Vor dem Spaziergang

Hast du nichts anderes als diese Trauer? Sie lungert in deinen Augen, sie hängt dir im Gesicht, manchmal langweilt sie sich, lässt ein Lächeln durch, das meinen Speichel aufschäumt. Dann irren meine Blicke über dich und suchen Halt an dir, doch zu glatt, zu hart, deine Mimik ist wieder eingerastet, ich perle an dir ab. Wir sitzen da, du stehst auf, um etwas zu holen, du bringst es – Briefe, einen Apfel, den du mit dem Kartoffelmesser schälen wirst. Ich mag es, anwesend zu sein, ich bin das Passepartout für alle meine Bilder, die langsam vergilben. Warum ist nichts anderes als Trauer? Wir trauern beide, eine Orgie im Gleichtakt. Wir sollten hinaus gehen an die Luft, uns den Wind um die Nase wehen lassen, einen Fuß vor den anderen setzen, zusammen ausschreiten auf Gehwegen, bis wir irgendwo ankommen.

Daudieck

– seit 1952 als Mensch geführt durchlatsche ich so meine Existenz, ich denke öfter nach, weiß aber nicht, warum, später möchte ich im Altersheim mit bunten Bällen werfen, meine Freundin ist die Tastatur, sie ist geizig, will immer die schönen Sätze für sich behalten – manchmal falle ich einfach über sie her. Ich hab jetzt übrigens einen eigenen Blog, wo ich bisher der einzige Besucher bin – macht trotzdem irgendwie Spaß: deeplooker.com

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