Weiße Socken

Heute 8.15 aufwachen.
Ich sage mir: He, heute gehst Du wieder mal früh arbeiten! Sich selber ein Frühstück machen kann man von mir wohl wirklich nicht verlangen, ergo wird die Bäckerei bei der U-Bahn Station von mir angepeilt. Ich stelle mich brav an, wie es sich gehört, wenn man nicht auf nüchternen Magen schon eine Schlägerei will (Ich töte meine Leute ja erst nach dem Mittagessen.).

Es zeigt sich ein weiterer Backwarenkaufwilliger, Anfang dreißig, Dreitagebart, smarter Anzug und ultrasmarte Aktentasche, keine Sonnenbrille.
Ich weiß, er wird sich vordrängen wollen.
Er will sich vordrängen.

Ich klopfe ihm auf die Schulter und spreche: »Abschied nach hinten. Jedes Mal das gleiche, jedes Mal die gleichen Leute.«

Er nimmt Abschied nach hinten, kommt nach mir dran, bei der zweiten Verkäuferin und ist vor mir fertig, da ich mich nicht zwischen Eck-India und Eck-Pikant entscheiden kann.

Zum Abschied grüßt er mich: »Du bist so ein Loser.«

Ich will etwas intelligentes, wie zum Beispiel »Fick Dich selber!« sagen, mein Lachen macht es mir leider unmöglich. Mann, ich trage weiße Socken und Du sagst mir, ich bin so ein Loser?

Lethargoman

hatte 1977 seinen Platz eingenommen – im Alter von 7 bis 9 Jahren intensive Auseinandersetzung mit dem Universum – erster Alkoholrausch mit 14 – erste nicht-trivial rekursive sozialkritische Satire mit 16: „Fred the Fabolous Fish“ (Themaverfehlung) – im Januar 2006 im Alter von 28 Jahren in Bolivien ausgeraubt und ermordet. Der Kaschemmenwirt trauert um Kirsten ‚Lethargoman‘ Rabitsch.

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