Kategorie: Stories & Texte
Ein dreiviertel Jahr vor seinem Tod traf ich Herbert Huncke im New Yorker Chelsea Hotel, dort, wo sich schon Sid Vicious mit H. die Kante gab. Er war nicht nur Muse der Beat-Generation, er hatte W.S. Burroughs 1945 an die Nadel gebracht.
Er hatte das schon ein paarmal gemacht – Frauen mit zu ihr gebracht. Er wusste, dass ihr das gefiel, und dass sie ihn am nächsten Morgen gehenlassen würde ohne Aufregung, ohne Drama, ohne langes Reden. Aber es war nie so gewesen wie mit Karen.
… unter: Laufhaus Passionsblume, Die Mädchen …
Die übliche Standardhölle. Manchmal möchte ich alle ermorden…
Rudi Hess bangte mal wieder um sein Leben, er fürchtete vergiftet zu werden, als ihm ein neuer Wärter namens Hitler, ausgerechnet ein sowjetischer Gefreiter, das Mittagessen in die Zelle brachte.
„Nun ja, es ist… wir hergusellen dem Ghulitscharof beltoffen Sie gemaltner. Derfüs hit sillen bernutschi Harlampen. Verstehen Sie? Das Geld ist weg!“
„Oh, das ist aber schade.“
„Ja, nicht wahr. Aber keine Sorge, Sie jomben Hurgare himsimblen Graft seilen huasi krempen. Mit anderen Worten: Einen Großteil der Verzugszinsen können wir Ihnen stunden.“
Nachdem sich der Nebel gelichtet hat, kommt ein Körper in den Fokus der Kamera, erst ein Körper und dann noch einer, ersterer, von Polizeikugeln zerfetzt, in Putzfrauenuniform auf der Rückenlehne einer Ledergarnitur, …
„Bitte eine Döner scharf!“, der Sohn: „Bitte einen Döner mild!“ Der Wirt lächelt nicht mehr.
„Am Himmel Cirruswolken über dem Gebirgszug; Züge ohne erkennbares Ziel. An gleißenden Gleisen hatte sich der Schotter aufgeheizt, als Baltus in Zugzwang geraten war vor der heran schnaufenden Lok, welche den Zug zog, in dem seine Liebste, die Erika, den Lokführer Anton lockte…“
„…wühlt den Dreck einer gestaltlosen Jugendkultur auf, in deren Sedimenten er Zitatsprenkel wie Chemieabfälle durch Autobiografisches zieht…“