kaffeemaschine langsam zur Höchstform ihrer Dienstleistung animiert. Sorgfältig, ja beinahe sakral anmutend, wird das fein gemahlene Pulver mit dem verkalktem Nass aus alten Bleirohren versetzt. Nur im Rausche sprichwörtlicher Realitätsfremde kann dieses Etwas &#8216;Trinkwasser&#8217; genannt werden. Vermengt mit heißer, fettarmer Alibi-Milch und angereichert mit dem süßem Kokain für Arme, findet die entstandene gräulich braune Flüssigkeit ihren Bestimmungsort Magen respektive Blutbahn. Der Umweg über Mund, dem Gaumen und der Speiseröhre kostet Zeit. Viel Zeit.</p>
<p>Dem Klo wird bewusst keinerlei Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Der Geruch nach Urin, der zarte Hauch, der an Erbrochenes erinnert und trotz mehrmaligen Putzens nicht zu beseitigen ist, erfüllt die unmittelbare Nähe des intimen Örtchens. Ein Blick in Richtung Herd bestätigt die Annahme vom tobendem Mundraub, der im Schutze der Nacht vollzogen wurde. Kühlschrank auf, das kalte, eiweiß- und kalziumreiche Produkt, in Begleitung eines heftigen Stossgebetes, greifend, beginnt der Rückzug in den nun vollends vom grauen, öffentlichen Schwachsinn okkupierten Schutzgraben. An der Zivilisation wird gebaut, umstrukturiert, eingerissen, Lärm gemacht. Sorgsam bereite ich einen Ausfall vor. Nach einigen Schritten stehe ich, das kürzlich erworbene dicke Fell der Ignoranz übergeworfen, auf der Strasse.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Mit schweren, müden Schritten entsteige ich der U-Bahn. Langsam mühe ich mich in Richtung Rolltreppe. Schon sind all die Masken hinter mir vergessen. Der Wind aus dem U-Bahnschacht ist das einzige was mich noch mit denen verbindet, die weiter durch die Unterwelt Berlins reisen. Die Plastiktüte mit dem erjagtem Dosenbier raschelt im Wind und stößt im Takt meiner Bewegung gegen mein rechtes Bein.</p>
<p>Im Licht der Straßenlaterne erspähe ich die nackten Brüste einer Frau, die auf der Rückseite einer Tageszeitung ihr ganz persönliches In und Out preisgibt.</p>
<p>Das Schloss der schweren Eingangstür hakt immer noch. Nach einigem Rütteln und mehreren Flüchen wird mir Einlass in den dunklen Torbogen gewährt. Mit schnellen Schritten entkomme ich dem Uringeruch und trete in den ersten Hinterhof. Der Dreck, der stetig aus den übervollen Mülltonnen heraus kriecht, gewinnt langsam die Oberhand im territorialen Krieg mit dem &#8216;Hausmeister&#8217;. Das unidentifizierbare, weiche Etwas dem ich nicht mehr ausweichen konnte, verteilt sich auf den kaputten Stufen, während ich meinen Weg in das Dachgeschoss fortsetze. Fortsetzen tut sich auch das Abblättern der Farbe an den Wänden.</p>
<p>Nur an den Stellen, wo der Dreck die Farbe zusammen hält, sind letzte Fragmente von Anwesenheits- Protokollen erkennbar. Sorgsam das Bier hinstellend, öffne ich die Sperrholztür und trete in meine trockene und immer zu heiße Wohnung.</p>
<p>Fünfter Stock. Die Brüstung des Balkons ist höchstens einen Meter hoch und das Dach endet ohne Fanggitter. Der immer währende Regen trägt seinen Teil zur Glitschigkeit der Bitummatten bei, doch der Fernseher steht näher.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Wie immer, reißt mich der Wecker unsanft aus unsanften Träumen. Wie immer schwanke ich zu der Maschine, die einzig dem Zwecke dient, mir einen Teil erlogener Lebenskraft zu schenken. Ich trinke, wie immer, meine drei Tassen und erledige grobmotorisch die Morgentoilette</p>
<p>Das Türschloss zweimal zuschließen, mit einem Tritt die Haustür öffnen. Ich stehe draußen, wie immer.</p>
<p>Es regnet, die Sonne scheint, es ist windstill, ein Sturm tobt, es ist Wetter, wie immer. Der Motor will nicht wie ich. Eigentlich wollen wir beide doch wohl weiterschlafen. Dreimal, viermal, er kommt, ich fahre. Die Ampel ist rot wird gelb wird grün, der Idiot vor mir merkt es nicht, ich rege mich auf, wie immer.</p>
<p>Der Stau um acht ist weitestgehend bekannt, also fahre ich früher los. Andere sind genauso schlau wie ich, also steht der Verkehr, wie immer. Ich komme zu spät, wie immer.</p>
<p>Der Krach lebt sich in all seiner Vielfalt aus. Es stinkt, es herrscht der Dreck und auch der Stress hat Frühschicht, wie immer.</p>
<p>Zwei Stunden, drei Stunden, vier Stunden, zwei Brötchen, einen Kaffee, ein Wort. Zwei Stunden, drei Stunden, zwei Pflaster, vier Stunden. Noch ein Pflaster, wie immer. Umziehen, einen Kaffee, ein Wort. Zweimal, dreimal, viermal, der Motor läuft, ich fahre, wie immer. Die Ampel ist rot, wird gelb wird grün, ich merk es nicht. Der Idiot hinter mir regt sich auf, wie immer.</p>
<p>Ein kräftiger Griff, die Tür zweimal aufschließen. Herd an, Herd aus. Mund auf, Mund zu, wie immer.</p>
<p>Schmeiß den Wecker nicht an die Wand, wie immer.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Langsam setzt die Wirkung des zu mir genommenen Alkohols ein. Eigentlich ein Punkt, der keiner genaueren Betrachtung würdig ist, da er ja zu diesem Zweck bezahlt und in seiner Existenz gerechtfertigt wird. Die angenehme Schwere, die aus der Flasche langsam in meinen Kopf wandert, verleit den Gedanken die gewünschte Samtigkeit. Die wiederum je weiter sie in Richtung Körpermitte strebt, in eine Art schwereloser Trägheit wandelt. Die letzten fünf Jahre verbrachte das Nass roter Trauben damit, Ruhe anzusammeln um sie jetzt in schönster Weise meinem Geist vorzugaukeln.</p>
<p>Mit einem Hauch Lethargie leere ich mein Glas und greife zu den Zigaretten, die nun sämtlichen Geschmacksnerven in Zunge und Gaumen wie ein Vorschlaghammer in Verbindung mit einer mühsam errichteten Glasfassade, die bittere Existenz der Realität ins Bewusstsein hämmert.</p>
<p>Selbst intensives Spülen mit klarem Wasser verfehlt seinen Zweck. So einfach lässt sich der Beigeschmack der Zivilisation nicht beseitigen. Doch auch in dieser Hinsicht bietet der Fluchtpunkt Wein ein immenses Kontingent an Lösungsvarianten.</p>
<p>Ich entscheide mich für kräftiges Gurgeln in Verbindung mit sorgfältigem Schlucken. Da diese Prozedur jedoch mehrere Gläser in Anspruch nimmt, ist es notgedrungen an der Zeit eine weitere Flasche ihrem Ruhebett zu entreißen, sie zu öffnen und atmen zu lassen. Ein leises &#8216;Plopp&#8217; erfüllt den leeren Raum, der Hals ist freigelegt, doch versagen die Lungen. Da hilft nur Mund zu Mund Beatmung.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/2002/02/das-sein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bahnhofsklos (reality redub)</title>
		<link>http://kaschemme.de/1999/01/bahnhofsklos-reality-redub/</link>
		<comments>http://kaschemme.de/1999/01/bahnhofsklos-reality-redub/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 1999 13:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>aw_onreact</dc:creator>
				<category><![CDATA[Remix]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[dreck]]></category>
		<category><![CDATA[enden]]></category>
		<category><![CDATA[global]]></category>
		<category><![CDATA[trash]]></category>
		<category><![CDATA[underground]]></category>
		<category><![CDATA[urban]]></category>
		<category><![CDATA[WC]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kaschemme.de/?p=189</guid>
		<description><![CDATA[und ich erinnere mich an ein bahnhofsklo in köln, da lief ungelogen die scheisse von den wänden, und neben mir onanierte einer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>in hamburg ist es jahrezeitenabhängig, ob die klos am bahnhof benutzbar sind.</p>
<p>das klo in frankfurt am main erkundete ich nicht, weil ich eine empfindliche nase habe.</p>
<p>münchen hat bahnhofsklos, wo man angst haben muss, sich den tripper zu holen, wenn man nur ins waschbecken pisst.</p>
<p>und ich erinnere mich an ein bahnhofsklo in köln, da lief ungelogen die scheisse von den wänden, und neben mir onanierte einer.</p>
<p>in berlin (bhf. friedrichstraße), da gibts ein toilettencenter in dem man an einer schranke eine münze einwerfen muss, um in einen mit metallbeschlagenen wänden versehenen raum einzutreten, den die frau von der theke einsehen kann, genauso wie andere kunden.</p>
<p>in berlin bhf. zoo und nürnberg benutze ich die toilette von macdonalds. sie ist eng und ab und an überschwemmt, aber man kann sich etwas darauf einbilden, dass man dort nichts isst.</p>
<p>am ostbahnhof ziehe ich den provisorischen containern das gebüsch vor, wo man aber erstmal einen platz suchen muss zwischen den austretenden obdachlosen.</p>
<p>(ohne scheiß)</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kaschemme.de/1999/01/bahnhofsklos-reality-redub/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

