mit offenen Augen

 

an meinem Tisch sitzt morgens

ein Traum. aufgeputzt und in

Federn gehüllt, bleibt manchmal

kein Platz für mich. und er redet

und alles, was aus den Worten fällt

ist ich, – und ich lass

ihm das Zimmer, die Wohnung, das

Haus und versuche mich draußen

an springenden Bildern. und abends

sitzt an meinem Tisch

ein einfaches Gerüst – ohne Fleisch.

ich setz mich daneben und bleib,

manchmal die ganze Nacht, bis

wir nicht mehr wissen, wer schläft oder

schlaflos mit starrem Blick träumt

Timo Krstin

Timo Krstin ist Theaterregisseur und Autor und lebt in Zürich. Zuletzt u.a. "Die Versenkung des Atom-U-Boots Kursk durch den Feigling Steven Jobs" und "Kurskismus – eine poetische Besetzung des Cabaret Voltaire"

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